Deutsche – Deutschland / Begriffsbestimmung
So weit reichte für die „alten“ Kommunisten das deutsche Vaterland:
Ein sozialistisches Deutschland wird den Schandvertrag von Versailles zerreißen. Sie allein wird im Bündnis mit dem befreiten Millionenvolk der Sowjetunion jeden Anschlag Frankreichs, Polens und anderer Imperialisten auf Deutschland zu vereiteln wissen! Erst das kommende sozialistische Deutschland wird der unterdrückten deutschen Bevölkerung in Österreich, Elsaß-Lothringen, Südtirol usw. die Möglichkeit eines freiwilligen Anschlusses geben. Werktätige in Stadt und Land, stärkt daher unsere revolutionäre Freiheitsarmee im Kampf gegen Versailles!
(Die Rote Fahne, 23. Oktober 1932)
Wir Kommunisten kämpfen für die nationale Freiheit des deutschen Volkes. Wir sind für die restlose Beseitigung des Versailler Diktats und für die freiwillige Wiedervereinigung aller durch dieses Diktat auseinandergerissenen Teile des deutschen Volkes in einem freiheitlichen Deutschland. Das soll nicht durch den Krieg, sondern auf dem Weg einer friedlichen Verständigung mit den Nachbarvölkern erfolgen. Hitler hat im Interesse dieser Kriegspolitik das deutsche Südtirol, den polnischen Korridor und Oberschlesien preisgegeben, um sich Verbündete für den Krieg gegen die Sowjetunion zu schaffen. Nur der Sturz der Hitlerregierung vermag das deutsche Volk vor diesem Kriegsverbrechen zu retten.
(Manifest der Brüsseler Reichsparteikonferenz der KPD, Oktober 1935)
Die Sozialdemokratie ist die knechtselige Trägerin und Vorkämpferin der Politik der Unterordnung unter das Diktat des französischen Imperialismus, der freiwilligen Auslieferung werktätiger deutscher Volksgenossen im Osten Deutschlands unter den Stiefel des polnischen Pilsudski-Faschismus.
Dieselben imperialistischen Siegermächte, die heute darangehen, China zu zerstückeln und aufzuteilen, haben im Versailler Vertrag auch Deutschland territorial verstümmelt. Sie haben ihm das industriell hochentwickelte Saargebiet, Danzig, Westpreußen und andere Gebiete entrissen. Aber nicht genug damit. In diesen Tagen erleben wir den Gewaltstreich Litauens in Memel, der von den Westmächten begünstigt und vom Völkerbund sanktioniert wird. Gleichzeitig trifft Polen aktive Vorbereitungen, um das formell dem Völkerbund unterstellte Danziger Staatsgebiet vollends zu annektieren.
(Die Rote Fahne, 12. März 1932)
Die Führer der deutschen Faschisten, Hitler und seine Helfershelfer, aber erheben nicht ihre Stimme gegen die gewaltsame Angliederung Südtirols an das faschistische Italien. Hitler und die deutschen Nationalsozialisten schweigen über die Nöte der deutschen Bauernbevölkerung Südtirols, die unter dem Joch des italienischen Faschismus stöhnt. Hitler und seine Partei haben hinter dem Rücken des deutschen Volkes einen schmutzigen Geheimvertrag mit der italienischen Faschistenregierung abgeschlossen, auf Grund dessen sie die deutschen Gebiete Südtirols bedingungslos den ausländischen Eroberern ausliefern.
Wir Kommunisten erklären, dass wir keine gewaltsame Angliederung eines Volkes oder eines Volksteiles an andere nationale Staatsgebilde, dass wir keine einzige Grenze anerkennen, die ohne Zustimmung der werktätigen Massen und der wirklichen Mehrheit der Bevölkerung gezogen ist.
Wir Kommunisten sind gegen die auf Grund des Versailler Gewaltfriedens durchgeführte territoriale Zerreißung und Ausplünderung Deutschlands.
Wir Kommunisten werden uns für das volle Selbstbestimmungsrecht aller Nationen einsetzen und im Einvernehmen mit den revolutionären Arbeitern Frankreichs, Englands, Polens, Italiens, der Tschechoslowakei usw. denjenigen deutschen Gebieten, die den Wunsch danach äußern werden, die Möglichkeit des Anschlusses an Sowjetdeutschland sichern.
(Die Rote Fahne, 24. August 1930)
Im Buch „Unser Deutschland – Ein Buch für alle, die es lieben“, erschienen in Berlin 1957, herausgegeben im Auftrage des Zentralen Ausschusses für Jugendweihe, „Zur Erinnerung an die Jugendweihe, für Jugendliche in der Deutschen Demokratischen Republik“, lesen wir im Artikel „Wo kommt der Name ‘Deutschland’ her?“ von Gisela Schneidewind auf Seite 30/31:
Um 840 sind uns aus der lateinischen Kirchensprache die Theodisci, die „Deutschsprecher“, überliefert. Das Adjektiv für die Sprache ist zum Namen der Menschen geworden, die diese Sprache sprechen. … Seit dem Anfang des 12. Jahrhunderts wird, trotz zeitweiliger starker politischer Zerrissenheit, von deutschem Land gesprochen, das alle Menschen deutscher Zunge umfaßt, das tiutsche lant, in dem Deutsche wohnen.
In der deutsch geschriebenen Kaiserchronik vom Jahre 1150 erscheinen Eigenschafts- und Hauptwort bereits zu einem Dutisklant zusammengezogen. Dieser Name ist nicht etwa gleich „Deutsches Reich“ zu setzen. Das ist ein politischer Begriff, das Deutsche Reich kann wärhend des Mittelalters einmal eng, einmal weit in seinen Grenzen sein, es kann durch Fürstenwillkür und Kriege zersplittert werden. Dennoch bleibt Deutschland nun in der Sprache des ganzen Volkes erhalten, bleibt als Symbol der Zusammengehörigkeit aller deutsch sprechenden Menschen … als umfassendes Wort für den Raum, das Land, in dem diese Menschen gleicher Kultur und gleichen historischen Schicksals wohnen.
Wenn der Dichter und Sänger Walher von der Vogelweide 1198, in einer Zeit des heftigsten Streites der Feudalität um die deutsche Königskrone ausruft:
so we dir, tiuschiu zunge,
wie stet din ordenunge!so setzt er noch einmal den älteren Ausdruck für tiutsches lant. Er meint mit „tiuschiu zunge“ nicht nur die deutsche Sprache, sondern das ganze Volk und Land, so weit die deutsche Zunge reicht, und wir müssen seinen Ausruf heute so wiedergeben: „Weh dir, deutsches Land, deutsches Vok, wie ist’s um deine Ordnung bestellt!“ Walther von der Vogelweide, der große Förderer und Künder deutscher Einheit, sricht hier die Sehnsucht aller deutsch sprechenden Menschen aus nach einem auch alle umfassenden deutschen Staat.
Wir sehen, der Name Deutschland ist von seinem Entstehen her stärker und beständiger als das wechselnde Schicksal des Deutschen Reiches, des deutschen Staates. Sein erster Wortbestandteil deutsch steht am Anfang der Entwicklung unseres Volksbewußtseins. Er ist im Volk entstanden als ein Ruf zum Volk. Als Kennzeichnung der Muttersprache wurde das Wort ein Mittel der volklichen Einigung.
tiutsche Zunge, tiutsches lant, Deutschland, etwa 1000 als Volks- und Heimatnahme geprägt bleibt durch die Jahrhunderte ein werbender Ruf der Hoffnung und des Willens zu einer festen sprachlichen, kulturellen und politischen Gemeinschaft aller Deutschen, in Zeiten der Not und Zerrissenheit stärker denn je.
Deutschland ist demnach nicht der Staat namens „Bundesrepublik Deutschland (BRD)“, sondern das „Land der muttersprachlich deutschsprechenden Menschen (gekennzeichnet durch die nieder- und hochdeutschen Mundarten) in Mitteleuropa, das nie zu einer wirklichen politischen Einheit gefunden hat, sondern immer in verschiedenen Staaten und Regionen aufgeteilt war.“ (Großes Universallexikon, Corvius Verlag Berlin, 1975)
In seinem „Dictionarium latino-germanicum“ definierte der Straßburger Peter Dasypodius (bzw. Rauhfuß, gest. 1559) das Wort „Germania“ zutreffend wie folgt: „Das gantz Teutschland, so weit die Teutsche Spraach gehnt.“
Die älteste deutsche Wochenzeitung erschien im Elsaß („Straßburger Relation“ von 1609), die älteste deutsche Apotheke die Straßburger Hirschapotheke (1262/1268) ist, das erste stehende deutsche Theater (1566) stand im Elsaß, die erste deutsche Universität 1348 wurde in Prag gegründet.
Im Elsaß befand sich auch für sehr lange Zeit der höchste deutsche Kirchturm, der Münsterturm des Straßburger Münsters. In einem anderen Forum las ich: „So ist es auch gar kein Zufall, wenn die Elsässer für lange Zeit besonders stolz auf ihr Deutschtum waren, zumal das Straßburger Banner auch oft als deutsches Reichsbanner benutzt wurde.“
Der Traum nach staatlicher Einheit aller Deutschen wäre heuer allerdings nicht nur mit neuerlichen Konflikten mit dem Nachbarn verbunden, sondern macht auch vor dem Hintergrund der stetigen Abnahme der deutschen bzw. deutschstämmigen Bevölkerung keinen Sinn. Es gibt einfach kein Subjekt, welche diese nationale Frage stellt.
Somit kann es auch im Zeitalter des Imperialismus nurmehr darum gehen, das Gemeinsame aller Menschen zu betonen und dergestalt über sämtliche mehr oder minder künstlich gezogene territoriale Grenzen hinweg eine einzige Nation aller Menschen gleichen Willens und Wollens zu schaffen.
Insofern stellt dieser Beitrag mehr einen Blick in die Historie, kaum jedoch Gegenwart dar. Geschweige denn ist er visioniär, soll Forderungen erheben, nationale Revisionsansprüche oder ähnliches.
Wikipedia:
Deutsche(r) ist vor allem eine ethnische Bezeichnung …Im Sinne einer Ethnizität bezeichnet das Wort „Deutsche(r)“ eine Person deutscher Herkunft bzw. deutscher Abstammung, unabhängig von der Staatsbürgerschaft. Im eigentlichen ursprünglichen Sinne die Menschen des staatsübergreifenden deutschsprachigen Kulturraums (deutsche Kulturnation = Sprachgemeinschaft plus kulturgeographische Kontinuität) in Mitteleuropa .
Vor kulturhistorischem Hintergrund gibt es zum gleichen Zeitpunkt eine Vielzahl von Deutsche und „deutsche“ Staaten, z.B. die Republik Österreich, das Fürstentum Liechtenstein, das Großherzogtum Luxemburg und der deutsche Teil der Schweiz; sogar die Niederlande mit der zum Niederdeutschen gehörenden niederländischen Sprache (nederduitse taal) ist ein (nieder-)deutscher Staat. Diese Staaten haben den Begriff Deutscher in ihren Gesetzen nicht definiert, sondern lediglich ihre Staatsangehörigkeiten (Bspl.: Staatsangehörigkeit: Österreich, Schweiz, usw.). Im eigentlichen Sinne sind Deutsche die Menschen mit deutscher Muttersprache und Kultur. In diesem Fall spricht man auch von der (staatsübergreifenden) deutschen Kulturnation.
In den vergangenen Jahrhunderten gab es im deutschen Sprachraum außerdem die Staaten des ‘Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation’, des ‘Deutschen Bundes’, des ‘Deutsches Reiches’, ‘Deutschösterreich’ oder z.B. die Königreiche Preußen und (Ober-)Sachsen, das Erzherzogtum Österreich, das Fürstbistum Basel, oder die BRD und die Deutsche Demokratische Republik). Seine deutschsprachigen Bewohner bezeichneten sich überstaatlich als Deutsche. Wohngebiete mit einer deutschsprachigen (deutschen) Bevölkerung gibt es auch noch heute in vielen anderen europäischen Staaten (Elsaß-Lothringen, Südtirol, Ostbelgien, usw.)
Die Gründe für die wechselvollen Bezeichnungen als deutsche Staaten liegen sicherlich darin begründet, dass jeder Staat ein Kunstgebilde ist. Die Staaten unterscheiden sich in der Weise, inwieweit sie der Kultur, der seine Bewohner entstammen angepasst sind. Um viele Staaten ist es in dieser Hinsicht nicht gut bestellt, denn kaum ein deutscher bzw. europäischer Staat wurde für seine Bewohner maßgeschneidert, sondern kam durch historische Zufälle wie Kriegsausgänge und/oder Fürstenhochzeiten zustande. So wurden immer wieder unnatürliche Grenzen durch zusammenhängende Kulturgebiete gezogen.
www.wikipedia.org
Das Land, in dem diese gemeinsame deutsche Sprache gesprochen wurde, nannte man Deutschland. Diese Bezeichnung wurde im 15. Jh. von der früheren Pluralform diutschiu lant, d. h „deutsches Land“ bzw. „Land der Deutschen“ gebildet. Gemeint war damit der deutsche Sprachraum in Mitteleuropa.
www.wikipedia.org
Deutschlandkarten:
Karte der deutschen Mundarten
Historisches Deutsches Sprachgebiet
You Tube:
„Was ist des Deutschen Vaterland?“
Die Freiheitlichen/Südtirol:
www.die-freiheitlichen.com
Union für Südtriol:
www.unionfs.com
Südtiroler Freiheitskampf:
www.suedtiroler-freiheitskampf.net
Nationalforum Elsaß-Lothringen:
www.nfel.org
Bund deutscher Nordschleswiger:
www.nordschleswig.dk
Deutsche in Ostbelgien:
www.dglive.be
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