Israel-Connection in der NPD?

„Nationale Sozialisten für Israel (Nasofi)“

Erst war die Israel-Connection in Deutschland nur bei demokratischen-patriotischen Parteien wie DIE FREIHEIT, Pro-Deutschland und FPÖ, dann auch den Republikanern präsent. Daß sich diese Klientel auch der neonazistisch dominierten NPD bemächtigen könnte, schien bislang schwer vorstellbar.

Der sich konservativ-christlich gebende zionistische Blogbetreiber „loyalbushie“ hat im Jahre 2009 versucht, den Kurs der DVU – Die Neue Rechte prozionistisch zu beeinflussen. Seine Hauptwaffen waren, wie allgemein üblich, die Antisemitismus- und Nazikeule gegen all jene, die sich dagegen aussprachen.

“loyalbushie” am 16. Juni 2009:

Das Beste wäre wohl, die wenigen noch verbliebenen Vernünftigen in der DVU wie Molau, Brinkmann oder Thomsen würden sich mit Dr. Schlierer und PRO an einen Tisch setzen …
(Quelle: http://gesamtrechts.wordpress.com/2009/06/15/klartext-kolumne-lasst-die-aussenpolitik-aussen-vor/#comment-6051)

Und am 18. Juni 2009:

Ich war auch lange DVU-Anhänger und mir blutet das Herz, wenn ich sehe, was aus dieser Partei wird, für die Leute wie Andreas Molau oder Thorsten Thomsen, die ich sehr schätze, hart arbeiten.
(Quelle: http://www.die-rechte.info/wordpress/?p=1095 (33. Kommentar))

“loyalbushie” betreibt neben loyalbushie.wordpress.com offenbar noch weitere pro-zionistische Webseiten, so z. B. bluthilde.wordpress.com, gegenstimme.net, heplev.wordpress.com, schallendlachen.wordpress.com, piwords.wordpress.com usw.

Der von ihm, neben Brinkmann und Molau gelobte Thorsten Thomsen ist Pressereferent der NPD-Fraktion im Sächsischen Landtag wie Vorsitzender des NPD-Bildungswerks für Heimat und nationale Identität e. V. und veröffentlicht als „Alexander Frisch“ Artikel in der National-Zeitung.

Auf einem Seminar seines Bildungswerks forderte er “eine offenere Debattenkultur im rechten Lager”, die sich ein Beispiel “an der österreichischen FPÖ und dem französischen Front National” nehmen solle – “sowohl im Kleinen als auch im Großen”. Die “NPD muss sich Gedanken über programmatische Nach- oder Neujustierungen machen”

Was “offene Debattenkultur” heißt, das wurde bei diesem Seminar deutlich, für das Thomsen extra den Zionisten Constantin von Hoffmeister auftreten und “Groß Israel” fordern ließ, alles selbstverständlich “auf hohem akademischem Niveau und in kameradschaftlicher Atmosphäre”.

Constantin von Hoffmeister verwies bei seinem Vortrag zutreffenderweise auf das Ha’avara-Abkommen von 1933 zwischen der Jewish Agency, der Zionistischen Vereinigung für Deutschland und dem Nazi-Reichswirtschaftsministerium, das die Auswanderung deutscher Juden nach Palästina organisierte. Eine Tradition, an die heutige „Nationalisten“ seiner Meinung nach anknüpfen sollten.

Auch der fälschlicherweise als Antizionist firmierende Jürgen Schwab nahm an dieser von Thomsen organisierten NPD-Veranstaltung teil und billigte in seinem „Streitgespräch“ mit Hoffmeister dem jüdischen Volk in Palästina, „auch vor dem Hintergrund seiner Leidensgeschichte“, einen „eigenständigen Nationalstaat Israel“ zu.

Geht es darum, die eigenen Leute Schritt für Schritt mit pro-zionistischen Thesen zu konfrontieren, damit am Ende eine „geistige Mischpoke“ entsteht, die das Weltbild der neuen zionistischen Rechtsparteien in den “nationalen” Parlamenten und vor allem im “Europaparlament” repräsentieren kann, wie ein Altermedia-Kommentator meinte?

In der aktuellen Ausgabe (2/2012) der Zeitschrift “Aktivist”, dem “Zentralorgan der Jungen Nationaldemokraten” stellt der Bundesvorsitzende Michael Schäfer unter der Überschrift “Wie hältst Du´s mit Israel?” die unterschiedlichen Betrachtungsweisen zur Thematik gegenüber und bezieht anschließend selbst Position:

Warum diesen Konflikt in die eigenen Reihen tragen? Wenn wir ehrlich sind, sind beispielsweise Gruppen wie pro-NRW und die NPD nicht so weit auseinander, wenn nicht diese eine Frage wäre: “Wie hältst Du´s mit Israel?”. Bin ich der Einzige, dem das auffällt und bin ich der Einzige, den es tierisch nervt, dass es mehr als eine nationale Partei in Deutschland gibt, nur weil man sich nicht über ein paar irre Juden und Araber einig werden kann?!

Daß Schäfer die zionistische Partei PRO-Deutschland als „nationale Partei“ betitelt, ist interessant, weil man das aus NPD-Kreisen selten hört. Hier sind diese PROler auf einem Gruppenbild aus Anlaß der sog. “Deutsch-Israelischen Konferenz” in Gelsenkirchen im April 2011 zu betrachten.

Nebenher sei erwähnt, daß vor einigen Jahren ein paar Leute aus dem neonazistischen Spektrum als „Nationale Sozialisten für Israel (Nasofi)“ von sich reden machten, ein Bild von denen habe ich oben eingefügt.

„Als Nationalsozialist bin ich Zionist.“

(SS-Führer Reinhard Heydrich)

„Nach dem alten Grundsatz, daß der Feind Deines Feindes Dein Freund sei, ergibt sich eine natürliche Konstellation zwischen Israel und Europa.“

(Herbert Schweiger, Evolution und Wissen, 1995, Seite 65, 6. Absatz, Zeile 5 – 6)

Die prozionistische Positionierung des Alt-Nazis Herbert Schweiger und Thomsen Tätigkeit könnte den Kurs der NPD langsam aber sicher beeinflussen, zumal sie auf eine Episode der engen Kooperation der einstigen Nazi-Staatsführung mit dem Zionismus zurückblicken kann, worauf ich in diesem Beitrag eingehe und der Zionist Hoffmeister hingewiesen hat.

Auch Christian Worch, der sich weder während seiner Zeit in der DVU noch heuer als Vorsitzender der Partei DIE RECHTE vom Neo-Nazismus distanzierte resp. lossagte, hat sich mittlerweile klar zum Existenzrecht „Israels“ bekannt.

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5 Gedanken zu “Israel-Connection in der NPD?

  1. Die Haltung von Christian Worch, dem Vorsitzenden der Partei DIE RECHTE habe ich am Ende meines Beitrages erwähnt, bereits vor ein paar Jahren bekannte er sich in einem Kommentar auf Altermedia:

    Bin ich also “pro-Israel”, weil die weitere Existenz des jüdischen Staates Israel meiner Meinung nach im wohlerwogenen deutschen (nicht: bundesrepublikanischen) Interesse liegt?

    Na, “contra-Israel” wohl kaum.

    Auch aktuell äußerte er sich eindeutig pro-„Israel“:

    Festzuhalten ist, daß die Palästinenser als Volk anzusehen sind und damit ein natürliches Anrecht auf einen eigenen Staat haben. Was, nebenbei gesagt, genauso für die Juden bzw. Israelis gilt.

    Laut Worch haben die „Juden bzw. Israelis“ also ein „natürliches Anrecht“ auf einen „eigenen Staat“ in Palästina, dessen „weitere Existenz“ im „wohlerwogenen deutschen Interesse“ liegt.

    Dazu gesellt sich die mutmaßlich immer noch vorhandene braune Grundeinstellung bei Worch, so daß es nicht wundert, daß seine Partei zum Unterschlupf für bisher parteifreie Nazis oder solche aus der NPD wird, wie etwa Siegfried Borchardt in Dortmund oder Markus Walter, der bisher für die NPD Stadtrats- und Kreistagsmitglied in Verden (Aller) war.

    Eine sich zu „Israel“ bekennende Nazi-Partei, genau darauf hat Deutschland gewartet …

  2. Der vom zionistischen Aktivisten “loyalbushie” mehrfach öffentlich gelobte Thorsten Thomsen (nach seinem DVU-Auftritt nunmehr NPD-Aktivist) verherrlicht als „Alexander Frisch“ in der National-Zeitung-Ausgabe Nr. 50 (7. 12. 2012) auf Seite 9 in seinem ganzseitigen Artikel „Zionismus in der Krise“ den jüdischen Zionisten Peter Beinart:

    Während Leute wie Abraham Foxman von der „Anti-Defamation League“ nicht nur Israel, sondern dem ganzen jüdischen Volk einen Bärendienst erweisen, machen die klugen und durchdachten Mahnungen eines Peter Beinart deutlich, dass auch ausgewiesene Freunde Israels die völkerrechtswidrige Politik der Regierung Netanjahu gegenüber den Palästinensern ablehnen. Damit zeigt sich Beinhart als gerechter Fürsprecher Israels und des jüdischen Volkes, der einen in der Tat abzulehnenden tatsächlichen Antisemitismus mehr entgegenwirkt als Foxman & Co.

    Anhand dieser Aussagen wird klar, worum es solcherart Kritikern derzeitiger zionistischer Politik (wozu auch Jürgen Elsässer gehört), tatsächlich geht, nämlich um den Bestand des zionistischen Regimes, dem Ansehen des jüdischen Volkes, nicht etwa dem Anspruch des palästinensischen Volkes auf ganz Palästina und der Aufklärung über das Wesen des Zionismus.

    Im „Stern“ vom 11. April 2012 heißt es über Peter Beinart:

    Einige der Punkte, die Günter Grass unlängst in seinem Gedicht kritisiert, bemängelt auch Beinart. Dennoch beschreibt der Politologe das Prosastück als „verstörend“. „Herr Grass bedient sich nationalsozialistischen Vokabulars, wenn er davon spricht, Israel wolle das iranische Volk „auslöschen“. Durch die Gleichsetzung israelischer Politik mit dem Holocaust untergräbt Grass jedes seiner vielleicht richtigen Argumente.“ Der Nobelpreisträger säe so Zweifel an seiner Urteilsfähigkeit.

    Die Besatzung der Palästinensergebiete und der Ausbau der jüdischen Siedlungen bedrohen Beinart zufolge Israels Fortbestand als demokratischer Staat. „Eine iranische Bombe wäre eine ernste, aber keine existenzielle Bedrohung. Israel ist hingegen in seiner Existenz als demokratischer Staat bedroht, wenn es sich nicht aus den besetzten Gebieten zurückzieht“, sagt der Autor des gerade in den USA erschienen Buchs „The crisis of Zionism“.

    Israel beziehe seine Legitimität zuallererst aus seiner Demokratie, nicht so sehr aus der Funktion als Schutzmacht der Juden, so Beinart, der sich als „ziemlich gläubigen Menschen“ und „überzeugten Zionisten“ beschreibt. „Wenn Israel die Besatzung fortführt, spielt es seinen Feinden in die Hände. Denn dann können alle sagen: Die tun doch nur, als wären sie eine Demokratie.“

    Dem Zionisten Beinart geht es also nicht um das Recht der Palästinenser, sondern der Aufrechterhaltung des Scheines, daß es sich beim zionistischen Regime namens „Israel“ um einen Staat wie jeden anderen und noch dazu um einen demokratischen handeln würde, was zu keinem Zeitpunkt seines Bestehens der Fall gewesen ist.

    Knut Mellenthin von der AG Friedensforschung hält deshalb zutreffend fest, daß es Beinart darum geht, „Israel und den Zionismus“ zu „retten“.

    Weiter führt er aus, daß der Aufruf von Beinart zum „Boykott gegen israelische Waren, die in den besetzten Palästinensergebieten hergestellt wurden“ sich lediglich „gegen die von einigen palästinensischen und linken Kräften propagierte Bewegung zum Boykott aller aus Israel stammenden Waren“ richtet.

    Gleichzeitig ruft Beinart dazu auf, „verstärkt Waren aus dem eigentlichen Israel“ zu kaufen und „die israelische Wirtschaft durch Investitionen zu unterstützen“, die Tatsache verschweigend, daß „die Unternehmen, die in den besetzten Gebieten produzieren oder Erzeugnisse aus diesen vermarkten, in der Regel die gleichen sind, die auch in Israel selbst arbeiten“.

    Knut Mellenthin hält weiter fest, daß Beinart „sich entweder irrt oder nach billigen Punkten für seine Argumentation“ fischt wenn er behauptet, daß der Begründer des Zionismus, Theodor Herzl „nicht lediglich einen jüdischen Staat gewollt“ habe, sondern einen, „in dem die liberalen Ideale gelten“ und in dem „friedliche Koexistenz zwischen Juden und Arabern herrscht“.

    Mellenthin:

    Es fällt beim Blick in den umfangreichen Anmerkungsapparat von Beinarts Buch auf, daß er für die Wiedergabe von Herzls angeblicher Haltung in diesen Fragen nur eine einzige Quelle benutzt hat, nämlich seine 1902 erschienene Erzählung »Altneuland«, die wesentlich dazu bestimmt war, die zionistischen Bestrebungen in einem möglichst positiven Licht erscheinen zu lassen und die naheliegenden, schon damals vielfach vorgetragenen Bedenken zu zerstreuen, daß das Projekt des jüdischen Siedlerstaates auf Kosten der arabischen Bewohner des Landes gehen würde. An anderen Stellen, vor allem in seinen aufschlußreichen Tagebüchern, sprach Herzl dagegen unverblümt von der Aussiedlung der einheimischen Bevölkerung.

    Es ist nicht davon auszugehen, daß sich der gebildete Zionist Beinart „irrt“, wenn er einen „liberalen Zionismus“ den es nie gab und geben kann, postuliert. Vielmehr geht es ihm darum, und er macht auch gar keinen Hehl daraus, das Judentum, dessen Gros sich solidarisch zu „Israel“ verhält, vor weiter zunehmender weltweiter Ablehnung zu bewahren, das zionistische Regime in Palästina vor dem Untergang.

    Es muß davon ausgegangen werden, daß es dem NPD-Funktionär Thorsten Thomsen um genau dasselbe geht, er also den „Zionismus in der Krise“ nicht etwa freudig zur Kenntnis nimmt, sondern vielmehr bedauert und sich dabei auf „die klugen und durchdachten Mahnungen eines Peter Beinart“ beruft, einem „ausgewiesenen Freund“ und „gerechten Fürsprecher Israels und des jüdischen Volkes“, der bestrebt ist, „einen in der Tat abzulehnenden tatsächlichen Antisemitismus“ tatkräftig entgegenzuwirken.

    Beinart und sein NPD-Fürsprecher Thomsen überschreiten in ihrer Sorge um „Israel“ und darauf basierenden Kritik an der zionistischen Politik freilich niemals den erlaubten Rahmen, den die zionistische „Jüdische Allgemeine“ einst abgesteckt hat:

    Natürlich darf man Kritik üben. Aber dass man grundsätzlich Position für Israel bezieht, ist eine Selbstverständlichkeit. Probleme mit der Politik von Avigdor Lieberman, kein Verständnis für die Aktion gegen die Gaza-Flottille, Zweifel an der Siedlungspolitik? Über diese Themen kann man selbstverständlich diskutieren. Israels Existenzrecht und das Recht auf Selbstverteidigung stehen außer Frage. Das müssen wir immer wieder deutlich machen.

    Die Lobhudelei des Thomsen findet seinen Höhepunkt wenn er schreibt, daß der „gläubige Jude Beinart“ sich „von der Ethik des legendären Rabbi Hillel, einem der bedeutendsten jüdischen Schriftgelehrten des Altertums, leiten lässt“, wo man sich unwillkürlich fragt, wie bedeutend dieser „Schriftgelehrte“ gewesen sein muß, wenn sich der Zionist Beinart von ihm leiten läßt.

    Fazit: Thorsten Thomsen als Pressereferent der NPD-Fraktion im Sächsischen Landtag und Vorsitzender des NPD-Bildungswerks legt in seinem National-Zeitungs-Artikel nicht nur ein Bekenntnis zum politischen Arm des Judentums sprich des Zionismus ab, deren Krise er durch eine moderatere Politik zu überwinden sucht, sondern täuscht zu diesem Zwecke auch über Irreführungen des Zionisten Beinart hinweg.

  3. Thomsen scheint hier tatsächlich eine herausragende Rolle zu spielen. Nicht umsonst hat er den Zionisten Hoffmeister eingeladen. Und Schwab, der für „Israel“ eintritt, wird dem als Gegenpart entegegengestellt. Ein Witz. Interessant nicht minder, daß Thomsen so gar kein Widerstand entgegengebracht wird, er zum Pressereferent der NPD-Fraktion im Sächsischen Landtag und Vorsitzenden des NPD-Bildungswerks aufsteigen konnte. Was will man von den Postenjägern, Nazis und jenen, die mit diesen in einer Partei keine Probleme haben, auch anderes erwarten. Diese Partei sollte im deutschen Interesse schleunigst verboten werden!

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