Wie steht die Linkspartei zu ihrem stalinistischen Erbe?

Stalinismus

„Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen“ (SED-Parole in der DDR)

Jan Korte, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Partei DIE LINKE im BRD-Bundestag vertritt die Auffassung, daß sich „eine Gleichsetzung von Nationalsozialismus und DDR verbietet“.

Denn, so Korte: „Wer die Aktenberge der Stasi mit den Leichenbergen der Nazis auf eine Stufe stellt, betreibt einen unerträglichen Geschichtsrevisionismus und diskreditiert sich selbst.“

Ist dieser Ausspruch tatsächlich wahr? Oder handelt es sich um eine menschenverachtende Verharmlosung der Opfer des Sowjetsystems, zu dem die DDR gehörte? Wer betreibt hier unerträgliche Geschichtsklitterung und diskreditiert sich selbst?

Gemäß der Zentralen Erfassungsstelle Salzgitter für Gewaltakte des DDR-Regimes wurden 899 Menschen an der innerdeutschen Grenze ermordet. Dazu kommen DDR-Bürger, die an den Außengrenzen des „sozialistischen Lagers“ bei Fluchtversuchen ermordet wurden. Nur „Aktenberge“?

Die Zahl der Todesopfer im Zuge der Niederschlagung des Volksaufstandes in der DDR am 17./18. Juni 1953 betrug über 250, wovon 48 gemäß Ausnahmezustand standrechtlich erschossen wurden. Bis zu ihrem Ende hat die DDR dieses Vorgehen verteidigt und die Opfer als „Faschisten“ und „Agenten“ verhöhnt. Nur „Aktenberge“?

Bereits in der DDR selbst wurden also Leichenberge produziert, womit Korte als Lügner überführt ist!

Mit dem Trick, die Stasi nicht etwa lediglich mit der Gestapo sondern dem Nazi-Regime und dieses wiederum nicht mit dem Sowjetimperium zu vergleichen wie das angebracht wäre, sondern lediglich einer Provinz desselben, nämlich der DDR, möchte er weit umfangreichere Leichenberge ausblenden und die Mitverantwortung der DDR, damit der SED – die heuer unter DIE LINKE firmiert – für ebendiese.

So wurden an die 105 500 Häftlinge von 1945 bis 1950 in Konzentrationslagern auf dem Boden der SBZ (unter nahtloser Fortführung der ehemaligen Nazi-Lager Sachsenhausen und Buchenwald) von den Sowjets gefoltert und ermordet. Allein Sachsenhausen hatte eine Todesrate von bis über 20000, das ehemalige Zuchthaus Bautzen bis 16 700. Nur „Aktenberge“?

Dazu kommen die Millionen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges auf Beschluß der Alliierten vertriebenen, ermordeten und geschändeten Deutschen aus Ost- und Sudetendeutschland wie Ost- und Südosteuropa, die auf das Konto der Sowjets und ihrer Kollaborateure in den Vertreibungsgebieten gehen. Dieser Völkermord ist seitens der DDR entweder verschwiegen, verharmlost oder legitimiert worden. Nur „Aktenberge“?

In der FAZ heißt es: „Nach dem Schwarzbuch des Kommunismus sind die vom Marxismus-Leninismus inspirierten Regime verantwortlich für den Tod von rund 100 Millionen Menschen. Das macht den Kommunismus zur fatalsten Ideologie des 20. Jahrhunderts.“ Für das Kreml-Imperium – also ohne China – werden Zahlen von 20 bis 65 Millionen angegeben, die Opfer des roten Holocausts geworden sind. Nur „Aktenberge“?

Jüngst hat sich DIE LINKE wiederholt für das Unrecht in der DDR entschuldigt. Verlautbarungen höchster Funktionäre wie Jan Korte zeigen jedoch, was von diesen Erklärungen zu halten ist. Ebenso, was er als Mitglied in der „Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“ für Ziele verfolgt.

Nämlich dieselben wie seine Genossen, die sich dem Stasi-Verein ISOR (Initiativgemeinschaft zum Schutz der sozialen Rechte ehemaliger Angehöriger bewaffneter Organe und der Zollverwaltung der DDR) und dessen Dachorganisation OKV (Ostdeutsches Kuratorium von Verbänden) verbunden fühlen, um den Begriff des Antifaschismus mißbrauchend die Geschichte zu verfälschen.

So hielt Dr. Hans Erxleben – ehemaliger hauptamtlicher Mitarbeiter der Stasi, LINKE-Funktionär in Berlin Treptow-Köpenick und selbsternannter Antifaschist – am 3. Oktober 2012 zur „traditionellen Protestveranstaltung anlässlich des „Tages der deutschen Einheit“ beim ISOR-Dachverein OKV einen Vortrag. Als Vorsitzender des sog. Adlershofer Bürgervereins hat er “die Initiativen des OKV” ausdrücklich begrüßt.

Die enge Verbindung von Traditionsvereinen der Stasi- und Grenztruppen mit der Linkspartei ist jedoch kein Steckenpferd einzelner Linksparteiler. So erfahren wir an dieser Stelle von einer “Beratung mit führenden Vertretern der Partei Die LINKE”:

In Gesprächen mit Bernd Riexinger (Parteivorsitzender), Dr. Dietmar Bartsch (Vize Fraktionsvorsitzender) und Dr. Hans Modrow (Vorsitzender des Ältestenrates) übergaben Präsidiumsmitglieder des OKV die Gemeinsame Erklärung zur Bundestagswahl 2013 von GBM, GRH, ISOR und Verband TrPflege NVA/GT. In den Beratungen wurden Möglichkeiten und Erwartungen erörtert, wie im Wahlkampf ostdeutsche Probleme von der LINKEN thematisiert und die Zusammenarbeit zwischen der Partei und dem OKV gestaltet werden kann.

Zutreffenderweise lesen wir also bei Wikipedia, daß es sich bei ISOR “um eine Interessensvertretung von Personen handelt, die in der DDR in systemnahen Positionen – wie beispielsweise dem Ministerium für Staatssicherheit – tätig waren.” Weiter heißt es: “Historiker Christian v. Ditfurth und der Regisseur und DDR-Bürgerrechtler Konrad Weiß bezeichneten die ISOR als „Stasi-Traditionsverein“ und als eng verflochten mit der Linkspartei.

Nach Weiß sei “ISOR strukturell und funktionell mit der HIAG vergleichbar”, die nach dem Krieg die Interessen der Waffen-SS vertrat. Der Berliner Innensenator Ehrhart Körting (SPD) bezeichnete den Verein als „geschichtsrevisionistische Clique“, die „Menschenrechtsverletzungen der Stasi im Nachhinein relativiert und entschuldigt“. Dem Vorwurf des Geschichtsrevisionismus schloss sich auch der Bundestagsabgeordnete und frühere Berliner Justizsenator Wolfgang Wieland (Bündnis 90/Die Grünen) an.“

Christoph Seils hebt hervor, daß ISOR wie das gesamte “Netzwerk der alten DDR-Eliten nicht funktionieren würde”, gäbe es nicht die Partei DIE LINKE, “in der trotz vieler offiziellen Distanzierungen der Parteiführung an der Basis viele Fäden zusammenlaufen”.

Laut Ostthüringer Zeitung erklärte 2013 der Landesvorsitzende der Linken in Thüringen, Knut Korschewsky gegenüber dem MDR, daß Auftritte von LINKE-Politikern bei früheren Mitarbeitern der Stasi “völlig normal” seien. Thüringens CDU-Generalsekretär Mario Voigt: “Mit der offenkundigen Unterstützung eines Vereins, der ein Sammelbecken hochrangiger Stasioffiziere ist, gebärdet sich die Linke erneut als Stasi-Gewerkschaft”.

Für den Kurt-Schumacher-Kreis der SPD sind Gespräche über dieses Thema mit Modrow, Gysi, Bisky in den vergangenen Jahren die endgültige Bestätigung dafür, daß die Mehrheit der LINKE-Mitglieder die von der SED begangenen Verbrechen vollauf billigt, die Schuldigen deckt und nicht bereit ist, nur einen Hauch von Wiedergutmachung zu leisten. „DIE LINKE ist damit die einzige Partei in Deutschland, die in schwere Verbrechen verstrickt ist und damit nicht die geringste demokratische Legitimation besitzt“.

Marianne Birthler meinte zurecht, daß man “die SED hätte verbieten sollen”. Oder Theo Waigel: “Wir haben einen Fehler gemacht: Wir hätten die SED angesichts dessen, was sie an Verbrechen zu verantworten hat, verbieten müssen. Dann hätten auch Nachfolgeorganisationen verboten werden können.” Hubertus Knabe im Interview:

Welche drei großen Fehler sehen Sie in der Aufarbeitung der DDR-Diktatur?

Einer der größten Fehler war, dass die SED 1990 nicht verboten und aufgelöst wurde. Stattdessen konnte die Partei – unter mehrmaliger Umbenennung – weiterbestehen und einen Großteil ihres riesigen Vermögens beiseiteschaffen. Ein weiterer Fehler war die unzureichende Bestrafung der Täter. Von den zuletzt 91.000 hauptamtlichen Stasi-Mitarbeitern kamen nur zwei ins Gefängnis, von den 189.000 Informanten nur ein einziger. Das lag nicht am Rechtsstaat, wie man manchmal hört, sondern an der Politik, die es nach der Wiedervereinigung versäumt hat, einen gesetzlichen Rahmen zur strafrechtlichen Verfolgung der Verbrechen während der SED-Diktatur zu schaffen. Schließlich gibt es immer noch zahlreiche Probleme bei der Entschädigung der SED-Verfolgten. Wer zehn Jahre in Bautzen Gefängniswärter war, bekommt heute eine bessere Rente als jemand, der dort zehn Jahre in Haft war – das ist nicht gerade eine Ermutigung, auch in Zukunft Zivilcourage zu zeigen.

Denken Sie in diesem Zusammenhang, dass sich die Linkspartei ausreichend mit Ihrer SED-Vergangenheit auseinandergesetzt hat?

Nein, im Gegenteil: Die Linkspartei ist die einzige Partei in Deutschland, die das kommunistische System offen verklärt und verharmlost. (…) Da viele Linken-Mitglieder auch schon der SED angehörten, ist diese Sichtweise vielleicht nicht sehr verwunderlich.

Welche Rolle spielt dabei die Umbenennung der SED in PDS und später in DIE LINKE?

Die SED hat sich viermal umbenannt: Zuerst in „SED-PDS“, dann in „PDS“, dann in „Linkspartei.PDS“ und dann in „Die Linke“. Das allein zeigt doch, dass hier jemand etwas verbergen will. Am Ende soll niemand mehr mitbekommen, dass die Partei juristisch identisch mit der SED ist – inklusive personeller, organisatorischer und finanzieller Kontinuitäten.

Fazit:

Das Sowjetimperium wie die DDR als Teil desselben hat nicht nur Akten-, sondern Leichenberge ungeheuren Ausmaßes hinterlassen! Linke, die das leugnen, können (sich) nicht glaubwürdig als Antifaschisten, Patrioten und Humanisten positionieren oder gar die  Verbrechen anderer Menschen, Parteien und Regime verurteilen. Angesichts bereits nur dieser Tatsachen ist es unmöglich, mit der Linkspartei und ihrem Umfeld für eine sozialistische Zukunft zu streiten.

Erschwerend kommt bei einigen LINKE-Funktionären wie Gysi, Pau, Lederer, Ramelow hinzu, daß sie sich dem zionistischen Besatzer- und Apartheidregime in Palästina treu verbunden fühlen.

So ist Korte stellvertretender Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe und Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Mit seinem Parteigenossen Erxleben und anderen „Linken“ unterschrieb er 2008 einen Aufruf, der sich gegen “die Delegitimierung des Staates Israel” und “antiisraelische und antiamerikanische Hetze” aussprach. Bereits die Nazis haben eng mit den Zionisten kooperiert

——————-
Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft: http://www.uokg.de/cms/
Vereinigung der Opfer des Stalinismus: http://www.vos-ev.de/
Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen: http://www.stiftung-hsh.de/

Hubertus Knabe: Honeckers Erben: Die Wahrheit über DIE LINKE
Horst Möller: Der rote Holocaust und die Deutschen: Die Debatte um das „Schwarzbuch des Kommunismus“
Stéphane Courtois: Das Schwarzbuch des Kommunismus: Unterdrückung, Verbrechen und Terror

Der rote Holocaust – Interview mit dem französischen Historiker Stéphane Courtois, dem Herausgeber des „Schwarzbuches“: http://www.zeit.de/1997/48/Der_rote_Holocaust

Advertisements

7 Gedanken zu “Wie steht die Linkspartei zu ihrem stalinistischen Erbe?

  1. In der Jungen Freiheit aufgeschnappt:

    Der Vorsitzende der Linksfraktion im Thüringer Landtag, Bodo Ramelow, hat seinen Vergleich der Stasi mit der Gestapo korrigiert. „Eine Gleichsetzung von Staatssicherheit in der DDR und Gestapo verbietet sich. Die Gestapo war das konstitutive Element der Menschheitsverbrechen der Nazis. Die Singularität der Shoa ist unzweifelhaft“, erklärte Ramelow in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit der thüringischen Landesvorsitzenden der Linkpartei, Susanne Hennig-Wellsow, am Montag. Einer Relativierung der „nationalsozialistischen Mordmaschinerie“ werde seine Partei weiter in aller Entschiedenheit begegnen.

    Ramelow hatte am Wochenende laut Thüringer Allgemeinen bei einer Veranstaltung des Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in Marburg die Stasi mit der Gestapo verglichen. „Die Grundstruktur des Ministeriums für Staatssicherheit war wie die Gestapo angelegt“, zitierte ihn das Blatt. Zwar habe es in der DDR, anders als im Dritten Reich, keine Massenmorde gegeben und die DDR habe auch keine anderen Staaten überfallen. Sie habe aber mit der Stasi alle Merkmale eines Unrechtsstaats praktiziert.

    (…) Am Montag ergänzte Ramelow dann aber seine Aussagen. „In der Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte ist jeglicher Bezug auf die menschenverachtenden Verbrechen während der NS-Herrschaft unangemessen. Wir haben immer klar gesagt, daß jeglicher Vergleich und erst recht jegliche Gleichsetzung von DDR und NS-Herrschaft ausgeschlossen sind“, hieß es in der Mitteilung weiter. (…)

    Und wieder ist es Kalkül, wenn Ramelow die Stasi gesondert betrachtet und nicht als Abteilung des NKDW/KGB, eingebettet in das Moskau-gesteuerte Sowjetregime. Denn dann müßte er den „roten Holocaust“ (Horst Möller) der Kommunisten mit der „nationalsozialistischen Mordmaschinerie“ vergleichen. Das möchte er auf jeden Fall vermeiden.

    Zur Sicherheit biedert er sich – wie viele LINKE-Opportunisten – den Zionisten an, wenn er die „Singularität der Shoa“ betont, denn auch diese haben kein Interesse daran, daß das ganze Ausmaß des kommunistischen Terrors in die politische Debatte geführt wird.

    Insofern hat Ramelow recht wenn er keine Gleichsetzung von „Stasi und Gestapo“ bzw. „DDR und NS-Herrschaft“ will, denn die DDR war halt kein souveräner Staat, sondern ein aus der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) hervorgegangene Sowjetrepublik, weshalb die Gestapo mit dem NKWD/KGB-Komplex (wo die Stasi zugehörte) und das Nazi-Regime mit dem Sowjetimperium verglichen werden, in dem die SED als KPdSU-Filale fremdbestimmt agierte.

    Dann wiederum wird schon anhand der Opferzahlen deutlich, wie ein Vergleich ausfallen würde. Vor diesem Hintergrund ist die Verdrehung der Fakten, wie sie von der Linkspartei betrieben wird, einfach nur noch wiederlich und abstoßend. Echte Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit (und Distanzierung von selbiger!) sieht anders aus.

    Sekundiert wird die SED/DIE LINKE in ihrer Verfälschung der Tatsachen von der SPD. Diese arbeitet auch in Berlin Treptow-Köpenick eng mit Linken und Kommunisten zusammen. Etwa beim jährlich in Berlin-Schöneweide stattfindenden „Fest für Demokratie und Toleranz“.

    Die üblichen Verdächtigen sind auch hier wieder am Start. Etwa der selbsterannte Antifaschist Hans Erxleben. Dieser hat seinen Einfluß geltend gemacht und untersagt, daß die Alternative für Deutschland (AfD) mit einem eigenen Stand teilnehmen darf.

    Das alles sekundiert vom Opportunisten und Karrieristen Oliver Igel, einem Jüngelchen, der es versteht, seine Fahne in den Wind zu hängen und mit diesem Kurs inmitten alter SED-Seilschaften Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick wurde.

    Daraufhin zogen selbst die Jugendorganisationen der CDU und FDP ihre Teilnahme an diesem „Bürgerfest“ – bei dem tatsächlich die Akteure und deren Umfeld unter sich bleiben – zurück:

    Keine Teilnahme am Fest für Demokratie und Toleranz in Schöneweide

    11.05.2014

    Junge Union und Junge Liberale werden in diesem Jahr bewusst nicht am Fest für Demokratie und Toleranz am 24.05.2014 in Schöneweide teilnehmen. Seit Jahren präsentieren sich dort linksextreme Parteien und Verbände der breiten Öffentlichkeit, gebilligt wird das offensichtlich sogar vom Bezirksbürgermeister.

    Seit einigen Jahren schon präsentieren sich auf dem Fest linksextreme Parteien und Verbände, die demokratische Grundsätze in Frage stellen und zur Systemüberwindung aufrufen. Hinweise und Anfragen beim Veranstalter zeigten immer wieder, dass die Teilnahme dieser Parteien nicht nur geduldet, sondern sogar gewünscht wird.

    Auch Bezirksbürgermeister Igel (SPD) scheint keine Probleme mit der Teilnahme am Fest zu haben, er ist immerhin Schirmherr der Veranstaltung. So werden systemkritische Flyer verteilt und gezielt junge Menschen angesprochen. Dabei ist das eigentliche Anliegen des Festes gerade auch in Treptow-Köpenick von großer Bedeutung.

    Selbstverständlich unterstützen JU und JuLis alle Anstrengungen, ein Zeichen insbesondere gegen Rechtsextremismus im Bezirk zu setzen. Keinesfalls verharmlost werden rechtsextreme Übergriffe und Propagandadelikte, die im Bezirk immer wieder geschehen. Das Demokratiefest kehrt jedoch das Ansinnen des Festes ins Gegenteil um und bietet lediglich eine Bühne für linksextremistische Systemkritik.

    Simon Dinsel, Vorsitzender der JuLis TK, meint dazu: „Das Fest wird als Selbstdarstellungsplattform für linke Parteien missbraucht. Wir stehen seit jeher für Demokratie und Toleranz und setzen uns seit Jahren gegen Rechts- und Linksextremismus ein. Daher fordern wir die Veranstalter auf, in Zukunft nur Parteien mit demokratischen Grundsätzen zuzulassen.“ Sollten die Veranstalter sich im nächsten Jahr dazu entscheiden, sowohl links- als auch rechtsextremistische Parteien auszuschließen, werden die JuLis wieder dabei sein.

    JU-Vorsitzender Sascha Lawrenz kritisiert vor allem, dass die Veranstalter sich auf dem linken Auge blind geben: „Bei Rechtsextremismus scheint offenbar der Zweck die Mittel zu heiligen. Die Junge Union setzt wie auch in den Vorjahren mit ihrer Nichtteilnahme ein Zeichen. Bezirksbürgermeister Igel ist aufgefordert, seine Schirmherrschaft am Fest zu überdenken.“

    Aus der Presserklärung der Alternative für Deutschland (AfD):

    „Bündnis für Demokratie“ grenzt AfD aus

    21. Mai 2014

    Berlin (mt/fr). Der Bezirksbürgermeister von Trep­tow-Köpenick, Oliver Igel (SPD), und das „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ haben alle demokrati­schen Parteien zur Teilnahme an einem „Fest für De­mokratie“ am 24.05.2014 in Berlin-Schöneweide auf­gerufen. Die Alternative für Deutschland (AfD) darf aber nicht teilnehmen. Auch die Jugendorganisatio­nen von CDU und FDP haben von sich aus abgesagt, weil das Fest als „Selbstdarstellungsplattform“ für linksextreme Parteien und Verbände missbraucht werde. Damit verkomme das „Fest für Demokratie“ zu einer „Farce“ und werde dem „eigenen An­spruch auf Repräsentation einer demokratischen Vielfalt“ nicht gerecht, kritisiert die AfD.

    Der Sprecher des „Bündnisses für Demokratie und Tole­ranz“, Hans Erxleben, erläuterte die Absage an die AfD da­mit, dass die im Europawahlprogramm der AfD enthalte­ne Forde­rung, nach der Zuwanderer ihren Lebensunter­halt selbst bestreiten sollten, „mit der in unserem Bezirk praktizie­rten Willkommenskultur“ im Widerspruch stehe.

    Dazu erklärt Martin Trefzer, Stellvertretender Sprecher des Bezirksverbands der AfD in Treptow-Köpenick: „Die AfD tritt in ihrem Europawahlprogramm ausdrücklich für ein offenes und ausländerfreundliches Deutschland ein. Das kann jeder nachlesen. Die Forderung, dass Zuwande­rer ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten soll­ten, deckt sich mit der geltenden Rechtslage. Ich sehe auch nicht, dass etwa eine der im Bundestag vertretenen Par­teien eine substantiell andere Auffassung vertritt. Hier geht es vielmehr darum, einen politischen Konkurrenten auszu­schließen.“

    Der tiefere Grund für den Ausschluss der AfD liege in dem „empörenden Rückgriff der Veranstalter auf den totalitär­en Demokratie-Begriff der DDR“. Erxleben war nach In­formationen der AfD hauptamtlicher Mitarbeiter des Mi­nisteriums für Staatssicherheit und Autor der Zeitschrift „Neuer Weg“, dem „Organ des Zentralkomitees der SED für Fragen des Parteilebens“.

    Es erscheint vor diesem Hintergrund wie ein Treppen­witz der Geschichte, dass sich ausgerechnet Herr Dr. Erx­leben zum Wächter der Demokratie in Treptow-Köpenick aufschwingt“, kritisiert die AfD. Erxleben orientiere sich in seinem Kampf gegen den Rechtsextremismus bis heute am Vorbild des in der Weimarer Republik verbotenen kommunistischen Rotfrontkämpferbundes (RFB). In einer in der Kommu­nistischen Arbeiterzeitung (KAZ) veröffentlichten Rede habe Erxleben den Antidemokraten Ernst Thälmann verherrlicht (siehe Anm.).

    Dazu sagte AfD-Sprecher Martin Trefzer: „Wer den Anti-Demokraten Thälmann zum Vorbild stilisiert, ist kein ge­eigneter Repräsentant eines Festes für Demokratie. Das in der Ablehnung der AfD zum Ausdruck gekommene Demo­kratie-Verständnis ist empörend und fordert jeden echten Demokraten zum entschiedenen Widerspruch heraus. Dadurch, dass die Veranstalter der AfD den Zugang zum ‚Fest für Demokratie‘ verwehren, haben sie dem eigentli­chen Anliegen dieses Festes einen Bärendienst erwiesen und der Demokratie im Bezirk Treptow-Köpenick und im Land Berlin schweren Schaden zugefügt.“

    Es stimmt: Erxleben beruft sich auf Ernst Thälmann und den RFB. Wenn das inhaltlich berechtigt wäre, hätte ich kein Problem (die reaktionäre AfD schon, verständlicherweise) damit, denn „Teddy“ war ein Sozialist und glühender Patriot, den man die vornehmlich nach seiner Inhaftierung vollführten Massenmorde Stalins nicht anlasten kann.

    Das jedoch ist realiter nicht der Fall. Denn die Thälmannsche KPD griff neben den sozialen auch die nationalen Interessen des deutschen Volkes auf – wärend die Linkspartei die nationale Frage rundheraus negiert und jeden Patrioten bekämpft – sondern richtete ihren Kampf tatsächlich gegen den Faschismus.

    Also gegen Kräfte, hinter denen die aggressivsten, imperialistischsten Kreise des internationalen Finanzkapitals mit ihrem Anliegen einer offenen, terroristischen Diktatur sich verbergen, so daß sich damals zurecht die Stoßrichtung gegen den Hitlerismus richtete, der dann ja auch mithilfe etablierter reaktionärer Kreise an die Macht gelangte.

    Der sog. Antifaschismus der heutigen deutschen Linken richtet sich jedoch nicht gegen eine tatsächliche Entwicklung hin zum Faschismus, die man vor allem in Kreisen der herrschenden Klasse zu suchen hätte und nicht kleinen Nazi-Gruppierungen, sondern gegen jedwede Person, Organisation und Partei ob „links“ oder „rechts“, die wertkonservative und patriotische Ansätze vertritt.

    Forderungen also, die gerade dem faschistoid-kosmopolitischen Trend zu immer größeren supranationalen Einheiten entgegenstehen und traditionelle Werte und Bindungen betonen.

    Der Antifaschismus der deutschen Linken ist also keiner. Ganz im Gegenteil, er nützt den Interessen der imperialen Rechten, die meist durch Parteien der bürgerlichen Mitte repräsentiert werden.

    Mit dem Kampf der Völker für ihre nationalen und sozialen Interessen, wie ihn damals einen massenverwurzelte KPD führte, hat die opportunistische Fremden- und Randgruppentümelei betreibende deutschen Sektiererlinke, die nurmehr den Narrensaum der Herrschenden darstellt, rein gar nichts gemein.

    Erxleben ist die traurige Karikatur eines Antifaschisten, er personifiziert den erbärmlichen Zustand der deutschen Linken und bildet sich irrigerweise ein, den Staffelstab seiner antifaschistischen Eltern aufgenommen zu haben, wenn er national denkende Deutsche mit der Nazi-Keule mundtot macht. Würde Thälmann heute leben, Erxleben würde ihm beim „Fest für Demokratie und Toleranz“ den Zutritt verbieten.

    Von Hysterie und Heuchelei

    „Die Hysterie über Thüringen ist abenteuerlich“, sagt der SPD Vorsitzende Sigmar Gabriel und erklärt es damit für völlig normal, dass seine Partei einen der „Linken“, deren Charakter besser als Nachfolgeorganisation der SED-Diktatur beschrieben ist, zum Ministerpräsidenten in Thüringen wählt. Also alles völlig normal, was da in Thüringen passiert. (…)

    Es wäre mühselig hier zu wiederholen, was Hubertus Knabe, der Direktor der Gedenkstätte Hohenschönhausen, dem Stasi Folter-und physischen und psychischen Vernichtungsgefängnis über die tiefe Verankerung der „Linken“ in dem Unrechtsstaat DDR geschrieben hat. Namentlich sind die meisten bekannt, auch die, die als jetzt gewählte Abgeordnete der Linken im Thüringer Landtag sitzen. Zwar stehen immer wieder die beiden überführten Spitzel Ina Leukefeld und Frank Kuschel im Mittelpunkt, aber hin und wieder wurde auch erwähnt, dass in der selbsternannten Friedenspartei der Linken gleich drei ehemalige Offiziere der Volksarmee sitzen, die freiwillig der Diktatur dienten und dass einige der Abgeordneten an den Schreibtischen saßen, und als Vorgesetzte die Stasiberichte entgegen nahmen.

    (…) Und jetzt sagt Herr Ramelow, der immer als Oberrealo dargestellt wird, weil es ihm ja nur um die Verwirklichung der sozialen Gerechtigkeit in Thüringen geht, jetzt sagt dieser Herr Ramelow, nachdem ihn die Grünen nur mitwählten, wenn er die DDR als Unrechtsstaat benennt, dass er aber einen großen Unterschied machen will, zwischen dem Unrechtsstaat der DDR und den Nazis. Also: Wie viele Biografien muss ein Staat zerstören, wie viele Menschen erschießen, wie viele Kinder ihren ausreisewilligen Müttern abnehmen, bis Herr Ramelow auf diesen unsäglichen Vergleich verzichten kann? (…)

    Unfreiwillig hat Lafontaine in derselben Sendung ein Beispiel dafür geliefert, dass sich diejenigen, die gerne die nationalsozialistischen Mitläufer entschuldigen auch die Begründung für einen großzügigen Umgang mit den DDR-Schergen liefern. Er zitierte ausgerechnet den ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, der dazu aufrief, die DDR-Funktionäre nicht alle über einen Kamm zu scheren und ihnen eine Teilnahme an der Entwicklung des vereinigten Deutschlands zu ermöglichen. Richard von Weizsäcker wusste, wovon er sprach: Schließlich hat er seinen Vater verteidigt, der als Staatssekretär im Auswärtigen Amt des Dritten Reiches Karriere machte. Die Nation sollte glauben, sein Vater habe von allem nichts gewusst und es deshalb auch nichts zu verantworten.

    Wer immer die vielen Halb- oder Ganznazis 25 Jahre nach Kriegsende in Regierungsverantwortung in der Bundesrepublik kritisiert – und ich gehöre dazu ohne Wenn und Aber, der sollte jetzt die Funktionsträger der DDR, ob als Stasi-Zuträger oder als Stasivorgesetzter nicht mit der Gnade christlicher Vergebung freisprechen. Sie haben ja nicht wie etwa Politbüromitglied Günter Schabowski ihren großen Irrtum eingestanden und sich von ihrer Vergangenheit losgesagt, nein, sie haben sich der Nachfolgeorganisation des verrotteten Systems, der PDS angeschlossen und machen darin als „Linke“ weiter Karriere. (…)

    Eines aber geht gar nicht: Die Linke als demokratische Partei ohne Einschränkung als Partner in einer Landesregierung auch noch hoffähig zu machen und der AfD, in der weder ein Nazi noch sonst ein vorbestrafter Irrer in ein Landtagsmandat Parlament hat, die Legitimation abzusprechen an der parlamentarischen Mehrheitsbildung mit zu wirken. Das ist üble Brunnenvergiftung.

    Es wäre schön, wenn das Klima für eine Alternative Partei in Deutschland gar nicht erst entstanden wäre. Aber die Wahlergebnisse müssen wir genau so akzeptieren, wie die traurige Erkenntnis, dass die ehemalige Bezirkshauptstadt der DDR, Suhl, in der es nur so von EX-Funktionären und Grenztruppenschützern wimmelt, eine Frau wie Ina Leukefeld direkt ins Parlament entsendet. Wenn sie wirklich ihre Fehler eingesehen hätte, bei ihren Opfern auf Vergebung und Verzeihung Wert legen würde, dann würde sie nicht wieder oben mitschwimmen. Dann würde sie bescheiden im Hintergrund bleiben. (…)

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/von_hysterie_und_heuchelei

    • Ausnahmsweise habe ich mal einen Kommentar dieser Preisklasse freigeschaltet, weil darin die Dummheit und Primitivität der angeblichen Antifaschisten und Linken (die tatsächlich jedoch die nützlichen Idioten der imperialen, faschistoiden Rechten sind) in Deutschland zum Ausdruck kommt. Der Sozialist Ignazio Silone hat recht: „Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: «Ich bin der Faschismus» Nein, er wird sagen: «Ich bin der Antifaschismus».“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s