Der Weg der KPD – Von einer Massenpartei zur Sekte

Januar 2007: Auf der

Januar 2007: Auf der „LL-Demo“ einen persönlichen Eindruck vom linken Sektierertum gemacht

Die 1990 von SED-Mitgliedern gegründete KPD verhöhnt die ost- und sudetendeutschen Heimatvertriebenen. In der Dezember-Ausgabe ihrer Zeitung „Die Rote Fahne“ sudelt ein Wilhelm Deistel:

Der Revanchismus blüht. In den letzten Wochen verstärken die Massenmedien ihre Bemühungen, die den Revanchismus und Nationalismus aktivieren. Sogenannte Zeitzeugen und deren Nachkommen werden vor allem vom MDR aufgerufen, sich zu äußern, wie es ihnen ergangen ist. Offensichtlich werden von der Politik die Einflüsse auf ein „Heimatgefühl“ zielgerichtete geführt. Für die Großmannssucht der Deutschen werden alle Register gezogen (..) Revanchismus und Nationalismus ist Wasser auf die Mühlen der sich immer mehr formierenden rechten Szene. (…)

Was haben Zeitzeugen von Flucht und Vertreibung aus unseren Ostgebieten, die man jahrzehntelang überhaupt nicht gehört, sondern das Thema unter den Teppich gekehrt hat, mit Revanchismus, deutscher Großmannssucht, rechter Szene und Nationalismus zu tun? Was ist an Heimatgefühl so schlecht?

Man sieht an diesem Beispiel wieder mal in einer besonders abstoßenden Form, wie sich antideutsches und damit volksfeindliches, linkssektiererisches Gedankengut der deutschen Linken bemächtigt hat, insbesondere, daß die heutige KPD mit der Partei Thälmanns nichts zu tun hat.

Dabei haben diese Altgenossen aus der DDR ganz vergessen oder sind nicht in der Lage umzudenken (das verkalkte Politbüro kommt einem in den Sinn), daß die damalige DDR-Politik in dieser Frage ganz dem Druck der Besatzungsmacht geschuldet war und der nationalrevolutonären Linie der alten KPD zuwiderlief.

Diese nämlich hat das Diktat von Versailles rundheraus abgelehnt, eingeschlossen Landraub und Zerstückelung Deutschlands. Für die Deutschen in Südirol hat man sich ebenso eingesetzt wie jenen in Westpreußen, dem Memelland oder Elsaß, der großdeutsche Gedanke wurde hochgehalten.

Die Thälmannsche KPD hat auch erkannt, daß die nationale Frage nicht vernachlässigt werden darf, also nicht an das kapitalistische System gebunden ist, damit auch im Sozialismus Geltung behält, was man u. a. in der berühmten Programmerklärung von 1930 und anderen Erklärungen hervorhob.

Nach dem Tode Thälmanns (hatte Stalin da seine Finger mit im Spiel?) war es der deutsche Kommunist der ersten Stunde August Thalheimer, der in die Fußstapfen der für soziale und nationale Befreiung streitenden KPD trat und die Potsdamer Beschlüsse, Vertreibung und Landraub verurteilte.

Die heutigen KPD-„Kader“ sind offenbar nicht in der Lage oder schlicht zu feige, an die KPD Thälmanns anzuknüpfen, die nationale Frage aufzugreifen. Stattdessen wird sie negiert, leichtfertig dem politischen Gegner überlassen, deutsche Opfer alliierter Kriegsverbrechen werden verhöhnt.

Die alte nationale Tradition der KPD mit ihren Aufbrucharbeitskreisen war für mich vor vier Jahren Grund, diese Leute näher kennenlernen zu wollen wozu es nötig war, meine Mitgliedschaft dort zu beantragen, wobei ich meine politische Vergangenheit offen und detailliert darglegt habe.

Während meiner Mitgliedschaft auf Probe (dort so üblich) wurde mir offenbar, daß die KPD genauso antinational aufgestellt ist wie andere deutsche Linke und eine Kursänderung unmöglich ist, weshalb ich meinen Mitgliedsantrag zurückgezogen und das Angebot des Landesvorsitzenden Alfred Fritz abgelehnt habe, als Nichtmitglied weiter für die Partei tätig zu sein.

Nach der Rücknahme meines Mitgliedsantrages hat sich die Partei entschieden, die Zeitspanne meiner Mitwirkung (vor allem zur Beruhigung antideutscher Linkssektierer wie der Stalinisten Günter Ackermann und Daniel Weigelt, die im Hintergrund kräftig Stimmung machten) zu vertuschen und folgende Erklärung abgegeben:

Hat das ZK in absoluter Übereinstimmung mit Nachdruck den in unserer Partei bestehenden Grundsatz bekräftigt, weder Angehörige noch ehemals aktive Mitglieder faschistischer Organisationen und ihrer heutigen Nachfolger in unsere Reihen eindringen zu lassen. (Die Rote Fahne, Nr. 3., März 2007)

Damit lügt die KPD, denn sie hat sich im Wissen um meine politische Vergangenheit entschieden, meinen Mitgliedsantrag anzunehmen, mich an Veranstaltungen teilnehmen, Infostände betreuen zu lassen usw. usf., weshalb der unter Kommunisten isolierte jedoch lautstark im Netz agierende Günter Ackermann bis heute über die KPD herzieht mit dem „Argument“, daß sie einst den „Faschisten Nolde“ in ihre Reihen aufgenommen hat.

Es versteht sich vor diesem Hintergrund von selbst, daß Nationalrevolutionäre wie Richard Scheringer, Rudolf Rehm, Wilhelm Korn, Bodo Uhse und Beppo Römer, die damals – teils frisch aus hohen Positionen aus der NSDAP kommend – mit offenen Armen von Thälmanns KPD empfangen wurden, gemäß aktueller ZK-Erklärung abgewiesen werden würden bzw. aufgrund selbiger gar nicht erst dort anklopfen würden.

Ähnliche Erfahrungen machte ich mit dem Rotfuchs-Förderverein, in dem ich Mitglied war und an seinen Veranstaltungen teilnahm: Der negiert die nationale Frage und übt sich in einem skurril anmutenden Kult um den Marxismus-Leninismus plus kritikloser Verherrlichung der DDR.

Mit der DKP ist es freilich nicht anders, ebenso MLPD, SAV, KPD/ML usw., ebenso der fdj, die mit freier und deutscher Jugend nichts zu tun hat, dafür sich den Zionisten und bekennenden Antideutschen anbiedert.

Die deutsche Linke, von der Linkspartei bis zur kleinsten K-Gruppe, ist volksfeindlich ausgerichtet (und unterscheidet sich damit nicht von den offen auftretenden „Antideutschen“), hat den Kontakt zum deutschen Volk längst verloren und das Erbe Thälmanns, Scheringers, Niekischs und Thalheimers verraten.

Und dann wundern sie sich, wenn die deutschen Arbeiter mit ihnen nichts zu tun haben wollen, sondern sie verachten und sich genötigt fühlen, ihr Kreuz bei einer nicht-sozialistischen, gar „rechtsextremen“ Partei zu machen, weil alle anderen sich offenbar gegen das deutsche Volk verschworen haben.

Die nationale und soziale Frage gehört zusammen wie Patriotismus und Internationalismus, so daß nationale und soziale Befreiung des deutschen Volkes auch heute nur heißen kann, für ein sozialistisches, freies und geeintes Deutschland sich einzusetzen.

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13 Gedanken zu “Der Weg der KPD – Von einer Massenpartei zur Sekte

  1. In Deiner Anschuldigung blendest Du aus, dass sich für Kommunisten die Frage nach der Klasse stellt (wie sie sich auch für Ernst Thälmann stellte) und nicht nach der Herkunft! Nie verhöhnten Kommunisten irgendwelche „Vertriebene“, denn ursächlich für die Geschehnisse waren imperialistische Raubzüge der Bourgeoisie. Im Prinzip hat sich daran bis heute nichts geändert, nur eben in der Qualität und Symptomatik, wie in Nomadentum, Armutsflucht, Verwahrlosung, Pauperismus erkennbar. Die Lösung im Nationalismus zu suchen, missachtet/ ignoriert die neu erreichte Qualität im Kapitalismus, die sich als Endphase dessen entwickelt. Ihn mit deutschen Patriotismus zu bekämpfen, macht keinen Sinn! Dein Herzblut in allen Ehren!

    • @Körnerpicker

      Verstehe ich nicht, Nolde hat doch zitiert, wie Kommunisten deutsche Vertriebene verhöhnen (er hätte noch weitaus mehr Beiträge bringen können). Lese bitte den Beitrag noch einmal. Zudem: Wenn ein Kapitalist einen Raubzug unternimmt, darf man als Kommunist Millionen Arbeiter und Bauern aus ihrer Heimat vertreiben, sich deren Land einverleiben und sonstige Greueltaten (siehe Nemmersdorf) verüben?

      Schon interessant, wie du Verbrechen leugnest und rechtfertigst, wenn Kommunisten sie begangen haben obwohl es daran nichts zu rechtferigen gibt und der Ostblock auch ohne dem hätte aufgebaut werden können. Mit unbedingt nötiger Machtsicherung gegen den Imperialismus hatte das also nichts zu tun, sondern panslawistischen Chauvinismus und bloßer Menschenverachtung, nicht besser also als die imperialistischen Raubzüge der Bourgeoisie.

      • Das hat Nolde bereits in mehreren Foren und Blogs hervorgehoben, dass angeblich Kommunisten umgesiedelte Deutsche „verhöhnen“ würden, dass ist nicht der Fall! Da brauche ich nicht die „Verbrechen“ Stalins zu rechtfertigen, denn die Rechtfertigung ergibt sich aus der Historie an Verbrechen und Kriegsgelüsten der Bourgeoisie. Ich sehe auch nicht ein, wofür ich hierbei als Kommunist eine Verantwortung übernehmen sollte und schon gar nicht sehe ich einen Grund „Entschuldigungen“ auszusprechen! Es ist nicht zu leugnen, dass es bei der Umsiedlung, welche hier als „Vertreibung“ bezeichnet wird, es zu Ausschreitungen und Verbrechen, ausgelöst vom rasenden Mob und angestachelt vom verblendeten Hass gegen Deutsche kam. Woraus dieser resultierte, muss wohl nicht weiter ausgeführt werden! Hinzu kam wohl noch eine gehörige Portion Neid und Missgunst gegen Deutschstämmige. Ich weiß, dass es für die Schutzbefohlenen der Vertriebenen nicht zählt, dass die Gebietsverlagerungen bereits im Vorfeld von den Allierten abgesegnet wurden. So ganz ohne Bedeutung in wirtschaftlicher Hinsicht war dies für die Sowjetunion und somit auch für die Erstarkung des Sozialismus nicht, wie von Dir behauptet!

        Zitat Anfang „und der Ostblock auch ohne dem hätte aufgebaut werden können“ Zitat Ende

        Wohl wahr, darüber hatte jedoch zu damaliger Zeit die Sowjetunion in ihrem Interesse zu befinden, auch wenn dies nach heutigen Maßstäben nicht unbedingt als „human“ eingestuft werden kann. Wozu ein Veto deutscher Kommunisten geführt hätte, muss auch nicht näher ausgeführt werden, zumal das Schicksal etwaiger Junker und Großgrundbesitzer keine emotionale Rührung deutscher Kommunisten hervorrief. Natürlich trifft dies nicht den Kern der Sache, aber ganz ohne Bedeutung war es auch nicht! Überaus tragisch, was den armen, iher Existenz benommenen Familien in der „deutschen Heimat“ (verbliebenen) erwartete, denen wollte man nicht einmal den Schweinestall zur Verfügung stellen, und ohne Zwangsmaßnahmen der SU bzw. der jungen DDR, hätten Deutsche zugesehen, wie ihre Landsleute auf offenen Feld erfroren und verhungerten. Soviel zum „Patriotismus“! Enteignete Junker traf dieses Los wohl kaum, da sie bei ihrer „Sippe“ Unterschlupf fanden. Als mit meiner deutschen Heimat verbundener Kommunist, möchte ich nicht meinen, das Geschehenes eine „glückliche Fügung der Geschichte“ war, zumal mein Vater als Sohn einer Haushälterin und eines Fleischermeisters im Dienst eines deutschen Junkers, ausführlich zu berichten wusste, was auf dem heutigen Gebiet Polens und bei der Ankunft in der neuen Heimat geschehen ist. Sie waren auch Deutsche und wurden von Polen wie Aussetzige behandelt, aber im Dorf ihrer Ankunft nicht viel besser. Und dennoch bot die DDR alle Möglichkeiten einen neuen Anfang zu schaffen, besser noch als zu Zeiten von Junkern und sonstigen Ausbeutern. Im Sozialismus eben, wo sonst?

        • Körnerpicker, Du verharmlost die Vertreibung als „Umsiedlung“, äußerst Verständnis für bestialische Verbrechen an deutschen Zivilisten wie in Nemmersdorf („Woraus der verblendeten Hass gegen Deutsche resultierte, muss wohl nicht weiter ausgeführt werden“), schiebst die Westallierten vor, wiewohl ohne Stalin dieses Verbrechen nicht hätte stattfinden können (es war SEIN Machtbereich!) und lügst schamlos das Schicksal von Millionen deutscher Heimatvertriebener als jenes „etwaiger Junker und Großgrundbesitzer“ herunter, welches „keine emotionale Rührung“ hervorrufen brauche.

          Obendrein noch ein bissel Ablenkung im Verweis auf Probleme in West- und Mitteldeutschland, wo die Vertriebenen in einem zerstörten Land unterkommen mußten, was mich an die zionistischen Landräuber erinnert, die auch immer auf Jordanien und Syrien verweisen, die doch hätten längst die ethnisch aus ihrer Heimat hinausgesäuberten Palästinenser integrieren können, statt sie in Flüchtlingslagern zu belassen.

          Deine sachfremde und zynische „Argumentation“ unterscheidet sich nicht ein Stück von den dreisten Sprüchen des primitiven Hetzers Günter Ackermann, seines Zeichens „Roter Webmaster“ seiner kommunisten-online.de-Seite, ebensowenig von den volksfeindlichen Stellungnahmen zu dieser Thematik seitens der MLPD, DKP und halt der KPD.

          Noch nicht einmal die angebliche „Bedeutung in wirtschaftlicher Hinsicht für die Sowjetunion und somit auch für die Erstarkung des Sozialismus“ konntest Du belegen. Wie auch, es ist absurd, zumal das keine Legitimation für die Umsetzung eines Völkermordes wäre.

          Und, daß ein „Veto deutscher Kommunisten“ sofern sie abhängig vom „großen Bruder“ in der DDR den Sozialismus aufbauen wollten, für diese schwer möglich gewesen ist, mag sein. Aber es gab auch Kommunisten, die als Internationalisten und Patrioten die Potsdamer Beschlüsse, Landraub, Mordterror und Vertreibung verurteilen, wie das August Thalheimer getan hat, der tatsächlich das Erbe Ernst Thälmanns weitertrug, dessen direkte oder besser eingebildete Politerben es verraten haben.

          Noch am 12. September 1946, kurz vor den ersten, noch einigermaßen freien Wahlen in der Sowjetischen Besatzungszone, veröffentlichte die SED-Landesleitung Mecklenburg-Vorpommern einen Aufruf, in dem es hieß, die SED habe sich „mit den gegenwärtigen Ostgrenzen Deutschlands nicht abgefunden“, sondern trete für eine Verbesserung der „heutigen provisorischen Grenzen ein“.

          Von Wilhelm Pieck, dem KPD-Vorsitzenden und späteren Präsidenten der DDR, wird sogar berichtet, er habe 1945 auf die Nachricht von der Besetzung Stettins durch Polen wutentbrannt geschrieen: „Das ist ein Übergriff, den wir uns nicht bieten lassen werden. (…) Wir werden uns alles wieder zurückholen, was uns die Pollacken geraubt haben; auch meine Heimatstadt Guben.“ (Quelle)

          In diesem Blogbeitrag habe ich anhand von Zitaten und Passagen belegt, wie ein richtiger Standpunkt von Sozialisten zu dieser Thematik aussehen müßte und alles, was davon abweicht, linkes Sektierertum darstellt, welches freilich lediglich das Hiwitum für den bürgerlichen Nationalverrat darstellt.

          An dieser Stelle ein paar Zitate zum größten Vertreibungsverbrechen der Menschheitsgeschichte:

          August Thalheimer:

          Die Nazis sind geschlagen; aber ihre Methode, nämlich diktatorisch mit Staaten, Völkern und Individuen zu schalten und zu walten, ist von den Siegern übernommen. Es ist jetzt bekannt, daß Millionen Deutscher aus Ostdeutschland, dem Sudetenland und Ungarn mit dem barbarischsten Methoden von Haus und Hof verjagt worden sind. Ihre überwiegende Mehrheit sind natürlich deutsche Arbeiter, Landarbeiter, Kleinbauern, Handwerker. Welche Schande für alle Siegermächte, die diese Barbarei durchgeführt oder zugelassen haben!

          AG Marxismus:

          Nur ein kleiner Teil der Linken hat den Mut gehabt, die Potsdamer Konferenz und die Kollektivschuld, die den Deutschen angelastet wurde, offen zu analysieren und einer kritischen Bewertung zu unterziehen. Jede Beschäftigung mit der Tragödie der Vertreibung der Deutschen gilt nach wie vor als Kennzeichen der Rechten – die Linke hat darauf bewußt verzichtet, diese Fragen zu thematisieren. Dies aber ist ein wesentlicher Grund dafür, daß die Vertriebenenorganisationen rechtslastig waren und sind und daß die nationale Frage ein „Heimspiel“ der Rechten ist.

          Jost Kaschube in der kommunistischen Zeitschrift „bruchlinien“:

          Prinzipienloser Umgang mit dem Selbstbestimmungsrecht

          Durch das Selbstverteidigungsrecht abgedeckt ist ferner nicht der sog. Bevölkerungstransfer, der nach dem Zeiten Weltkrieg durch die Abkommen der Siegermächte in Potsdam und Jalta zustande gekommen ist. Die erzwungenen Gebietsabtretungen wurden zwar von allen Siegern sanktioniert, waren aber mit dem Völkerrecht absolut nicht zu vereinbaren. In ihren guten Tagen hätten vor allem die Kommunisten einen derartigen Gebietsschacher mit aller Entschiedenheit verurteilt.

          Lenin war ein rigoroser Verfechter des nationalen Selbstbestimmungsrechts und ein ebenso rigoroser Gegner von Annexionen, weil und insofern er die „Abtrennung eines Gebietes gegen den Willen der Mehrheit seiner Bevölkerung“ für eine Verletzung des Selbstbestimmungsrechts hielt.

          Wenn aber Autoren [Anm.: Hier wird sich auf einen Text der Kommunistischen Plattform/KPF der Linkspartei bezogen] mit kommunistischem Anspruch 60 Jahre nach Kriegsende die Vertreibungen der Deutschen aus den Ostgebieten als „Aussiedlungen Deutscher“ bezeichnen, dann wollen sie offenbar verdrängen, dass es sich hierbei um völkerrechtswidrige territoriale Annektionen und um die Vertreibung seiner Bewohner gehandelt hat.

          In einem Krieg, der auf deutscher Seite mit dem Ziel von Annexionen und der Unterwerfung Osteuropas und der Vertreibung oder Versklavung seiner Bevölkerung geführt wurde, kann man territoriale Beuteabsichten und die Vertreibung der Bewohner auf der gegnerischen Seite nicht ignorieren, ohne jede Glaubwürdigkeit aufs Spiel zu setzen.

          Zum einen grenzt es an Hilflosigkeit, wenn Autoren die Bekämpfung der Neonazis zwar zu ihrer Hauptaufgabe deklarieren, aber ohne jede Not eine gravierende Verletzung des Selbstbestimmungsrechts kaschieren oder rechtfertigen, und eben dadurch ihrem Hauptfeind eine Rechtsposition und die Möglichkeit ihres Missbrauchs überlassen.

          Zum anderen hätten Autoren, die mit kommunistischem Anspruch auftreten, jeden Grund und sogar die Pflicht, die Politik der SU kritisch zu untersuchen, ehe sie darüber jammern, dass der Antikommunismus der unabdingbare Begleiter des Geschichtsrevisionismus sei. Das Selbstbestimmungsrecht ist eine der wichtigsten Waffen im Kampf gegen den Imperialismus, heute insbesondere für das irakische Volk gegen die Besetzung und für die Palästinenser in ihrem Widerstand gegen die säkulare israelische Politik des Landraubs und der Vertreibung. Daher müssen die Linken und Antiimperialisten dazu eine prinzipielle Haltung einnehmen.

          Der von den Autoren beklagte Geschichtsrevisionismus ist geradezu notwendig, wenn Antiimperialismus und Sozialismus jemals wieder eine reale Perspektive erhalten sollen.

          Aber es kann nicht gelingen, Chauvinismus mit einer Art Maso-Chauvinismus zu verjagen. Das zweite ist wissenschaftsfeindlich, leugnet jede rationale Erklärungsmöglichkeit und läuft letztlich auf eine rassistische oder völkische Begründung hinaus. Beide zusammen können in antiimperialistischer und friedenspolitischer Sicht eine prekäre Wirkung haben. Das dritte schließlich zeichnet sich durch selektiven Umgang mit dem Kriegsrecht und dem Selbstbestimmungsrecht aus.

          Die rechtnihilistischen Positionen sind leicht widerlegt und somit eine Steilvorlage, die die Neonazis dankbar aufgreifen. Die Resolution „Wider die rechte Demagogie“ ist zum Manifest der heillosen Hilflosigkeit geraten.

          Die beklagte Geschichtsrevision ist nicht nur weniger als ein Kavaliersdelikt, sie ist eine schlichte Notwendigkeit. Wenn die Kommunisten sie nicht leisten, werden die Neonazis ihren Vorteil daraus ziehen. Und nicht nur die! Die ständige und pauschale Schuldzuweisung unabhängig von jeder individuellen Verstrickung erzeugt Verdruss bei den Menschen.

          Dr. Helmut Bleiber in „Z. – Zeitschrift Marxistische Erneuerung – Nr. 14, Juni 1993″:

          Im Interesse der Selbstvergewisserung der marxistischen Linken liegt die kritische Sichtung und Aufarbeitung der Geschichte der sowjetischen Nationalitätenpolitik. Sie hat die Aufarbeitung durchaus nachhaltiger Leistungen auf dem Gebiet der nationalen Frage ebenso einzuschließen wie die Benennung und Analyse von Deformationen, Verletzungen und Fehlern, die von der Duldung und Funktionalisierung von großrussischen Nationalismus bis hin zur barbarischen Praxis der Umsiedlung ganzer Völkerschaften und ethnischer Gruppen (die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus den Gebieten östlich der Oder und Neiße eingeschlossen) reichen.

          Linke Zeitung: „Die Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei: Antifaschismus oder Chauvinismus?“:

          Die nationalistische Kollektivschuld-These diente als Begründung für Taten, die in Wirklichkeit ganz anderen Ursprung hatten. Diese These ist natürlich für Antinationalisten und das heißt für Marxisten unhaltbar, und das nicht nur, weil sie politisch den Interessen der Herrschenden an nationaler Spaltung der weltweiten Arbeiterklasse dient, sondern in erster Linie, weil sie sachlich falsch ist.

          Ergo, Du klammerst Dich an eine längst hinfällig gewordene Parteilinie, die Moskau von der SED und in deren Schlepptau der DKP abverlangte, statt diese als grundfalsch, verbrecherisch zu brandmarken.

    • Leider hat auch sie nicht begriffen (siehe hiesigen Artikel), daß der Untergang des realexistierenden Sozialismus vornehmlich hausgemacht (Fehler des Sozialismus in der DDR) war. Insofern war sie bei den Betonköpfen der 1990 wiedergegründeten KPD gut aufgehoben und mir ist nicht bekannt, daß sie dort versucht hat, die nationale Frage im Sinne der alten KPD und damit ihres Vaters aufzugreifen.

      • Ja aber die „Junge Freiheit“ tut irgendwie immer kritisch über Kommunisten (auch patriotische), weil es sich eben um eine konservative Wochenzeitung handelt. Aber trotzdem schenk ich dem Glauben. Typisch Frau halt 😉 Aber was solls, hoffentlich bekommt Stephan Steins mal Zuwachs bei seinem Projekt, auch wenn bei ihm ebenfalls Kritik vorhanden ist, sehe ich da ne große Hoffnung. Akif Pirincci wurde positiv aufgenommen und in einem seiner neuen „News“ ist vorgekommen, dass Stettin eine deutsche Stadt ist, die immer noch von Polen besetzt ist, was vorraussetzt, dass die Oder-Neiße als Grenze nicht anerkannt wird 😀

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