Bei Lichte betrachtet: Die „Antizionisten“ von Neturei Karta

Von Zionisten und „antizionistischer“ Neturei Karta gleichermaßen gehaßt: Prof. Israel Shahak und sein bekanntestes Buch

Eine ultraorthodoxe jüdische Gruppierung drängt in letzter Zeit verstärkt an die Öffentlichkeit: Sie nennt sich Neturei Karta („Wächter der Stadt“)

Sie ähnelt in ihren Ansichten (und kooperiert mit) den ebenfalls dem Chassidismus zuzurechnenden Satmar-Juden. Dazu Neturei Karta:

Naturei Karta hat sich ursprünglich unter anderem aus Schülern des Vilnaer Gaon im Heiligen Land gebildet und wurde sehr rasch auch zu einem antizionistischen Sammelbegriff für viele Chassidim aus verschiedenen chassidischen Gruppen. Neturei Karta und Chassidus ist kein Widerspruch. Die meisten Kartaniks sind Chassidim. Im übrigen war der Chassidismus nie ein Gegner des Gaon von Vilna. Ganz im Gegenteil!

Aus: http://www.religionsforum-wogeheichhin.de/t1598f23-Jugendgewalt-und-Zentralrat-1.html#msg3072738

Über die Haltung des “Gaon von Wilna” zum Chassidismus:

Ich schrieb nicht, dass der Gaon von Vilna kein Gegner des Chassidismus war. Doch ihm ging es dabei nicht um die Mystik an sich oder um die “Ekstase”, sondern er hatte – noch unter dem Eindruck des falschen Messias Shabbtai Zvi aus dem 17. Jhrdt. n.Z. – einfach die Befürchtung, dass die Beschäftigung seitens breiter Massen mit der Kabbala ähnliche negative Auswüchse haben könnte. Aus dieser Befürchtung heraus gründete sich sein anfänglicher Widerstand gegen den Chassidismus, der im übrigen in seinen letzten Lebensjahren schon alleine unter dem Eindruck der nicht mehr aufzuhaltenden Massenerscheinung des Chassidismus sich auch zusehends relativierte. Er selbst war nicht nur ein weit gebildeter und gelehrter Talmudist sondern auch ein Kabbalist und Mystiker höchsten Ranges.

Aus: http://www.religionsforum-wogeheichhin.de/t1598f23-Jugendgewalt-und-Zentralrat-2.html#msg3072845

Wie der Kartanik erwähnt, sehen sie sich als Schüler des Rabbi Eliyahu ben Shlomo Zalman (sein richtiger Familienname war „Kremer“) der am 23. April 1720 in Wilna oder in der Nachbarstadt Seltz geboren wurde. Bekannt ist er unter der Bezeichnung “Gaon von Vilna” (Genie von Wilna) oder GRA (Abkürzung der Anfangsbuchstaben der Bezeichnung “Gaon Rabbi Eliyahu”).

Einer Kernaussage von Neturei Karta (mit der sie vorgeben sich vom Zionismus zu unterscheiden) lautet, daß ihr Gott ihnen das „Exil“ solange zugewiesen hat, bis ER sie nach Palästina “zurückführt”.

Dazu Reuven Jisroel Cabelman, Neturei Karta-Sprecher in Deutschland, Mitglied der Satmarer Chassidim und Betreiber der Internetseite „Der Israelit“ und gelegentlich unter “Freie Vereinigung frommer Juden – Ahawas Scholaum Berlin” firmierend:

Die Juden sind von Gott vor 2000 Jahren ins Exil geschickt worden, wo sie verharren müssen bis sie von Gott von diesem Exil erlöst werden. Die Idee, bereits vorzeitig ohne göttliche Erlösung wieder ins eigene Land zurückzukehren, ist falsch.

Aus: http://www.derisraelit.org/p/die-losung-des-nahostproblems_01.html

Daß es eine Anmaßung ist, Palästina als “eigenes Land” zu bezeichnen weil die eigenen Vorfahren dort angeblich vor 2000 Jahren einmal gesiedelt haben, liegt für jeden gerecht empfindenden Menschen auf der Hand.

Nicht zuletzt:

Das heutige Israel Gottes besteht nur noch aus Christen, da Israel durch Jesus Christus auf die Grundlage des Neuen Bundes gestellt wurde (Hb. 8, 10-11). Nur Christen können also das Gesetz Moses erfüllen, weil dies ohne die Gnade Gottes und somit ohne den Glauben an Jesus Christus nicht geht.

Deshalb können auch nur Christen die Voraussetzungen für die Rückführung nach Israel gemäß 5. Mo. 30, 1-14 erfüllen.

Interessant ist der Umstand, daß die Kartaniks ihr eigenes Gebot, auf keinen Fall “vorzeitig ohne göttliche Erlösung wieder ins eigene Land zurückzukehren”, also im “Exil” zu “verharren”, längst gebrochen hat.

Sie drangen unter den Osmanen, Engländern und Zionisten (gemeinsam mit diesen) nach Palästina ein und gründeten dort Neturei Karta, so daß heute zehntausende ihrer Anhänger auf dem Land der vertriebenen Araber siedeln. Darauf angesprochen reden sie sich wie folgt heraus:

Übrigens lebt auch heute noch ein Teil der Nachkommen der Schüler des Vilnaer Gaon in E”Y und sind Teil der Neturei Karta. (Sie hatten) für ihre Einreise und Niederlassung im Land die Erlaubnis der Behörden der Regierung des Ottoman-Reiches.

Aus: http://derisraelit.wordpress.com/2013/01/29/eretz-yisroel-golus-und-geula-thora-antworten-auf-einen-zionisten/

Nach Ansicht von Cabelman sind Türken (und später Engländer) demnach berechtigt gewesen, ausländischen Juden zu „erlauben“, sich Palästina unter den Nagel zu reißen und die einheimischen Araber zu vertreiben.

Cabelman übt sich in talmudischer „Auslegung“, um den erwähnten Widerspruch aufzulösen:

Juden dürfen sehr wohl in Palästina wohnen, auch während dem Exil, aber nur als Einzelpersonen unter der Herrschaft der jeweils dortigen Regierung, keinesfalls schon als “Judenstaat”, der ihnen von Gott strengstens untersagt wurde. Das war auch immer, seit 2000 Jahren nie anders gedacht, und jüdische Personen, fromme Gottesfürchtige kamen als Einzelpersonen in das heilige Land, um dort ein bescheidenes gottesfürchtiges Leben zu führen. Sie wurden von der dort ansässigen arabischen Bevölkerung geachtet und geschätzt, ein herrliches Zusammenleben war das tagtägliche Zwischeneinander, bis zur grossen Katastrophe, als 1948 die wilde Horde der Zionisten mit ihrem abenteuerlichen ‘Staat’ alles zerstörten: Das fromme Leben der dortigen jüdischen “Exil-Bewohner”, zusammen mit dem legal dort ansässigen und verwurzelten palästinensischen Volk.

Aus: http://derisraelit.wordpress.com/2010/04/12/exil-holocaust-und-erlosung/

„Nur als Einzelpersonen” sind die Schüler des „Gaon von Wilna“ und späteren Kartaniks also nach Palästina eingedrungen und das ganz zufällig gleichzeitig mit den Zionisten, die ebenfalls schon lange vorher (und nicht erst 1948) begonnen haben, in Palästina zu siedeln und die einheimische Bevölkerung auszutreiben.

Es bleibt also ein Widerspruch der Kartaniks, daß man „keinesfalls vorzeitig ohne göttliche Erlösung“ nach Palästina „zurückzukehren” aber trotzdem “sehr wohl in Palästina wohnen” darf.

Das beides nicht zusammenpaßt, liegt auf der Hand.

Im Ergebnis ist es überdies egal, ob europäische Zivilokkupanten mit oder ohne jüdische Staatsgewalt die einheimischen Palästinenser aus ihrem Land gedrängt haben.

Cabelman beschreibt seine Vision, freilich in der soften Variante für Goyim (Nichtjuden):

(Wenn die Juden) von Gott aus dem Exil erlöst werden, hat er ihnen dieses Land (=Palästina) als endgültige Heimstätte zugesprochen. Das wird erst sein, wenn, hoffentlich sehr bald, zusammen mit der Gottes-Erlösung (der ganzen Welt, nicht nur der Juden), gleichzeitig das ‘messianische Zeitalter’ anbricht, das ALLEN Erdenbewohnern Glück und Frieden bringen wird. Es werden keine Palästinenser mehr von “Israelis” vertrieben werden und es wird genügend Platz und Lebensraum in Gottes gelobtem Lande für ALLE Leute sein, die dort wohnen und ihn anerkennen und ehrlich treu ergeben sein wollen, Juden und Nicht-Juden.

Aus: http://derisraelit.wordpress.com/2010/04/12/exil-holocaust-und-erlosung/

„Alle Juden die dort wohnen“ und „Gott“ anerkennen dürften laut Cabelman in Palästina bleiben, nicht nur die Kartaniks. Da sie jedoch Gottes eingeborenen Sohn verleugnen und hassen, kommt das für ungläubige (nicht an Jesus Christus als dem Heiland glaubende) Juden – wie bereits erwähnt – gar nicht in Betracht.

Mit den Zionisten sind sich die Kataniks einig in dem Irrglauben, daß sie als antichristliche Juden “Gottes auserwähltes Volk” seien und im kommenden “Gottesreich” an der Spitze stehen werden mit Jerusalem als Welthauptstadt.

So verwundert nicht, daß der “Gaon von Wilna” von den Kartaniks wie Zionisten gleichermaßen verherrlicht wird und der Zionismus nicht als weltliche Bewegung startete und mit dem Judaismus nichts zu tun hatte wie die Kataniks behaupten, sondern orthodoxe Rabbiner mit dabei waren, um das Kind aus der Taufe zu heben.

Diese Leute, etwa Rabbi Judah Alkalai (Serbien, starb 1878), Rabbi Zvi Hirsch Kalischer (Preußen, starb 1874), und andere „Liebhaber Zions“ wie z. B. Rabbi Eliyahu Golomb und Rabbi Nathan Friedland, gelang es, eine Gefolgschaft um sich zu sammeln. Sie wurden später als „Vorboten des Zionismus“ bekannt.

Und Moshe Idel bringt uns die Erkenntnis, daß mit Theodor Herzl der „Gottvater“ des politischen Zionismus zu Beginn seines Lebens messianische Träume und Sehnsüchte hatte infolge nicht umsonst im religiös-zionistischen Lager seine loyalsten Anhänger fand.

Der Kartist Cabelman wird auch nicht Müde, sich als „deutsch-jüdischer Partiot“ auszugeben und konnte hier bereits einige Erfolge verzeichnen. Welche Haltung herrscht jedoch tatsächlich gegenüber Deutschland, dem deutschen Volk?

Der im Judentum als „bedeutender Thoragelehrte“ (also Experte in der verfälschten Auslegung des Alten Testamends) gehandelte Rabbi David Kimschi befand bereits vor Hunderten von Jahren mit Blick auf das Volk der KANAANITER:

„Es wird durch die Tradition oder mündliche Lehre gesagt / daß die Einwohner von Teutschland / Canaaniter seyen: dann als die Canaaniter vor dem Josua (aus Furcht getödtet zu werden) sich weg begaben/ wie wir über das Buch Josua geschrieben haben / gingen sie in das Land Alemannia, welches Teutschland genennet wird: und werden dieselben (nemlich die Teutschen) noch heutigen Tages Canaaniter geheißen.“

Rabbi David Kimschi, Auslegung Obad 1 V. 20, zitiert nach dem Heidelberger Hebraistikprofessor Eisenmenger, „Entdecktes Judentum“ (1711), Band 2, Seite 202

Als Kaiser Wilhelm II 1898 Jerusalem einen Besuch abstattete, wurden alle führenden Geistlichen der Stadt eingeladen, an einem ausgiebigen Empfang teilzunehmen. Die ultraorthodoxen Rabbiner jedoch verweigerten ihre Teilnahme. Einer von ihnen war der leidenschaftliche antizionistische Rabbiner Joseph Hayyim Sonnenfeld. Als er Jahre später gefragt wurde, warum er abgesagt hatte, antwortete er wie folgt:

“Ich habe von meinem Lehrer Rabbiner Leib Fiskin über die Tradition (=Kabbala) erfahren, die dem Rabbiner Elija, dem Goan von Vilna, zugeschrieben wird, daß die deutsche Nation von Amalek abstammt und wie sollte ich einen Monarchen, der ein Volk beherrscht, dessen Andenken uns befohlen wurde auszumerzen, mit dem heiligen Namen segnen?”

Elliot Horowitz: “Reckless Rites”, Princeton University Press 2006, Seite 79

Zionisten und Neturei Karta gingen auch Hand in Hand als es galt, das mutige Kölner Urteil, welches die als “Beschneidung” verharmloste (bei Juden und Moslems übliche) Genitalverstümmelung bei Jungen unter Strafe stellte, als “antisemitisches Schandurteil” zu betiteln und in Deutschland rechtsfreie Räume für sich zu proklamieren.

Ganz vorne mit dabei besagter Cabelman mit seinem Blog Der Israelit, der mit seiner Kampagne am gleichen Strang zog wie Zionisten und eingewanderte Moslems. Dabei verstieg er sich zur Äußerung, daß die Genitalverstümmelung “faktisch nicht gefährlicher” wäre als seiner “Tochter Ohrlöcher für Ohrringe machen lassen”.

Daß er sich – als Schüler des Rabbi Elija von Wilna und in Nachfolge des eben zitierten Joseph Hayyim Sonnenfeld – schwer zurückhalten konnte, seiner Verachtung gegenüber dem deutschen Volke freien Lauf zu lassen, kommt in seinen folgenden Zeilen gut zum Ausdruck:

Umfragen zeigen, daß eine Mehrheit der Deutschen gegen “rituelle Beschneidungen” bei Jungen ist. Interessant dabei ist vor allem, wie sehr sich diese deutsche Mehrheit plötzlich um eine angebliche “körperliche Unversehrtheit” jüdischer und muslimischer Kinder Sorgen macht. Das geht einem ja richtig ans Herz.

Aus: http://www.derisraelit.org/2012/07/regierung-will-die-beschneidung-per.html

Prof. Israel Shahak hat in seinem Buch „Jüdische Geschichte, Jüdische Religion“ belegt, daß der realexistierende Zionismus in „Israel“ mit all seinen Fazetten auf einer orthodoxen Auslegung der antichristlichen jüdischen Religion beruht, weshalb er für eine schonungslose Kritik des Judaismus plädiert.

Es verwundert deshalb nicht, daß sowohl Zionisten als auch Neturei Karta in Prof. Shahak einen “Verräter”, “Antisemiten” und “Nestbeschmutzer” sehen. Vor etwa einem halben Jahr fragte ich Cabelman, was er von Prof. Shahak hält – hier seine Antwort:

Ich habe das Buch von Shahak vor einigen Jahren einmal im Schnelldurchgang überflogen. Er ist mit Sicherheit kein Kronzeuge gegen die jüdische Religion, zu dem er sich aber aufspielt … und bedient in der Konsequenz in der Tat antijüdische Vorurteile. Ich bewerte ihn als Scharlatan, der … talmudische oder Maimonides-Zitate aus dem Zusammenhang reißt, um letztlich der jüdischen Religion zu schaden. … Er ist im Ganzen nicht nur oberflächlich, ahistorisch und undialektisch (und von daher “untalmudisch”), sondern obendrein ein Lügner und Fälscher, der sich die – wenn man so will – “eigene Religion” als Hauptfeind ausgesucht hat … Shahak und ich, das geht nicht zusammen …

Ludwig Watzal von der SPD nahen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) hat das Buch von Prof. Israel Shahak ausführlich besprochen und gewürdigt – ein Auszug:

Schon frühzeitig kämpfte Prof. Israel Shahak gegen jede Art von Diskriminierung von Nicht-Juden, insbesondere von palästinensischen Israelis und Palästinensern in den von Israel besetzten Gebieten. Er war jahrelang Vorsitzender der Liga für Menschenrechte. In den letzten Jahren hat er sich dem Studium der jüdischen Religion gewidmet und insbesondere ihre Interpretation durch die Orthodoxie scharf verurteilt. In ihr sieht er die Wurzeln für den Rassismus gegenüber allen Nicht-Juden und auch die Ursache für den Mord an Ministerpräsident Yitzhak Rabin. Der Fundamentalismus in Israel hat seine Wurzeln in den orthodoxen Glaubensvorstellungen. In seinen beiden Büchern weist er dieses nach. Nur wenige außerhalb Israels sind jedoch darüber informiert.

Aus: http://www.fes.de/IPG/ONLINE4-2000/REZWATZAL.HTM

In „SEMIT – unabhängige jüdische Zeitschrift“ heißt es in der Nr. 01/2010 auf Seite 36:

Israel Shahaks Buch ist inzwischen zu einem Muss-Buch geworden, für jeden der sich mit der ethischen und moralischen Situation in Israel beschäftigt. Er führt die heutige Grausamkeit nicht zuletzt auf die Quellen des Judentums zurück.

Verschleierung als Aufgabe von Neturei Karta. O-Ton Cabelman:

Sobald die Leute begreifen, dass der Zionismus eben nicht das Judentum repräsentiert, wird der unterschwellige oder offen zu Tage tretende Antisemitismus bereits reduziert. Für uns, das Judentum, das jüdische Volk ist dieses Konzept und diese Verfahrensweise darum sehr nützlich.

Aus: http://www.arendt-art.de/deutsch/palestina/texte/falsche_freunde_palaestinas_Reuven_Cabelmann.htm

Mit anderen Worten: Die “Zionismus-Lüge” der Neturei-Karta also die Suggestion, man würde den Zionisten Paroli bieten und sich mit den Opfern des Weltzionismus solidarisieren, soll den Judaismus als Grundlage zionistischen Wollens davor schützen, einer genaueren Prüfung unterzogen zu werden.

Nicht Neturei Karta, sondern die Zionisten haben recht: Es gibt keinen Widerspruch zwischen Zionismus und Judentum!

Konsequent und mutig:

Sich vom Judentum abgewendet also zu „Ex-Juden“ wurden in jüngerer Zeit z. B. Gilad Atzmon der in einem Interview mit Thomas I. Steinberg auf dessen Vorhalt „Manche Juden „steigen aus“, heiraten nicht-jüdisch, vor allem in den USA, lösen sich“ antwortete:

Wenn Sie einmal erkannt haben, worin Ihre jüdische Identität besteht, dann wollen Sie weglaufen. Da ist soviel Brutalität, gewalttätige Selbstgerechtigkeit, die ich als Ex-Israeli, Ex-Jude, wie immer Sie es sagen wollen, in mir selbst finde, daß ich es äußere, aufschreibe.

Bleibt nur zu hoffen, daß sich schnell weit herumspricht, daß Gilad Atzmon anderen Aussteigewilligen Mut machen kann …

All das scheint so einigen vermeintlichen (deutschen) Antiimperialisten, Humanisten, Patrioten und Antizionisten unbekannt und buhlen deshalb weiter um die Gunst von Neturei Karta, die sich ob derlei Naivität die Hände reiben.

Die Spanne reicht von Christoph Hoerstel (Partei „Neue Mitte“, dann „Deutsche Mitte“) über Stephan Steins (dem Macher des Online-Magazins „Die Rote Fahne“) und dem “rechten” Zuerst-Chefredakteur Manuel Ochsenreiter bis hin zur NPD, deren Parteizeitung “Deutsche Stimme” Cabelman in betont freundlicher Atmosphäre ein Interview gab.

Bei Steins und Ochsenreiter wird Cabelman als „Experte“ in Sachen „Zionismus“ und „Judentum“ gehandelt. Ochsenreiter brachte ein seitenlanges Huldigungs-„Interview“ mit ihm heraus, geschmückt mit einem Bild, auf dem Juden fröhlich ihr Purim-Fest feiern. Auf Kritik daran reagierte er auf seinem Facebook-Profil folgendermaßen:

Dieses “Religionskritiker”-Geschwätz von Leuten, die mit Talmud-Versatzstücken hausieren gehen, ist echt eine Pest. Ich lasse auf den Cabelman nix kommen! Nicht umsonst habe ich ein Porträt über ihn geschrieben, bei dem ich – wenn ich könnte! – jeden Satz nochmals einzeln unterstreichen würde.

Auch der in Südafrika beheimatete „rechte“ Buchautor Claus Nordbruch läßt sich bereitwillig für die Intentionen der Neturei-Karta-Sekte einspannen, deren deutschsprachiger Vorturner Cabelman lobend über ihn bemerkte:

Zweitens ist das Buch, das Nordbruch geschrieben hat (Anm.: „Machtfaktor Zionismus“), für uns nützlich und den deutschen Leser aufklärend. Zur Entstehungsgeschichte kann ich Ihnen mitteilen, dass sich Nordbruch mit Hersh Lowenthal von Natruna/JAZ in NY in Verbindung gesetzt hat, damit er in seinem Buch authentisch nachweisen kann, dass es einen Unterschied gibt zwischen den an den Machthebeln sitzenden schreienden Zionisten und den bisher eher verhaltenen und leisen “ultra-orthodoxen” Juden. Diese 22 Seiten, die dort auf unserer Webseite als Auszug aus seinem Buch veröffentlicht sind, machen daher auf mich einen seriösen Eindruck und beschreiben den Sachverhalt durchaus korrekt. Und darauf kommt es an!

Aus: http://www.arendt-art.de/deutsch/palestina/text/falsche_freunde_palaestinas_Reuven_Cabelmann.htm

Aufschlußreich sind die Kontakte der Neturei Karta zu anderen religiösen Sektierern und Extremisten wie „Hamas“ (gegründet und finanziert durch „Israel“), „Hisbollah“ und dem islamischen Regime im Iran und es verwundert nicht, daß Cabelmans deutsche Partner ähnliche Sympatien für Islamisten hegen.

Dazu eine gute Einschätzung der linken deutschen Gruppe Neue Einheit (GNE):

In der Diskussion über die Palästinafrage und den Widerstand des palästinensischen Volkes gegen die Vergewaltigung durch den zionistischen Staat bleibt das politische Bild der islamistischen Hamas meist unklar. Mit den von ihr organisierten Selbstmordattentaten und ihren Wohlfahrtseinrichtungen scheint sie manchen ein Teil, wenn auch nicht ein unumstrittener, der Selbstbehauptung der Palästinenser. Es gibt unter linken Organisationen sogar Solidaritätserklärungen. Dabei hat Hamas mit der Befreiung des palästinensischen Volkes absolut nichts zu tun, sondern strebt die Errichtung einer direkten klerikalen islamistischen Herrschaft (Waqf) in diesem Raum an.

Aus: http://www.neue-einheit.com/deutsch/is/is2004/is2004-23.htm

Die Lage im Mittleren Osten ist festgefahren seit Jahren. Israel betreibt seit seiner Gründung Staatsterrorismus. Die gesamte Art, wie dieser Staat in Palästina errichtet wurde, setzte von vornherein darauf, ein dort vorhandenes Volk zu vertreiben. Das Problem aber besteht auf der anderen Seite dadurch, daß keine sozialen Kräfte existieren, die diesem Zionismus und seiner rassistischen Grundsubstanz etwas entgegensetzen könnten, denn er Islam selbst ist stockreaktionär. Hamas etwa strebt einen islamischen Gottesstaat an und ist aus den Muslimbruderschaften, die wegen ihres Agententums für die USA und die subversiven Kräfte in der arabischen Welt berüchtigt waren, hervorgegangen.

Aus: http://www.neue-einheit.com/deutsch/is/is2004/is2004-21.htm

Antichristen mit einem erheblichen Einfluß auf die Politik sind:

– ultraorthodoxe Juden (Chassiden: Chabad/Satmar/Neturei Karta) und (religiöse) Zionisten,

– (nicht selten zionistisch gesteuerte/infiltrierte) Islamisten und

– (evangelikale) prozionistische „Christen“

Literaturhinweise:

Johannes Rothkranz: 44 Irrtümer über das Judentum

Johannes Rothkranz: Totschlagwort „Antisemitismus“ – Klarstellungen zu einem „einzigartigen Wortmißbrauch“

Advertisements

7 Gedanken zu “Bei Lichte betrachtet: Die „Antizionisten“ von Neturei Karta

  1. Wir brauchen jetzt einen politischen Plan, der den Kampf gegen Rassismus mit einer Zukunftsvision verbindet, die für ein gemeinsames Leben und Gleichberechtigung statt Trennung und Abgeschiedenheit steht.

    Ich kann mich keiner Zeit erinnern, in der so viele Israelis so verzweifelt gewesen sind wie heute. Meine Generation hat den Glauben daran fast schon verloren, die eigene Zukunft gestalten zu können. Aber wir sind entschlossen zu handeln. Und es kann sein, dass jetzt die entscheidende Stunde gekommen ist.

    Der Schriftsteller Nir Baram, 1976 in Jerusalem geboren, setzt sich seit Jahren für die Gleichberechtigung der Palästinenser und für Frieden in Israel ein.

    Politisch wird es nicht lösbar sein, denn es ist ein religiöser Konflikt:
    Die Juden sind von Gott vor 2000 Jahren ins Exil geschickt worden, wo sie verharren müssen bis sie von Gott von diesem Exil erlöst werden. Die Idee, bereits vorzeitig ohne göttliche Erlösung wieder ins eigene Land zurückzukehren, ist falsch.“ Quelle: https://detlefnolde.wordpress.com/2010/10/14/aufklaerung-ueber-neturei-karta/

    Shlomo Zand (Sand), Historiker an der Universität von Tel Aviv.
    Sein Buch „Wann und Wie Wurde das jüdische Volk erfunden? (erschienen in Hebräisch und Französisch 2008) bringt die Grundlagen der zionistischen Bewegung ins Schwanken, ganz zu schweigen von den politischen Implikationen im so genannten „Nahostkonflikt”: Das „Existenzrecht” Israels seit 1948 fußt ja auch zu einem erheblichen Teil auf dem Mythos des Heiligen Landes, in das die Nachkommen der Diaspora endlich zurückkehren konnten, um ihre „nationale Heimstätte” (Balfour Declaration) zu beziehen.
    http://www.monde-diplomatique.de/pm/2008/08/08/a0028.text

    Was ist eigentlich ein wahrer Israelit?

    Ein Israelit ist ein Mensch der sich selbst und Gott erkannt hat.

    Das heilige Land ist nicht das heutige Israel, dass Gott den Israeliten versprochen hat.

    Das heilige Land ist in uns: Das Reich Gottes in uns.

    Krishna sagt, dass der „Himmlische“ die Seele der Welt sei und in aller Wesen Herz zu finden sei. http://de.wikipedia.org/wiki/Bhagavad_Gita

    Den Höhepunkt der Selbstmitteilung Jesu im Johannesevangelium bilden die so genannten Abschiedsreden (14–17 EU), in denen Jesus die Einheit mit Gott auch seinen Jüngern verspricht. Der Paraklet werde ihnen die Erkenntnis bringen: Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir, und ich bin in euch. http://de.wikipedia.org/wiki/Evangelium_nach_Johannes

    Wir selbst sind Gott so gleich, wie GOTT SICH SELBER gleich ist, denn ER würde nicht einen Teil dessen, was ER ist, für SICH behalten, einen Teil, den ER seinem Sohn nicht gibt, sondern für SICH allein behält.

    GOTT ist dasselbe, was wir in unserem wahren Wesen sind – reiner Geist, ein Gedanke.
    ER hat uns erschaffen, aber auch wir haben die Fähigkeit zu erschaffen so wie ER.

    Nur – wir können uns nicht selber erschaffen, das kann nur ER.

    Wer aber in sich sein wahres kosmische Wesen hineinfühlen kann, der erlebt die Einheit mit GOTT.

    So stehen wir also am Ende nur vor uns und mit uns selber da. Nirgendwo im Außen, nicht in Büchern und nicht bei außergewöhnlichen Menschen finden wir Sicherheit und Halt.
    Sie kann nur aus dem Inneren kommen, im Einklang mit dem Geist.

    Nun ist dies nicht ein materielles Weltall, wie wir immer noch glauben; das ist unsere Vorstellung davon. Es ist hervorgegangen aus Geist und ist geistig: Die Grundlage unserer Welt ist eben nicht Materie sondern Geist, und erst dieser erzeugt die Realität.
    http://www.amazon.de/Physik-Transzendenz-Sonderausgabe-Hans-Peter-Dürr/dp/3502191700

    • Ob tatsächlich „so viele Israelis so verzweifelt sind wie heute“, ist die Frage. Vielmehr scheint es so, daß nachwievor das Gros der in „Israel“ lebenden Juden hinter dem zionistischen Projekt und Regime stehen, wenn da oder dort die Meinungen auch auseinandergehen.

      Der Schriftsteller Nir Baram „setzt sich seit Jahren für die Gleichberechtigung der Palästinenser und für Frieden in Israel ein“, kann oder will jedoch nicht verstehen, daß „Israel“ selbst das Hindernis für einen auf Gerechtigkeit beruhenden Frieden in Palästina ist.

      Natürlich ist es auch Humbug zu sagen, daß die „Juden von Gott vor 2000 Jahren ins Exil geschickt worden“ sind, „wo sie verharren müssen bis sie von Gott von diesem Exil erlöst werden“, denn derlei Märchen sind für eine realistische Politik nicht zu gebrauchen.

      In diesem meinem Beitrag ging es darum, den Blick auf eine kleine sich Neturei Karta nennende Gruppierung zu werfen, die sich als antizionistisch ausgibt, jedoch das keinesfalls ist, wie auch der Zionismus nicht dem Judaismus entgegensteht, wie die Kartaniks behaupten.

      Frieden in Palästina kann es m. E. jedenfalls nur geben, wenn das zionistische Kolonialregime in Palästina („Israel“ genannt) rückabgewickelt ist, wonach das Rückkehrrecht der vertriebenen arabischen Palästinenser umgesetzt gehört.

      Dir wie allen prozionistischen Christen empfehle ich folgende Dokumentation: Wie Zionisten Christen verführen – eine biblische Stellungnahme –> https://www.youtube.com/watch?v=8HkNI-o4jvo

      Nachtrag 25. Dezember 2014:

      Heinz Pütter hat heute auf seiner Facebook-Chronik veröffentlicht:

      (…) Die Pegida-Hassprediger vertreten nur ihren eigenen Fremdenhass, nicht unser Land. Sie behaupten, die Werte des Christentums zu verteidigen. (…)

      Damit ist klar, auf welcher Seite dieser Verwirrte steht.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s