Das „Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit“ in Berlin-Schöneweide und das vergessene Schicksal deutscher Zwangsarbeiter

https://i2.wp.com/p5.focus.de/img/fotos/origs2580915/5588517381-w630-h472-o-q75-p5/Museen-Das-Dokumentationszentrum-nimmt-am-Museumstag-teil.jpg

Polnischer Zwangsarbeiter Józef Przedpelski: „Das Lager hatte einen guten Ruf“

Als Ortsverbandsleiter der Republikaner (REP) in Berlin Treptow-Köpenick forderte ich Anfang 2009, daß Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin Niederschöneweide zu schließen. Die üblichen Verdächtigen reagierten wie gewohnt.

Ob im Wurstblatt Berliner Woche, der alten SED-Zeitung Neues Deutschland oder seitens der SED/DIE LINKE – wie ein aufgeschreckter Hühnerhaufen gebärdeten sich die alten Seilschaften.

Vor einigen Tagen entdeckte ich einen alten Beitrag der Linkspartei von 2009 und bat den Autor, LINKE-Mitglied Hans Erxleben um die Herausnahme einer verleumderischen Falschaussage, was dieser auch tat. Anläßlich dessen sah er sich jedoch bemüßigt, einen Artikel auf der Webseite seiner Partei einzustellen, der wiederum allerhand Unsinn enthält.

Da Hans Erxleben diese Angelegenheit wieder hochgeholt hat, habe ich mich noch einmal mit dem Thema „Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit“beschäftigt und begann, erneut zu recherchieren. Das wiederum war nicht besonders zeitaufwendig, da nicht viel darüber zu finden ist, obwohl man anderes vermuten könnte.

Das Dokumentationszentrum ist eine Abteilung der Stiftung Topographie des Terrors. Deren Direktor ist der Rabbiner einer Synagoge der zionistischen Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Prof. Dr. Andreas Nachama. Bereits hier fragt man sich: Wie kann jemand, der das zionistische Apartheid- und Besatzungsregime in Palästina gutheißt moralisch berechtigt sein, in Deutschland eine Stiftung „Topographie des Terrors“ zu betreiben?

Wenn sich diese Stiftung mit der zionistischen Praxis in Palästina in den vergangenen 100 Jahren beschäftigen würde, wäre das angebracht. Das Gleiche trifft für die Unterstützerriege zu. Hier täte vor allem DIE LINKE gut daran, vor der eigenen Türe zu kehren. Konkret, sich mit ihrer stalinistischen Vergangenheit als SED zu befassen. Insbesondere der selbsternannte Antifaschist Erxleben als ehemals hauptamtlicher Stasi-Mitarbeiter.

Bis zum heutigen Tag arbeitet die in DIE LINKE umbenannte SED – die gesteuert wurde von einer Partei namens KPdSU – die über Jahrzehnte verantwortlich war für Millionen von Toten, die der Autor Horst Möller unter roten Holocaust zusammenfaßt – mit Vereinen zusammen, in denen sich eingefleischte Stasi-Leute und Mauermörder zusammenfinden, um ihr Tun zu rechtfertigen, die Geschichte verfälschen. Siehe diesen Blogbeitrag.

Millionen von deutschen Zwangsarbeitern in einem System, für das die SED stand – und zwar im sowjetischen Osteuropa aber auch in der DDR durch die Stasi direkt organisiert, wird weder gedacht noch haben sie jemals eine Entschädigung erhalten. Und da wagt es die in SED/DIE LINKE und insbesondere der Ex-Stasi-Mann Erxleben, sich als Graslhüter des Humanismus und Interessenvertreter für Zwangsarbeiter des Nazi-Regimes auszugeben.

Wenn es einen eklatanten Mangel an „Dokumentationszentren“ in Deutschland gibt, dann betrifft das nicht zuletzt den über Jahrzehnten praktizierten weit erheblicheren Terror der Kommunisten, der auch in der DDR nicht nur Aktenberge hinterlassen hat, wie der Linke Jan Korte meint, sondern Leichenberge ungeheuren Ausmaßes. Ein solches Mahnmal gibt es nicht.

Stattdessen haben sich genau diese Leute zusammengetan, um an einen Ort, der 40 Jahre in der DDR keine Gedenkstätte war, an die „NS-Zwangsarbeit“ zu erinnern, die für lediglich einige Monate bis zum Ende des zweiten Weltkriegs dort bzw. den umliegenden Betrieben praktiziert wurde.

Ein „Lernort“ soll es sein, betont man. Doch was sollen die deutschen Kinder und Jugendlichen lernen, die dort zwangsdurchgeschleust werden?

Zunächst einmal – wie bereits erwähnt – ist der Umstand interessant, daß die DDR, die viel auf ihren Antifaschismus hielt, es nicht für nötig befand, die in Niederschöneweide stehenden Baracken in eine Gedenkstätte umzuwandeln. In die sechs Baracken, die heute zum Dokumentationszentrum gehören, befand sich nach dem Krieg das Impfstoffinstitut der DDR, nach der Wende das Robert-Koch-Institut. Ab 1995 gab es zehn Jahre Leerstand.

2004 beschloss der Berliner Senat, hier ein „Dokumentationszentrum zur Geschichte der NS-Zwangsarbeit“ einzurichten. Am 24. August 2006 ist das Dokumentationszentrum eröffnet und offiziell an die Stiftung Topographie des Terrors übergeben worden. Also in die Hände des Zionisten Nachama von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Das Projekt wird maßgeblich finanziert mit Mitteln des Landes Berlin, Bundesmitteln und der EU – also deutschen Steuergeldern.

Zwangsarbeit gab es in allen kriegsführenden Staaten. So auch im Deutschen Reich. Insofern stellt sich die Frage, was „NS-Zwangsarbeit“ so besonders macht, insbesondere in Berlin-Niederschöneweide. Nach umfangreicher Recherche konnte ich nichts finden. Im vollmundig als Hintergrundtext zur Geschichte des Lagers (PDF, 150 kB) genannten Beitrag ist zu lesen:

Das Lager war von seiner Umgebung durch einen Maschendrahtzaun abgetrennt, auf dem Stacheldraht angebracht war. Am 4. Oktober 1943 standen bereits drei Baracken, vier Monate später sind auf einem Luftbild weitere zwei Baracken und die Wirtschaftsbaracke erkennbar. Dann stockte der Bau aber aus unbekannten Gründen: Das Lager wurde erst zwischen Februar und November 1944 teilweise in Betrieb genommen. Selbst nach Kriegsende fehlten in zwei Baracken noch die Fußböden.

Ein kleines Lager also, welches lediglich ein halbes Jahr betrieben wurde, kein Folter- oder Vernichtungslager war, in dem kein Terror ausgeübt wurde, wie man sich ihn gemeinhin vorstellt, sondern dafür da war, daß die Anwesenden in umliegenden Betrieben arbeiteten konnten, welche nach Kriegsende zumeist in ihre Heimat zurückkehrten, dient heute unter der Schirmherrschaft einer Stiftung „Topographie des Terrors“ dazu, ein „Lernort“ zu sein.

Der Pole Józef Przedpelski und seine Frau waren dort als Zwangsarbeiter untergebracht. Er berichtet:

Berlin war das kleinere unter vielen großen Übeln. Dem Lager der Reichsbahn eilte der Ruf voraus, dass Zwangsarbeiter dort verhältnismäßig menschlich behandelt wurden. Als seine schwangere Frau Anna kurz vor der Entbindung stand, gab ihm eine Krankenschwester trotz Verbot eine Krankschreibung, damit seine Frau bei der Geburt nicht allein war. Inmitten der Kämpfe um Berlin kam Sohn Zygmunt am 9. April 1945 zur Welt.

Was lernen wir daraus? Daß diesem Lager in Niederschöneweide, welches als exemplarisch für den Terror der „NS-Zwangsarbeit“ herausgestellt wird, der Ruf voraus eilte, daß Zwangsarbeiter dort verhältnismäßig menschlich behandelt wurden. Und zwar nicht nur Westeuropäer wie immer betont wird, sondern offenbar auch Polen. Sogar intime Kontakte waren möglich, Kinder wurden geboren. Was bleibt? Die Krankschreibung von Gesunden war verboten, wie schrecklich.

Es geht mir nicht darum, daß Schicksal von Zwangsarbeitern kleinzureden, die im Deutschen Reich während des Krieges tätig sein mußten, sondern festzuhalten, daß mit Gedenkstätten wie der in Niederschöneweide ein völlig falscher Eindruck erweckt wird, obendrein Unsummen von Steuergeldern verschwendet werden zur Erzeugung von Schuldkomplexen bei deutschen Schulkindern, was alles gänzlich destruktiv ist, aber offenbar erwünscht.

Während dessen wird ein anderer Aspekt der Geschichte völlig ausgeblendet.

So ist mir nicht bekannt, daß deutsche Kinder, Jugendliche und Erwachsene etwas davon hören, wie viele Millionen deutscher Soldaten und Zivilisten vor und – unrechtmäßigerweise – nach dem zweiten Weltkrieg im Ausland unter schlimmsten Bedingungen Zwangsarbeit leisten mußten und wie viele dabei ums Leben kamen. Wo ist diesen Opfern bei uns eine Gedenkstätte gewidmet? Den Opfern des Vertreibungsholocaust? Wo ist die öffentliche Aufarbeitung?

Das soll mein eigentliches Anliegen sein: An den Opfergang der Millionen deutscher Zwangsarbeiter zu erinnern, weil das die siegermachtshörige deutsche Politik nicht für nötig befindet.

Ein verdrängtes Kapitel Zeitgeschichtevon Heinz Nawratil

Allgemein bekannt ist heute, daß bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen Deportation und Zwangsarbeit als Kriegsverbrechen bzw. Verbrechen gegen die Menschlichkeit verfolgt wurden; Bormann, Hans Frank, Göring, Rosenberg, Sauckel und Seyss-Inquart wurden u.a. wegen dieser Delikte zum Tod durch den Strang verurteilt. Kaum bekannt ist dagegen, daß Millionen deutscher Zwangsarbeiter zur gleichen Zeit in Osteuropa, aber auch in Frankreich, unter Bedingungen gehalten wurden, die man als Sklavenarbeit charakterisieren muß.

Wie die „Wissenschaftliche Kommission für deutsche Kriegsgefangenengeschichte“ in den sechziger und siebziger Jahren im Auftrag der Bundesregierung ermittelte, haben in der Kriegsgefangenschaft deutsche Soldaten insgesamt 2 Milliarden Arbeitstage ableisten müssen, und zwar ganz überwiegend nach Kriegsende. Besonders im Osten und in Frankreich verzögerte sich die Entlassung der Gefangenen, weil man sie möglichst lange als Sklavenarbeiter ausbeuten wollte. Deutsche und internationale Stellen haben immer wieder gegen diesen schweren Rechtsbruch protestiert, z. B. das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) am 18. November 1947:

Deutsche Kriegsgefangene wurden Zwangsarbeiter

„Nun hat aber die Kriegsgefangenschaft nur einen einzigen Zweck. Den feindlichen Soldaten an der Wideraufnahme der Waffen zu hindern. Ihre Verlängerung rechtfertigt sich also durch kein einziges militärisches Erfordernis, sobald der Krieg in der Tat beendet ist. Daher der vom internationalen Recht geheiligte Grundsatz, die Heimbeförderung jener Kriegsgefangenen, die nicht von der Justiz angefordert werden, so rasch als möglich nach Einstellung der Feindseligkeiten in die Wege zu leiten. … Die Kriegsgefangenschaft … scheint derzeit vor allem deshalb aufrecht erhalten zu werden, um dem Bedürfnis der Gewahrsamsmächte nach Arbeitskräften zu entsprechen. … Angesichts dieser Sachlage hält sich das Internationale Komitee vom Roten Kreuz verpflichtet, mit Nachdruck geltend zu machen, wie sehr die Verlängerung eines solchen Zustandes den allgemeinen Grundsätzen der Achtung der Person und der Menschenrechte widerspricht – Grundsätze, die jene des Roten Kreuzes sind.“

Aufgrund der wiederholten Vorwürfe griffen einzelne Gewahrsamsstaaten wie Jugoslawien und die Sowjetunion zu einem Trick und verurteilten massenhaft Kriegsgefangene in Scheinprozessen als Kriegsverbrecher. Von den Staaten, die Kriegsgefangene als Zwangsarbeiter einsetzten, verfügten die Sowjetunion über 3.060.000, Frankreich über 937.000, Jugoslawien über 194.000, Polen über 70.000, Belgien über 64.000 und die CSR über 25.000 Gefangene.

Von den 194.000 in Titos Gewahrsam starb annähernd die Hälfte. Unmenschlichkeit herrschte aber auch in polnischen, tschechischen und russischen Zwangsarbeitslagern; in der Sowjetunion allein dürften 1.335.000 Gefangene zugrunde gegangen sein. Erst 1955 kehrten die letzten Überlebenden aus Rußland heim.

Die Arbeitskraft der Häftlinge wurde oft bis zur Erschöpfung ausgenützt; z.B. ist einem Bericht des internationalen Rotkreuzdelegierten von seinem CSR-Besuch im August 1946 zu entnehmen: „Das Problem der Freizeitgestaltung gibt es nicht, da es die Gefangenen vorziehen, nach ihrer Arbeit zu schlafen, statt sich mit anderen Dingen zu beschäftigen.“

Erschreckend war das Los der Gefangenen auch im Kulturstaat Frankreich. Nach amtlichen französischen Angaben gab es zwar nur 24.178 Tote, demgegenüber dürfte die von nicht offizieller Seite genannte Zahl von 115.000 Toten in französischem Gewahrsam eher den Tatsachen entsprechen.

Noch schlechter als den Kriegsgefangenen ging es in Rußland den zivilen Zwangsarbeitern, weil die Lager für Zivilpersonen dort ganz allgemein als Straf- oder Besserungslager geführt wurden. Die ersten Deutschen im Gulag waren die Rußlanddeutschen, die pauschal als Diversanten, Spione und Saboteure verdächtigt und unter unbeschreiblichen Bedingungen nach Sibirien, Kasachstan und ins Uralgebiet verschleppt wurden.

Insgesamt hat man ab 1941 900.000 Rußlanddeutsche deportiert. 300.000 weitere Rußland- und Baltendeutsche, die die Rote Armee bei ihrem Marsch bis zur Elbe eingeholt hatte, wurden später zwangsrepatriiert und teilten dann das Schicksal ihrer Landsleute.

Internierte Deutsche als alliierte Sklaven gehandelt

Man schätzt, daß 350.000, möglicherweise 400.000 Rußlanddeutsche Deportation und Zwangsarbeit nicht überlebt haben. Auf der Konferenz von Jalta (4. bis 11. Februar 1945) erreichte Stalin daüber hinaus die Zustimmung der Westalliierten, Arbeitskräfte aus Deuschland als lebende „Reparationen“ nach Rußland zu schaffen. Zwischen Januar und April 1945 konnten die Sowjets in den Vertreibungsgebieten Ostdeutschlands und Osteuropas 500.000 Arbeitssklaven einfangen, überwiegend Frauen, die ihre Kinder zurücklassen und schwerste Männerarbeit verrichten mußten. Von diesem Unglücklichen starben nicht weniger als 45 Prozent.

Die billigen Arbeitskräfte waren für die Polen ein Grund, die Lager möglichst lange aufrechtzuerhalten. Die Pforten der Lagerhölle schlossen sich nur langsam. Die großen Zentralarbeitslager wie Sikawa bei Lodz und Granowo bei Lissa wurden erst 1949/50 aufgelöst, ebenso das berüchtigte Lager Potulica bei Bromberg.

In Rumänien hat es zwar keine Vertreibung gegeben. Allerdings wurden unter kommunistischer Regie 1951 plötzlich ca. 40.000 Banater Schwaben zur Zwangsarbeit in die ostrumänische Baragan-Steppe deportiert „unter Bedingungen, die den Gesetzen der Menschlichkeit und der Menschenwürde Hohn sprechen“, wie der Bundestag in seinem Protest vom 17. Oktober 1951 feststellte.

Wer die moderne Form der Sklavenhaltung international ächten will, wird nicht umhin können, sich mit dem Kapitel der deutschen Zwangsarbeiter zwischen 1945 und 1955 auseinanderzusetzen. Auch hier gilt nämlich, was Altbundeskanzler Helmut Schmidt einmal sagte: „Ich möchte, daß die Fakten bekannt und moralisch bewertet werden.“

Regensburger Bistumsblatt Nr.5/2000:

Massensterben in ausländischen Vernichtungslagern

Auch Millionen deutsche Zivilisten haben im Zweiten Weltkrieg jahrelang Zwangsarbeit leisten müssen. Nahezu eine Million von ihnen wurden mit oder nach dem Ende des Krieges 1945 zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion unter unmenschlichen Bedingungen verschleppt, darunter auch Kinder.

Rund 500.00 deutsche Zivilisten aus der Oder-Neiße-Gebieten (Nieder- und Oberschlesien, Hinterpommern, Ostbrandenburg, Posen, West -und Ostpreußen) und Polen, 30.000 Sudetendeutsche und 160.000 deutsche Zivilisten aus Südeuropa wurden 1945 aus ihrer Heimat zur Zwangsarbeit in die UdSSR deportiert, um dort für Jahre ausgebeutet zu werden. Allein auf den Transporten nach Rußland starben bereits zehn Prozent der Deportationsopfer an Mißhandlungen, Hunger und Kälte.

Aber der Transport war erst die Vorhölle. Fast die Hälfte der sogenannten Reparationsverschleppten starb in den Lagern. Über die entmenschlichten Zustände in den Kolyma-Lagern, die zu den schlimmsten der Sowjetunion zählten, berichtete eine deutsche Jüdin entsetzt und fragend über das Schicksal junger Frauen: „Warum brachen die sowjetischen Offiziere, die die Siebzehnjährigen verhörten, den Mädchen die Schlüsselbeine und traten ihnen die Rippen mit schweren Militärstiefeln ein? Das Leben der Frauen in Kolyma war unglücklich, aber kurz“.

Der amerikanische Gewerkschaftsbund stellte in seinem Manifest von 1947 ernüchtert fest, „Paradoxerweise ist gerade jenes Land, das sich selbst „sozialistisch“ nennt und dessen Regierungsform als „Arbeiterrepublik“ bezeichnet wird, das Zentrum der umfangreichsten und schlimmsten Sklavenhaltung, die heute noch auf der Erde existiert.“

Bertrand Russel schrieb am 19. Oktober 1945 empört an die „Times“: In Osteuropa werden jetzt von unseren Verbündeten Massendeportationen in einem unerhörten Ausmaß durchgeführt. Man hat ganz offensichtlich die Absicht, viele Millionen Deutsche auszulöschen – nicht durch Gas, sondern dadurch, daß man ihnen ihr Zuhause und die Nahrung nimmt und sie einem langen schmerzhaften Hungertod ausliefert. Das gilt nicht als Kriegspakt, sondern als Teil einer bewußten „Friedenspolitik“.

Nicht nur in die Sowjetunion wurden Deutsche als Zwangsarbeiter deportiert. Auch in Polen, der Tschechoslowakei und Jugoslavien gab es Zwangsarbeits- und Vernichtungslager für Millionen von Deutschen. Bis zu Ihrer Ausweisung durch diese Länder wurden praktisch alle Deutschen dort zur Zwangsarbeit herangezogen, auch außerhalb von Lagern.

In Polen und den polnisch besetzten Gebieten gab es in 1.255 Lagern mehr Tote als bei den Vertreibungstransporten. Allein im Lager Lamsdorf/Oberschlesien starben von 8.000 Insassen 6.048. Auch in anderen oberschlesischen Zwangsarbeitslagern herrschte unbeschreibliche Grausamkeit. Planmäßiges Erschießen von arbeitsunfähigen Alten und Kranken gehörte in verschiedenen Lagern zum Tagesgeschäft.

In der Tschechoslowakei wurden nach dem Krieg 2.061 Arbeits-, Straf- und Internierungslager unterhalten. Die Grausamkeiten in diesen Lagern waren unbeschreiblich. Allein im Lager Mährisch Ostrau wurden bereits bis Anfang Juli 1945 350 Insassen zu Tode gefoltert. Die Methoden reichten vom Totprügeln bis zur chinesischen Art, nach der sich eine Ratte langsam in den Bauch des Gefolterten frißt. Es spricht für sich, daß Überlebende dieser Monsterlager über Nacht weiße Haare bekamen und andere geisteskrank wurden.

Die Zustände in den jugoslawischen Lagern waren eher noch schlimmer. Der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes hat für diesen Raum 1.562 Lager und Gefängnisse ermittelt. Im Mai 1945 waren praktisch alle bis dahin noch dort lebenden Jugoslawiendeutschen in Lagern interniert und mußten Zwangsarbeit verrichten. Man unterschied offiziell Zentralarbeitslager, Ostlager und Konzentrationslager für Arbeitsunfähige. Die letzteren wurden inoffiziell auch End- oder Vernichtungslager genannt.

Allein im größten Lager dieser Art, Rudolfsgnad, sind von 33.000 Menschen nach den geretteten Aufzeichnungen eines Lagerarztes 9.503 Deutsche verstorben, davon 8.012 Erwachsene und 491 Kinder unter 14 Jahren. Namen wie Gakowo, Jarek oder Rudolfsgnad im damaligen Jugoslawien, Potulitz, Lamsdorf oder Schwientochlowitz in den deutschen Ostgebieten unter polnischer Herrschaft oder Theresienstadt und Olmütz-Hodolan in der CSR stehen für viele andere Zwangsarbeitslager in diesen Bereichen.

All das geschah in einem Zeitraum, als im Nürnberger Hauptkriegsprozeß gegen Nazigrößen Todesurteile auch wegen Deportationen und Zwangsarbeit ausgesprochen wurden. Schicksale durch Zwangsarbeit und Lagerqual lassen sich mit Geld, in welcher Höhe auch immer, nicht aufwiegen. Was Not tut, ist zudem die Aburteilung der noch lebenden Verantwortlichen. Hier herrscht tiefes Schweigen in Bezug auf die deutschen Opfer.

Wikipedia:

Im Jahr 1947 waren rund 4 Millionen Deutsche europaweit als Zwangsarbeiter eingesetzt. Schätzungen gehen von 600.000 bis 1.000.000 toten deutschen Kriegsgefangenen während des Krieges und danach aus. Das für die Suche nach Vermissten zuständige Deutsche Rote Kreuz verzeichnet 1,3 Millionen deutschen Kriegsgefangenen, deren Schicksal niemals geklärt werden konnte; sie gelten bis heute offiziell als vermisst.

Robert H. Jackson, amerikanischer Hauptanklagevertreter bei den Nürnberger Prozessen, kommentierte im Oktober 1945 in einem Brief an den US-Präsidenten Harry S. Truman, dass die Alliierten selbst „genau die Dinge getan haben oder tun, für die wir die Deutschen anklagen. Die Franzosen verletzen die Genfer Abkommen bei der Behandlung der Kriegsgefangenen in einem Ausmaß, dass unser Kommando sie wieder zurücknimmt. Wir verfolgen strafrechtlich Ausbeutungshandlungen und unsere Alliierten praktizieren sie selbst. Wir sagen, dass aggressive Kriegshandlungen ein Verbrechen sind, und einer unserer Bündnispartner nimmt die Staatshoheit über die Baltischen Staaten in Anspruch, mit keinem anderen Titel als ihre militärische Eroberung.“

Die deutschen Häftlinge erwartete ein hartes Schicksal. Viele starben in Arbeitslagern, und nur ein Teil kehrte Jahre später zurück. Der sowjetischen Geheimdienst NKWD verschleppte außerdem unzählige Zivilisten. Ein Drittel der Entführten starb während der Haft oder beim Transport an Hunger, Seuchen und Kälte. Schon kurz nach Eroberungen durch die Rote Armee kam es zur Deportation deutscher Minderheiten. Zahllose Zivilpersonen, vor allem aus Rumänien und Jugoslawien, waren betroffen. Hier wurden im Dezember 1944 zehntausende Volksdeutsche im Alter von 18 bis 40 Jahren ergriffen, ein Großteil davon Frauen. 16 Prozent der Gefangenen überlebten die Arbeitslager des Donezbeckens nicht.

Polen
Polnische Staatsangehörige deutscher Abstammung wurden nach Kriegsende inhaftiert und zwangsverpflichtet, bis man sie später aus Polen vertrieb. Neben dem Zentralen Arbeitslager Potulice (dt. Potulitz) existierte das Zentrale Arbeitslager Jaworzno sowie die Lager Zgoda (dt. Eintrachthütte) und Łambinowice (Lambsdorf in Schlesien).

Während die Erinnerung an ausländische Zwangsarbeiter in Deutschland hochgehalten wird und diese entschädigt wurden, gibt es für die Millionen deutschen Soldaten und Zivilisten, die während und vor allem – ich wiederhole mich: unrechtmäßigerweise – nach dem Krieg aus allen Teilen Deutschlands und Europas zur Zwangsarbeit verschleppt (wobei viele gefoltert und ermordet) wurden, weder das eine noch das andere.

Während die einen entschädigt werden, gehen die anderen leer aus:

2011 lehnte BRD-Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) Wiedergutmachungsleistungen für deutsche Zwangsarbeiter ab. Friedrich rechnete mit bis zu 100.000 noch lebenden Berechtigten, und das Bundesinnenministerium hat keine Mittel für Zahlungen ab 5.000 Euro an jeden Betroffenen. Gemäß Friedrich gelte die Zwangsarbeit als Massenschicksal, das nicht entschädigt werden könne … aber halt nur, wenn es um deutsche Zwangsarbeiter in alliierten Lagern geht.

————————–

Anhang zur Historie des Einsatzes für die Entschädigung deutscher Zwangsarbeiter:

Über das verdrängte Leid der deutschen Zwangsarbeiter

Es geht hier um Menschen, die nach dem Krieg ein schlimmes Schicksal tragen mußten. Und die nun nichts weiter fordern, als Gleichberechtigung mit denen, die Opfer der NS-Diktatur wurden und deren berechtigte Anliegen im Deutschland von heute höchsten moralischen Rang genießen.

Das Zwangsarbeiterlos traf damals willkürlich Millionen von Deutschen, unabhängig von einer eventuellen Verstrickung ins NS-System, einfach aufgrund der Tatsache, daß sie Deutsche waren und im deutschen Osten lebten, statt in Bayern oder am Rhein. Es ist beschämend, daß die Politiker diese Deutschen einfach vergessen, und es ist noch beschämender, daß in einer Frage, wie dem Zwangsarbeiterunrecht, wo es auf beiden Seiten um unschuldige Zivilisten geht, in Deutschland heute mit zweierlei Maß gemessen wird.

Etwa 1,5 Millionen deutsche Zivilisten wurden nach dem Krieg gegen jedes Menschen- und Völkerrecht in die Sowjetunion verschleppt. Die Todesrate lag bei über 50 Prozent – in manchen Lagern nach unseren Erkenntnissen sogar bei 70, 80 oder 90 Prozent – und seit der Entlassung der Überlebenden sind zudem manche an Alter, Krankheit oder den Folgen der Verschleppung gestorben.

Eine nationale Tragödie, die im heutigen Deutschland leider weitgehend unbekannt ist. Und das ganze Ausmaß ist noch viel erschreckender, wenn man sich klarmacht, daß nicht nur Männer, sondern auch Frauen und Kinder verschleppt wurden und viele der überlebenden Deportierten mit schweren bleibenden Schäden aus der Verschleppung zurückkamen.

Pro Zwangsarbeiter stellen wir uns eine Entschädigungszahlung zwischen 5.000 und 14.000 Mark vor, je nach Schicksal. Das entspräche dem, was die NS-Zwangsarbeiter bekommen und wäre eine symbolische Anerkennung des erlittenen Unrechts und vor allem der „Gleichwertigkeit“ der Opfer.

Allein in Polen gab es über 1.200 Lager für deutsche Zwangsarbeiter – eines davon war übrigens das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz -, darunter auch ganz berüchtigte mit hohen Todesraten und bestialischen Greueltaten durch die Lagerbesatzungen. Hier endgültige Zahlen zu nennen, ist schwierig. Die zuvor genannten 1,5 Millionen Opfer – das gilt es zu bedenken – sind nur jene, die in die UdSSR verschleppt wurden.

Die Genfer Konvention besagt, daß mit der Rückführung von Kriegsgefangenen sogleich nach Beendigung der Kampfhandlungen zu beginnen ist. Die Millionen deutscher Soldaten, die teilweise erst nach zehn Jahren heimkehrten – vorausgesetzt sie gehörten nicht zu den 1,3 Millionen, die in den Lagern umkamen -, waren also die meiste Zeit ihrer Gefangenschaft keine Kriegsgefangenen im völkerrechtlichen Sinn. Deshalb lautet der Titel unserer Resolution auch: „Deutsche Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene gerecht behandeln!“

Im eigenen Staat Bürger zweiter Klasse zu sein, ist für die betroffenen Zwangsarbeiter unerträglich, hat aber seine Ursache, wie die Behandlung der Vertriebenenfrage generell, in der allgemeinen psychologischen Situation, die bei uns tonangebend ist. Der bekennenden Reue wegen sei, so beschrieb unlängst der Bonner Generalanzeiger die Hintergründe für dieses Tabuthema, das Leid der Vertriebenen ignoriert worden. Die Einsicht in die eigene Schuld habe alle anderen Perspektiven überlagert.

Aus: http://jungefreiheit.de/service/archiv/?www.jf-archiv.de/archiv02/362yy09.htm

Es folgt ein Beitrag über Zwangsarbeiter in DDR-Arbeitslagern und Gefängnissenhier hätte DIE LINKE und konkret Ex-Stasi-Mann Dr. Hans Erxleben ein reichhaltiges Betätigungsfeld, in tätiger Reue die Schuld der Partei aber auch individuelle abzubauen:

Nachdem die Zwangsarbeiter der NS-Zeit ihre Ansprüche erfolgreich durchgesetzt haben, nehmen nunmehr die Opfer des kommunistischen Systems das gleiche Recht für sich in Anspruch.

Etwa 200.000 politische Gefangene gab es in der ehemaligen DDR. Viele von ihnen hatten in den Haftanstalten wie auch in speziellen Arbeitslagern – beispielsweise dem berüchtigten „Lager X“, das direkt dem Ministerium für Staatssicherheit unterstand und auf dem Gelände der U-Haftanstalt in Hohenschönhausen untergebracht war – schwerste körperliche Arbeit zu verrichten.

Politische Strafgefangene wurden aber auch im Uranbergbau bei Aue oder Johanngeorgenstadt eingesetzt, wobei es der Partei- und Staatsführung völlig gleichgültig war, daß zur Schwere der körperlichen Arbeit hier auch noch die Strahlengefährdung kam. Aufgeklärt wurde darüber kein einziger Häftling. Auch jene, deren Arbeitsplatz sich in einem der Asbestzementwerke befand, ahnten nicht, welche gesundheitlichen Gefahren damit verbunden waren. Für die Häftlinge gab es zwar ein gewisses Entgelt, das jedoch jeglicher Beschreibung spottete. In einem konkretem Fall erhielt ein politischer Häftling für seine Tätigkeit des Verlötens von Kabeln in der Haftanstalt Magdeburg-Sudenburg einen „Lohn“ von 30 DDR-Mark im Monat.

Der „sozialistische Staat“, der stets vorgab, die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen ein für allemal überwunden zu haben, betrieb in seinen Zuchthäusern eine Ausbeutung, wie sie rigoroser nicht sein konnte. Schlimmer war die Situation nur noch in den sowjetischen Gulags, zu deren Insassen auch Zehntausende von deutschen Zwangsarbeitern gehörten.

Nun verschafften sich jene Gehör, die dieses Martyrium überlebt haben und nehmen die Bundesregierung in die Pflicht. Nachdem die Opferverbände der kommunistischen Gewalt vergebens darauf gewartet haben, daß die Bundesregierung von sich aus einen Schritt auf sie zugeht, bleibt ihnen jetzt nur noch die Anrufung des Bundesverfassungsgerichts sowie der Weg der Klage.

Zur gleichen Zeit rührt sich auch in Hamburg ein sogenannter Arbeitskreis „Deutsche Zwangsarbeiter“, der sich vor einem Jahr konstituiert hat und sich aus den Vertretern zahlreicher Landsmannschaften des Bundes der Vertriebenen zusammensetzt. Innerhalb von nur zwölf Monaten hat dieser Arbeitskreis Zeugnis vom Schicksal von über 70.000 deutschen Zwangsarbeitern abgelegt. Die Forderungen von mehr als 20.000 deutschen Zwangsarbeitern, welche über viele Jahre in polnischen, tschechischen, jugoslawischen sowie sowjetischen Lagern festgehalten wurden, sollen Mitte dieses Jahres dem Bundeskanzleramt in Berlin überreicht werden. Gleichzeitig ist beabsichtigt, zu diesem Zeitpunkt durch eine entsprechende Plakatierung in der Hauptstadt auf das Schicksal der deutschen Zwangsarbeiter in der Öffentlichkeit aufmerksam zu machen.

Aus: http://jungefreiheit.de/service/archiv/?www.jf-archiv.de/archiv02/212yy17.htm

Während Die Republikaner (REP) damals die Forderungen des „Arbeitskreises Deutsche Zwangsarbeiter“ auf Entschädigung und Anerkennung des erlittenen Unrechts deutscher Zwangsarbeiter in alliierten Lagern unterstützten, übte sich die CDU in Verrat:

Weil er Zwangsarbeit deutscher Zivilpersonen als Massenschicksal einstuft, lehnt Innenminister Friedrich eine Entschädigung für diesen Personenkreis ab. Damit verlässt er auch die von der CDU/CSU-Bundestagsfraktion vertretene Position, wonach das besondere Schicksal der deutschen Zwangsarbeiter einer Anerkennung bedarf. Deutsche Opfer sollen eben möglichst nicht publik werden, koste es, was es wolle. Wie es sein kann, dass ein Innenminister im Alleingang eine noch vor kurzem von der eigenen Fraktion vertretene Meinung verlassen kann, wirft Fragen auf.

Aus: http://www.schlesien-lm.de/pressedienst/2011/23%2011.htm

Advertisements

Ein Gedanke zu “Das „Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit“ in Berlin-Schöneweide und das vergessene Schicksal deutscher Zwangsarbeiter

  1. Im kostenlos verteilten Anzeigenblatt „Berliner Woche“, in der – insbesondere vom Autor Ralf Drescher – regelmäßig antideutsche Hetze verbreitet wird, erschien in der aktuellen Ausgabe ein mit „Erinnerung an internierte italienische Soldaten: Zeitzeugen gesucht“ überschriebener Artikel.

    Angeblich läge das „Schicksal der italienischen Militärinternierten noch im Dunkeln“.

    Naheliegend ist vielmehr, daß die in diesem „Dokumentationszentrum“ von Steuergeldern ausgehaltenen Beschäftigen, allen voran eine Daniela
    „Tinka“ Geppert, die auch Mitglied der Berliner Geschichtswerkstatt ist und als Historikerin für Ausstellungen der Gedenkstätte Sachsenhausen arbeitete, von Zeit zu Zeit irgendwelche Aktivitäten vortäuschen müssen, um nicht den Eindruck zu erwecken, Ihre Arbeit wäre sinnlos.

    Die „internierten Italiener wurden bei der Zwangsarbeit in Berliner Betrieben oft schlecht behandelt“, sagt Daniela Geppert laut „Berliner Woche“. Einen Beleg für diese Behauptung erbringt sie freilich nicht.

    Ein paar Zeilen danach wurde sogar hervorgehoben, daß die italienischen Fremdarbeiter ab Sommer 1944 „die Lager in ihrer Freizeit verlassen“ durften, es gab „Kontakte zur Berliner Bevölkerung und sogar Liebesbeziehungen zwischen Italienern und deutschen Frauen.“

    Schlimm, dieses NS-Zwangsarbeitslager in Niederschöneweide …

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s