Heimatkunde: Böhmen und Mähren
Meine Mutter ist in Tüppelsgrün geboren, einem Ort in Nordwestböhmen/Egerland. Ihr Vater war Albin Pleil, der nach dem letzten Weltkrieg von den „Befreiern“ aus seiner Heimat vertrieben wurde, worauf er sich in Bayern niederließ. Meine Oma mütterlicherseits erzählte mir unter Tränen, mit welcher Brutalität von Seiten der Tschechen die Vertreibung der angestammten deutschen Bevölkerung vor sich ging. Grund genug, mich der Heimat eines Teils meiner Vorfahren zu widmen.
Nicht nur Kaschau, Preßburg, Brünn, Budweis und Pilsen sind deutsche Städte, sondern auch Prag. Dort lag der deutsche Bevölkerungsanteil 1847 bei 64 Prozent, 1857 bei 44 Prozent, 1888 bei 18 und 1900 nur noch 7,5 Prozent. 1910 gab es keinen deutschen Gemeinderat mehr, 1930 gaben noch 42.000 Prager Deutsch als Muttersprache an, sie lebten vor allem im Stadtzentrum (Stadtteile Altstadt und Kleinseite).






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