Über die enge Zusammenarbeit der Nazis mit den Zionisten

Am 26. März 1933 fand eine Zusammenarbeitsbesprechung statt, wobei auf Nazi-Seite Hermann Göring und auf der zionistischen Kurt Blumenfeld als Sprecher auftraten. Am 15. Mai 1935 schrieb dann auch das Blatt der SS, „Das schwarze Korps“ auf der ersten Seite:

Die Zeit dürfte nicht allzu fern sein, in der Palästina seine seit über einem Jahrtausend verlorenen Söhne wieder aufnehmen kann. Unsere Wünsche, verbunden mit staatlichen Wohlwollen, begleiten sie.

Und: Am 18. Januar 1941 wurde der Botschaft des Deutschen Reiches in der Türkei ein am 11. Januar ausgefertigtes Dokument zugestellt, unterzeichnet von der zionistischen Untergrundorganisation in Palästina, der Irgun Zwei Leumi, in dem es unter anderem heißt:

Der N.M.O. (Irgun Zwei Leumi), der die wohlwollende Einstellung der deutschen Reichsregierung und ihrer Behörden zu der zionistischen Tätigkeit innerhalb Deutschlands bekannt ist, ist der Ansicht, daß eine Kooperation zwischen dem Neuen Deutschland und einem erneuerten, völkisch-nationalen Hebräertum möglich wäre …

Das Dokument lief weiters auf den Vorschlag hinaus, daß das Deutsche Reich die Ausbildung und Bewaffnung der Zionisten übernehmen solle, verbunden mit dem Angebot, auf deutscher Seite am Krieg gegen England teilzunehmen. Der Sprecher dieses Angebotes hieß Yitschak Yzertinsky, ein maßgeblicher Führer der N.M.O., dessen wirklicher Name Ytshak Shamir lautete. Bereits vor dieser Dokumentsübergabe wurde von Shamir ein Bündnisangebot Ende 1940 dem deutschen Botschafter Otto von Hentig in deutscher Sprache in Ankara übergeben.

Nach der Nazi-Machtergreifung hatte es also eine anhaltende Fühlungnahme zwischen Nazi-Stellen und den Zionisten gegeben. Man befaßte sich dabei in erster Linie mit der Schaffung einer „jüdischen Heimstätte“ in Palästina, die von den Engländern schon durch die Balfour-Deklaration lange versprochen, aber nie erfüllt wurde. Es hatte dabei den Anschein, als könnten beide, ideologisch verwandte Teile, zu einer Gemeinsamkeit kommen.

Während das Fußvolk einander ablehnend gegenüberstand, sahen die Führer beider Bewegungen in aller Klarheit die sie verbindenden Zielsetzungen. Beide lehnten sie die Assimilation, das Aufgehen des Judentums in anderen Völkern ab, beide betrieben dessen Ausgrenzung als Vorstufe einer umfassenden Auswanderung. Nur so ist es zu verstehen, daß der Vorsitzende des „Verbandes deutscher Rabbiner“ und der Loge „B`nai B`rith, der Rabbiner Dr. Leo Baeck, Anfang 1933 in Berlin erklärte, daß die Ziele des Judentums mit denen des Nationalsozialismus identisch seien.

„Zu den bedrückendsten Episoden in der historischen Verstrickung zwischen Deutschen und Juden“, schreibt das Blatt „Die Welt“ am 5. September 1977, „gehört das Bündnis auf Zeit, das Heydrichs SD mit Aktivisten des jüdischen Zionismus pflegte. Klammer war ein gemeinsames Ziel: Die Juden sollten aus Deutschland heraus und in Palästina angesiedelt werden. Gemeinsame Gegner waren die englischen Behörden in Palästina.“

Beide Seiten arbeiteten dabei Hand in Hand. So wurden junge Juden mit Unterstützung des „Dritten Reiches“ auf landwirtschaftlichen und handwerklichen Umschulungslehrgängen in Waidhofen an der Ybbs, in Altenfelden in Oberösterreich, in Rüdnitz bei Berlin und in Schwiebichen/Schlesien auf ihr neues Leben in Palästina vorbereitet.

Zur gleichen Zeit wies die bayerische Polizei ihre Organe an, „die Tätigkeit der zionistisch eingestellten Jugendorganisationen“ liege, „im Interesse der Staatsführung“. Deshalb seien staatspolizeilich Mitglieder der zionistischen Verbände „nicht mit derjenigen Strenge zu behandeln, wie sie gegenüber den Angehörigen der deutsch-jüdischen Organisationen notwendig ist.“

Der sowjetische Historiker Prof. Dr. Grigori Bondarewski schrieb 1985 in „Verbrecherische Allianz zwischen Zionismus und Nazismus“:

1934 war der Chef der jüdischen Abteilung des SS-Sicherheitsdienstes, Baron von Mildenstein, Gast zionistischer Organisationen in Palästina. Im September/Oktober 1934 erschien in dem von Goebbels herausgegebenen Organ „Der Angriff“ eine 12teilige Beitragsfolge von Mildenstein, in der das Kolonisationsunternehmen der Zionisten gepriesen wurde. Zum Andenken an den Aufenthalt des Chefs der jüdischen SS-Abteilung in Palästina ließ Goebbels eine Medaillie anfertigen, die auf der einen Seite das Hakenkreuz, auf der anderen Seite den Davidstern zeigte [Anm. Nolde: siehe obige Abbildung].

Viele der assimilierten Juden und derjenigen, die gar keine mehr waren, jedoch von den zionistischen und nationalsozialistischen Blutsideologen als solche klassifiziert wurden weil sie jüdische Vorfahren hatten, hat man verfolgt und hingemordet, Organisationen wie der „Reichsbund jüdischer Frontsoldaten/RjF“ 1938 aufgelöst. Kein Wunder, war dieser doch den Zionisten alles andere als wohlgesonnen und formulierte in einer Erklärung:

Der RJF sieht die Grundlage seiner Arbeit in einem rest­losen Bekenntnis zur deutschen Heimat. Er hat kein Ziel und kein Streben außerhalb dieser deutschen Heimat und wendet sich aufs schärfste gegen jede Bestrebung, die uns deutsche Juden zu dieser deutschen Heimat in eine Fremd­stellung bringen will.

In der BRD hat sich diese unselige Verbandelung mit dem Zionismus nahtlos fortgesetzt, teilweise unter Zuhilfenahme alter Nazi-Kader und deren Strukturen. Dabei haben die Zionisten versucht, die in Deutschland verbliebenen oder später zugewanderten Juden als „fünfte Kolonne“ für „Israel“ nutzbar zu machen. Michael Opperskalski (“Mossad – Israels Geheimagenten und Auftragskiller”) zitiert hierzu aus einer von der CIA in den 70er Jahren erstellten Studie:

Bei der Rekrutierung von Agenten und beim Beschaffen allgemeiner Informationen ist der israelische Geheimdienst stark abhängig von den verschiedenen jüdischen Gemeinden und Organisationen im Ausland.

Vor dem erwähnten geschichtlichen Hintergrund ist es nicht verwunderlich, daß sich auch heutige Nazis offen zu ihrer Sympatie zu „Israel“ bekennen, etwa die „Nationalen Sozialisten für Israel“, die auf ihren Propagandamaterial z.B. mit SS-Führer Reinhard Heydrich werben der erklärte: „Als Nationalsozialist bin ich Zionist“.

Wann bricht Deutschland, das deutsche Volk, diesen unseligen Pakt mit dem Zionismus? Landraub, Vertreibung, Völkermord, Herrenmenschen- und Weltherrschaftswahn gehören überall geächtet, von wem auch immer derlei auch ausgehen möge.

Quellen, lesenswerte Schriften und Texte:

Wolfgang Eggert, Israels Geheimvatikan, – insbesondere Teil III -, siehe auch hier und dort

Lenni Brenner: Zionismus und Faschismus. Über die unheimliche Zusammenarbeit von Faschisten und Zionisten, Kai Homilius Verlag

Said Dudin: Bankiers, Nazis, Zionisten – Geheime Reichssache. 1933 – 8. Mai 1945. Edition Zeitgeschichte, Band 26, Kai Homilius Verlag

Burchhard Brentjes: Geheimoperation Nahost, Zur Vorgeschichte der Zusammenarbeit von Mossad und BND, Verlag Das Neue Berlin

Polkehn, Klaus: Der Zionismus im Komplott mit dem Nationalsozialismus, Klartexte 9, Freiburg 1987

Norman G. Finkelstein: Die Holocaust-Industrie – Wie das Leiden der Juden ausgebeutet wird

David Korn: Das Netz – Israels Lobby in Deutschland

Themenverwandt:
https://detlefnolde.wordpress.com/2010/11/03/nazi-judenverfolgung/

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8 Gedanken zu “Über die enge Zusammenarbeit der Nazis mit den Zionisten

  1. Die Zionistische Vereinigung für Deutschland richtet am 21. Juni 1933 an die NSDAP eine Denkschrift, in der insbesondere erklärt wird:

    „Mit der Gründung des neuen Staates, der das Rassenprinzip verkündet hat, wünschen wir unsere Gemeinde an diese neuen Strukturen anzupassen. ( … ) Unsere Anerkenntnis einer jüdischen Nationalität erlaubt uns, eindeutige und ehrliche Beziehungen zum deutschen Volk in seiner nationalen und rassischen Wirklichkeit herzustellen. Eben weil wir die fundamentalen Prinzipien nicht unterschätzen wollen, weil auch wir gegen Mischehen und für die Reinheit der jüdischen Gemeinde sind. ( … ) Die sich ihrer Identität bewußten Juden, in deren Namen wir sprechen, können ihren Platz in der deutschen Gesellschaft einnehmen, denn sie sind von dem Gefühl, das die assimilierten Juden empfinden müssen, befreit; (…) wir glauben an die Möglichkeit loyaler Beziehungen zwischen den ihrer Gruppenzugehörigkeit bewußten Juden und dem deutschen Staat. Um seiner praktischen Ziele willen hofft der Zionismus in der Lage zu sein, selbst mit einer den Juden fundamental feindlich gesonnenen Regierung zusammenarbeiten zu können. ( … ) Die Verwirklichung des Zionismus wird nur von den Ressentiments der im Ausland lebenden Juden gegenüber der heutigen deutschen Ausrichtung gestört. Die derzeit gegen Deutschland geführte Boykottpropaganda ist ihrem Wesen nach unzionistisch.“ Quelle: Lucy Dawidowicz, A Holocaust Reader, S. 155

    In der Denkschrift hieß es weiter:

    „Im Falle, daß die Deutschen diese Kooperation akzeptieren, würden die Zionisten sich dafür einsetzen, die Juden im Ausland davon abzuhalten, zum antideutschen Boykott aufzurufen.“ Quelle: Lucy Dawidowicz, The war against Jews (1933-194) (dt. Der Krieg gegen die Juden 1933-1945 München 1979), Penguin Books 1977, S. 231-232

    Die hitler’sche Führung nahm die Orientierung der zionistischen Führer, die, mit ihrer einzigen Sorge, ihren Staat in Palästina aufzubauen, ihrem Wunsch, die Juden loszuwerden, entgegenkamen, günstig auf. Der maßgebliche Theoretiker der Nazis, Alfred Rosenberg, schrieb:

    „Der Zionismus muß tatkräftig unterstützt werden, um jährlich eine zu bestimmende Zahl deutscher Juden nach Palästina oder überhaupt über die Grenze zu befördern.“ Quelle: Alfred Rosenberg: Die Spur des Juden im Wandel der Zeit, München 1937, S. 153 (rückübersetzt, d.Ü.)

    Reinhard Heydrich, der spätere „Protektor“ in Böhmen und Mähren, schrieb 1935, als er Chef des SD war, im offiziellen Organ der SS, Das schwarze Korps, einen Artikel über den „sichtbaren Gegner“, in dem er Unterscheidungen hinsichtlich der Juden anstellte:

    „Wir müssen zwei Kategorien von Juden auseinanderhalten: die Zionisten und die Anhänger der Assimilierung. Die Zionisten vertreten eine streng rassische Konzeption und helfen, durch Auswanderung nach Palästina, beim Aufbau ihres eigenen jüdischen Staates. (…) Unsere Wünsche, verbunden mit staatlichem Wohlwollen, begleiten sie.“ Quelle: Heinz Höhne: Order of the Death’s Head, S. 333 (dt.: Der Orden unter dem Totenkopf, München 1972)

    „Der deutsche Betar erhielt einen neuen Namen: Herzlia. Die Aktivitäten der Bewegung in Deutschland mußten natürlich die Zustimmung der Gestapo haben; tatsächlich arbeitete Herzlia unter dem Schutz durch letztere. Eines Tages griff eine Gruppe SS ein Sommerlager des Betars an. Der Chef des Betar beschwerte sich bei der Gestapo und einige Tage später vermeldete die Gestapo, daß die betreffenden SS-Leute bestraft worden seien. Die Gestapo fragte den Betar, welche Entschädigung ihr dafür angemessen erscheine. Daraufhin bat der Betar, daß das jüngste, für den Betar geltende Verbot, Braunhemden tragen zu dürfen, aufgehoben würde. Dem Ersuchen wurde stattgegeben.“ Quelle: Ben-Yeruham, Le livre de Bétar, Bd. 2, S. 350

    In einem Rundschreiben der Wilhelmstraße heißt es:

    „Die Ziele, die sich diese Kategorie von Juden, die gegen die Assimilierung und für eine Sammlung ihrer Glaubensbrüder in einer nationalen Heimstatt sind, an deren erster Stelle die Zionisten stehen, gestellt hat, sind diejenigen, die denen am nächsten kommen, die die deutsche Politik hinsichtlich der Juden verfolgt.“ Quelle: Rundschreiben von Bülow-Schwante an alle diplomatischen Vertretungen des Reichs

    Der Zionismus stand also nicht in Widerspruch zum Programm der NSDAP, deren Ziel es war, die Juden nach und nach zur Ausreise aus Deutschland zu bewegen.

    Diese die vorhergehenden Maßnahmen bestätigende Direktive ist auf den Buchstaben genau befolgt worden. Aufgrund dieses privilegierten Status des Zionismus in Nazideutschland richtete die Gestapo in Bayern am 28. Januar 1938 folgendes Rundschreiben an die Dienststellen der Polizei:

    „Die Mitglieder der zionistischen Organisation sollen, da sie sich für die Auswanderung nach Palästina einsetzen, nicht mit der gleichen Strenge behandelt werden, wie sie für die Mitglieder der deutschen jüdischen Organisationen (Assimilierungsbefürwortern) notwendig ist.“ Quelle: Kurt Großmann, Sionistes et non-sionistes sous la loi nazie dans les années 30,Yearbook, Bd. 6, S. 310

    Im Gegenzug zu ihrer offiziellen Anerkennung als einziger Repräsentantin der jüdischen Gemeinde bot die zionistische Führung die Aufhebung des Boykotts an, den alle Antifaschisten auf der Welt gerade zu verwirklichen suchten. Noch im Jahre 1933 begann die wirtschaftliche Zusammenarbeit: Zwei Gesellschaften wurden gegründet: die „Haavara“ in Tel Aviv, und die „Paltreu“ in Berlin.

    Die Operation verlief folgendermaßen: Ein Jude, der auswandern wollte, hinterlegte bei der Wassermann-Bank in Berlin oder bei der Warburg-Bank in Hamburg einen Betrag von mindestens 1000 britischen Pfund. Mit diesem Betrag konnten die jüdischen Exporteure deutsche Waren mit der Zielbestimmung Palästina kaufen und zahlten den entsprechenden Wert in palästinensischen Pfund auf das Konto der Haavara bei der Anglo-Palästinensischen Bank in Tel Aviv. Wenn der Emigrant in Palästina ankam, erhielt er das Äquivalent des entsprechenden Betrages, den er in Deutschland eingezahlt hatte.

    Mehrere spätere Premierminister Israels beteiligten sich am Unternehmen Haavara, insbesondere Ben Gurion, Mosche Scharret (der sich damals Mosche Schertok nannte), Golda Meir, die es von New York aus unterstützte und Levi Eschkol, der Repräsentant der Haavara in Berlin war. Quelle: „Ben Gurion et Shertok“, in: L’accord de la „Haavara“, S. 294; hier zitiert nach Tom Segev, aaO S. 30 und 595

    Von der Operation hatten beide Seiten einen Nutzen: Den Nazis gelang es auf diese Weise, die Blockade zu brechen (die Zionisten haben sogar deutsche Waren in England verkaufen können); und die Zionisten konnten nach ihren Vorstellungen eine „selektive“ Einwanderung verwirklichen: Nur die Millionäre konnten nach Palästina einwandern (deren Kapital die Entwicklung der zionistischen Kolonien in Palästina ermöglichte).

    Entsprechend den Zielen des Zionismus war es wichtiger, jüdisches Kapital aus Nazideutschland zu retten als das Leben von verelendeten, arbeitslosen oder kriegsuntauglichen Juden, die der zionistischen Unternehmung zur Last gefallen wären.

    Diese Politik der Kollaboration dauerte bis ins Jahr 1941 (d.h. nach Hitlers Machtübernahme noch acht Jahre). Eichmann und Reszö (Rudolf) Kastner, Vizepräsident der zionistischen Organisation, gingen eine enge Verbindung ein. Der Eichmann-Prozeß deckte, jedenfalls zum Teil, die Mechanismen dieses sträflichen Einvernehmens auf: eines „Handels“ zwischen zionistischen Juden, die für den Aufbau des Judenstaates „nützlich“ waren (Wohlhabende, Techniker, junge Männer für die Armee usw.) und einer Masse von weniger privilegierter Juden, die den Häschern Hitlers überlassen wurden.

    Hannah Arendt, in ihren Arbeiten eine der wichtigsten Verteidiger der jüdischen Sache, hat sich an dieser Debatte beteiligt und ihr das Buch „Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen“ gewidmet. Sie hat darin die Passivität, ja sogar die Komplizenschaft der Judenräte, von denen zwei Drittel von Zionisten geleitet wurden, aufgezeigt.

    Im Buch „Judenrat“ von Isaiah Trunk heißt es:

    „Nach den Berechnungen Freudigers hätten sich 50 Prozent der Juden retten können, wenn sie nicht die Anweisungen der Judenräte befolgt hätten.“ Quelle: Isaiah Trunk, Judenrat, New York 1972 (Mac Millan), S. 141

    Es ist bezeichnend, wenn der israelische Staatschef bei den Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag des Warschauer Getto-Aufstandes Lech Walesa bat, Marek Edelmann, stellvertretender Kommandant der Aufständischen und einer der Überlebenden, nicht das Wort zu erteilen.

    Tatsächlich hatte Marek Edelmann 1993 Edward Alter für die israelische Zeitung Haarez ein Interview gegeben, in dem er daran erinnerte, wer die wirklichen Initiatoren und Helden des Jüdischen Kampfkomitees im Warschauer Getto gewesen waren: antizionistische Sozialisten vom „Bund“, Kommunisten, Trotzkisten, Mihail Rosenfeld, Mala Zimetbaum, Marek Edelmann und eine Minderheit von Linkszionisten der Gruppen Poalei Zion und Haschomer Hatzair. Diese kämpften mit der Waffe in der Hand, so wie es die jüdischen Freiwilligen der Interbrigaden in Spanien und in Frankreich die jüdischen Mitglieder der M.O.I. (Main d’oeuvre immigré – Gastarbeiter) während der Besatzung taten.

    Nahum Goldmann, Präsident der Zionistischen Weltorganisation und später des Jüdischen Weltkongresses, berichtet in seiner Autobiographie von dem dramatischen Treffen mit dem tschechischen Außenminister Eduard Benesch im Jahre 1935, der den Zionisten vorwarf, den Boykott gegen Hitler mit der „Haavara“ (dem Transferabkommen) unterlaufen und sich nicht am Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt zu haben.

    „In meinem Leben habe ich an zahlreichen unangenehmen Gesprächen teilnehmen müssen, aber ich habe mich nie so unglücklich und beschämt gefühlt wie während dieser beiden Stunden. Tief in mir fühlte ich, daß Benesch recht hatte.“ Quelle: Nahum Goldmann, aaO S. 157-158 und 260

    Die Zionistenführer setzten auf die antibritische Karte und nahmen schon 1922 mit Mussolini Kontakte auf. Dieser hatte die Zionisten nach seinem Marsch auf Rom im Oktober 1922 am 20. Dezember 1922 empfangen. Quelle: Ruth Bondy, The Emissary: a life of Enzo Sereni, S. 45

    Weizmann wurde von Mussolini am 3. Januar 1923 empfangen und ein weiteres Mal am 17. September 1926. Nahum Goldmann, Präsident der Zionistischen Weltorganisation, sprach am 26. Oktober 1927 mit Mussolini, der ihm sagte: „Ich werde Ihnen dabei helfen, diesen Judenstaat zu schaffen.“ Quelle: Nahum Goldmann, aaO S. 170

    Diese Kollaboration schon kam einer Sabotage des internationalen antifaschistischen Kampfes gleich. Sie ordnete die gesamte zionistische Politik dem einen Ziel unter: einen jüdischen Staat in Palästina aufzubauen. Sie wurde während des Krieges fortgeführt, selbst in der Zeit, als die Hitler’sche Verfolgung der europäischen Juden am schrecklichsten war.

    Die Kollaborationspolitik erreichte 1941 ihren Höhepunkt, als die von Abraham Stern und nach dessen Tod von einem Triumvirat mit Itzak Schamir geführte extremistische, zionistische Gruppe „Lehi“ (Kämpfer für die Befreiung Israels) ein vom moralischen Standpunkt unverzeihliches Verbrechen beging: Sie feierte das Bündnis mit Hitler und Nazi-Deutschland gegen Großbritannien. Quelle: Bar Zohar, Ben Gurion, Le Prophète armée, Paris 1966, S. 99

    Der bekannte sozialistische Gewerkschafter Elieser Halevi, Angehöriger des Kibbutz’ „Gueva“, enthüllte in der Tel Aviver Wochenzeitung Hotam vom 19. August 1983 ein von Itzak Schamir (der sich damals Jezernitzky nannte) und Abraham Stern unterzeichnetes Dokument, das der deutschen Botschaft in Ankara in der Zeit übergeben worden war, als der Krieg in Europa sich intensivierte und Feldmarschall Rommel bereits auf ägyptischen Boden vorgestoßen war. Darin heißt es bemerkenswerterweise:

    „Was Ihre Vorstellungen anbelangt, so stimmen wir mit Ihnen überein. Warum also nicht zusammenarbeiten?“

    Haarez zitiert in Ihrer Ausgabe vom 31. Januar 1983 einen mit dem Vermerk „geheim“ versehenen Brief, der im Januar 1941 von Hitlers Botschafter in Ankara, Franz von Papen, an seine Vorgesetzten gerichtet war, in dem er von den Kontakten zu den Mitgliedern der Gruppe Stern spricht. Daran angefügt ist eine Denkschrift eines deutschen Geheimagenten in Damaskus, Werner Otto von Hentig, über die Verhandlungen mit den Gesandten Sterns und Schamirs, in dem es insbesondere heißt, daß „die Zusammenarbeit zwischen der Bewegung zur Befreiung Israels und der neuen Ordnung in Europa mit einer Rede des Reichskanzlers konform“ geht, in der Hitler die Notwendigkeit unterstrich, jede Möglichkeit einer Koalition zu nutzen, um England zu isolieren und Einer der historischen Führer der Gruppe Stern, Israel Eldad, bestätigt in einem in der Tel Aviver Tageszeitung Jediot Aharonot am 4. Februar 1983 erschienenen Artikel, daß diese Verhandlungen zwischen seiner Bewegung und den offiziellen Repräsentanten Nazideutschlands stattgefunden haben.

    Er schreibt ohne Umschweife, daß seine Mitstreiter den Nazis erklärt hätten, daß eine Übereinstimmung der Interessen zwischen der nach deutschen Vorstellungen geschaffenen neuen Ordnung in Europa und den Bestrebungen des jüdischen Volkes in Palästina, das die Kämpfer für die Befreiung Israels repräsentierten, wahrscheinlich sei. Hier die wichtigsten Stellen dieses Textes:

    „Grundzuege des Vorschlages der Nationalen Militaerischen Organisation (N.M.O.) in Palaestina (Irgun Zvai Leurni) betreffend der Loesung der juedischen Frage Europas und der Aktiven Teilnahme der N.M.O. am Kriege an der Seite Deutschlands. Es ist des Oefteren von den leitenden Staatsmaennem des nationalsozialistischen Deutschlands in ihren Aeusserungen und Reden hervorgehoben worden, dass eine Neuordnung Europas eine radikale Loesung der Judenfrage durch Evakuation voraussetzt (judenreines Europa) Die Evakuierung der juedischen Massen aus Europa ist eine Vorbedingung zur Loesung der juedischen Frage, die aber nur einzig moeglich und endgueltig durch die Uebersiedlung dieser Massen in die Heimat des juedischen Volke, nach Palaestina, und durch die Errichtung des Judenstaates in seinen historischen Grenzen, sein kann. Das juedische Problem auf diese Weise zu loesen und damit das juedische Volk endgueltig und fuer immer zu befreien, ist das Ziel der politischen Freiheitsbewegung, der Nationalen Militaerischen Organisation in Palaestina (Irgun Zwai Leumi).

    Die N.M.O., der die wohlwollende Einstellung der deutschen Reichsregierung und ihrer Behoerden zu der zionistischen Taetigkeit innerhalb Deutschlands und zu den zionistischen Emigrationsplaenen gut bekannt ist, ist der Ansicht, dass

    1) eine Interessengemeinschaft zwischen den Belangen einer Neuordnung Europas nach deutscher Konzeption und den wahren nationalen Aspirationen des juedischen Volkes, die von der N.M.O. verkoerpert werden, bestehen koenne,
    2) eine Kooperation zwischen dem Neuen Deutschland und einem erneuerten, voelkischnationalen Hebraeertum moeglich waere und
    3) die Errichtung des historischen Judenstaates auf nationaler und totalitaerer Grundlage, der in einem Vertragsverhaeltnis mit dem Deutschen Reich stuende, im Interesse der Wahrung und Staerkung der zukuenfligen deutschen Machtposition im Nahen Osten sei. Ausgehend von diesen Erwaegungen tritt die N.M.O. in Palaestina, unter der Bedingung einer Anerkennung der oben erwaehnten nationalen Aspirationen der Israelitischen Freiheitsbewegung seitens der Deutschen Reichsregierung, an dieselbe mit dem Angebote einer aktiven Teilnahme am Kriege an der Seite Deutschlands heran.

    Dieses Angebot seitens der N.M.O., deren Taetigkeit auf das militaerische, politische und informative Gebiet, in und nach bestimmten organisatorischen Vorbereitungen auch ausserhalb Palaestinas sich erstrecken koennte, waere gebunden an die militaerische Ausbildung und Organisierung der juedischen Manneskraft Europas, unter Leitung und Fuehrung der N.M.O. in militaerische Einheiten und deren Teilnahme an Kampfhandlungen zum Zwecke der Eroberung Palaestinas, falls eine entsprechende Front sich bilden sollte.

    Die Kooperation der israelitischen Freiheitsbewegung wuerde auch in der Linie einer der letzten Reden des deutschen Reichskanzlers liegen, in der Herr Hitler betonte, dass er jede Kombination und Koalition benutzen werde, um England zu isolieren und zu schlagen.

    Die N.M.O. ist ihrer Weltanschauung und Struktur nach mit den totalitaeren Bewegungen Europas eng verwandt.“ Der Originaltext in deutscher Sprache befindet sich in dem Buch „Le problème palestinien dans la politique allemande de 1889 à 1945“ von David Yisraeli, Bar Ilan University Ramat Gan, Israel, 1974, S. 315-317

    Der israelischen Presse zufolge, in der zu diesem Thema ein Dutzend Artikel erschienen sind, haben die Nazis zu keinem Zeitpunkt die Vorschläge Sterns, Schamirs und ihrer Freunde ernstgenommen. Die Verhandlungen haben ein abruptes Ende gefunden, als die alliierten Truppen den Gesandten Abraham Sterns und Itzak Schamirs, Naftali Loubentchik, im Büro des nationalsozialistischen Geheimdienstes in Damaskus festnahmen. Andere Gruppenmitglieder haben ihre Kontakte bis zur Festnahme Itzak Schamirs durch die britischen Behörden im Dezember 1941 („wegen Terrorismus und Kollaboration mit dem Nazifeind“) aufrechterhalten.

    Mit dieser Vergangenheit konnte Itzak Schamir israelischer Premierminister werden und ist noch heute Führer einer mächtigen „Opposition“, die erbittert darum kämpft, daß das Westjordanland weiter besetzt bleibt.

    In Wirklichkeit verfolgen die zionistischen Führer trotz ihrer internen Rivalitäten ein und dasselbe rassistische Ziel: mit Terror, Enteignung oder Ausweisung alle arabischen Eingeborenen Palästinas zu vertreiben, um siegreicher Eroberer und alleiniger Herrscher zu sein.

    Ben Gurion erklärte: „Begin gehört unbestreitbar dem Typus Hitler an. In seinem Traum von der Vereinigung Israels ist dieser Rassist bereit, sämtliche Araber zu vernichten, und, um dieses heilige Ziel zu erreichen, alle Mittel anzuwenden.“ Quelle: E. Haber, Menahem Begin, the man and the legend, New York 1979, S. 385

    Derselbe Ben Gurion hat niemals an eine Koexistenz mit den Arabern geglaubt. Je weniger Araber es in den Grenzen des zukünftigen Staates Israel gäbe, desto besser wäre es. Er sagt dies nicht ausdrücklich, doch der Eindruck, den man aus seinen Reden und Bemerkungen gewinnt, ist klar: Eine große Offensive gegen die Araber würde nicht nur deren Angriffe zum erliegen bringen, sondern würde auch ein Maximum der arabischen Bevölkerung im Staate reduzieren.

    „Man kann ihn des Rassismus beschuldigen, doch dann müßte man der ganzen zionistischen Bewegung den Prozeß machen, die auf dem Prinzip einer rein jüdischen Identität gebaut ist.“ Quelle: Bar Zohar, aaO, S. 146

    Beim Eichmann-Prozeß in Jerusalem mahnte der Oberstaatsanwalt die Geschworenen:

    „Wenn Sie meinen, es vertreten zu können, können Sie Kastner kritisieren. Doch was soll das mit der Kollaboration zu tun haben? Es war immer unsere zionistische Tradition, eine Elite zu selektionieren, um die Einwanderung nach Palästina zu organisieren. (…) Und nichts anderes hat Kastner getan.“ Quelle: Gerichtsakte 124/53 beim Bezirksgericht Jerusalem

    Dieser hohe Justizangestellte stützte sich in der Tat auf die geltende Doktrin der zionistischen Bewegung: Ihr Ziel war es nicht, Juden zu retten, sondern einen starken jüdischen Staat aufzubauen. Am 2. Mai 1948 präsentierte der in Sachen der displaced persons beauftragte Rabbi Klaussner vor der amerikanisch-jüdischen Konferenz einen Bericht:

    „Ich bin davon überzeugt, daß man die Leute zwingen muß, nach Palästina zu gehen. (…) Für sie scheint ein amerikanischer Dollar das höchste aller Ziele zu sein. Unter ‘Zwang’ verstehe ich ein ganzes Programm. (…) Es ist bereits zur Anwendung gekommen, erst vor kurzem wieder, und zwar bei der Evakuierung der Juden aus Polen und bei der Geschichte des ‘Exodus’. (…) Um dieses Programm
    durchzuführen, muß man, anstatt den displaced persons allerlei Bequemlichkeiten angedeihen zu lassen, ihnen die größtmögliche Unbequemlichkeit schaffen. (…) Und unter Umständen auch die Haganah einschalten, um ihnen ein wenig Ungelegenheiten zu bereiten…“ Quelle: Alfred H. Lilienthal, What Price Israel, Chicago 1953, S. 194-195

    Es hat diese Einschüchterungen und Zwänge in etlichen Varianten gegeben.

    Um die Engländer in ein schlechtes Licht zu setzen, schreckten die zionistischen Führer der Haganah (deren Chef Ben Gurion war) nicht davor zurück, am 25. Dezember 1940 auf ein im Hafen von Haifa liegendes Schiff, das von Hitler bedrohte und von den Engländern gerettete Juden transportierte, die weiter auf die Insel Mauritius gebracht werden sollten, einen Bombenanschlag auszuführen, bei dem 252 Juden und Angehörige der englischen Mannschaft starben.“ Dr. Herzel Rosenblum, Chefredakteur von Jediot Aharonot, hat dies 1958 aufgedeckt. Die Rechtfertigung für die Tat wird im November 1958 in der Zeitschrift Jewish Newsletter, New York, gegeben.

    Yehuda Bauer bestätigt diese „Sabotage“ der Haganah und die Zahl der Opfer in seinem Buch „Juifs à vendre“. Yehuda Bauer „Juif à vendre“, Paris 1996, S. 84

    Ein weiteres Beispiel: der Irak, dessen jüdische Gemeinde (110 000 Personen im Jahre 1948) im Lande verwurzelt war. Der Großrabbiner des Irak, Khedouri Sassoon, hatte erklärt:

    „Die Juden und die Araberngenießen seit tausend Jahren die gleichen Rechte und Privilegien und betrachten sich nicht als verschiedene Elemente in dieser Nation.“

    Da begannen 1950 die israelischen Terroraktionen in Bagdad. Angesichts der Zurückhaltung der irakischen Juden, sich in den Listen für die Auswanderung nach Israel einzuschreiben, leisteten die israelischen Geheimdienste mit Bomben Überzeugungsarbeit und machten ihnen klar, in welcher Gefahr sie sich befänden… Beim Angriff auf die Schem-Tov-Synagoge wurden drei Personen getötet und Dutzende verletzt. Und so begann der Exodus mit dem Namen ’Operation Ali Baba’.“ Quelle: Ha’olam hazeh vom 20. April und 1. Juni 1966 und Jediot Aharanot vom 8. November 1977

    Das ist geltende Doktrin des Zionismus, seit Theodor Herzl, der den Juden nicht länger durch die Religion, sondern durch die Rasse bestimmt sieht.

    Der Artike1 4b des Grundgesetzes des Staates Israel (Israel hat keine Verfassung), der das „Rückkehr-Gesetz“ (aus dem Jahre 1950) definiert, legt fest: „Jude ist, wer von einer jüdischen Mutter geboren oder zum Judentum übergetreten ist.“ (Rassisches oder konfessionelles Kriterium) Quelle: Klein, L’Etat juif, Ed. Dunod Paris, S. 156

    Das lag genau auf der Linie der Gründungsdoktrin Herzls. Unaufhörlich kommt er in seinen Tagebüchern darauf zurück. 1895 wird er einem deutschen Gesprächspartner gegenüber genauer: „Ich verstehe den Antisemitismus. Wir Juden haben uns, wenn auch nicht durch unsere Schuld, als Fremdkörper inmitten verschiedener Nationen erhalten.“ Quelle: Diaries [Tagebücher], S. 9

    Ein paar Seiten weiter wird er noch deutlicher:

    „Die Antisemiten werden unsere zuverlässigsten Freunde, die antisemitischen Länder unsere Verbündeten.“ Quelle: ebenda, S. 19

    Das Ziel war tatsächlich ein gemeinsames: die Juden in einem Weltghetto unterzubringen.

    Am 31. August 1949 erklärte Ben Gurion vor einer amerikanischen Reisegruppe: „Obwohl wir unseren Traum, einen jüdischen Staat zu erschaffen, erfüllt haben, stehen wir immer noch am Anfang. Es gibt heute nur 900 000 Juden in Israel; die Mehrheit der Juden lebt noch immer im Ausland. Unsere Aufgabe für die Zukunft wird es sein, alle Juden nach Israel holen.“

    Selbst mit dem Schreckensregime Hitlers ging der Traum Ben Gurions nicht in Erfüllung. Unter den jüdischen Opfern des Nazismus, die zwischen 1935 und 1943 ins Ausland flüchteten, gingen nur 8,5 Prozent nach Palästina. Die Vereinigten Staaten begrenzten ihre Aufnahme auf 182 000 (weniger als 7 Prozent) und England auf 67 000 (weniger als 2 Prozent). Die große Mehrheit fand in der Sowjetunion Zuflucht. Quelle: Institute for Jewish Affaires von New York, zit. nach Christophe Sykes, „Crossroads to Israel“, London 1965, und Nathan Weinstock, „Le Zionisme contre Israel“, S. 146

    Ein typisches Beispiel für Geschichtsfälschung durch offizielle Historiker liefert uns das letzte Buch von Yehuda Bauer, Mitarbeiter am Institut für jüdische Zeitgeschichte. Es heißt „Freikauf von Juden?“ und trägt den Untertitel „Verhandlungen zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und jüdischen Repräsentanten von 1933 bis 1945“. Yale University Press 1994; in Frankreich unter dem Titel „Juifs à vendre“ bei Liana Levi Paris 1996 erschienen.

    Das Werk hat mit seinen 523 Quellenangaben auf 49 Seiten, seiner Bibliographie, seinem gesamten Apparat den äußerlichen Anschein einer wissenschaftlichen Arbeit. Doch der Schein trügt, denn bestimmte Quellen, die das gleiche Thema behandeln und die der Autor kennen muß, werden verschwiegen, sicherlich weil sie seiner These widersprechen, mit der er beweisen will, wie fürsorglich die ärmsten Juden durch die zionistische Führung betreut wurden, um sie den Klauen Hitlers zu entreißen, wobei auch sie Selektionen vornahmen. Siehe S. 61 im Buch Tom Segevs (Seitenangabe bezieht sich auf die französische Ausgabe)

    Was die Zeugnisse zu Ben Gurions Haltung anbelangt, gibt es keinen Hinweis auf die berühmte, obwohl doch apologetische Biographie von Ben Zohar, die weder in der Bibliographie, noch im Index aufgeführt ist. Ben Gurion, le prophète armée, Ed. Fayard 1966

    Es ist sicherlich Ben Gurions Anerkennung der Haavara, sein Prinzip der selektiven Rettung der nach Palästina zu holenden Juden, seine Einschätzung Schamirs als „dem Typus Hitler angehörig“, die dieses Buch aus dem historischen Blickwinkel Bauers treten läßt. Die Arbeiten Yvon Gelbners, obwohl in Yad Vashem Studies aufgeführt, werden aus den gleichen Gründen ebenfalls nicht erwähnt. Yad Vashem Studies, Bd. 12, S. 189

    Und dies, obwohl diese Arbeiten doch der geistigen Familie des Zionismus entstammen. Hier eine weitere von vielen „Versäumnissen“: Das Buch „Die siebte Million“ von Tom Segev, der auch an der hebräischen Universität in Jerusalem studiert hat und derzeit Kolumnist bei Israels größter Zeitung, Haarez, ist.

    Genau so wenig wird in den sieben Zeilen, die der Irgun Zvai Leumi gewidmet sind, von der Feindschaft dieser Organisation im Jahre 1944 England gegenüber gesprochen (nicht einmal in einer Fußnote). Nicht der geringste Hinweis auf ihre Kollaborationsvorschläge an Hitler aus dem Jahr 1941, deren Autoren, u.a. Schamir, natürlich auch nicht genannt werden. (Und das in einem Buch, das die Verhandlungen zwischen Nazis und Juden zum Thema hat!)

    Das Buch Hannah Arendts über das nämliche Problem, „Eichmann in Jerusalem“, und ihr hartes Urteil über die „Judenräte“ in ihrem Verhältnis zu den Nazis werden in Bibliographie wie Index übergangen. Das gleiche gilt für das Buch Marek Edelmanns, dem stellvertretenden Kommandanten des Warschauer Ghettoaufstandes, der natürlich nicht in seiner „Helden“-Liste vertreten ist, wohl aber Rudolf Kastner, obgleich dieser sich „schuldig gemacht hat, Nazis der Justiz entzogen zu haben“, wie es Bauer selbst sagt, und der sich des größten ungarischen Rüstungsunternehmens, Weiss, bemächtigt hat, was für Hitler von Interesse sein sollte.

    Bauer stellt eine Aufzählung von „Verhandlungsführern“ auf, die mit Hitler Kontakt hatten, und sagt von ihnen (auf S. 352): ,“Alle waren sie Helden“ und (auf S. 354): „Alle verdienen sie Anerkennung“, ohne im geringsten die im Kampf gegen den Faschismus gefallenen jüdischen Widerstandskämpfer zu würdigen, angefangen von den Freiwilligen der Interbrigaden im Kampfe gegen den Hitlerverbündeten Franco bis zu den Résistance-Kämpfern vom M.O.I. (Main d’oeuvre immigré – Gastarbeiter) in Frankreich und den Märtyrern des Warschauer Ghettos.

    Doch abgesehen von der Frage, was man von einem Wissenschaftler zu halten hat, der sich eine solche Verzerrung des Reellen leistet, von einem offiziellen Historiker, der jede Verhandlung mit Hitler rühmt oder rechtfertigt (aber wichtige davon verheimlicht): Was soll man von der politischen und moralischen Prämisse sagen, Helden seien allein die, die mit Hitler verhandelt haben, und nicht etwa diejenigen, die ihn mit der Waffe in der Hand bekämpft haben!

    Und so sind auch all die keine „Helden“, die den Boykott Hitlers auf globaler Ebene propagiert haben und deren strategische Bedeutung Bauer herunterspielt, indem er nur auf die wirtschaftlichen Beziehungen Nazideutschlands und Palästinas (von den „Verhandlungsführern“ der Haavara–Boykottgegnern – bevorzugt) eingeht.

    Das Ziel des Buches besteht darin, eine fundamentale Wahrheit zu verschleiern: daß es nicht das Hauptanliegen der zionistischen Führung zur Zeit der Herrschaft Hitlers war, Juden vor der Nazihölle zu retten, sondern, gemäß dem Plan des von Herzl gegründeten politischen Zionismus, einen „mächtigen Judenstaat“ zu gründen. Entsprechend erforderte dieses Programm, daß man bei jeder Verhandlung „nützliches Menschenmaterial“ (das Kapital oder technische bzw. militärische Kompetenz nach Palästina bringen sollte) für die Einwanderung selektionierte und man sich nicht mit dem Schicksal der Ärmsten (Alte, mittellose Einwanderer oder von der schlechten Behandlung in den Lagern Erkrankte) erweichen lasse, die eine Last und für den Aufbau des Bollwerks nicht von Nutzen gewesen wären.

    Die zweite Hauptthese Bauers will uns glauben machen, daß Hitler, der seine Hauptstreitmacht im Osten zum Einsatz brachte und einen Separatfrieden mit den USA und sogar mit England suchte, um, ohne an zwei Fronten kämpfen zu müssen, die Herrschaft über ganz Europa absichern zu können, „einen Krieg gegen die Juden“ und nicht vor allem gegen den Kommunismus führte. (S. 72) „Alle Historiker sind sich darin einig, daß Himmler lieber einen Separatfrieden mit dem Westen wollte, um all seine Kräfte gegen die bolschewistische Bedrohung einzusetzen. Von Papen glaubte fest an eine zukünftige Verständigung mit den Vereinigten Staaten, um den Kommunismus aufzuhalten.“ (Bauer, S. 189)

    Die „Verhandlungen“ zwischen den Zionisten und den Nazis hatten genau dieses Ziel, weshalb Bauer auch gezwungen ist, es anzuerkennen und es sogar oft zu wiederholen: Hitler gestattete Himmler, mit den Zionisten zu verhandeln.

    In einer persönlichen Note Himmlers vom 10. Dezember 1942 heißt es: „Ich habe den Führer danach gefragt, was er davon hielte, die Juden gegen ein Lösegeld freizulassen. Er hat mir Vollmacht für Operationen dieser Art gegeben.“ (Von Bauer auf S. 148 zitiert.)

    Die Wirtschaftsbeziehungen und der „Handel“ hatten einen tieferen politischen Grund als von Bauer selbst eingestanden: „Die jüdischen Verbindungen zu nutzen, um mit den Westmächten in Kontakt treten zu können.“

    Diese Besorgnis beherrscht alle anderen; die Nazis wußten um das Gewicht der zionistischen Lobby bei den westlichen Führungen. „Die Nazis wußten, daß – im Gegensatz zu den Russen – die Regierung ihrer Majestät und die der USA die politische Schwäche hatten, dem Druck der Juden ausgesetzt zu sein.“ (Von Bauer auf S. 260 zitiert.)

    Die Naziführer hatten leichtes Spiel, ihren Antisemitismus zurückstellen zu können: „Ende 1944 wurde es offensichtlich, daß Himmler Kontakte zum Westen herstellen wollte, wobei er sich zu diesem Ziel u.a. der Juden bedienen wollte.“ (Bauer, S. 326)

    Die zionistische Führung spielte diese Vermittlerrolle ausgezeichnet.

    Die zionistischen Führer (von denen alle in den israelischen Regierungen an die Macht gekommen sind, einschließlich derer, die Hitler 1941 ihre Zusammenarbeit angeboten hatten, wie Schamir) dachten von Anfang bis Ende nur an den Aufbau eines starken Staates in Palästina, indem sie „nützliches Menschenmaterial“, ersatzweise weniger leistungsfähige Juden, dort hinbrächten, jedoch nie an die gemeinsame Verantwortung aller Widerstandskämpfer, als ob die Nazis keine anderen Feinde und Opfer gehabt hätten als die Juden und es nur darum gegangen wäre, Juden zu retten.

    Selbst die Engländer waren am Ende darüber empört, daß die Zionisten das Leid von fünfzig Millionen Opfern des Hitlerismus nicht sehen wollten und ausschließlich für die Juden um Rettung riefen und hier wiederum nicht aller, sondern vor allem jener, die bei der Schaffung eines starken Staates in Palästina behilflich sein könnten.

  2. Als Hitler mit seinen Verbündeten die absolute Mehrheit im Reichstag erhielt, kam Hilfe für sein Rüstungsprogramm von den Leuten des Dollars, des Pfunds und des Franken. Die Aufrüstung ist zu großen Teilen von den amerikanischen, englischen und französischen Konzernen finanziert worden.

    So z.B. vom amerikanischen Chemie-Riesen Dupont de Nemours und vom englischen Konzern Imperial Chemicals Industry, die den IG-Farben-Konzern subventionierten, mit dem sie sich den Sprengstoff- und Schießpulver-weltmarkt aufteilten, und der New Yorker Dillon-Bank, die die Vereinigten Stahlwerke subventionierte. Andere deutsche Konzerne wurden von Morgan, Rockefeller usw. unterstützt.

    Auch beteiligten sich die englische und die amerikanische Zentralbank an dem Komplott, das Hitler an die Macht bringen sollte.

    Hitlers Bezahlung durch das Bankhaus Warburg und das amerikanische Großkapital thematisierte auch das 1933 von Van Holkema & Warendorf, Amsterdam, unter dem Namen von Sidney Warburg verlegte Buch “De Geldbronnen van het Nationaal Socialisme. Drie Gesprekken met Hitler door Sidney Warburg”. Doch wurde das Buch kurz nach der Publikation … aus dem Handel gezogen bzw. zurückgekauft, und zwar durch einen Amsterdamer Rechtsanwalt, offensichtlich im Auftrag der Warburg Familie, ohne daß man natürlich alle Exemplare wieder bekommen konnte. Zwei Bände gelangten in die Hände des österreichischen Gesandten von Alexis in Den Haag. Gegen die baden württembergische Deutsche Gemeinschaft, die 1950 beweiskräftige Dokumente über die Finanzierung der Hitler Wahlen von 1930 1933 veröffentlicht hatte, wurde prozessiert. Diesen Prozeß, doch eine historische Sensation ersten Ranges, gewann die Deutsche Gemeinschaft auch, aber keine einzige deutsche Zeitung berichtete darüber zu einer Zeit, da die Remilitarisierung Deutschlands schon eingeleitet war. Nun gab es aber weitere amerikanische Banken, die Hitler finanzierten, sogar noch viel höher, obwohl auch darüber fast nichts durchgesickert ist. John Foster Dulles eine Milliarde Dollar für den “Führer”. Schon im Oktober 1944 hatte US Senator Claude Pepper, Florida, geäußert, zu jenen, die Hitler zur Macht verhalfen, habe auch John Foster Dulles gehört, denn es “waren Dulles Firma und die Schroeder Bank, die Hitler das Geld beschaffen, … um seine Laufbahn als internationaler Bandit anzutreten.”

    Quelle: Karlheinz Deschner, “Der Moloch”, Heyne-Verlag

    Mehr zum Aufbau und der Finanzierung von Kriegsgarant und Feindbild Hitler lesen Sie u.a. auf S. 64ff in “Banken, Brot und Bomben II”, 2. Aufl. (Stefan Erdmann), “Israels Geheimvatikan, Band III” (Wolfgang Eggert) und sehr ausführlich in “Das schwarze Reich” (E.R. Carmin), insbesondere S. 202ff und u.a. Anm. 268 sowie “Wall Street and a Rise of Hitler” (Anthony C. Sutton).

  3. Aus dem Artikel „Zusammenarbeit von Zionismus und deutschem Faschismus“ von Klaus Polkehn zitiert:

    (…) Genau so ist die Kooperation der zionistischen Bewegung mit dem deutschen (und übrigens auch italienischen) Faschismus nach wie vor ein weithin unbekannter Vorgang, obwohl sie mehrfach ausführlich dokumentiert wurde.

    (…) Es geht um eine bewußte, politisch kalkulierte Zusammenarbeit, die sich nur an einer Meßlatte orientierte: An dem zionistischen Ziel der Gründung eines jüdischen Staates in Palästina.

    Dieser Maßstab hat bereits 1933 die zionistische Haltung zur Machtergreifung Hitlers bestimmt. Im Deutschland der Weimarer Republik stellten die Zionisten nur eine verschwindende Minderheit unter den Juden. Die überwältigende Majorität der deutschen Juden verstand sich als deutsche Patrioten. Sie sah überhaupt keinen Sinn darin, nach Palästina zu gehen. Die Machtübernahme durch eine Bewegung, in deren Programm der Antisemitismus einen prominenten Platz einnahm, wurde von der zionistischen Bewegung als historische Chance begriffen. Die nicht- bzw. antizionistischen Juden würden nun eines Besseren belehrt. Das winzige Rinnsal von Auswanderern nach Palästina könnte nun zu einem Strom anschwellen.

    Diese Grundhaltung veranlaßte die Zionisten zunächst dazu, sich unter keinen Umständen an dem beginnenden Widerstandskampf gegen den Faschismus zu beteiligen. Statt dessen hob die Zionistische Vereinigung für Deutschland (ZVfD) in ihrer offiziellen „Äußerung … zur Stellung der Juden im neuen deutschen Staat“ vom 21. Juni 1933 hervor, daß die Anschauungen der Zionisten „nach unserer Meinung eine den Grundsätzen des neuen deutschen Staates der nationalen Erhebung entsprechende Lösung ermöglichen“ würden. Mit dem Terminus von der „nationalen Erhebung“ wurde die Nazi-Sprache übernommen, und ansonsten war man sich in puncto Rassismus einig: „Auch für den Juden müssen Abstammung, Religion, Schicksalsgemeinschaft und Artbewußtsein von entscheidender Bedeutung für seine Lebensge- staltung sein.“ Es folgte das zionistische Angebot: „Wir wollen auf dem Boden des neuen Staates, der das Rassenprinzip aufgestellt hat, unsere Gemeinschaft in das Gesamtgefüge so einordnen, daß auch uns, in der uns zugewiesenen Sphäre, eine fruchtbare Betätigung für das Vaterland möglich ist.“

    Fünf Monate nach dem Beginn der Terrorwelle gegen – zunächst – Kommunisten und Sozialdemokraten, nicht einmal zwei Monate nach dem ersten, ganz Deutschland erfassenden Pogrom vom 1. April 1933, dem „Judenboykott“, nach Monaten voller Übergriffe gegen jüdische Bürger, wandte sich nun am 21. Juni 1933 die ZVfD gegen jene, die zu einem antifaschistischen Boykott Nazi-Deutschland aufgerufen hatten: „Boykottpropaganda,“ hieß es in der Erklärung, “ – wie sie jetzt vielfach gegen Deutschland geführt wird – ist ihrer Natur nach unzionistisch, da der Zio- zeugen und aufbauen will.“

    Selbst dem Pogrom vom 1. April 1933 konnten die Zionisten noch positive Aspekte abgewinnen. Die „Jüdische Rundschau“, die Zeitung der ZVfD, schrieb am 4. April 1933: „Der verhängnisvolle Irrtum vieler Juden, man könne jüdische Interessen unter einem anderen Deckmantel vertreten, ist beseitigt. Der 1. April 1933 kann ein Tag des jüdischen Erwachens und der jüdischen Wiedergeburt sein…“

    Die Nazis haben dieses zionistische Wohlverhalten zunächst honoriert. Während dem nichtzionistischen Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens bereits Anfang März 1933 die Arbeit unmöglich gemacht worden war, durfte die ZVfD für die nächsten Jahre ziemlich ungehindert weiterarbeiten. Der nazistische Wunsch nach der Vertreibung der jüdischen Bürger aus Deutschland traf sich mit dem zionistischen Wunsch, alle Juden in Palästina zu versammeln.

    Aus diesem beiderseitigen Interesse heraus hat sich sodann die Zusammenarbeit entwickelt. Aus dem Geflecht der Beziehungen Zionismus – Faschismus sollen hier nur zwei Momente dargestellt werden: Das sogenannte Haavara-Abkommen und die Kooperation Haganah – SS.

    Das Haavara-Abkommen wurde im August 1933 zwischen der Regierung des Deutschen Reiches und der Anglo-Palestine Bank in Haifa vereinbart. Die Verhandlungen dazu wurden von dem Leiter des Politischen Departments des Jewish Agency (sie war praktisch die zionistische „Regierung“ in Palästina), Chaim Arlosoroff, geführt. Der Abmachung zufolge wurde in Berlin die Haavara-Gesellschaft und in Berlin die Schwestergesellschaft Paltreu gegründet. Die Aktien der „Trust an Transfer Office Haavara Ltd.“ befanden sich in den Händen der Anglo- Palestine Bank, genau wie die Aktienmehrheit der Paltreu. Mit dem 19. Zionistenkongreß gingen dann 1935 die Haavara-Aktien direkt an die Exekutive der Jewish Agency über.

    Das Haavara-Verfahren wurde in folgender Weise abgewickelt: Der jüdische Auswanderer zahlte sein Geld (Mindestbetrag umgerechnet 1.000 Pfund Sterling) auf die deutschen Konten der Haavara ein. Mit diesem Geld konnten jüdische Importeure deutsche Waren für den Export nach Palästina kaufen, während sie den Gegenwert in palästinensischen Pfund auf ein Haavara-Konto bei der Anglo-Palestine Bank in Palästina einzahlten. Wenn der Auswanderer in Palästina eintraf, erhielt er aus diesem Konto den Gegenwert des von ihm in Deutschland eingezahlten Betrages ausgezahlt.

    Viele der etwa 52.000 deutschen Bürger jüdischer Herkunft, die zwischen 1933 und 1938 nach Palästina auswanderten, konnten dank dieser Abmachung einen Teil ihrer Vermögenswerte transferieren. Für die zionistische Bewegung brachte dies den Vorteil, daß auf diese Weise die Einwanderung nach Palästina verstärkt wurde. Dabei konnten natürlich nur Angehörige der Bourgeoisie von den Vorteilen des Abkommens Gebrauch machen, die über das geforderte Mindestvermögen verfügten. In einer Untersuchung über die nazistische Rassenpolitik heißt es dazu: „Das solidarische Prinzip, den jüdischen Menschen in Deutschland gegen die Verfolger zur Seite zu stehen, wurde durch das Kapitalinteresse durchlöchert… Indessen erhielten auch die Maßnahmen jüdischer Unternehmer, die einzig dazu dienten, Kapital aus dem faschistischen Deutschland nach Palästina zu bringen, eine höhere Weihe. Es wurde behauptet, das nach dem Nahen Osten gebrachte Kapital käme dort allen Juden zugute. In Wirklichkeit diente es in Palästina wie vorher in Deutschland den Profitinteressen seiner Eigentümer.“

    Nun meint demgegenüber Broder zu dem Haavara-Abkommen: „Moralisch mag der Deal anrüchig gewesen sein… aber daraus den Vorwurf der Kollaboration abzuleiten, ist bösartig und aberwitzig, ein weiterer Versuch, die Geschichte auf den Kopf zu stellen, die Schuldigen zu entlasten und die Opfer als die eigentlich Verantwortlichen zu beschuldigen.“

    Nein, nicht die Opfer sind verantwortlich zu machen. Niemand, der dank der Haavara-Vereinbarung den Nazis entkam, ist zu beschuldigen. Das Abkommen wirft eine ganz andere Frage auf: die nach der politischen Haltung der zionistischen Bewegung.

    Moshe Shertok, der spätere Außenminister und Regierungschef Israels, hat zu der Kritik an dem Haavara-Abkommen treffend bemerkt: „Es ist das Schicksal des Zionismus, daß er der Diaspora gegenüber manchmal auch grausam sein muß, und zwar, wenn der Aufbau des Landes dies erfordert.“

    Genau darum ist es gegangen. Nicht das Schicksal der Diaspora-Juden in Deutschland interessierte, sondern das zionistische Unternehmen in Palästina. Und der Haavara-Transfer war nun einmal die wichtigste ökonomische Stütze für die zionistische Wirtschaft in Palästina. Etwa 60% des Kapitals, das zwischen August 1933 und September 1939 in Palästina investiert wurde, kamen dank Haavara ins Land, insgesamt wurde die für die damalige Zeit gigantische Summe von 139,6 Millionen Reichsmark transferiert.

    Auf der anderen Seite ermöglichte das Haavara-Verfahren der Wirtschaft Nazi-Deutschlands einen umfangreichen und kontinuierlichen Export, und zwar in einer Situation, als der Welthandel noch immer unter den Folgen der Weltwirtschaftskrise von 1929 litt. So stellte denn der NS-Staatssekretär Stuckart vom Reichsinnenministerium am 17. Dezember 1937 fest: „Der Einfluß der Haavara-Gruppe in Palästina hat zu der ungewöhnlichen, aber erwünschten Erscheinung geführt, daß gerade dort die deutschen Waren von jüdischer Seite nicht boykottiert werden…“

    Im Vorstand der Jewish Agency betonte David Ben Gurion (später Israels Ministerpräsident) am 31. Dezember 1935 zu der Forderung, die zionistische Bewegung solle am Kampf für die Rechte der Juden in Deutschland teilnehmen, dies sei nicht Aufgabe der Kommission, die vom Vorstand zur Behandlung der Rechte der Juden in Deutschland nominiert wurde. Die Aufgabe dieser Kommission war es,“ fuhr Ben Gurion fort, „die Frage der Juden Deutschlands allein vom Aspekt ihrer Einwanderung nach Palästina zu beraten… Die Aufgabe der Kommission war es, den zionistischen Aspekt der Frage und nicht über Maßnahmen für die Rechte der Juden in der Diaspora zu beraten.“

    Ben Gurion hatte damit eine prinzipielle Position des Zionismus formuliert. Der Antisemitismus, in welcher Form auch immer, war lediglich Bestätigung der zionistischen Theorie vom „ewigen Antisemiten“, dem man nur durch die Kolonisation von Palästina entgehen konnte. Unter diesen Umständen wäre der Kampf gegen Antisemiten und Faschisten nicht nur sinnlos, sondern auch politisch falsch. So gesehen, war der faschistische Massenmord an den Juden zwar eine millionenfache individuelle Tragödie, für den Zionismus aber lediglich eine Bestätigung. „Was jahrelange zio- nistische Propaganda nicht zustande brachte, hat die Katastrophe über Nacht bewirkt,“ schrieb Ben Gurion später. Und Nahum Goldmann meinte: „Die paradoxe Tragik der Verwirklichung der zionistischen Idee… besteht darin, daß ohne die Vernichtung der Millionen Juden in Europa durch den Nazismus es wahrscheinlich heute den Judenstaat noch nicht geben würde…“ Goldmann fügte die Bemerkung hinzu, daß erst „nachdem der Holocaust bekannt wurde, die große Majorität der Juden der Welt über Nacht prozio- nistisch wurde…“

    In dieser Logik sabotierten die zionistischen Führer überdies mehrmals den antifaschistischen Kampf. Sie blockierten auch Versuche zur Rettung deutscher Juden, sofern diese nicht die Ansiedlung von Juden in Palästina zum Ziel hatten. Das hervorstechendste Beispiel dafür liefert die Konferenz von Evian, die vom 6. bis 15. Juli 1938 auf Anregung des amerikanischen Präsidenten Roosevelt stattfand. Diese Weltflüchtlingskonferenz, an der 32 Staaten teilnahmen, sollte die Probleme klären, die sich aus der Weigerung der Mehrzahl der kapitalistischen Länder ergaben, jüdische Flüchtlinge aus Deutschland aufzunehmen.

    Man hätte annehmen sollen, die in Evian vertretene zionistische Bewegung hätte versucht, Druck auf die Regierungen zur Aufhebung der Einreisebeschränkungen auszuüben. Doch ganz im Gegenteil! Die zionistischen Führer legten die Forderung auf den Tisch, man solle 1,2 Millionen Juden in Palästina ansiedeln. Als das – zwangsläufig – abgelehnt wurde, waren die Zionisten an der ganzen Konferenz nicht mehr interessiert. Sie, so schreibt der prozionistische Autor Christopher Sykes, „machten sich wegen ihres Scheiterns keine Sorgen.“ Denn: „Von Anfang an betrachteten sie das ganze Unternehmen mit gleichgültiger Feindseligkeit… Die Wahrheit ist, daß das, was in Evian angestrebt wurde, der Idee des Zionismus in keiner Weise entsprach.“

    1935 schon hatte Chaim Weizmann (später Israels erster Staatspräsident) in dieser Logig erklärt: „… die einzige würdige Antwort auf all das, was den Juden in Deutschland angetan wird, ist ein großer, schöner und gerechter Bau in Erez Israel, ein starker Bau.“

    Was das Haavara-Abkommen angeht, so ist noch der Ausgang des Unternehmens nachzutragen. Es gab nämlich ständige Bedenken von Nazi-Dienststellen über diese Abmachung. So wies der NS-Staatsekretär Stuckart am 17. Dezember 1937 darauf hin: „Es besteht kein Zweifel, daß das Haavara-Verfahren den größten Anteil zu dem stürmisch schnellen Aufbau Palästinas beigetragen hat.“ Man müsse aber doch alles unterlassen, was „geeignet sei, das Wachsen eines solchen Staates (eines jüdischen Staates; K.P.) zu fördern.“

    Die zahlreichen Bedenken wurden schließlich Hitler vorgetragen, der – so aus einer Aufzeichnung der Handelspolitischen Abteilung des Auswärtigen Amtes vom 27. Januar 1938 ersichtlich – entschied, das Haavara-Abkommen solle in Kraft bleiben, das Verfahren fortgesetzt werden. Übrigens bestätigen die zionistischen Autoren Jon und David Kimche, Hitler habe „mit eindeutigen Bestimmungen die Förderung der jüdischen Masseneinwanderung nach Palästina“ angeordnet und die „Grundsatzentscheidung“ getroffen, daß „die jüdische Auswanderung weiterhin mit allen verfügbaren Mitteln gefördert werden soll.“

    War schon das Haavara-Abkommen eine fragwürdige Sache, über die die Zionisten möglichst wenig Publizität wünschten, so war die Kooperation zwischen der zionistischen Militärorganisation Haganah und der SS lange Zeit eines der bestgehüteten Geheimnisse.

    Es mochte vielleicht die Öffentlichkeit gewundert haben, wenn die vom NS-Chefpropagandisten Goebbels gegründete und geleitete Zeitung „Der Angriff“ 1934 einen Reisebericht unter dem Titel „Ein Nazi fährt nach Palästina“ veröffentlichte. Darin wurde ganz im Gegensatz zur sonstigen faschistischen Propaganda die zionistische Kolonisation überaus positiv beurteilt.

    Der Verfasser der Artikelserie verbarg sich hinter dem Pseudonym „lim“. Es war der SS-Untersturmführer Leopold von Mildenstein, der im SD tätig war, dem Sicherheitsdienst der SS, dem dominierenden Geheimdienst des faschistischen Deutschland. Im Amt II des SD (Inland) war 1934 die Abteilung II 112 entstanden, das sogenannte „Judenreferat“, dessen Leitung Mildenstein übernahm. Die Palästinareise Mildensteins war von Kurt Tuchler, einem leitenden Mitglied der Zionistischen Vereinigung für Deutschland arrangiert worden. Tuchler begleitete Mildenstein nach Palästina und hielt auch später engen Kontakt mit ihm.

    Natürlich unterlagen solche und ähnliche Kontakte strengster Vertraulichkeit und es gibt deshalb auch nur wenige dokumentarische Belege dafür. Zu den seltenen Dokumenten, die das Kriegsende überstanden haben, gehört eine Aufzeichnung von Prof. Franz Six vom 17. Juni 1937 mit dem Vermerk „Geheime Kommandosache“ über einen Besuch des zionistischen Beauftragten Feivel Polkes in Nazi-Deutschland. Polkes war im Führungsstab der Haganah im Range eines Kommandeurs tätig. Nachdem ihm der deutsche Journalist Dr. Reichert, der im palästinensischen Spionagedienst des SD tätig war, ein Einreisevisum verschafft hatte, hielt sich Polkes vom 26. Februar bis zum 2. März 1937 in Berlin auf. Dabei traf er sich mehrfach mit SD-Beauftragten, darunter mit dem damaligen SS-Hauptscharführer Adolf Eichmann, der inzwischen seine Arbeit im „Judenreferat“ begonnen hatte.

    Der SS-Oberscharführer Herbert Hagen, Nachfolger Mildensteins als Leiter des „Judenreferats“ hielt in seinem Bericht über den Polkes-Besuch fest, daß dieser sich bereit erklärt habe, mit Hitler-Deutschland zu kooperieren: „Auch für Deutschland erklärte er sich bereit, Dienste in Form von Nachrichten zu leisten, soweit sie nicht seinen persönlichen Zielen entgegenstünden… Er würde u.a. die deutschen außenpolitischen Interessen im Vorderen Orient tatkräftig unter- stützen.“

    Was erhoffte die Haganah von Nazi-Deutschland? Offensichtlich eine Unterstützung bei dem zionistischen Bemühen, alle jüdische Auswanderung ausschließlich nach Palästina zu lenken. So notierte denn auch Six nach dem Polkes-Besuch die Weisung, man werde – wie Polkes zugesagt – Druck auf die „Reichsvertretung der Juden in Deutschland“ ausüben, damit „sich die aus Deutschland auswandernden Juden verpflichten, ausschließlich nach Palästina, nicht aber in irgendein anderes Land zu gehen.“ Six fügte hinzu: „Eine solche Maßnahme liegt durchaus im deutschen Interesse und wird bereits durch Maßnahmen des Gestapa (Geheimes Staatspolizei Amt) vorbereitet.“)

    Da sich die Kooperation zwischen SS und Haganah so gut anließ, übergab Polkes eine Einladung zu einem Besuch Palästinas als Gast der zionistischen Militärorganisation. Six notierte: „Für die Arbeit der Verbindungsaufnahme käme vor allem SS-Hauptscharführer Eichmann von der Abteilung II 112 in Frage, der bei einem Berliner Aufenthalt Polkes‘ die Unterredung mit ihm führte und von ihm zu einem Besuch der jüdischen Kolonien in Palästina unter seiner Leitung eingeladen wurde.“

    Eichmann reiste zusammen mit Hagen. Ihr Unternehmen war in der Geschichte der Kooperation zwischen Zionisten und Nazis gewiß nur eine Episode. Aber die Tatsache, daß der berüchtigte Judenmörder Eichmann damals bei den Zionisten sich größter Wertschätzung erfreute, war so entlarvend, daß man sie tunlichst zu verbergen trachtete. Da die Tatsache der Reise früher oder später ans Licht kommen mochte, wählte man das einfachste Verfahren: Man gab den Schwarzen Peter weiter. Bereits 1947 findet sich in einer Broschüre von Simon Wiesenthal die Mitteilung, Eichmanns Reise habe dem Ziel gedient, Kontakt zu den aufständischen Palästinensern aufzunehmen und mit dem Mufti zu konspirieren. Diese Lüge hat seither immer neue Varianten erlebt und ist sogar im Eichmann-Prozess in Jerusalem wiederholt worden.

    Dank der erhaltenen Aufzeichnung Eichmanns und Hagens läßt sich genau nachvollziehen, was es mit der Reise auf sich hatte. Die beiden SS-Emissäre reisten als Redakteure des „Berliner Tageblatts“ getarnt. Als sie im Oktober 1937 per Schiff Haifa erreichten, verweigerten ihnen die britischen Behörden angesichts des arabischen Aufstands die Einreise. So begaben sich Hagen und Eichmann weiter nach Ägypten, wo sie ihren alten Bekannten Feivel Polkes von der Haganah trafen (der ihnen offenbar dorthin nachgereist war). Bei Gesprächen der SS-Beauftragten mit Polkes am 10. und 11. Oktober 1937 legte der Haganah-Offizier zunächst die zionistischen Ziele dar und lobte in diesem Zusammenhang den antisemitischen Terror in Deutschland: „Über die radikale deutsche Judenpolitik zeige man sich in nationaljüdischen Kreisen sehr erfreut, weil damit der Bestand der jüdischen Bevölkerung in Palästina so vermehrt werde, daß in absehbarer Zeit mit einer Mehrheit der Juden gegenüber den Arabern in Palästina gerechnet werden könne.“

    Nachdem Polkes sodann auf die Notwendigkeit einer Beschleunigung der Austreibung der Juden aus Deutschland verwiesen hatte, erklärte er sich ein zweites Mal zur Lieferung von Geheiminformationen an die SS bereit. Eichmann notierte zwei solcher Informationen in seinem Reisebericht. Die eine betraf Angehörige der arabischen Nationalbewegung, die sich in Berlin aufhielten, und die Polkes als „sowjetfreundlich“ denunzierte. Die andere bezog sich auf jene Partei, die am entschiedensten gegen den nazistischen Terror auftrat, die Kommunistische Partei Deutschlands. Deren Geheimsender, so Polkes, be- fände sich nämlich auf einem Lastwagen montiert an der luxemburgischen Grenze. Feivel Polkes machte deutlich, wo die zionistische Führung ihre Verbündeten, und wo sie ihre Feinde sah!

    Nach der Reise Eichmanns und Hagens erfolgte die Kooperation zwischen Haganah und SS über die Organisation „Mossad Alijah Beth“, die als illegale Einwanderungsorganisation gegründet worden war, um Drosselungsmaßnahmen der britischen Mandatsbehörden zu unterlaufen. Bereits Ende 1938 nahmen mit Genehmigung der Nazibehörden Beauftragte der Mossad in Berlin-Charlottenburg, Meinickestr. 10 (im Gebäude der „Reichsvereinigung der Juden in Deutschland“), ihre Tätigkeit auf. Pina Ginzburg und Moshe Auerbach waren eigens deshalb aus Palästina angereist. Nach Pinzburgs eigenem Bekenntnis half ihm bis 1939 die Gestapo, die illegale Einwanderung nach Palästina zu organisieren.

    In ihrem Buch „Eichmann in Jerusalem“ hat Hannah Arendt angemerkt, „diese Juden aus Palästina sprachen eine Sprache, die von Eichmanns eigenem damaligen Sprachgebrauch keineswegs total verschieden war“. Sie seien nicht nach Deutschland geschickt worden, um Rettungsaktionen für bedrohte Juden einzuleiten,“ ‚das war nicht ihre Aufgabe‘. Vielmehr sollten sie ‚brauchbares Material‘ auswählen, und im Rahmen dieses Unternehmens betrachteten sie – da ja das Ausrottungsprogramm noch nicht in Gang gekommen war – als ihren Hauptgegner nicht diejenigen, die den Juden das Leben… unerträglich machten, sondern jene anderen, die den Zugang zur neuen Heimat versperrten; ihr Feind war ganz eindeutig nicht Deutschland, sondern England“.

    Als dann das Ausrottungsprogramm in Gang gekommen war, eröffnete sich noch einmal ein neues, besonders finsteres Kapitel zionistisch-faschistischer Kooperation.

    (…) Mit dem Datum des 11. Januar 1941 nun übermittelte der Marineattache der deutschen Botschaft in der Türkei, der dort Geheimdienstaufgaben wahrnahm, dem Botschafter ein Dokument mit der Überschrift: „Grundzüge des Vorschlages der Nationalen Militärischen Organisation in Palästina (Irgun Zwai Leumi) betreffend der Lösung der jüdischen Frage Europas und der aktiven Teilnahme der N.M.O. am Kriege an der Seite Deutsch- lands“.

    Bevor die Vorgeschichte dieses erstaunlichen „Vorschlages“ erzählt wird, sei hier kurz der Inhalt dieses Angebots (im Original auf ein- einhalb Schreibmaschinenseiten) wiedergegeben: So wurde zunächst einmal die von der Naziführung proklamierte „Neuordnung Europas“ einschließlich der „radikale(n) Lösung der Judenfrage durch Evakuation“ begrüßt. Die Evakuierung aber solle tunlichst nach Palästina erfolgen. „Das jüdische Problem auf diese Weise zu lösen“ sei schon immer das Ziel der N.M.O. in Palästina gewesen. Deshalb sei man der Ansicht, daß „eine Interessengemeinschaft zwischen den Belangen einer Neuordnung Europas nach deutscher Konzeption und den wahren nationalen Aspirationen des jüdischen Volkes, die von der N.M.O. verkörpert werden, bestehen könne.“ Demzufolge sei eine Kooperation möglich, zumal ja „die Errichtung des historischen Judenstaates auf nationaler und totalitärer Grundlage, der in einem Ver- tragsverhältnis mit dem Deutschen Reiche stünde, im Interesse der Wahrung und Stärkung der zukünftigen deutschen Machtpositionen im Nahen Orient sei.“

    Unter diesem Aspekt bot nun die N.M.O. eine „aktive Teilnahme am Kriege an der Seite Deutschlands“ an. „Dieses Angebot seitens der N.M.O., deren Tätigkeit auf das militärische, politische und informative Gebiet… sich erstrecken könnte, wäre gebunden an die militärische Ausbildung und Organisierung der jüdischen Manneskraft Europas, unter Leitung und Führung der N.M.O., in militärische Einheiten und deren Teilnahme an Kampfhandlungen zum Zwecke der Eroberung Palästinas falls eine entsprechende Front sich bilden sollte.“ Dieses aberwitzige Papier endete mit der Feststellung, die Kooperation der Irgun mit den Nazis „würde auch in der Linie einer der letzten Reden des deutschen Reichskanzlers liegen, in der Herr Hitler betonte, daß er jede Kombination und Koalition benutzen werde, um England zu isolieren und zu schlagen…“

    Dieser geradezu ungeheuerliche Vorschlag bedarf der Erläuterung. Hier wurde den Nazis die Zusammenarbeit nicht etwa von irgendwelchen Irren angeboten. Hier präsentierte sich vielmehr eine zionistische Gruppe, die sich zu Beginn des 2. Weltkrieges von der Irgun Zwai Leumi abgespalten hatte, aber zunächst noch deren Namen benutzte. Die Irgun war die Militärorganisation des rechten Flügels der zionistischen Bewegung, der sogenannten Revisionistischen Partei. Aus der Irgun ging 1948 die Herut-Partei hervor, die heute im Rahmen des Likud-Blocks an der Spitze der israelischen Regierung steht.

    Die von der Irgun unter Führung von Abraham Stern abgespaltene Gruppe nannte sich später Lohamei Herut Israel („Kämpfer für die Freiheit Israels“ – LEHI). Bei Abwesenheit Sterns und nachdem dieser Anfang 1942 bei einer Razzia von britischen Soldaten getötet worden war, übernahm ein Triumvirat die Führung von LEHI: Yitzchak Yezernitzky (als Verantwortlicher für Organisation und terroristische Aktionen), Nathan Yellin-Mor und Dr. Israel Scheib (Eldad). Noch Ende 1940 hatte Stern einen seiner Vertrauten, Naftali Lubenczik nach Beirut entsandt, wo dieser einen leitenden Beamten des Nazi-Außenministeriums traf, um dem einen Vorschlag zu unterbreiten, der sich mit dem im oben zitierten Dokument deckt.

    Da Lubenczik keine positive Antwort erhalten hatte, entsandte das LEHI – Triumvirat Yellin-Mor zu einer erneuten Mission zu den Nazis. J. Bowyer Bell hat in seiner ausführlichen Geschichte von Irgun und Lehi dazu be- merkt: „Wenn die Achse den Krieg gewann, was nach dem Zusammenbruch Frankreichs nicht ausgeschlossen schien, würde nur LEHI genügend Glaub- würdigkeit als Kollaborateur besitzen, um mit den Siegern verhandeln zu können. Wenn die Achse verlor, wäre nur der winzige LEHI-Splitter durch Kollaboration besudelt, und die anderen zionistischen Institutionen konnten ihn mit Leichtigkeit verleugnen.“

    Ihre besondere Delikatesse erhält diese Kollaborationsaffäre dadurch, daß einer der drei Männer aus dem dafür verantwortlichen LEHI-Triumvirat später Karriere gemacht hat. Der Yitzchak Yezernitzky von 1941 nannte sich späterhin Yitzchak Shamir, stieg nach der Gründung Israels im Geheimdienst auf, wurde unter Menachem Begin Aussenminister und ist gegenwärtig Israels Regierungschef.

    Es war zu einer Zeit, da Hadj Amin al-Husseini auf seiner Flucht vor den Engländern in Deutschland eintraf, als er zwischen Berlin und Rom hin- und herreiste, in der Hoffnung, eine regierungsamtliche offizielle Erklärung zu erhalten, die den Arabern die Unabhängigkeit garantieren sollte (er erhielt nie eine solche Zusage, überhaupt beschränkte sich seine Tätigkeit in Nazi-Deutschland wesentlich darauf, kurz für einige Propagandaauftritte zur Verfügung zu stehen und anschließend in einer Art „goldener Käfig“ zu schwinden.

    In dieser Zeit zwischen 1941 und 1945 leitete Yitzchak Yezernitzky alias Shamir die Terroraktionen von LEHI. Während die Heere der Alliierten ihren opferreichen Kampf zur Niederringung des Faschismus führten, wurde auf Shamirs Weisung ein Attentat gegen den britischen Hochkommissar in Palästina, MacMichael, vorbereitet, wurde von Shamirs Leuten der britische Staatsminister Lord Moyne in Kairo ermordet, griffen LEHI-Leute britische Armeeinrichtungen in Palästina an.

    So war das um jene Zeit mit den „Deutschen“, dem Mufti und den Zionisten.

    Quelle u. vollständiger Text: http://www.kunst-macht-druck.de/zionismus_und_faschismus.html

  4. Nazis mit Zionisten? –> http://www.zeit.de/1989/42/nazis-mit-zionisten Daraus zitiert:

    Ideologisch verfolgten Nazis und Zionisten eine Politik der Dissimilation, das heißt, sie sahen das Deutschtum der Juden als etwas Widernatürliches an, als einen Irrtum, der schleunigst korrigiert werden müsse. In der Praxis sah das so aus, daß das Nazi Regime die Juden aus Deutschland weghaben wollte, um Deutschland „judenrein“ zu machen, wie es in der damaligen Terminologie hieß. Die Zionisten wiederum verfolgten die Schaffung einer jüdischen Heimstätte in Palästina, wozu sie eine verstärkte Einwanderung von Juden aus Deutschland und Osteuropa anstrebten.

    Auf Verwunderung stößt heute vielfach die Tatsache, daß manche zionistischen Funktionäre unmittelbar nach 1933 sich zustimmend zu den völkischen Grundsätzen des Hitler Regimes geäußert haben. Die Zionistische Vereinigung für Deutschland (ZVfD) zum Beispiel schickte am 22. Juni 1933 Hitler ein Memorandum, in dem es hieß: „Der Zionismus glaubt, daß die Wiedergeburt des nationalen Lebens eines Volkes, wie sie sich nun in Deutschland auf christlicher und nationaler Gründlage vollzieht, auch für das jüdische Volk kommen wird. Auch für das jüdische Volk müssen Abstammung, Religion, gemeinsames Schicksal und ein Sinn für Einzigartigkeit von entscheidender Bedeutung für seine Existenz sein “ Noch deutlicher war die Stellungnahme Georg Kareskis, eines der führenden Vertreter der Staatszionisten, des revisionistischen Flügels innerhalb des deutschen Zionismus. Gegenüber einem Reporter der Goebbelschen Zeitung Der Angriff äußerte er quasi seine Zustimmung zu den Nürnberger Rassengesetzen vom September 1935: „Seit vielen Jahren halte ich eine klare Trennung des kulturellen Lebens zweier Völker, die in einer Gesellschaft leben, für ein friedliches Nebeneinander unabdingbar. Ich habe eine solche Trennung, die auf der Grundlage der Achtung der fremden Kultur beruht, lange unterstützt. Die Nürnberger Gesetze vom 15. September 1935 scheinen mir, unabhängig von ihren Verfassungsbestimmungen, ganz und gar auf dem Weg für eine gegenseitige Achtung der Selbständigkeit und Getrenntheit jedes Volkes zu liegen “

    Die Debatte um das Ziel der Auswanderung warf auch die Frage der deutschen Haltung gegenüber den Arabern auf. Hitler war, wie wir wissen, nicht interessiert, wegen Palästina in einen Konflikt mit Großbritannien zu geraten. Er hielt sich mit Äußerungen zurück, war sogar bemüht, England für eine verstärkte Ansiedlung von Juden aus Deutschland zu gewinnen. Zahllose Denkschriften und Dokumente, die Nicosia eingesehen hat, lassen den Schluß zu, daß es deutscherseits keine ernsthaften Bemühungen gegeben hat, aus dem arabischen Nationalismus Nutzen für die deutschen Interessen zu ziehen. Hitler ging es in erster Linie darum, die Juden so schnell wie möglich zur Auswanderung zu bewegen. Das hatte Vorrang vor allen anderen Überlegungen.

    Fest steht jedenfalls, daß SS und Gestapo, die nach 1938 die Auswanderung kontrollierten, anfänglich nichts gegen Palästina als Auswanderungsland einzuwenden hatten. Im Sommer 1939 war man sogar zu einem Abkommen bereit, wonach 10 000 Juden von den Häfen Emden und Hamburg aus nach Palästina gebracht werden sollten. Der Kriegsausbruch im September erzwang den Abbruch des Vorhabens, das zwischen dem Mossad Agenten Pino Ginzburg und der Gestapo ausgehandelt worden war.

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