Jungenbenachteiligung in der Schule

https://i0.wp.com/manndat.de/wp-content/uploads/2013/05/Jungenfeindlich.jpgÜber die Jungenbenachteiligung in Schule und Lehre …

IMMER FESTE DRUFF: JUNGEN IN KINDERGÄRTEN UND SCHULEN

Auf einen Beitrag zur prekären Situation von Jungen in Kindergärten und Schulen haben wir bereits vor ein paar Wochen hingewiesen. In „Spiegel online“ gibt es derzeit eine ganze Serie über die Formen der Diskriminierung der „kleinen Männer“, die offenbar auch deswegen an der Tagesordnung ist, weil das pädagogische Personal zu frauenlastig ist. Eine Männerquote wird bereits ernsthaft diskutiert.

Eine signifikante Ungleichheit lässt sich auch beim Abiturdurchschnitt feststellen. Im übrigen können wir uns aber auch – ganz subjektiv! – erinnern, dass die Bevorzugung von Mädchen schon in den 60er und 70er Jahren Usus war – in der Hauptschule insbesondere durch Lehrerinnen. Später dann, auf dem Gymnasium, eher durch einzelne männliche Lehrer, die offenbar ihr Wasser kaum halten konnten bei einer bestimmten Sorte von Lolita… Wird also Zeit, dass sich dieses Problems mal jemand annimmt.

KRIEG GEGEN DIE JUNGS

Bei Jungs wird Wildheit als Verhaltensstörung kritisiert, beim anderen Geschlecht als Selbstbehauptung verstärkt, so die Buchautorin Karin Jäckel und der US-Psychotherapeut Michael Gurian. Eine schleichende „Gesetzmäßigkeit, die sowohl von der Gesellschaft, als auch vom Schulsystem übernommen wurde. Aus feministischer Sichtweise auf „Erziehung“, wurde bald das Sozialverhalten von Mädchen als normweisender Maßstab übernommen.

Ausgehend von der (falschen) These, dass alles Sozialverhalten anerzogen ist, können Jungs dem Ideal des Mädchenverhaltens nicht nachkommen. Die Folge ist, dass Jungs im Schulsystem immer häufiger, aufgrund ihres nicht-normgerechten Verhaltens, beurteilt wurden und werden. Sie erhalten die härteren Strafen und werden öfter bloßgestellt.

So sitzen Jungs weitaus häufiger auf „Kontrollplätzen“ im Klassenzimmer, als ihre Mitschülerinnen und sie werden häufig dadurch gedemütigt, dass ihnen bewusst „Männeraufgaben“ entzogen werden. So beschwerte sich im Jahre 2002 eine Mutter über die Klassenlehrerin einer dritten Klasse, dass diese öfters in die Klasse kam, mit der Frage: „Ich brauche ein paar starke Mädchen, der Hausmeister braucht Hilfe“. Jungs durften nicht einmal Klassensprecher werden.

Wie viele Jungs, deren wildes Spiel bereits in der Grundschule von Frauen als aggressiv missgedeutet wurde, haben aus diesem Grund nachteilige Leistungsbeurteilungen erhalten? Wie viele haben gerade deswegen den Schritt zum Gymnasium nicht geschafft? Und wie lange dauert es, bis eine kindliche Psyche vor der permanenten Kritik an ihrem natürlichen Bewegungstrieb, kapituliert?

Vor allem das Vorurteil, Mädchen würden an der Schule durch aggressive und dominante Jungs benachteiligt, gilt trotz wissenschaftlicher Widerlegung (zuletzt durch die Pisa-Studie) noch immer. Denn das Verhältnis der Mädchen, die nach der Grundschule das Gymnasium besuchen, steigt im Vergleich zu den Jungen rapide an (Mädchen 56%, Jungen 44%). Dabei sind im Jahre 2002 51% der Grundschüler männlich. Sieht man sich das Verhälniss der Schulabbrecher an, wird es noch extremer. Das Verhältnis von Mädchen und Jungen bei den Schulabbrechern beträgt 35 zu 65 Prozent. Von männlicher Dominanz kann also keine Rede sein.

Dazu kommt, dass Frauen in den Schulgremien oft eine erdrückende Überzahl haben. So werden Beschlüsse in den Klassenkonferenzen, die immerhin über Versetzungen und Strafen entscheiden, oft mit der Mehrheit der Frauenstimmen beschossen.

Aus feministischen Kreisen wurde früher behauptet, Mädchen würden vom Schulsystem benachteiligt und bräuchten spezielle Förderung. Nachdem dieses nun nachweislich falsch ist, heißt es lapidar: Mädchen sind eben fleißiger und intelligenter. Förderung gibt es aber nach wie vor – für Mädchen.

Was läuft für die Jungen schief?

Mädchen sind in ihrer Entwicklung etwas schneller, als Jungs. Ab einem Alter von etwa sechs Jahren, haben die Jungen wieder aufgeholt beide Geschlechter sind wieder gleichauf. Dieses wird jedoch oft bestritten, da Mädchen, aufgrund ihres scheinbar sozialerem Verhaltens, doch ganz offensichtlich weiter entwickelt sind. Wieder zeigt sich, wie sehr bei solchen Diskussionen das Verhalten von Mädchen unwidersprochen normweisend auf Jungs übertragen wird.

Mädchen zeichnet im Grundschulalter ein wunderbares und mitfühlendes Wesen aus. Bei Jungen existiert jedoch das gleiche mitfühlende, sensible Wesen, es drückt sich nur anders aus. Das Raufen und wilde Spiel der Jungen wird als aggressives, patriachales Selbstbehauptungstraining interpretiert und nicht als das, was es ist: nämlich eine andere Art des Umgangs miteinander.

Damit soll nicht jede Art von Rauferei gerechtfertigt werden und dominantes Verhaltenen gegenüber Mitschülern, egal welchen Geschlechts, ist nur unter ganz seltenen und besonderen Bedingungen akzeptabel (z.B. Klassensprecher, Verantwortungsaufgaben,…). Auch Mädchen sind häufig dominant gegenüber anderen und das nicht zu selten.

Der Londoner Kinder- und Jugendpsychiater beschreibt den Unterschied zwischen Jungen und Mädchen in seiner Studie „Das fragile männliche Geschlecht“ so: „Mädchen haben ein größeres Sprachtalent, ihre Lesekompetenz liegt erheblich über der von Jungen. Dafür haben Jungen bessere räumliche und navigatorische Fähigkeiten…

Mädchen sitzen auch länger und konzentrierter an den Hausaufgaben während sich Jungen leichter von elektronischem Spielzeug wie Fernseher oder Computer ablenken lassen. Das Hauptproblem liegt aber in ihren mangelnden sprachlichen Fähigkeiten. Texterfassung ist eine Schlüsselkompetenz in westlichen Schulsystemen. Selbst mathematische Aufgaben, in denen laut PISA-Studie die Jungen leicht besser abschneiden, benötigen ein sprachliches Aufarbeiten, bevor abstraktes Denken zur Lösung führten kann. Viele Jungen scheitern an Textaufgaben, weil sie nicht richtig lesen können. Jungen brauchen eine eigene, individuelle Sprachförderung. Dabei ist die Forderung der PISA-Projektmanagerin Petra Stanat, Jungen mehr Sachtexte zu geben, zu kurz gegriffen (Focus 31/02). Erweiterung männlicher Lesekompetenz darf sich nicht nur auf eine Textgattung beziehen, sondern muss fächerübergreifend und auf spezifische Bedürfnisse der Jungen ausgerichtet sein. Möglicherweise wäre eine Trennung von Jungen und Mädchen in den Fächern Deutsch und Mathematik sinnvoll.

Ganztagsschulen

Trotzdem behauptet beispielsweise der Rektor einer süddeutschen Schule, die gerade auf Ganztagesbetrieb umstellt, man bräuchte Ruheräume für Mädchen, in denen diese sich vor den „türkischen“ Machos zurückziehen könnten. Niemand versteht so was, am wenigsten die türkischen Mädchen.

Oft zeigt sich, dass gerade Männer besonders männerfeindlich argumentieren, um in einem frauendominierten System zu gefallen. Dabei ist vielen männlichen Kollegen gar nicht bewusst, dass es so etwas wie Männerfeindlichkeit geben könnte. Im Gegenteil: Männerfeindliche Kritik gilt als modern und aufgeschlossen. Gegenteilige Auffassungen werden schnell als konservativ, frauenfeindlich oder rückständig kritisiert. Ein weiterer Schlag gegen die Jungs, die so dringend, neben den ca. 70% Lehrerinnen, männliche Verbündtete bräuchten.

Im deutschen Schulsystem arbeiten nur ca. 30% männliche Lehrkräfte. Dennoch propagieren sowohl GEW, als auch VBE eine Entmachtung von Männern, durch radikale Quotierung der Funktionsstellen (Führungs- und Organisationstellen) und Beschneidung von betrieblichen Grundrechten. Obwohl beispielsweise die Anzahl der Frauen an den Schulen erdrückend hoch ist, erhält die Frauenbeauftragte erhebliche Rechte, die Männern vorenthalten werden. So kann diese bei Personalentscheidungen mitreden, Einfluss auf Karrieren und Gehälter nehmen, Außen- und Innendarstellung der Schulen mit koordinieren und vieles mehr. Und das, obwohl in den Schulgremien (siehe oben) überwiegend Frauen sitzen, und viele Beschlüsse nach dem Mehrheitsprinzip entschieden werden; Männer also jederzeit überstimmt werden können. So bestimmt etwa die Schulkonferenz über die ausgeschriebene Stelle der Schulleitung, und die Gesamtlehrerkonferenz ist maßgebliches internes Organ der Schulorganisation- und Entwicklung (inklusive Mitsprache von Budgetverteilung). Trotz der alten Forderung, die Frauenbeauftragte in eine Gleichstellungsbeauftragte umzuwandeln, damit dann in Behörden auf den jeweiligen geschlechtspezifischen Anteil Rücksicht genommen werden könnte.

Männer werden dadurch diskriminiert, dass Ihnen das Wahlrecht der Frauenbeauftragten, die ja auch Einfluss auf Männerpersonalien hat, vorenthalten wird. Das ist vor allem an den Grundschulen und Lehrerausbildungsstätten problematisch, in denen nur vereinzelt Männer arbeiten.

Eine Forderung nach Gleichstellungsbeauftragen, also einer Anpassung der Behörden an die jeweilige geschlechtsspezifische Situation, ist bei den Gewerkschaften nicht zu finden. Im Gegenteil: Nachfragen bei den beiden Lehrergewerkschaften GEW und VBE haben erschreckende Ignoranz der Beteiligten zu Tage gebracht. In beiden Fällen wurden alle Anfragen diesbezüglich an die Frauenbeauftragten weitergeleitet. Während der VBE gar nicht antwortete, kam von der GEW eine seitenlange Belehrung darüber, wie sehr Frauen in der deutschen Gesellschaft unterdrückt seien. Und das, obwohl sich die Anfrage spezifisch auf die Situation von Männern und Jungs im Schulsystem bezog. Männer werden mit ihren spezifischen Schulalltagssituationen von den Gewerkschaften ignoriert.

Es folgten lediglich Belehrungen darüber, dass Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert seien und, aufgrund ihrer häufigen Teilzeitdeputate, weniger verdienten. Wie gesagt, Männer spielen in der Wahrnehmung der GEW keine Rolle. Immerhin stellte der VBE-Vorsitzende Rudolf Karg die Forderung auf, eine Quote für Männer an den Grundschulen einzurichten.
www.rotemaenner.de

JUNGEN WERDEN IN SCHULE UND ELTERNHAUS BENACHTEILIGT

Sabine Etzold überraschte uns in der „Zeit“ vom 25. Juli mit einem Beitrag, der in der heutigen Medienlandschaft fast schon als sensationell zu werten ist. Es ist ihm prima vista auch wenig hinzuzufügen. Darum an dieser Stelle nur mal eine zentrale Passage sowie der Link für die, die ihn komplett lesen möchten: www.zeit.de/2002/31/jungen.

Jungen werden allein aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert. Der US- Bestsellerautor William F. Pollack (Richtige Jungen), Männerforscher an der Harvard Medical School, macht eine Abwehrhaltung gegenüber Jungen in der Schule aus. „Da der Mythos, dass Jungen gefährlich sind, nach wie vor in vielen Schulen tief verwurzelt ist, nehmen Lehrer und Aufsichtspersonen ihnen gegenüber oft eine beinahe feindselige Haltung ein.

Auch der Tübinger Reinhard Winter meint, dass Jungen ein schlechtes Image haben. Als er mit seinem Kollegen Gunter Neubauer Erwachsene nach ihrem Jungenbild befragte, war das Ergebnis fatal. Sie werden als sozial und sexuell inkompetent, kommunikationsunfähig und schwach im Bewältigen von Konflikten beurteilt. Sie gelten als problematisch, ihr Verhalten erscheint aufgesetzt. Positive Eigenschaften, die einen „guten Jungen“ ausmachen, kamen dagegen kaum vor.

In der Schule schlägt sich diese Abwertung unbewusst unter anderem darin nieder, dass Jungen schlechtere Zensuren bekommen – auch wenn sie die gleiche Leistung erbringen. Das hat der Erziehungswissenschaftler Rainer H. Lehmann bei einer Untersuchung in Hamburg gezeigt: Bei dem für die Schulkarriere entscheidenden Übergang von der Grundschule zum Gymnasium werden deutlich mehr Mädchen vorgeschlagen, was „allenfalls teilweise durch ein höheres Leistungsniveau begründet werden kann“.

Über die Ursachen der versteckten Diskriminierung stellt Lehmann nur vorsichtige Vermutungen an. Es sei möglich, dass eine „schulkonformere Einstellung“ der Mädchen ihren Schulerfolg begünstigt. Im Klartext:

Sie sind im Unterricht pflegeleichter und angenehmer für die Lehrer. Nur scheinbar dazu im Widerspruch steht die Tatsache, dass Jungen von Lehrern deutlich mehr beachtet werden. Jungen erhalten in der Regel zwei Drittel der Aufmerksamkeit des Unterrichts. Sie bekommen mehr Lob und mehr Tadel, Pädagogen geben ihnen mehr Blickkontakt und Rückmeldungen als Mädchen. Bislang wurde dieses Lehrerverhalten als Benachteiligung von Mädchen ausgelegt. Aber es lässt sich auch ganz anders deuten: als eine Art Zwangsreaktion der Lehrer auf das auffällige Verhalten von Jungen. Sie reden im Unterricht öfter und länger als Mädchen, sie unterbrechen häufiger, rufen wesentlich mehr ungefragt dazwischen. Sie erzwingen Aufmerksamkeit – positiv wie negativ – und werden deshalb weniger als Leistungsträger denn als Störenfriede empfunden.

Schon wird unter Fachleuten diskutiert, ob es nicht sinnvoller sei, Jungen und Mädchen wieder getrennt zu unterrichten. Bei der Förderung von Mädchen hat sich die Strategie bereits bewährt. Jungenprojekte gibt es dagegen nur sehr wenige. So können spezielle Lesekurse für Jungen durchaus erfolgreich sein, wie William F. Pollack am Beispiel einer englischen Schule beschreibt. Warum sollen Jungen und Mädchen im Deutschunterricht je nach Entwicklungsstand und Interessen nicht einmal unterschiedliche Bücher lesen?

Ebenso nötig ist es, mehr Männer an der Bildungs- und Erziehungsarbeit zu beteiligen. Den „Quotenmann in Kindergärten und Grundschulen“ fordert die Berliner Erziehungswissenschaftlerin Renate Valtin – auch wenn niemand weiß, wo er herkommen soll. Vor allem aber wird viel davon abhängen, dass Eltern und Pädagogen nicht jede Form von Interaktion als Aggression oder gar gefährlichen Ausbruch von Gewalt interpretieren.
www.rotemaenner.de

BENACHTEILIGUNG VON JUNGEN IN DER SCHULE ALLMÄHLICH WAHRGENOMMEN

Was ich 2001 in einem Kapitel meines Buches „Sind Frauen bessere Menschen?“ umrissen habe und seit einigen Jahren vor allem von den Männerrechtlern von Manndat zum Thema gemacht wird, ist dem „Fränkischen Tag “ zufolge „noch nicht so recht ins öffentliche Bewusstsein gedrungen“: die auffallende Benachteiligung von Jungen in unserem Schulsystem. Mädchen besuchen in größerer Zahl höhere Schulen wie Gymnasien, wo sie bessere Noten schreiben, Jungen hingegen stellen die Mehrheit in Haupt- und Sonderschulen. Während vor Jahren noch Frauenpolitikerinnen wie die ehemalige Ministerin Bergmann in Talkshows trendgemäß von einer natürlichen Überlegenheit des weiblichen Geschlechts krakeelten (Mädchen seien einfach von Natur aus fleißiger, hätten einen größeren Hirnbalken und dergleichen mehr), geht man heute etwas rationaler an die Sache heran, sucht nach Ursachen im Schulsystem und überlegt, wie man die zu kurz gekommenen Jungen fördern könne.

Als mögliche Gründe für die deutliche Ungleichheit zwischen den Geschlechtern wird unter anderem ein „weibliches“ Schulsystem gesehen, also eines, das sehr stark von Frauen geprägt und auf Charakter, Neigungen und Bedürfnisse von Mädchen ausgerichtet ist. (Darüber schreibt z. B. Karin Jäckel seit fast einem Jahrzehnt.)

Das Problem verstärkt sich dadurch dass sich die Diskriminierung im Bereich Schule auf die gesamte Gesellschaft ausdehnen könnte, da es für niedrig qualifizierte männliche Jugendliche kaum noch Arbeitsplätze gebe. Das Endresultat einer jahrzehntelang betriebenen einseitigen Förderung allein des weiblichen Geschlechts im Erziehungswesen könnte also eine Welt sein, die aus Scharen arbeitsloser Männer und vielen hochqualifizierten Frauen in Top-Jobs besteht. Was dann die Genderfaschisten wieder als Beleg für die Überlegenheit des weiblichen Geschlechts verwenden könnten …
Genderama – Weblog von Arne Hoffmann

GEW-Heft 9/2004:

Je höher der Anteil der Grundschullehrerinnen in einem Bundesland ist, um so größer seien die Nachteile für Jungen. In Brandenburg sind 93,3 Prozent der Grundschullehrerinnen weiblich, Jungen schneiden um 19,3 Prozent schlechter ab als Mädchen. In Baden-Württemberg sind 66,7 Prozent der Grundschullehrer weiblich, hier beträgt das Leistungsdefizit 7,2 Prozent.

Jungen werden in Deutsch und Sachkunde benachteiligt

Dortmund – Jungen erhalten in der vierten Klasse bei gleicher Leistung in Deutsch und Sachkunde oft schlechtere Noten als die Mädchen. Dies geht aus dem in Dortmund vorgestellten dritten Band der internationalen IGLU-Studie zum Leseverständnis von Viertklässlern hervor. Jungen würden leicht benachteiligt, hieß es. Grund sei möglicherweise ein größeres Wohlverhalten oder mehr Fleiß der Mädchen.
http://portale.web.de/Finanzen/Beruf_Bildung/msg/5995950/

Iglu-Studie: Brave Mädchen, benachteiligte Jungs

Jungen in der vierten Grundschulklasse erhalten bei gleicher Leistung in Deutsch und Sachkunde oft schlechtere Noten als Mädchen. Grund dafür ist nach der neuen Iglu-Studie, dass die Mädchen von Lehrern für ihr Wohlverhalten belohnt werden.

Zu frech für gute Noten: Jungen in der Grundschule

Dies geht aus dem am Montag in Dortmund vorgestellten dritten Band der „Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung“ (Iglu) zum Leseverständnis von Viertklässlern hervor. „Jungen werden leicht benachteiligt“, sagte der wissenschaftliche Leiter der Iglu-Studie für Deutschland, Prof. Wilfried Bos. Ursache für die besseren Noten der Mädchen sei möglicherweise deren Wohlverhalten.

Mädchen seien zudem zufriedener mit ihrer Schule. So hätten 45 Prozent der 3800 befragten Schülerinnen angegeben, dass sie sehr gern in der Schule seien. Bei den 3800 Jungen waren es nur 32 Prozent. Deutliche Unterschiede gibt es auch beim Lesen in der Freizeit: „Mädchen beschäftigten sich signifikant mehr mit Lesen und Literatur als Jungen.“

Langweilige Texte

Jungen lasen zudem deutlich lieber als Mädchen Comics, Gebrauchsanleitungen oder Untertitel auf dem Fernseher. Mädchen bevorzugen dagegen Geschichten, Erklärbücher oder Zeitschriften. Zeitungen lesen Jungen und Mädchen gleich häufig. Bos äußerte sich kritisch zur Auswahl der Literatur im Deutschunterricht: „Vielleicht werden zu viel Texte gelesen, die nicht den Interessen von zehnjährigen Jungen entsprechen.“

Die deutschen Grundschullehrer sind der Studie zufolge mit ihrer Arbeit vergleichsweise zufrieden. Zwei Drittel der Schulleitungen berichteten von einem zufriedenen Lehrerkollegium. Noch zufriedener waren demnach nur die Grundschullehrer in Griechenland, Schweden und den Niederlanden. Allerdings werde in deutschen Kollegien im internationalen Vergleich relativ wenig zusammengearbeitet. „Kooperation ist das A und O für guten Unterricht. Da wird sich noch einiges ändern müssen“, meinte Bos, der in Dortmund das Institut für Schulentwicklungsforschung leitet.

„Auf Augenhöhe“

Beim Iglu-Nationen-Ranking, das bereits 2003 veröffentlicht worden war, hatte Deutschland bei der Lesekompetenz den elften Platz belegt. Deutsche Grundschüler seien damit „durchaus auf Augenhöhe mit Kindern aus anderen europäischen Ländern“, sagte Bos. An der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung hatten Viertklässler aus 35 Staaten teilgenommen.

Eine zweite Iglu-Studie soll im kommenden Jahr in rund 45 Staaten starten, darunter auch erneut in Deutschland. Dabei sollen im April und Mai an 400 Schulen in allen Bundesländern etwa 8000 bis 9000 Schüler getestet werden. Mit ersten Ergebnissen rechnet Bos frühestens für Ende 2007.
ftd.de, 07.11.2005
© 2005 Financial Times Deutschland, © Illustration: AP
http://www.ftd.de/pw/de/29452.html

Montag, 7. Mai 2007:

Österreichische Studie bestätigt: Jungen in Schule benachteiligt

Der ORF meldet:

Buben bekommen bei gleicher Schulleistung oft schlechtere Noten als Mädchen. Das hat der Salzburger Erziehungswissenschaftler Ferdinand Eder in einer aktuellen Untersuchung festgestellt.

Als mögliche Gründe sieht Eder eine versteckte „Rache“ für schlechtes Benehmen der sozial weniger anpassungsfähigen Jungen sowie dass das Erziehungswesen mittlerweile von Frauen dominiert wird. Eders Einsichten schließen an Erkenntnisse an, die schon seit einigen Jahren in der Forschung zu diesem Thema vorliegen.
http://genderama.blogspot.com

21. Dezember 2007 – SCHUL-UNTERSUCHUNG

Jungen werden bei den Noten benachteiligt

In der Schule sind Mädchen besser und Jungen das schwache Geschlecht. Wirklich? Ein Bericht des Bundesbildungsministeriums zeigt, dass Jungen bei gleicher Leistung oft schlechtere Noten erhalten – und damit auch für unangepassteres Verhalten bestraft werden.

Jungen bekommen in der Schule schlechtere Noten als Mädchen, auch wenn sie den gleichen Wissensstand haben. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht des Bundesbildungsministeriums, für den verschiedene Studien ausgewertet wurden.

In Deutsch, Mathematik und Sachkunde erhielten Mädchen bei gleichen Leistungen bessere Noten als Jungen, heißt es nach Informationen des SPIEGEL in dem Bericht. Das liege möglicherweise auch daran, dass das sozial zumeist angepasstere Verhalten der Mädchen in die Note einfließe. Insgesamt schneiden männliche Schüler den Experten zufolge deutlich schlechter ab als weibliche. So betrage der Jungenanteil an den Hauptschulen 56 Prozent, an den Gymnasien aber nur 46 Prozent.

Um dies zu ändern, schlagen die Autoren die „Umgestaltung des schulischen Alltags nach geeschlechtergerechten Gesichtspunkten“ vor. Wie die Schulen konkret auf die Bedürfnisse von Jungen eingehen könnten, lassen sie aber offen. „Ungeklärt ist, wie ein an Jungeninteressen orientierter Unterricht aussehen könnte, ohne die Interessen von Mädchen zu vernachlässigen“, heißt es.
www.spiegel.de

MANNdat e. V. – geschlechterpolitische Initiative

Was wir wollen

Stand: Februar 2008

16. Jungen weisen schlechtere Schulleistungen auf und stellen auf Haupt- und Sonderschulen die Mehrheit, auf Gymnasien die Minderheit der Schüler (www.bmfsfj.de). Als eine der Ursachen gilt der geringe Männeranteil bei erzieherischen und Lernberufen. Bekannt ist auch, dass Jungen sich im Bereich Motorik und Sprachkompetenz langsamer als Mädchen entwickeln, was ihre Chancen schon bei der Einschulung verschlechtert.

Jungen bekommen in der Schule jedoch auch dann schlechtere Noten als Mädchen, wenn sie den gleichen Wissensstand haben. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht des Bundesbildungsministeriums, für den verschiedene Studien ausgewertet wurden. (www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,524828,00.html).)

Wir fordern eine verstärkte Männerförderung in den pädagogischen Berufen, damit Jungen in Kindergarten und Schule mehr männliche Bezugspersonen haben. Außerdem bedarf es einer deutlich stärkeren Berücksichtigung der Eigenarten von Jungen in Unterricht und Erziehung. Im Vorschul- und Grundschulbereich bedarf es der gezielten Jungenförderung in Sprachentwicklung und Motorik.

17. Jungen weisen laut PISA-Studie eklatante Defizite in der Lesekompetenz auf; weit höher als die Defizite der Mädchen in den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaften (http://pisa.ipn.uni-kiel.de/Kurzfassung_PISA_2003.pdf). Trotzdem werden vor allem Initiativen in Richtung mädchenorientiertes Lernen für Mathematik/Naturwissenschaften gestartet (z.B. „SINUS“). Ein eigenes Kompetenzzentrum soll die Integration von Mädchen und Frauen in naturwissenschaftliche Bereiche forcieren. Etwas Ähnliches für die Probleme der Jungs gibt es nicht einmal ansatzweise, wäre aber überaus notwendig. Wir fordern eine gezielte jungenspezifische Förderung im Bereich Lesekompetenz. Gleichstellungsstellen und Jugendeinrichtungen müssen neben der Mädchenförderung auch zu einer gezielten Jungenförderung verpflichtet werden.

20. Während viele Initiativen gegen Beschneidungen und Genitalverstümmelungen bei Frauen kämpfen, werden männliche Opfer dieses brutalen Ritus außer acht gelassen. Tatsächlich findet die rituelle Beschneidung von Jungen überall dort statt, wo auch Mädchen beschnitten werden. In Ländern der Dritten Welt werden solche Verstümmelungen auch um nichts weniger brutal vorgenommen als bei Mädchen, und die entstandenen Schädigungen sind gleichermaßen ernstzunehmen. Die männlichen Opfer dieses brutalen und überflüssigen Brauchs sind nicht weniger wert als die weiblichen.

21. Die Rechte der Väter sind ausgesprochen lückenhaft. Schon in Artikel 6, Abs. 4 Grundgesetz wird die Diskriminierung der Vater-Kind-Beziehung festgeschrieben: ausschließlich Mutter und Kind stehen unter besonderem Schutz des Staates, Vater und Kind nicht. Diese verfassungsmäßig festgeschriebene Benachteiligung führt zur Sorge- und Umgangsrechtsdiskriminierung von Vätern im Trennungs- bzw. Scheidungsfall. So müssen viele Väter für ihre Kinder zwar Unterhalt zahlen, die Mütter können aber praktisch ungestraft den Kontakt zwischen Vater und Kindern sabotieren. Wir fordern: Müttern, die dem Vater hartnäckig und entgegen gerichtlich festgelegten Regelungen den Kontakt zum Kind verwehren, muss umgehend das Sorgerecht entzogen werden. Ziel sollte es sein, das Sorge- und Umgangsrecht grundsätzlich beiden Eltern zu erteilen, gleichgültig ob sie verheiratet, geschieden oder getrennt leben. Die gemeinsame Verantwortungsgemeinschaft für das gezeugte Leben darf nicht einseitig zerstört werden.

22. In diesem Zusammenhang ist auch der Paragraph 1626a aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch zu streichen. Er stellt eine Benachteiligung nichtehelicher Väter dar, indem er ihnen das Sorgerecht für ihre Kinder nur dann zugesteht, wenn die Mutter damit einverstanden ist. Auch gerichtlich können diese Männer eine Übertragung des Sorgerechts nicht durchsetzen. Insofern sind sie nur Väter von Mutters Gnaden und können bei Konflikten leicht ausgegrenzt werden. Unterhalt für das Kind zahlen müssen sie allerdings davon unabhängig und im vollen Umfang, was die Angelegenheit besonders grotesk macht. Unsere Forderung: Mit Anerkennung der Vaterschaft soll das gemeinsame Sorgerecht gelten, solange keine Kindeswohlgefährdung nach § 1666a BGB vorliegt.
http://www.manndat.de/index.php?id=37

Buchtipp: Arne Hoffmann, Rettet unsere Söhne. Wie den Jungs die Zukunft verbaut wird und was wir dagegen tun können. Mit 10-Punkte-Sofortprogramm

Themenverwandte Blogbeiträge:

https://detlefnolde.wordpress.com/2013/01/20/frauen-bei-einkommen-nicht-diskriminiert/

https://detlefnolde.wordpress.com/2009/03/04/feminismus-maennerdiskriminierung/

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7 Gedanken zu “Jungenbenachteiligung in der Schule

  1. Hier lesen wir u. a.:

    Amoklauf von Winnenden als Folge der Benachteiligung von Jungen

    Der Präsident der Freien Universität Berlin, Dieter Lenzen, hat eine massive Benachteiligung von Jungen im deutschen Bildungssystem als eine der möglichen Ursachen des Amoklaufs von Winnenden bezeichnet. «An den Auswüchsen sieht man, was an Problemen im System entstehen können», sagte der Vorsitzende des Aktionsrats Bildung am Donnerstag in München. Jungen seien die Verlierer im deutschen Bildungssystem. Es sei bemerkenswert, dass die meisten Opfer von Tim K. Mädchen und Lehrerinnen seien und dass die meisten Amokläufer Jungen seien.

    «Das Bildungssystem schafft es nicht, Jungen in den Zustand psychischer Ausgeglichenheit zu versetzen, der solche Taten ausschließt», kritisierte der Professor bei der Vorstellung einer Studie «Geschlechterdifferenz im Bildungssystem».

    • Stimm schon, Schule sollte allen gefallen – tut sie aber nicht! Die meisten Jungs HASSEN die Schule (bzw. hätten nichts dagegen nicht hingehen zu müssen!), während die meisten Mädchen die Schule (die ja auch eher an sie angepasst ist als an uns Jungs!) lieben!

      Mein eigener Schulhass begann weil ich gemobbt wurde (5 Schuljahre lang!) und es den Lehrern egal war (ich meine es fällt doch auf wenn ein Schüler nach dem ansehen eines Films über und über mit Spitballs bedeckt ist, oder?)…schöne tolle katholische Privatschule (das hat übrigens auch meinem Glauben den Rest gegeben, ohne wäre ich nicht so schnell dazu übergegangen mich als Atheisten zu sehen!)…dazu kam die Ungleichbehandlung und irgendwann habe ich aus Frust dann aufgegeben (hatte in der 9ten dann 4 mal die Note 5 im Zeugnis und das obwohl ich kein Idiot bin!)…den Lehrern war es echt egal, das man mir Hilfe angeboten hätte (vor allem da bekannt war das ich ADHS habe, d.h. mich nicht extrem leicht tue beim Lernen – außer ich nehme Ritalin!) bzw. mit mir anstelle von gegen mich gearbeitet hätte? Nope, nö – ist doch gut wenn ein Schüler weniger da ist, auch wenn derjenige den Unterricht nicht stört und versucht mitzuarbeiten! Richtig?!?

      (Sollte meine ehemalige Schule mal brennen so werde ich sicher NICHT die Feuerwehr rufen…im Gegenteil: Dann hole ich mir Würstchen und was zu trinken und genieße es!)

  2. Professor Gerhard Amendt spricht in einem aktuellen Artikel für die „Welt“ mal wieder Klartext. Ein Auszug:

    Unterdrückte junge Männer / Die Schulkultur wertet Jungen ab – und macht sie zu Verlierern

    Haben wir möglicherweise ein Schulsystem und eine Lehrerausbildung, in der die Abwertung der Jungen zum guten Ton selbst universitärer Seminare gehört? Haben wir eine Hasskultur, die sich nicht nur gegen Männer, sondern mittlerweile ebenso gegen Jungen richtet? Eine, die tonangebende Lehrerinnen vorgeben und zu der das Kollegium schweigt. Die Ermordeten sind mehrheitlich Mädchen gewesen. Wenn das gesagt wird, dann hört es sich nach der Vereinnahmung des Entsetzlichen in die gefühlsverrohte Mentalität an, die nur Frauen als Opfer erfreut verzeichnet. Nicht weil man um sie trauert, sondern weil ihre Ermordung eine Ideologie der allumfassenden Männergewalt zu bestätigen scheint.


    Amoklauf von Winnenden II.: Das lauernde Böse – Über das verschwiegene Leiden der jungen Männer: http://ef-magazin.de

  3. Wie viele flogen deshalb (wie ich!) vom Gymnasium und durften sich dann, gegen den Widerstand weiblicher Lehrkräfte (ich hatte an der FOS eine Frau die hat mich gehasst und das wirkte sich auf meine Noten aus (ich habe mein Abschlussjahr dann widerholt – und oh Wunder, ich hatte die Dame in einem anderen Fach und war dann auf einmal dort 2 Notenstufen schlechter (von einer schlechten 2 zu einer schlechten 4, die ich dann auch nur mit Mühe und Not halten konnte indem ich bei der Frau mein Fachreferat (das 1/3 der Jahresnote ausmacht!) gehalten habe, welches sie dann mit einer schlechten 3 bewertete (bei jedem anderen Lehrer wäre das locker eine 2, eher sogar eine 1- gewesen!))), entweder einen Realschulabschluss oder (mit Glück) ein Fach-Abitur erkämpfen? Dinge die man Mädchen nach schmeißt!

    Nicht umsonst trauern Mädchen der Schulzeit hinterher (bzw. auch der Zeit an der Uni oder FH), während Männer das Berufsleben indem – meist – noch echte Leistung, die Bereitschaft zu Überstunden, zum Einsatz im Ausland (wodurch es einem fast unmöglich ist Kinder zu haben – ok: Ich will keine, aber ich bin ja auch eher die Ausnahme als die Regel!), zum Ständigen Reisen und Umziehen etc. zählt und nicht welches Geschlecht man hat bzw. welche Genitalien!

    • …das Berufsleben lieben…

      (Ein Wort zu unterschlagen ist nicht Hilfreich! Deshalb diese Antwort als Ergänzung zum obigen Kommentar sehen, danke!)

    • Hallo LEX,

      Danke für Deine interessanten Beiträge in denen Du aus eigenem Erleben darstellst, wie die Schulen nicht nur durch ihre überflüssigen resp. unsinnigen Lehrinhalte sondern nicht zuletzt beinahe gänzlich weiblichen (meist überforderten und gegen Jungen eingestellten) Angestellten keine guten Erinnerungen hervorrufen.

      Zumindest was höhere Klassenstufen und erst recht -Schulen betrifft, plädiere ich für die Abschaffung der Koedukation d.h. die Wiedereinführung der getrennten Unterrichtung von Jungen und Mädchen und eine beinahe in Gänze Ersetzung der weiblichen durch männliche Lehrkräfte.

      Grüße

      Detlef

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