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Detlef Nolde – In eigener Sache

Wer sucht, der setzt sich Gefahr, aber auch Gefährdungen durch eine falsche Urteilsbildung bei seinen Zeitgenossen aus. Er erscheint als „Grenzgänger“, als jemand, der schrittweise die Seiten zu wechseln scheint und deshalb als unzuverlässig, als schillernd gilt. Die Menschen tun sich oftmals sehr schwer mit „Grenzgängern“. In der Regel suchen sie das Starre und bezeichnen diese Starrheit nicht selten sogar als Ausdruck einer Festigkeit. Sie machen deshalb immer wieder den Grenzgänger verächtlich, weil Suchende in ihren Augen den Herumirrenden zu ähneln scheinen.
(Peter Steinbach in: „Aufbruch“ – Dokumentation einer Zeitschrift zwischen den Fronten, S. 9)

Seit 1987/88 im Rahmen der Möglichkeiten in der DDR als „Nationalsozialist“ aktiv, ab 1990 in NPD, FAP, Kameradschaft Treptow usw. Ab Anfang 1997 Rückzug von politischer Tätigkeit und Entfremdung von wesentlichen Bestandteilen der NS-Ideologie. Im Mai selben Jahres öffentliches Bekenntnis zum Ausstieg aus der „NS-Bewegung“. Seit 2005 Versuche, antikapitalistische Positionen unter Beachtung der „nationalen Frage“ (bei strikter Abgrenzung von allen Formen des Rassismus wie z. B. Zionismus, Nationalsozialismus, Antideutsche usw.) unter „linker“ (NL.PNZ, „nationale Antifa“, „nationale Linke“, „Aufbruchkreis“ usw.) und (von Jan. bis Sept. 09) „rechter“ bzw. konservativer Firmierung (REP, DVU) zu verbinden.
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Sich häuten – Die Schlange, welche sich nicht häuten kann, geht zugrunde. Ebenso die Geister, welche man verhindert, ihre Meinungen zu wechseln; sie hören auf, Geist zu sein. (Friedrich Nietzsche, Morgenröte, 573)
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Kontakt: detlefnolde[a]web.de
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2005 bis 2008:

zuendel_brandenburger_m Detlef Nolde Antifa-Demo 06 1 Zionismus ist Rassismus

  1. Bernd Schultze
    November 1, 2009 um 12:59 | #1

    Im Jahr 2002 erschien das Buch „Aussteiger – Wege aus der rechten Szene“ von Burkhard Schröder. In diesem werden vier Nazi-Aussteiger vorgestellt. Da Sie darunter sind würde mich interessieren, ob alles, was über zu Ihrer Person dort geschrieben steht, zutreffend ist. Vielen Dank.

    (Antwort: Burkhard Schröder schrieb über meinen Werdegang aufgrund einer schriftlichen, ihm übergebenen Darstellung meinerseits und einigen Gesprächen. Korrektur gelesen habe ich das Buch bzw. den mich betreffenden Teil jedoch nicht, so daß natürlich einiges seiner „journalistischen Freiheit“ oder subktiven Sichtweise entsprungen ist.

    Die Grundaussage jedoch, daß ich mich von der Nazi-Ideologie und -Bewegung abgekehrt habe und froh darum bin, ist zutreffend dargestellt worden. Ebenso seine Skizzierung meiner inneren Erlebnisse und Einschätzungen diesbezüglich.

    Dankbar war ich ihm auch für seine wahrheitsgemäße Schilderung des Geschehens im April 1997, in dessen Folge ich als Unschuldiger in Haft geriet, in deren Kontext er erwähnte, daß ich schon vor dieser Inhaftierung am Sinn meiner politischen Verortung und Aktivität zweifelte und die „Bewegung“ verlassen wollte.

    Gerne gehe ich den Text jedoch noch einmal durch und kommentiere Stellen, die nicht zutreffend oder mißverständlich aufgefaßt werden könnten:

    Buchtitel: „Aussteiger – Wege aus der rechten Szene“

    Ich bin nicht aus der „rechten“ sondern neonazistischen „Szene“ ausgestiegen. Das ist ein Unterschied, da nicht alle Rechten (also das Spektrum beginnend beim rechten Flügel der SPD) Nazis oder andere Rassisten sind, wie sich Nazis selbst nicht als Rechte bezeichnen. Verwischt man sprachlich, politikriminalisiert man die einen und verharmlost die anderen, worüber sich vor allem Nazis freuen.

    Seite 88: „Seine Mutter bemüht sich redlich, ihm ein harmonisches Heim zu bieten – obwohl sie darunter leidet, oft den ganzen Tag arbeiten zu müssen und kaum Zeit für ihren Sohn zu haben – …“

    Daß meine Mutter unter ihrer Berufstätigkeit gelitten hat, stammt nicht von mir. Zumal es in der DDR normal für Frauen war, wie die Männer auch ganztags einer Lohnarbeit nachzugehen. Richtig ist, daß ich einen Vater gebraucht hätte, wie ich ein solcher mich heute bemühe, für meine Kinder zu sein.

    Seite 99: „Die NPD und JN sind ihm zu lasch. Er definiert sich als Nationalsozialist im Sinne Hitlers, und die NPD ist ihm zu vorsichtig, um sich offen zu dieser Weltanschauung zu bekennen. Nolde beschwert sich über die „Anti-NS-Töne“ einzelner Nationaldemokraten. Er hält nichts von Taktiererei und fühlt sich persönlich angegriffen, wenn ihn jemand als einen „NS-Nostalgiker“ bezeichnet.“

    Ich habe mich nicht „beschwert“ und fühlte mich auch nicht „persönlich angegriffen“, denn es war mein taktischer Ansatz, nach außen hin als NPDler „demokratisch“ aufzutreten jedoch ansonsten „nationalsozialistisch“ ausgerichtet zu sein. So, wie das heute bei einigen NPDlern (dem angeblich „politikfähigen“ Teil) praktiziert wird. Die Mußgnug-NPD war jedoch in weiten Teilen tatsächlich keine NS-Partei und grenzte sich aus Überzeugung vom NS ab. Für mich kam jedoch der Zeitpunkt, wo ich auch nach außen hin offener als bisher als NSler auftreten wollte, jedes Taktieren ablegend, weshalb ich aus NPD u. JN austrat.

    Seite 102: „Man muß sich fragen, warum Nolde nicht, wie viele andere Neonazis, in der NPD geblieben ist, um dort für seine Ziele zu werben und diese Partei aus eingefleischten Rassisten und Antisemiten noch radikaler, noch mehr im Sinne des Nationalsozialismus zu formen. Darauf gibt es nur eine Antwort: Er ist lieber Herr seiner eigenen kleinen Gruppe als Mitglied einer größeren Partei, wo er sich den etablierten Neonazi-Kadern hätte unterordnen müssen. Nur wenn er allein bestimmen kann, welche Ziele die Gruppe vertritt, die sich ihm unterordnet, ist er zufrieden.“

    Mein Grund, aus der NPD auszutreten war, daß ich mich nicht mehr nach außen hin als „Nationaldemokrat“ tarnen, sondern authenischer auftreten wollte. Aus diesen Grund haben sich viele andere Neonazis ebenfalls nicht entschieden, in der NPD zu bleiben und diese von innen heraus mit ungewissen Ausgang umzuformen, wie Burkhard Schröder weiter ausführt, sondern dieser den Rücken zu kehren und sich einer NS-Gruppe oder Partei anzuschließen. Und: „Bestimmen“ konnte ich in gewissen Rahmen bereits in der NPD, als Kreisvorsitzender von Ostberlin. Daß ich gegen „Unterordnung“ und Parteien nicht per se etwas habe, zeigte sich dann ja ein paar Jahre später, als ich mich der FAP anschloß.“

    Seite 105: „In Wahrheit ist es ganz gleich, in welcher Nazi-Organisation er agitiert. Er braucht nur so viel Freiraum, daß er das Gefühl hat, nicht bevormundet zu werden.“

    Es war, anknüpfend an meine vorherige Richtigstellung nicht „egal“, wo ich agitierte. Die weltanschauliche Ausrichtung war für mich entscheidend, welche in der FAP für mich stimmig war. Ist dem so gewesen, war es nebensächlich, ob ich mich als Funktionär auch unterordnete oder, fiel diese Partei weg (FAP-Verbot), meine eigene Gruppe „autonom“ in einem Netzwerk mit anderen Gruppen leitete.

    Seite 105-106: „Mit dem Chef der Berliner FAP gerät er mehrfach aneinander, weil er sich von ihm, der eigentlich sein „Vorgesetzter“ in der Partei ist, keine Vorschriften machen läßt.“

    „Mehrfach aneinander“ ist übertrieben, wie ich mir selbstverständlich auch „Vorschriften“ machen ließ, zumal der Landesvorsitzende auf einem Landesparteitag auch mit meiner Stimme in seinem Amt bestätigt wurde. Daß es bisweilen unterschiedliche Vorstellungen gab, ist jedoch richtig, das war jedoch ebenso bei anderen der Fall, lag also nicht in meiner Person begründet, sondern betraf den Führungsstil des Landesvorsitzenden, der nicht jedermanns Sache war, wie das in anderen Parteien ebenso der Fall.

    Seite 109-110: „In den nächsten Wochen arbeitet Detlef Nolde faktisch gegen die eigene FAP-Organisation, ohne davon großes Aufheben zu machen. Da viele Neonazis aus dem Umkreis der FAP wie er mit dem Berliner Chef unzufrieden sind, bindet Nolde diese in seine Gruppe ein. Die „Kameradschaft Treptow“, die er im Januar 1995 gründet, hat bald 30 Mitglieder und ist mit Abstand die aktivste und gefährlichste Nazi-Organisation in Berlin.“

    Ich habe, da verweise ich wiederum auf meine vorherige Richtigstellung, nicht gegen meine eigene Partei gearbeitet. Die Gründung der „Kameradschaft Treptow“ erfolgte vor allem aus dem Grund, um nach einem FAP-Verbot, mit welchem zu diesem Zeitpunkt alle rechneten und dann auch erfolgte, mit der politischen Arbeit in dem Bezirk, wo ich Kreisvorsitzender war (Berlin-Treptow), weitermachen zu können. Natürlich auch mit Personen, die mit dem Berliner FAP-Chef ihre Probleme hatten, was jedoch ein Nebenaspekt war.

    Im Mai 2002 erschien „Unter Aussteiger – eine Erwiderung an Jörg Fischer“ von Burkhard Schröder in der „jungen Welt“. Lesenswert auch sein drei Jahre später erschienener Beitrag „Was macht eigentlich Kamerad Nolde?“

    In beiden stellt er sich den Behauptungen aus antideutsch-prozionistischen Kreisen entgegen, wonach ich ein „angeblicher Aussteiger“ sei. Wenn er dabei jedoch behauptet, ich würde nachwievor „antisemitischen“ und „völkischen“ Ideen anhängen, war das falsch.

    Abgesehen davon würde ich heute nicht mehr vom „nationalen Denken“ sprechen, um meinen völlig normalen Patriotismus darzustellen, um bei unbedarften Lesern keinen falschen Eindruck zu hinterlassen und bewußten Tatsachenverdrehern keine Steilvorlagen zu bieten.

    Daß mein Antizionismus kein verkappter „Antisemitismus“ ist, hat Burkhard Schröder mittlerweile – so hoffe ich – mitbekommen. Seitdem hat er nämlich begonnen zu realisieren, daß Antzionismus auch eine innerjüdische Angelegenheit ist, er hörte das erste Mal vom Rabbi Friedman aus Wien und der Neturei Karta usw.

    MfG, Detlef Nolde

  2. Bernd Schultze
    November 1, 2009 um 8:26 | #2

    Hallo Herr Nolde, vielen Dank, daß Sie sich die viele Mühe gemacht haben! ;) Als Humanist kann ich nur hoffen, daß noch weitere Nazis einsehen, wie dumm der Rassismus ist. Daß Sie auf Dauer der linken, mehr oder minder antideutschen Sektiererei nichts abgewinnen konnten, spricht für Sie. Ebenso, daß Sie sich gegen den rassistisch-nationalchauvinistischen Zionismus positionieren. Wohlwollende Grüße, Bernd

    (Wie kam es eigentlich, daß Günther Ackermann sich einst so mit Ihnen „beschäftigt“ hat?)

    (Antwort: Vielen Dank für Ihre wohlwollenden Grüße. Ich werde Ihre Frage zum Anlaß nehmen, ausführlicher darauf einzugehen, weil ich immer wieder auf diese Thematik angesprochen werde. Vor gut vier Jahren äußerte sich Günter Ackermann (Betreiber von kommunisten-online.de) dem Vorturner des damals – kurzzeitig – virulenten wie viruellen Parteiprojekts „Nationale Linke.Partei Neue Zukunft“ (NL.PNZ), für dessen Öffentlichkeitsarbeit ich verantwortlich war, Erwin P. Winkelmann gegenüber angeblich ausländerfeindlich am Telefon. Das kam an die Öffentlichkeit, was Günter Ackermann natürlich nicht gefiel.

    Erwin P. Winkelmann via Rundmail:

    Gestern, am 2. 9. 05, habe ich einen Anruf von Herrn Günter Ackermann erhalten. Herr Ackermann betonte sehr häufig, dass er Internationalist sei, aber gleichzeitig verstehe er es nicht, dass wir nicht konsequent die Ausländerfrage behandeln (ausländerfreies Deutschland). Bezüglich der Ausländer in Deutschland sagte er, dass er es eigentartig findet, dass wir nicht die Ausweisung aller Ausländer befürworten. Am meinsten regte er sich über Türken auf! Ich hatte den Eindruck, dass gerade die Türken ihm ein Dorn im Auge sind.

    Dazu Günter Ackermann, auffällig wortkarg:

    Davon ist kein Wort wahr. Ich betrachte das als einen Teil einer Verunglimpfungskampagne, die derzeit gegen Kommunisten-online läuft.

    Da er über Erwin P. Winkelmann nichts im Internet fand, was er hätte nutzen können, um ihn unglaubwürdig zu machen, über mich jedoch damals Markus Sebastian Rabanus aka „Sven Möller“ ganze Seiten voller Entstellungen und Verleumdungen über mich veröffentlicht hatte aus Ärger darüber, weil ich mich von seiner „Initiative Dialog“ (nazis.de) getrennt habe, schrieb Günter Ackermann davon ab und dichtete noch weitere Schauergeschichten dazu, so daß seitdem seine Hetze auf Platz 2 bei google erscheint, gibt man meinen Namen ein.

    Da liest man dann viele gruselige Sachen. Dabei wäre der Aufwand gar nicht notwendig gewesen, denn kaum jemand in der kommunistischen Szenerie hat damals davon Kenntnis erhalten, daß er sich ausländerfeindlich geäußert haben soll. Ich sage bewußt „soll“, weil nicht klar ist, ob das, was Erwin P. Winkelmann uns damals schrieb, tatsächlich den Tatsachen entsprach. Ich teilte das damals im Nachhinein auch Günter Ackermann mit, jedoch war seine Raserei bereits ausgebrochen, nicht mehr zu bändigen.

    Gerichtlich hätte ich gut dagegen vorgehen können, immerhin handelt es sich um schlimmste Beleidigungen, Verleumdungen, üble Nachrede und Rufmord. Ich habe es jedoch bei einer umfangreichen Gegendarstellung bewenden lassen, die er auch veröffentlicht hat. Natürlich nicht ohne diese mit seinem üblichen Unrat zu „garnieren“.

    Günter Ackermann ist selbst bei seinen eigenen „Genossen“ aufgrund seines Gebarens mehr als unbeliebt. Die MLPD bezeichnet ihn als „geltungssüchtigen, Phrasen dreschenden Sektierer“, der sich vor allem durch „Intrigantentum“ auszeichnet, der mit „plumper Polemik, Lügen, Diffamierungen und Verleumdungen“ arbeitet. Der bekannte Kommunist Robert Steigerwald sieht in Günter Ackermann nur noch den „Polit-Idioten“, der „pure Hetze“ betreibt, weshalb er ihn „nicht mehr Genosse nennen“ kann.

    Das hält natürlich Nazis und andere Rassisten, z. B. Jürgen Schwab, nicht davon ab, genüßlich immer wieder den Sektierer Günter Ackermann zu zitieren um zu „beweisen“, daß „selbst Kommunisten“ von mir nichts halten. Das ist natürlich absurd, ich hatte die letzten Jahre – wie immer noch! – zu allen möglichen Linken Kontakt, die um den Wahrheitsgehalt der ackermannschen Anwürfe wußten, was jedoch nicht bedeutet, daß es völlig wirkunslos wäre, wenn jemand solche Sachen über mich liest.

    Aus diesem Grund an dieser Stelle eine Kurzrichtigstellung einiger Ackermann-Behauptungen, die ich mir aus diesem Grund so eben noch einmal zu Gemüte geführt habe:

    Ich verbüßte 23 Monate Haft von April 97 bis Dezember 99, da mein legitimer wie folgenloser Nothilfeversuch für meinen von zwei Personen attackierten damaligen Kameraden Lutz Schillok aufgrund des öffentlichen Drucks und falscher Zeugenaussagen in „gefährliche Körperverletzung“ umgebogen wird. In der Urteilsbegründung wird jedoch festgestellt, daß mich keinerlei Mitschuld am weiteren Verlauf des Geschehens trifft, welches mit dem Tod der beiden Angreifer endet:

    Eine Beteiligung an den vom Angeklagten Schillok begangenen Tötungshandlungen in Form von Mittäterschaft oder Beihilfe kommt bei Nolde nicht in Betracht. Nach den getroffenen Feststellungen konnte Nolde weder mit dem Einsatz des Messers durch Schillok rechnen noch sind Anhaltspunkte dafür vorhanden, dass er dies gebilligt hätte. Der Angeklagte Nolde hat verschuldet an einer körperlichen Auseinandersetzung teilgenommen, ohne das die Tötungshandlungen des Schillok von Vorsatz oder Fahrlässigkeit des Angeklagten Nolde umfasst war.

    An meinen Händen „klebt“ also kein Blut, ich habe nicht dazu beigetragen, „zwei Menschleben auszulöschen“, bin kein „Gehilfe eines Killers“. Lutz Schillok plädierte übrigens erfolglos auf Freispruch wegen Notwehr und wurde als alleiniger Täter wegen zweifachen Totschlags zu 14 Jahren Haft verurteilt. Das nicht durch meine, sondern Aussagen von Zeugen und seinem Eingeständnis der Tat.

    „Offene Bewährungsstrafen“ sind kein Grund, jemanden nach der U-Haft bis zum Haftantritt keine „Haftverschonung“ zu gewähren, wie Günter Ackermann weiter behauptet. Auf meine damals offenen Bewährungsstrafen anspielend schreibt er, Nolde „drückte brennende Zigaretten auf seinen Opfern aus oder urinierte auf die niedergeschlagenen Opfer“. Derartige Handlungen sind von mir nicht ausgegangen.

    Eine „auffällige Milde deutscher Staatsanwälte und Gerichte bei Nazi-Straftätern“ konnte ich in meinem Fall nicht entdecken – ganz im Gegenteil.

    Weder bin ich einst „zwangsweise“ (selbst Lutz Schillok wurde und wird in der Haft von der HNG und anderen „Kameraden“ betreut – auch mir gegenüber erklärte sowohl Christian Wendt als auch die HNG-Leiterin Ursula Müller ihre Solidarität – in meiner Antwort vom Mai 1997 erklärte ich meinen endgültigen Ausstieg aus der „Szene“) oder „angeblich“ aus der Nazi-Szene ausgestiegen noch habe ich mich später („von Geheimdiensten gesteuert“) „links angebiedert“. Wäre dem so, hätte ich mich nur bei irgendeiner Gruppe opportunistisch anpassen brauchen, was nie der Fall gewesen.

    Es waren bezeichnenderweise Zionisten, die die Mär vom „angeblichen Aussteiger“ in die Welt setzten, um meine antizionistische Haltung zu diskreditieren. Jörg Fischer(-Aharon), heute wieder im rechtsradikalen, proisraelischen Lager gelandet, griff diese Formel als erster auf, Günter Ackermann hat sich dem aus seiner obigen Motivlage lediglich dazugesellt.

    Ich hoffe Deine Frage, wie es eigentlich kam, daß Günter Ackermann sich dergestalt wie ein Wahnsinniger mit mir „beschäftigt“ hat, beantwortet zu haben, wobei ich mich bemüht habe, nicht zu weitschweifig zu werden, jedoch auch kein wichtiges Detail auszulassen. Sollten Sie oder andere noch Fragen haben, bin ich gerne bereit, diese zu beantworten. MfG, Detlef Nolde)

  3. Ralf H.
    November 4, 2009 um 11:37 | #3

    Was gab es denn da im April 97 für einen Streit in dem Auto, woraufhin die Auseinandersetzung eskalierte? Hast du da was mitbekommen?

    (Wie mir Lutz Schillok während einer Verhandlungspause auf meine Frage hin mitteilte, da ich mich weder an die Autofahrt und damit auch keinen Streit erinnerte, hatte ich im Auto geschlafen. Ich zitiere aus dem letztlich ergangenen Urteil (Seite 8 u. 9.):

    Antwort: Nachdem sie abgefahren waren, gab der Angeklagte Schillok während der Fahrt dem Zeugen Pertsch Anweisungen, welche Route er fahren soll. Nach einiger Zeit begann ein Streit zwischen dem Angeklagten Schillok und Chris Danneil, die sich über das Verbotsdatum der FAP nicht einigen konnten. Da der Angeklagte Schillok auf seinem Standpunkt beharrte, kam es schließlich zu einer lautstarken Auseinandersetzung. Der Zeuge Pertsch wollte sich das Streitgespräch nicht anhören müssen und stellte daher das Autoradio lauter. Der Zeugin Groß gelang es schließlich, Chris Danneil mit den Worten `Lass den doch reden`zu beruhigen, so dass die Diskussion zwischen ihm und dem Angeklagten Schillok ein Ende fand. Kurze Zeit später rief der Angeklagte Schillok dem Fahrer zu, dass er anhalten solle. Der Zeuge Pertsch stoppte daraufhin das Fahrzeug.

    Daraufhin stieg Lutz Schillok am S-Bahnhof Adlershof aus, um den Nachhauseweg anzutreten. Anstatt mich nun zu wecken und ebenfalls zum aussteigen zu bewegen, damit sie ihre Fahrt nach Wittenberg weiterführen können, folgte Chris Danneil, der sich offenbar nicht beruhigt hatte, Lutz Schillok. Ebenso Olaf Schmidtke. Beide begannen nun Lutz Schillok zu traktieren.

    Erwacht, vermutlich wurde ich von einem der im Auto verbliebenen Wittenberger (Manuela Groß, Danny Thüring, Enrico Pertsch) geweckt und aufgefordert auszusteigen, verließ ich das Fahrzeug und sah, wie Lutz Schillok, der damals mein Kamerad war, von zwei Leuten körperlich attackiert wird (Danneil und Schmidtke), worauf ich versuchte verbal zu schlichten und mein Abwehrspray gegen die beiden Angreifer einsetzte. Eine im Nachhinein sicherlich folgen- wie sinnlose Handlungsweise.

    Davon bekam ich selbst etwas in die Augen und kehrte mich vom Geschehen auch rämlich ab, woraufhin die Attacken offenbar weitergingen. Daraufhin griff Lutz Schillok zu seinem Messer, in dessen Folge Danneil und Schmidtke verstarben. Ohne den Messergebrauch zu verteidigen steht jedoch fest, daß es ohne den Angriff auf Lutz Schillok auch dessen Reaktion nicht gegeben hätte. Offenbar hatte man ihn, selbst alkoholisiert, unterschätzt.

    Der einzig nüchterne Zeuge Enrico Pertsch, der Fahrer, bestätigte übrigens vor Gericht voll und ganz meine Aussage bzw. die Tatsache, daß ich während der Messerstiche Abseits stand. Die beiden anderen Zeugen waren alkoholisiert und natürlich daran interessiert, Lutz Schillok, der ihre Kameraden getötet hat, möglichst hoch bestraft zu sehen, weshalb sie den entscheidenden Fakt, den Angriff auf ihn, verschwiegen.

    Die Zeugin Groß wurde offenbar von den vernehmenden Staatsschutzleuten dahingehend unter Druck gesetzt, mich zu belasten und sagte wahrheitswidrig aus, ich hätte einem der Angreifer die Arme festgehalten, woraufhin Lutz Schillok diesen erstach. Einmal davon ab, daß, selbst wenn ich das getan hätte, um ihn vor weiteren Angriffen abzuhalten, das nicht eine Mittäterschaft betreffs der Messerstiche impliziert, wie das Urteil auch ausdrücklich festhält.

    Diese Falschaussage von Manuela Groß ist umso bemerkenswerter, als sie selbst noch außerhalb des Fahrzeugs versuchte, ihren Freund Danneil von weiteren Angriffen auf Lutz Schillok zurückzuhalten und ihm deshalb an den Armen festhielt. Hier wurde offenbar eine eigene Handlung in „Kooperation“ mit den Vernehmern mir in die Schuhe geschoben, um eine Mitschuld an den Tötungshandlungen zu unterstellen.

    Dabei hätte das Schwurgericht durchaus – in dubio pro reo – attestieren können und müssen, der Tathergang macht anders keinen Sinn, daß es schließlich nur einen Grund gegeben haben kann, warum Danneil und Schmidtke aus dem Auto ausstiegen nach einem Streit mit Schillok in diesem. Nämlich, ihm „zum Abschied“ noch eine „Abreibung“ zu verpassen.

    Höchstrichterlich hätte weiterhin gewürdigt werden müssen, daß die drei Kameraden der zwei Täter und späteren Opfer natürlich gar kein emotionales Motiv hatten, die These von der „Schlägerei“ zu kippen und zuzugeben, daß es ein Angriff war, weil sie damit das Gefühl haben mußten, ihren toten Freunden im Nachhinein in den Rücken zu fallen.

    So wurde aus einem Anriff auf Lutz Schillok eine Schlägerei an der ich beteiligt war und in dessen Folge Lutz Schillok zwei Beteiligte erstach. Aufgrund dieser Fehldarstellung des Geschehens wurde ich wg. „gefährlicher Körperverletzung“ und „Beteiligung an einer Schlägerei“ zu zweieinhalb Jahren verurteilt, wobei betont wurde, siehe mein vorangehenden Kommentar, daß mir keinerlei Mitschuld/Mittäterschaft auch nicht fahrlässig an der Tat des Lutz Schillok anzulasten ist. Ebenso wurde betont, daß ich mit dem Messereinsatz nicht hätte rechnen können und auch nicht davon auszugehen ist, daß ich diese gebilligt hätte.

    Somit kann ich entsprechenden Anwürfen, wie sie von Günter Ackermann (kommunisten-online.de) etwa kamen, getrost das offizielle Urteil entgegenhalten, was solche Leute natürlich nicht davon abhält frech zu behaupten, ich wäre „zu mild“ bestraft worden, wo genau das Gegenteil der Fall war, ich hätte freigesprochen werden müssen.

    Ich habe übrigens immer, ob vor Gericht oder jahrelang gegenüber meinem „Bewährungshelfer“ darauf beharrt, zu Unrecht verurteilt worden, selbst ein Opfer des Geschehens zu sein, auch wenn mir immer wieder nahegelegt wurde, daß es „taktisch klüger“ gewesen wäre, wenn ich „Reue“ gezeigt hätte. Nur, dafür bestand keine Veranlassung, da keine Schuld vorhanden.

    Jedem kann es so ergehen, wenn er sich dazu hinreißen läßt, einem anderen, der angegriffen wird, zu helfen.

    Diese „Zivilcourage“ wird doch heute immer so gerne eingefordert. Wenn die Leute wüßten, daß sie am Ende selber vor Gericht und im Gefängnis landen könnten, weil ihre Nothilfehandlung als „gefährliche Körperverletzung“ oder schlimmeres umbebogen wird, täten sie sich noch mehr zurückhalten, als das heute bereits der Fall.

    Man weiß nämlich letztlich nie, wie sich ein Geschehen entwickeln, sich der Geschädigte, daß Opfer verhält, die Zeugen aussagen, gar noch die eigene Vergangenheit belastend gewertet wird. Läuft es schlecht, kommt es so, wie es mir passierte.

    Am Ende sehe ich die ganze Angelegenheit jedoch gelassener, weil mir halt die Haftzeit auch ein wenig geholfen hat, zu mir selber zu finden, mir über meine Vergangenheit bewußter zu werden, letztlich mit meiner politischen Verortung endgültig zu brechen.

    MfG, Detlef Nolde

  4. Ralf H.
    November 5, 2009 um 7:45 | #4

    Vielen Dank für deine ausführliche Darstellung über meine eigentliche Frage hinaus. Dass passt dann ja tatsächlich, wenn selbst das Gros der Kommunisten mit dem Betreiber von kommunisten-online.de nichts zu tun haben will, weil er mit „Lügen, Diffamierungen und Verleumdungen“ arbeitet und „pure Hetze“ betreibt.

  1. Juli 12, 2009 um 4:04 | #1