Kortschagin: Querfront zwischen „rechts“ und „links“?

QuerfrontGastbeitrag von „Kortschagin“:

Querfront zwischen „rechts“ und „links“?

„Die Sache des Volkes zur Sache der Nation gemacht, macht die Sache der Nation zur Sache des Volkes.“ (Karl Radek)

Immer wieder ist die Rede von einer „Querfront“ zwischen „rechten“ und „linken“ Antikapitalisten. Die rechten Querfrontstrategen behaupten, daß die Rechts-Links-Spaltung der Vergangenheit angehöre. Da beide Seiten prinzipiell das gleiche Ziel hätten: nationale Befreiung und Kampf gegen das kapitalistische System, sollten sie zusammenarbeiten gegen den gemeinsamen Feind.

Meiner Meinung nach kann es zwar eine Synthese zwischen Patriotismus und Sozialismus/Kommunismus geben, nicht aber zwischen „rechts“ (=bürgerlich und antidemokratisch) und „links“ (proletarisch und demokratisch). Entgegen ihrer antikapitalistischen Rhetorik gehören die rechten Nationalisten eindeutig ins Lager des kapitalistischen Bürgertums und stellen sich damit gegen das arbeitende deutsche Volk.

Es ist dabei ein großes Mißverständnis, daß bis heute „rechts“ mit „national“ und „links“ ausschließlich mit „international“ verwechselt, gleichgesetzt wird. Die „Rechten“ dürfen in der öffentlichen Meinung nicht weiter das Monopol am Nationalsein beanspruchen. Deshalb ist es wichtig, die Unterschiede und gegensätzlichen Ziele der rechten, bürgerlichen und der linken, sozialistischen Patrioten aufzuzeigen.

Der bürgerliche Nationalismus ist nicht nur politisch überlebt, er ist auch eins der größten Hindernisse auf dem Weg zur nationalen und sozialen Befreiung des deutschen Volkes, denn er möchte die verfaulte bürgerlich-kapitalistische Ordnung nicht aufheben, sondern reformieren und damit konservieren. Wenn nötig auch mit brutaler Gewalt gegen die revolutionären Arbeiter.

Der „Antikapitalismus von rechts“ lehnt den Klassenkampf (wozu meist schon die reformistisch-gewerkschaftliche Betätigung gerechnet wird) konsequent ab und proklamiert stattdessen eine imaginäre „Volksgemeinschaft“, in der der Gegensatz zwischen Arbeit und Kapital in einer höheren Synthese aufgehoben wird. Die Führung dieser harmonischen „Volksgemeinschaft“ übernimmt selbstverständlich der (rassisch überlegene) Kapitalist, wobei ganz dreist dessen Klasseninteresse mit dem Interesse der Nation gleichgesetzt wird. „Nationalsein“ bedeutet für die bürgerlichen Rechten nichts anderes, als sich mit den Großmachts- und Profitinteressen des „dynamischen“, „schaffenden“, deutschen Unternehmers zu identifizieren. Alles andere ist in ihren Augen „Vaterlandsverrat“. Welches Interesse das deutsche Kapital verfolgt, wissen mittlerweile wohl alle: Profitmaximierung um jeden Preis.

Das kapitalistische Bürgertum hat kein Interesse an der Befreiung Deutschlands, da die Aufrechterhaltung des kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftssystems nach innen wie nach außen seine Fortexistenz als Klasse sichert. Das kapitalisitsche Bürgertum hat im Zeitalter von EU-Binnenmarkt und Globaliserung keine nationalen Interessen mehr. Wer überall in Europa und auf der Welt seine Fabrikhallen stehen hat (und das gilt auch für immer mehr der angeblich so bodenständigen Mittelständler), wer an allen Börsen der Welt mit Aktien spekuliert, der denkt und handelt nicht mehr national. Wer mit den imperialistischen Feinden Deutschlands Geschäfte macht, der ist an deren Sturz nicht interessiert.

Das Interesse des arbeitenden deutschen Volkes, der wahren Vertreterin der Nation ist gerade umgekehrt: der Surtz des kapitalistischen Weltsystems zwecks Erringung nationaler und sozialer Freiheit. Somit haben beide Klassen innen- wie außenpolitisch antagonistische Interessen. Die deutschen Kapitalisten sind Komplizen des westlichen Imperialismus gegen das eigene Volk.

Wenn die rechten Möchtegern-Querfröntler verlauten lassen, es gehe ihnen um nichts als um „Deutschland“, dann ist diese Aussage vollkommen unpolitisch, denn sie berücksichtigt nicht die Machtverhältnisse in unserem Land. Es geht darum, wer in Deutschland das Sagen hat, der nationale Arbeiter oder der internationale Bourgeois! Erst wenn das arbeitende Volk die Macht im Staate errungen hat, können auch die nationalen Interessen Deutschlands richtig definiert werden.

Die nationale Frage, also die Frage der nationalstaatlichen Souveränität, läßt sich nur über die soziale Frage lösen. M. a. W.: Erst wenn die deutsche Arbeiterklasse sich von der kapitalistischen Unterdrückung im Inneren befreit hat, ist auch der Weg frei für einen Freiheitskampf nach außen.

„Ich bin zu der felsenfesten Überzeugung gekommen, daß das schaffende Deutschland nie mit, sondern nur gegen das knechtselige Bürgertum aller Schattierungen befreit werden kann. Es gilt, die revolutionären Kräfte des Volkes zu sammeln, die Armee der Arbeiter, Bauern und Soldaten zu formieren und den Befreiungskrieg über die Trümmer der Weimarer Republik nach Westen zu tragen. Stein hat einmal gesagt: „Wenn man ein Volk befreien will, dann muß man seine niederste Klasse befreien.“ (Richard Scheringer: Brief an General Dieterich, 1931)

Scheringer hatte seine Erfahrungen mit dem „Antikapitalismus von rechts“ in Gestalt der NSDAP gemacht und in sehr schnell als das entlarvt, was er ist: als bloße National- und Sozialdemagogie. Er hatte erkannt, daß die nationale Frage in Wirklichkeit eine Klassenfrage ist. Nur ein deutscher Arbeiterstaat im Bunde mit der Sowjetunion hätte damals Deutschland vom Versailler Diktat befreien können. Die bürgerlichen Nationalisten von der DDP bis zur NSDAP versagten sich geschlossen dieser Forderung.

Scheringers Urteil über die NSDAP fällt dementsprechend vernichtend aus:

„Wir, und mit uns die breite Masse des Volkes glaubten unsere Ideen in der N.S.D.A.P. verkörpert. Wer heute die praktische Politik der nationalsozialistischen Führer mit ihren radikalen Plänen vergleicht, erkennt, daß ihre Handlungen im schärfsten Gegensatz zu dem stehen, was sie reden und schrieben und was wir von ihnen erwarteten. Die praktische Politik dieser Führer wird durch folgende Tatsachen gekennzeichnet.

1. Sie haben sich im Laufe der letzten Monate eindeutig vom Sozialismus losgesagt.
2. Sie haben das Privateigentum heilig gesprochen.
3. Sie haben bei innerpolitischen und wirtschaftlichen Auseinandersetzungen die Interessen der Kapitalisten gegen die Interessen des Proletariats vertreten.
4. Sie haben keinem Kapitalisten ein Haar gekrümmt, aber den Terror gegen das Proletariat organiesiert.
5. Sie haben gegen die Zerreißung des Youngplanes gestimmt.
6. Sie haben die Verschuldung Deutschlands an das internationale Finanzkapital anerkannt.
7. Sie haben den Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund verhindert.
8. Sie haben sich mit Bürogenerlaen ins Einvernehmen gesetzt.
9. Sie haben innerhalb der eigenen Reihen einen Byzantinismus hochgezüchtet, der zum Himmel stinkt. Die Parteiführung hat dadurch ihren reaktionären Charakter eindeutig bewiesen. Der Verrat ist offenbar. Die kapitalistischen Westmächte schließen sich zur weiteren Niederhaltung und Ausbeutung des schaffenden Deutschland und zur Aktion gegen die russische Räterepublik erneut zusammen. Die Hitler und Rosenberg aber, die angeblich das Reich befreien wollen, kriechen im Verein mit der deutschen Bourgeoisie, mit Brüning und Groener den kapitalistischen Raubstaaten entgegen. Dieser Weg der Stresemann und Breitscheid ist unmöglich für alle, die es mit der Befreiung ehrlich meinen. Nur im Bunde mit der Sowjetunion nach Zerschlagung des kapitalistischen Systems in Deutschland können wir frei werden. Es gilt, die Konsequenz zu ziehen.“
(Nach: K. O. Paetel: Nationalbolschewismus und nationalrevolutionäre Bewegungen in Deutschland, S. 174 f)

Scheringer zog die Konsequenz – er sagte sich vom Hitlerfaschismus los und wurde Kommunist.

Der Rückblick in die Geschichte ist keineswegs vertane Zeit, denn dasselbe, was sich damals abspielte, wiederholt sich heute. Das „nationale“ Bürgertum lieferte das eigene Vaterland den westlichen Raubstaaten aus, um seine Klassenherrschaft zu erhalten und zu sichern.

Nicht der Ententeimperialismus war der Feind der rechten Nationalisten, sondern der russische Arbeiterstaat, der auf jegliche Annexionen und Reparationsleistungen verzichtet hatte. Nicht das verräterische Bürgertum, daß Locarno, Dawes und Young zu verschulden hatte, war der Feind der rechten Nationalisten, sondern die Arbeiter und ihre Klassenorganisationen.

Der Hitlerfaschismus lag voll auf dieser Linie. Als 1923 die deutschen Arbeiter an der Ruhr gegen die belgisch-französische Invasion kämpften, versagte die NSDAP ihnen jegliche Unterstützung. Hitler gab sogar die Parole aus: „Nicht nieder mit Frankreich, sondern nieder mit den Novemberverbrechern!“

Ebenso wie der bürgerliche Nationalist Stresemann Elsaß-Lothringen an die französischen Geschäftsfreunde verkauft hatte, so verkaufte der Hitlerfaschismus Südtirol an das faschistische Italien.

Nicht Befreiung Deutschlands vom westlichen Imperialismus, sondern die Befreiung „Europas“ (=der europäischen Bourgeoisie) vom „Bolschewismus“ (=revolutionäre Arbeiterklasse) war und ist das innen- wie außenpolitische Ziel des (Neo-)NS. Während man dem Arbeiter Spaltung der „Volksgemeinschaft“ vorwirft, bereitet man selber den Klassenkampf auf gesamteuropäisacher Ebene vor.

Kein nationales und sozialistisches Deutschland, sondern eine imperiale Föderation, ein europäsicher Ultraimperialismus ist das Ziel der bürgerlichen Rechten von Republikanern über NPD bis KDS. (Dasselbe Ziel verfolgen auch die Systemparteien, die dem EU-Verfassungsentwurf zugestimmt haben, der ähnliche Pläne fördert. Außenpolitisch stehen sich bürgerliche Rechte und „Demokraten“ also ziemlich nah.)

Der bürgerliche Imperialismus, der keine nationalen Grenzen akzeptiert und sich die ganze Welt untertan machen will, kann nur durch einen starken proletarischen Internationalismus auf nationalstaatlicher Basis aufgehalten werden. Sozialistischer deutscher Patriotismus und proletarischer Internationalismus schließen sich nicht aus, sondern bedingen einander, denn ein sozialistisches Deutschland kann auf Dauer nicht in einer kapitalistischen Umwelt überleben.

„Die Vereinigten Staaten von Europa sind unter kapitalistischen Verhältnissen gleichbedeutend mit Übereinkommen über die Teilung der Kolonien. (…) Natürlich sind zeitweise Abkommen zwischen den Kapitalisten und zwischen den Mächten möglich. In diesem Sinne sind auch die Vereingiten Staaten von Europa möglich als Abkommen der europäischen Kapitalisten … worüber? Lediglich darüber, wie man gemeinsam den Sozialismus in Europa unterdrücken, gemeinsam die geraubten Kolonien gegen Japan und Amerika verteidigen könnte. (…) Die Zeiten, in denen die Sache der Demokratie und des Sozialismus nur mit Europa verknüpft war, sind unwiderruflich dahin. Die Vereinigten Staaten der Welt (nicht aber Europas) sind jene staatliche Form der Vereinigung und der Freiheit der Nationen, die wir mit dem Sozialismus verknüpfen.“ (Lenin: Über die Losung der Vereinigten Staaten von Europa)

Lenin hat die Absichten der bürgerlichen Paneuropäer ganz klar entlarvt. Es geht nicht um Völkerverständigung, sondern um die Unterdrückung der Arbeiterklasse in Europa. Es geht auch nicht um Vaterlandsverteidigung, sondern um die Verteidigung der kolonialen Beute gegenüber der außereuopäischen Konkurrenz.

Daß Hitler seinen Aufstieg, entgegen den Lügen der Antideutschen und bürgerlichen Demokraten, weniger dem deutschen Volk (er bekam bei Wahlen nie die Mehrheit der Stimmen), als vielmehr seinen großbürgerlichen Finanziers im In- und Ausland (amerikansiche Ostküste, faschistisches Italien, England, Frankreich, adelige Exilrussen) verdankte, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Sie alle schätzten seinen militanten Antibolschewismus. Was Hitler unter „Sozialismus“ verstand, äußerte er u. a. in einem Gespräch mit Otto Strasser (1931):

„Ich bin Sozialist, ganz anders übrigens als der hochvermögende Graf Reventlow. Ich habe als einfacher Arbeiter angefangen. Ich kann heute noch nicht sehen, wenn mein Chauffeur ein anderes Essen hat als ich. Aber was Sie unter Sozialismus verstehn (Beteiligung an der Leitung und am Besitz, P. K.), ist einfach krasser Marxismus. Sehen Sie, die große Masse der Arbeiter will nichts anderes als Brot und Spiele, die hat kein Verständnis für irgendwelche Ideale und wir werden nie damit rechenen können, die Arbeiter in erheblichem Maße zu gewinnen. Wir wollen eine Auswahl der neuen Herrenschicht, die nicht wie Sie von irgendeiner Mitleidsmoral getrieben wird, sondern sich darüber klar ist, daß sie aufgrund ihrer besseren Rasse das Recht hat, zu herrschen und die diese Herrschaft über die breite Masse rücksichtslos aufrechterhält und sichert.“ (Otto Strasser: Ministersessel oder Revolution?)

Spricht so ein „Sozialist“? Spricht so jemand, der sein Volk liebt und achtet? Diese Frage sollten sich die Neo-NSler, die ja fast alle zum „niederen“ Volk gehören, mal stellen. Wollen Sie wirklich von einer neuen Herrenrasse rücksichtslos beherrscht und niedergehalten werden? Das Schicksal von Röhm sollte jedem eine Warnung sein. Nachdem die SA der Bourgeoisie das revolutionäre Proletariat vom Halse geschafft hatte, wurde sie selber abserviert. Selber schuld, aber anscheinend bis heute nichts dazugelernt!

Die Spaltung der „Volksgemeinschaft“ in Arbeiter und Kapitalisten lehnt man als volksfeindlich und zersetzend ab. Die Spaltung der „Volksgemeinschaft“ in rassich Höher- und Minderwertige dagegen, ist wahrer „deutscher Sozialismus“. Im Weltbild des NS wird der Rassenwert allerdings nicht biologisch definiert, sondern am ökonomischen Erfolg in der „freien Marktwirtschaft“ gemessen. Unterdrückung und Ungleichheit werden naturwissenschaftlich legitimiert und damit jeder gesellschaftlichen Kritik entzogen. Das Privateigentum wird zum „natürlichen Recht“ des rassisch Höherwertigen verklärt und damit unantastbar gemacht. Faschismus ist nichts anderes als Liberalismus ohne bürgerliche Freiheiten.

„Sehen Sie, der Besitzer einer Fabrik ist doch von der Arbeitskraft und dem Arbeitswillen seiner Arbeiter abhängig, wenn die streiken, dann ist sein gesamter Besitz völlig wertlos. Außerdem aber, mit welchem Recht verlangen die Leute Anteil am Besitz und an der Leitung? (…) Der Unternehmer, der die Verantwortung für die Produktion trägt, der schafft auch den Arbeitern Brot. Gerade unseren großen Unternehmern kommt es nicht auf das Zusammenraffen von Geld an, auf Wohlleben usw., sondern denen ist die Verantwortung und die Macht das Wichtigste. Sie haben aufgrund ihrer Tüchtigkeit sich an die Spitze gearbeitet und aufgrund dieser Auslese, die wiederum nur die höhere Rasse beweist, haben sie ein Recht zu führen.“ (Otto Strasser: Ministersessel oder Revolution?)

Hitlers Äußerungen stellen die Wirklichkeit völlig auf den Kopf. Der Unternehmer schafft dem Arbeiter kein „Brot“, sondern stellt ihm lediglich die Produktionsmittel zur Verfügung. Das „Brot“ muß der Arbeiter sich dann selber schaffen (inklusive dem Mehrwert, dem Kaviar für den Kapitalisten). Totes Kapital kann keine Werte erzeugen, sondern lediglich seinen eigenen Wert auf das neue Produkt übertragen (mit Hilfe der Arbeitskraft). Produktiv, d. h. wertschöpfend ist immer nur die menschliche Arbeit, niemals das Kapital und schon gar nicht sein Besitzer, der nur die Dividende einzustreichen braucht.

Im verqueren Weltbild Hitlers wird auch nicht der besitzlose und damit abhängige Arbeiter vom Kapitalisten unterdrückt, sondern umgekehrt. Oberste Pflicht des faschistisch-bürgerlichen Staates ist deshalb, den wehrlosen Kapitalseigner vor seinem gierigen, anmaßenden und ewig streikbereiten Arbeitern zu schützen. Wo kämen wir schließlich hin, wenn der rassisch minderwertige Prolet seinem arischen Herrn die Lohn- und Arbeitsbedingungen diktieren könnte?

Neo-NSler und bürgerliche Nationalisten werfen Gewerkschaften und SPD „Verrat am Volk“ vor. Worin besteht für sie dieser Verrat? Im Reformismus? In der Komplizenschaft mit dem Kapital? In der Beteiligung an Lohnkürzungen und Sozialabbau? Keineswegs. Die Gewerkschaften machen „unsere“ Wirtschaft durch zu hohe (!) Löhne und „Lohnnebenkosten“ kaputt. Das wirtschaftspolitische Ziel ist somit „Befreiung“ des geknebelten Unternehmers von unzumutbaren sozialen Lasten:

„Wir brauchen eine Sozialpolitik, die sozialer Gerechtigkeit und wirtschaftlicher Vernunft entspricht. (…) Eine Sozialpolitik nach dem Traumbild des totalen Wohlfahrtsstaates, dessen Belastungen für alle Schaffenden zum Alpdruck werden, verfehlt ihre Aufgabe und ist unsozial.“ (NPD-Parteiprogramm)

Hätte auch von Merkel, Schröder oder Westerwelle sein können. Sozialstaat ja, aber immer unter dem Vorbehalt „wirtschaftlicher Vernunft“, also ohne Beschneidung der Profite. Während in der Realität der Sozialstaat hemmungslos demontiert wird, zittert das rechte Lager vor der Bedrohung „unserer“ Wirtschaft durch einen angeblich auf der Tagesordnung stehenden totalen Wohlfahrtsstaat.

Und natürlich darf auch die Verhimmelung des „schaffenden“, „gemeinwohlorientierten“ deutschen Unternehmers nicht fehlen:

„Es geht um die Bewahrung und Dynamisierung der privaten Unternehmerinitiative im Dienste der Nation.“ (Kampfbund Deutscher Sozialisten/KDS)

Nach dem Willen der rechten „Antikapitalisten“ soll der Kapitalismus also nicht nur nicht abgeschafft, er soll sogar noch „dynamisiert“ werden. Diese „Dynamisierung“ betreiben die kapitalshörigen BRD-Parteien seit Jahrzehnten mit dem Resultat von Massenarbeitslosigkeit, Massenarmut, Niedriglöhnen und Sozialabbau.

Die kapitalistische Ausbeutung wird also weder aufgehoben noch eingedämmt, sondern in den „Dienst der Nation“ gestellt. Da es sich dabei natürlich um die bürgerliche Nation (=Kapitalistenklasse) handelt, kann man im Faschismus das kapitalistische Profitinteresse sogar noch mit dem Gemeinwohl rechtfertigen:

„Ziel nationaldemokratischer Wirtschaftspolitik ist die Synthese von unternehmerischer Freiheit und sozialer Verpflichtung. Deshalb bekennt sich die NPD zu einem freien und sozialverpflichteten Unternehmertum. Die Führung der Volkswirtschaft ist jedoch Aufgabe des Staates und unterliegt dessen letzter Verantwortung.“ (NPD-Parteiprogramm)

Synthese von unternehmerischer Freiheit und sozialer Verpflichtung? Mit solchen Federn schmücken sich die Herren Kapitalisten sicher gerne. Nur Schade, daß diese Synthese in der Realität noch nie funktioniert hat. Nach mehr unternehmerischer Freiheit schreien alle Systemparteien von den Grünen bis zur Linkspartei (PDS), da befinden sich NPD und KDS in bester Gesellschaft. Aber wo bleibt die Freiheit des Arbeiters? Davon ist im Parteiprogramm nirgendwo die Rede.

Die Rechten sind nicht antikapitalistisch, sondern lediglich antiliberalistisch. Anstelle des liberal-kapitalisitschen Systems möchten sie ein autoritär-kapitalistisches System setzen. Nicht die Arbeiter und ihr Staat sollen über die Produktionsmittel verfügen, sondern der bürgerliche Staat als (Gesamtkapitalist) soll die Wirtschaft im Interesse der gesamten Kapitalistenklasse regeln. Wie so etwas aussieht, weiß man aus dem Dritten Reich: Zerschlagung der Gewerkschaften, Zwangsarbeit, drastische Lohnkürzungen, Willkür und Unterdrückung der arbeitenden Massen, dabei Riesenprofite für das Kapital.

Der „rechte“, bürgerliche bis faschistische Nationalismus ist reaktionär und antisozialistisch. Allenfalls möchte er ein paar soziale Korrekturen, um die Arbeiter ruhigzustellen und vom Klassenkampf abzuhalten. Er steht innenpoolitisch auf seiten des Bürgertums und außenpolitisch auf Seiten der imperialistischen Mächte. Er will kein freies sozialistisches Deutschland, sondern lediglich „Gleichberechtigung“ ( also ein größeres Stück von der imperialen Beute) innerhalb des imperialistischen Blocks. Das bürgerliche Klasseninteresse verwechselt er, bewußt oder unbewußt, mit dem Interesse der deutschen Nation.

Der sozialistische Patriotismus vertritt konsequent den Standpunkt der arbeitenden Massen. Er steht innenpolitisch auf Seiten der Arbeiter und außenpolitisch auf Seiten aller unterdrückten Klassen und Völker. Nicht das reaktionäre Bürgertum, sondern nur die revolutionäre Arbeiterklasse kann Deutschland befreien. Denn nur sie hat ein vitales Interesse am Sturz der völkerfeindlichen imperialistischen Weltordnung.

„Wenn man ein Volk befreien will, dann muß man seine niederste Klasse befreien.“

In diesem Satz wird das dialektische Verhältnis von innerem und äußerem Freiheitskampf aufgezeigt, das die „rechten“ Nationalisten nicht begreifen können oder wollen.

Freiheit des Arbeiters, nicht Unternehmerfreiheit ist das Ziel. Solange das deutsche Volk, d. h. die arbeitende Masse nach innen unfrei ist, kann Deutschland auch nach außen hin nicht frei werden.

Die wesentliche Aufgabe des linken, sozialistischen Patriotismus ist es, das Volk über den Zusammenhang zwischen nationaler und sozialer Unterdrückung aufzuklären. Solange der deutsche Arbeiter kein Klassenbewußtsein entwickelt, solange wird auch kein nationales Bewußtsein entstehen. Der entmündigte, unter Kuratel des „genialen, schaffenden, arischen Unternehmers“ stehende Arbeiter wird niemals ein Vaterland haben, für das es sich zu kämpfen lohnt. Nur ein demokratisches und sozialistisches Vaterland wird auch von den arbeitenden Massen verteidigt werden.

Im Gegensatz zu „Kortschagin“ finde ich sehr wohl, daß es eine „Querfront“ zwischen „rechts“ und „links“ geben kann. Ausnehmen tue ich hiervon jedoch ausdrücklich Neonazis.

Prof. Dr. Michael Nier versuchte in der neonazistischen NPD linkes und nationales Gedankengut zusammenzuführen, scheiterte jedoch wie vorherzusehen und trat am 7. 10. 2000 wieder aus. In einem Brief an einen WIDERHALL-Leser:

Heute ist noch ein politisches Einigungswort im Volk vorhanden, die „soziale Marktwirtschaft“. In dieser Idee sind sozialistische und kapitalistische Elemente in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen vereinigbar. Die praktische Mischung dieser Elemente ist immer eine Machtfrage und hängt ab von den zur Lösung anstehenden Problemen. Auf der Basis dieser Idee können sich sogar bürgerliche Antikommunisten und patriotische Sozialisten finden. Sie werden sich dann natürlich um die Ausdeutung und die zur Idee gehörigen politischen Maßnahmen streiten. Der Kern des strategischen Denkens der patriotischen Linken wird im Marxismus liegen müssen, denn hier liegt das historisch entwickeltste Niveau der wissenschaftlichen Kapitalismusanalyse vor.

Info: http://de.metapedia.org/wiki/Michael_Nier

Claus-M. Wolfschlag in seinem Buch „Bye-bye `68 … Renegaten der Linken. APO-Abweichler und allerlei Querdenker berichten“:

Höchstwahrscheinlich liegt allein in der verbindenden Auseinandersetzung von „linken“ und „rechten“ Erfahrungen die Chance, Herausforderungen der Zukunft gestalten zu können. Vielleicht entstehen hier also zwischen den Stühlen neue Möglichkeiten humaner Grundüberzeugungen, welche im Zusammenspiel „progressiver“ und „konservativer“ Erfahrungen liegen dürften.

In der kommunistischen Schrift „bruchlinien“ heißt es:

Zuerst müssen wir einmal feststellen, dass es nicht nur einen marxistischen Sozialismus gibt. Der Sozialismus ist ein Multiversum in dem es verschiedene Strömungen gibt, einige davon nicht marxistisch, darunter auch antikapitalistisch-konservative. Es braucht den Mut den Sozialismus im Plural zu sehen, wie Marx das im Kommunistischen Manifest tat. Es gibt einen konservativen und traditionalistischen Sozialismus – oder andersherum: Konservative und Traditionalisten sind nicht ausschließlich Vertreter des Privateigentums, der Ausbeutung, des Individualismus und Rassismus.

Advertisements

15 Gedanken zu “Kortschagin: Querfront zwischen „rechts“ und „links“?

  1. Die Verbindung von links und rechts ist notwendig, aber die Synthese muß in der Mitte liegen, schon um die Mehrheit der Wählerschichten zu erhalten.

    In dieser Zeit des Umbruchs ist auch sicherlich hier schon ein gutes und tragfähiges Konzept erarbeitet, das im rechten Moment vorgestellt wird.

    Ich denke, das Rhein Main Gebiet wird nicht das Geringste sein, wohlverstanden.

    CHIREN

  2. Der Artikel von Kortschagin trifft. Ein Zusammengehen mit „rechten“ [sprich: bürgerlichen) Kräften ist sicher von Zeit zu Zeit bei gleicher oder ähnlicher Interessenlage möglich und auch notwendig (z.B. Stuttgart 21). Was Wolfschlag hingegen vorschlägt, geht m.E. völlig am Wesen vorbei. Und zwar aus einem Grunde: es gibt keine antikapitalistischen Bürger. Die Einzelpersonen (wie z.B. Karl MARX, Friedrich ENGELS oder Wladimir Iljitsch LENIN), die sich von ihrer Klasse lossagen und sich dem Proletariat anschliessen, sind so wenige, dass nicht von einer „Querfront“ gesprochen werden kann. Dieses Gerede von der „Querfront“ ist lediglich eine ideologische Masche, um Faschismus und Kommunismus noch besser in eine gemeinsame Ecke stellen zu können, mit dem Ziel, den Kommunismus in den Augen der Ausgebeuteten und Unterdrückten zu diskreditieren.
    Der Beitrag von Chiren macht dies deutlich. Welche „Mitte“ ist gemeint? Es kann nur die bürgerliche Mitte sein. Damit wird aber dem revolutionären Kampf des Proletariats schon wieder die Spitze abgebrochen und das Ganze zu einer Reformbewegung innerhalb der kapitalistischen Gesellschaftsordnung degradiert.
    MfG
    kleinerbeck

    • @kleinerbeck

      Auch ohne Einigkeit in der Frage des ökonomischen Ordnung ist eine „Querfront“ geradezu nötig, wenn es um Fragen der nationalen Existenz geht, etwa in punkto Souveränität, Einwanderungsproblematik usw.

      Aber genau das will die deutsche Linke nicht wahrhaben, da sie die nationale Frage konsequent negiert, im Gegensatz zu Sozialisten alten Schlages wie Thälmann, Thalheimer, Paetel und Niekisch.

  3. Ich zitiere sinngemäß aus einem anderen Beitrag von mir:
    Die „Querfront“ bildet sich nicht aus Linken, Rechten, Parteien, Grüppchen und Personen, sondern aus dem internationalen Proletariat, aus nix sonst!
    Und wer eine Querfront gegen Seinesgleichen bildet, stellt sich selbst ein Bein!
    Wir brauchen alle Beine, schwarze, braune, gelbe, rote, jüdische, islamische, christliche, buddhistische, Alle! Nicht, um sie uns selbst zu stellen, sondern um ein System zu stürzen! Dass ist die Querfront!
    Rotfront!

    • Internationalismus heißt nicht, die Unterschiede zwischen den Völkern zu negieren und durch das Kapital initiierte Wanderungsbewegungen zulasten der jeweils einheimischen Bevölkerungsmehrheit (wie bei uns in Deutschland) als naturgesetzliche Erscheinung hinzunehmen und die nationale Frage zum Nutzen des Klassenfeinds zu negieren, sondern sie aufzugreifen und Forderungen zu formulieren.

      Dann können Sozialisten international zusammenarbeiten, die Vision einer sozialistischen Welt im Blick, was ein sehr langer Prozeß sein dürfte.

      Eine „Querfront“ zwischen linken und rechten deutschen Patrioten wäre dringend nötig, nicht zuletzt die Migrationsproblematik zu lösen, die eine nationale Frage ersten Ranges ist. Das könnte man dann als eine Volksfront für Deutschland bezeichnen.

  4. Damit könnte begonnen werden, was „Handfestes“ ist es für mich nicht! Wie im Blog von Jürgen Elsässer von einigen Usern geschrieben, ist das Bündnis instabil und zerbricht später! „Sturm im Wasserglas“ wieder mal! Nationale „Egotrips“ lassen dem Imperialismus zu viel Raum um jede Form (insbesondere eine für die Bourgeoisie gefährliche) von Sozialismus zu zerschlagen und niederzuringen! Dieses Schicksal war schon dem revisionistisch verkrüppelten Vorläufer beschieden!
    So jetet nich, Detlef!

    • Du kannst mir gerne erklären, was die Kommunisten in der BRD bis zum heutigen Tag zuwege gebracht haben, wobei ich von Dir gerne die Frage beantwortet haben möchte, ob Du diese tatsächlich mit der Arbeiterpartei Thälmanns auf eine Stufe stellen willst, die in ihrem „Programm zur nationalen und sozialen Befreiung des deutschen Volkes“ gegen das Versailler Diktat (für uns heute: Potsdamer Beschlüsse, die der Kommunist Thalheimer verurteilt hat) agitierte und für den Zusammenschluß aller Deutschen aufgrund des Selbstbestimmungsrecht der Völker eintrat (also auch der in Elsaß-Lothringen, Südtirol, Westpreußen usw. usf. sich also großdeutsch positionierte.

      Thälmann wäre heute für die deutsche Linke ein „Querfront-Nazi“, „Nazionalkommunist“, „Revanchist“ usw.

  5. Naja Detlef! Um den Brückenschlag so hinzubekommen, dass es wie bei Ernst T. wirkte, muss man Ernst Thälmann heißen, Arbeiter und Kommunist sein und nicht Selbstdarsteller, „Schmierfink“ und parfümierter Heini! Ich möchte den J.Elsässer nicht damit angreifen, aber man würde ihn eher dort einordnen, als in Richtung einer Person wie Ernst Thälmann! Du weißt, wie ich zu „Teddy“ stehe und seinem Andenken!
    Du darfst, aber Du musst mir bestimmt nicht erzählen, wer Ernst Thälmann war! So viel Kenntnis über den einstigen Anführer der deutschen Arbeiterklasse solltest Du mir zutrauen! Es freut mich ungemein, dass Du dich so intensiv mit seinen Reden und Ansichten befasst hast. Wenn Dir daraus eine neue Erkenntnis erwächst, ja bitte gern! Die Einschätzung als „Querfront-Nazi, Nazionalkommunist, Revanchist usw.“ überlass bitte Kommunisten und nicht denen, die Thälmann für nicht vorhandene „Bündnisse“ vereinnahmen! Der Versailler Vertrag und die Bindung an einen „amerikanischen Traum“ im Sinne der USA sind auch zwei grundverschiedene Dinge, auch wenn sie sich irgendwo gleichen! Wir wissen es zu unterscheiden und entsprechende Schlüsse zu ziehen, wie Thälmann es nicht anders getan hätte!

    • Ich weiß jetzt nur nicht, wie Du auf Jürgen Elsässer kommst, an den ich nicht eine Sekunde gedacht habe. Und ganz gewiß überlasse ich heutigen Möchtegern-Kommunisten nicht die Deutungshoheit über Ernst Thälmann. Es ist Fakt, daß sein nationales und großdeutsches Bekenntnis wie seine Verurteilung des Diktats von Versailles, sein Aufgreifen halt der nationalen Frage ihn heute für die tonangebende antideutsche Sektiererlinke zum „Revanchisten“, „Geschichtsrevisionisten“, „Chauvinisten“ und günstigstenfalls „Nationalkommunisten“ machen würden. Alle würden heuer in Deutschland über ihn herfallen, die Pseudo-Antifa vorneweg. Ich kenne natürlich die Ausreden der Funktionäre ohne Anhang der heutigen kommunistischen Kleinstparteien. Heute herrschen angeblich völlig andere Bedingungen und der ganze Mist. So redet man sich heraus, ängstlich den Blick nach links und rechts gewandt, immer auf der Hut von der Rechtsextremismuskeule.

  6. Detlef Nolde:
    Ich weiß jetzt nur nicht, wie Du auf J. Elsässer kommst, an den ich nicht eine Sekunde gedacht habe. .

    Sorry, Detlef! Ich selbst habe daran gedacht, was nun überhaupt nichts mir Dir zu tun hat, insbesonders nachdem Du aus der komischen „Volksinitiative“ ausgetreten bist! Also halt die Füße still, ich habe nichts auf Dich gemünzt! Ich kann dir auch bei besten Willen nicht folgen, was Du meinst, wie Kommunisten heute Thälmann und seine „großdeutschen Bekenntnisse“ einschätzen würden! An seiner Rolle als Patriot und Kommunisten war nichts „großdeutsch“ es war eine legitime Forderung nach einem unabhängigen, sozialistischen Deutschland, ohne damit die Knechtschaft anderer Völker zu rechtfertigen! Ich sehe keinen „ängstlichen Blick“! Kommunisten ist eigen, kulturelle Befindlichkeiten zu Gunsten iher Interessen anzuerkennen, soweit sie sich nicht antagonistisch zum humanismus bewegen! Vorsicht, Behutsamkeit und Notwendigkeit in der Verständigung, war stets Programm! Tz! Du müsstest am besten wissen, lt. Deiner Darstellung der Handhabung in der DDR, was erwünscht und nicht erwünscht war! Haben sich Kommunisten irrationalen Hirngespinsten hingegeben? Klar, darf auch revisionistisch der vorgeblichen Idee, gewertet werden! Unsere Gegner drehen uns gern damit eine Nase! So viel Hirnmasse sollte man haben, um Gutmensch und Vollidiot nicht zu verwechseln! Zumal wir immer für weder/noch standen! Haben sich Kommunisten dem Wohlstandsnomadentum aus Profitgier verpflichtet gefühlt und die Förderung dessen propagiert? Nein! Also bitte! In der DDR wurden keine Arbeitskräfte versklavt, sondern ausgebildet, um eine Orientierung zu verschaffen, um im Heimatland den Sozialismus aufzubauen, dieses Ziel hatte Vorrang! Nun komm jemand mit der „Tragödie“ wo sich die Putzfrau (16, ungelernt) in einen Algerier, Kubaner, Mosambikaner „verliebt“ hat, da kommt der ganze Inhumanismus der Kommunisten zum Vorschein, was? Das heben wir uns auf, wenn die Grundlagen dafür geschaffen wurden! Kein Kommunist hat vor, das Pferd von hinten aufzuzäumen! Aus schnöden Profitinteresse erfolgt dies heute anders, und wo bitte bleibt der Humanismus? Achso! Indem man sich gegenseitig versklavt oder seine Kultur über die der Unkultivierten lobt? War nicht undere Idee von Verständigung. Entschuldigung bitte!

    • Die gesamtdeutschen Bekenntnisse der einstigen KPD habe ich hier zusammengetragen. Insofern war Thälmann durchaus ein großdeutsch ausgerichteter Patriot. Eine solche Denke kann zudem per se schon gar nichts mit der „Knechtschaft anderer Völker“ zu tun haben, weil groß-/gesamtdeutsch ja bedeutet, alle in Deutschland (=Land der Deutschen) bzw. geschlossen in Mitteleuropa siedelnde Deutschen (zu Zeiten Thälmanns wie im Lied der Deutschen von Hoffmann von Fallersleben in der 1. Strophe besungen) in einem Staat zusammenzufassen.

      Was die Nazis vorhatten, das war ja nicht großdeutsch (den Verrat Hitlers an Südtirol hat die KPD frühzeitig angeprangert), wie es in ihrem Parteiprogramm nationaldemoagogisch hieß, sondern im klassischen Sinne imperialistisch, auf die Kolonisierung des „slawischen“ Ostraums bis zum Ural gerichtet. Von daher schon hat ein gesamtdeutsch ausgerichtetes Nationalbewußtsein nichts mit Chauvinismus zu tun.

      Wie diese Frage letztlich in der DDR gehandhabt wurde, erfährt nicht meine Billigung, denn dort mußte man sich der Sprachregelung Moskaus beugen, Vertreibung und Landraub als „gerechtfertigte Umsiedlung“ anerkennen (der Kommunist der ersten Stunde, August Thalheimer machte das nicht mit und setzte mit seiner Gegnerschaft zu den Potsdamer Beschlüssen die Linie Thälmanns in der nationalen Frage fort) und das Wort „Deutschland“ überhaupt aus dem Sprachgebrauch wischen, womit man abermals nicht in Thälmanns Fußstapfen trat, der erkannt hat, wie wichtig es ist, die nationale Frage nicht dem Klassenfeind zu überlassen.

      Es hat im übrigen nichts mit „Verständigung“, „Humanismus“ und „proletarischen Internationalismus“ zu tun, wenn der klassenbewußte deutsche Arbeiter keine Lust hat, sich von eingewanderten Zigeunern oder Moslems an die Wand drücken zu lassen (parallel dazu seine zur diskriminierten ethnischen Minderheit avancierten Kinder in der Schule) und dafür letztlich noch zu bezahlen und am Ende aus seinem derart „kulturell bereicherten“ Kiez emigrieren zu müssen, statt die Heimführung dieser „Migranten“ und die Bestrafung all jener deutschen Politiker zu fordern, die ihm, seiner Familie und seinen Kollegen das alles aufgebürdet haben.

      Daß sich daran die soziale Frage im engeren Sinne anschließen sollte, also die restlose Beseitigung der politischen und ökonomischen Macht der Bourgeoisie, versteht sich für Deutsche, die nicht nur Patrioten sondern auch Sozialisten, von selbst.

      Spätestens da scheidet sich die „Querfront von links und rechts“ (um zum Eingangsbeitrag zurückzukehren) …

  7. Die Querfront ist die einzige vernünftige Strategie … für eine breite Politik der Volksverbundenheit … gegen die Auswüchse des Kapitalismus. Aus der Geschichte lernen heisst die Fehler der extremen RECHTEN UND LINKEN nicht zu wiederholen. Dem Volk in seinem kulturell und historisch angestammten Raum muss wieder die Bedeutung zukommen welche für eine hochentwickelte Nation unabdingbar ist, dazu gehören Patriotismus, Zusammenhalt, Vaterlandsliebe, Stolz auf seine Heimat und Solidarität. Nicht zuletzt die konsquente Abgrenzung gegen all jene Erscheinungen welche unsere Heimat von aussen systematisch zerstören … Alle nicht funktionierenden MULT-KULT Einflüsse gehören dazu. Multi-Kulti ist der Totengräber jeder über jahrtausende gewachsenen Kultur.

    MFG Andy THE GERMAN MAN !

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s