Stolz: Die Wurzel der Sünde – Das Heilmittel: Demut

Stolz und Demut

Bibel-Offenbarung:

STOLZ: Die Wurzel der Sünde – Das Heilmittel: DEMUT

„Vor dem Zusammenbruch wird das Herz des Menschen hochmütig, aber vor der Ehre kommt die Demut.“ (Sprüche 18,12)

Eine Ich-bezogene, stolze Person sagt: „Ich will das, Ich will jenes; Ich bestimme, wo es lang geht“. Oder: „Was, du glaubst an einen persönlichen Schöpfergott? Das ist ja lächerlich!“. Oder: „Ich habe überhaupt keine Zeit, ich muss noch mehr arbeiten, damit ich noch ein zweites Haus bauen kann.“ Oder: „Was will mein Ehepartner von mir? Das mache Ich nicht!“ (…) Oder: „Mir geht’s ja so schlecht, das liegt an meiner Kindheit, wegen meiner Eltern; mein Ehepartner ist schuld; mein Arbeitskollege spielt mir übel mit; Ich selbst kann da gar nichts dafür“.

Eine demütige Person sagt: „Was will mein Schöpfer von mir? Was ist Sein Wille für mein Leben? Wie kann ich meinen Eltern, meinen Kindern, meinem Ehepartner, meinen Mitmenschen eine Hilfe sein? Wie kann ich die Dinge mit Seiner Hilfe besser machen? Ich vertraue Ihm und gebe alles getrost in Seine Hand, denn Er weiß so viel besser, was in dieser oder jener Situation zu tun ist.“ Und: „Ich danke meinem Schöpfer für alles, was Er mir gibt und für alles was Er für mich tut; ich danke Ihm für Seine weise Führung.“

Demut: das Gegenteil von Stolz

Zwischen dem stolzen Geist der Welt und dem demütigen Geist des Messias besteht ein großer Unterschied. Der eine führt zu Selbstsucht, Selbstmitleid, Selbsterhöhung und zum Streben nach irdischen Schätzen. Der andere führt zu Selbsterkenntnis, Selbstverleugnung, Friede, Freiheit und zum Streben nach unvergänglichen Schätzen.

Der Stolz ist die schlimmste Sünde, denn aus dem Stolz entwickeln sich alle anderen Sünden. Alle Sünden haben wiederum ihre Wurzel in Luzifer, ein von Gott geschaffener glanzvoller Engel, der sich gegen seinen Schöpfer auflehnte und mehr sein wollte, als ihm zugedacht war. Die Grundform des Stolzes ist damit die Rebellion gegen den Schöpfer. Aufgrund der Verführungskünste Luzifers zur Selbsterhöhung ist der Stolz seit dem Sündenfall Adams und Evas in der menschlichen Natur verwurzelt.

Stolz trübt unser Urteilsvermögen, es macht uns für Ratschläge taub und führt zu Überheblichkeit. Stolze Menschen verlieren irgendwann auch die Achtung ihrer Mitmenschen. Ungläubige haben Probleme, ihren Worten zu trauen, weil sie erkennen, dass sich bei einem solchen Menschen alles um ihn selbst dreht. Und selbst Menschen, die selbst recht hochmütig sind, hassen die stolzen Gebärden und Handlungen der anderen. Um sich nicht dem Unmut der Mitmenschen auszusetzen, versucht der Stolze auch gerne seinen Stolz zu verbergen, was sich zuweilen in Schein- oder falscher Demut ausdrückt.

Stolz hat überhaupt nichts Schönes, nichts Liebliches und nichts Anziehendes an sich. Im Stolz ist nichts Ausgeglichenes und keine Ordnung vorhanden. Stolz verkehrt das Heilige Gesetz des Schöpfers ins Gegenteil. Stolz ist der Erstgeborene Sohn Luzifers, unheilig, unrein und niederträchtig.

Echte Demut ist das genaue Gegenteil von Stolz, oder wie es der französische Historiker und Philosoph Voltaire (1694 – 1778) ausgedrückt hat: „Demut ist das Gegengift des Stolzes“. Leider wird Demut oft völlig falsch verstanden. Demut bedeutet keinesfalls, dass man sich unterdrücken lässt, sich selbst minderwertig fühlt oder dass man ein niedriges Selbstvertrauen hat. Es bedeutet auch nicht, dass man ständig über seine Schwächen grübelt und darüber spricht. Auch bedeutet Demut nicht, dass man anderen alles Recht macht und ihnen nach dem Mund spricht.

Demut ist vielmehr ein sicheres Zeichen von Stärke; es ist die höchste Form von Mut. Wie das Wort „DeMUT“ selbst bereits andeutet, erfordert es Mut, demütig zu sein. Demut kommt aus dem Althochdeutschen „diomuoti“ und bedeutet „Gesinnung eines Dienenden“. Ja, es ist die mutige Gesinnung eines Dieners des Schöpfers und seiner Mitmenschen. Demut ist eine Herzenshaltung, eine Lebenseinstellung. Während der Stolze mit sich selbst zufrieden ist und er sich grundsätzlich nur um sich selbst dreht, hat der Demütige den Mut, seinen tatsächlichen Zustand zu betrachten, seine Schwächen zu sehen und sich einzugestehen, dass er Hilfe und Gnade von Seinem Schöpfer nötig hat.

Während der Stolz gerne auf andere herabsieht, ist die Demut „die Fähigkeit, auch zu den kleinsten Dingen des Lebens emporzusehen“, wie es der Arzt und Theologe Albert Schweizer (1875 – 1965) einmal ausdrückte. Ein Demütiger ist stark, weil er weiß, dass er einfach er selbst sein kann, er muss niemandem etwas beweisen. Er weiß, dass alle Dinge sein Schöpfer in der Hand hat, und kann deshalb mit Friede im Herzen gelassen durchs Leben gehen. Jede wahre Größe kommt aus der Demut, die im Leben des Sohnes des Allmächtigen und in Seinem wunderbaren Opfer zur Rettung verlorener Menschen offenbar wurde. (…)

Stolz ist ein Mangel an Selbsterkenntnis. Das heißt, wir sehen unseren wahren Zustand nicht. Demut öffnet uns die Augen, damit wir unsere Schwächen und Unwürdigkeit vor unserem Schöpfer erkennen können. Wir sehen uns so, wie wir wirklich sind. Durch Demut werden wir „die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird uns frei machen“ (Johannes 8,32). Und anstelle stolz zu werden, geben wir Ihm die Ehre, wenn Er in und durch uns etwas vollbracht hat.

Demut unterdrückt nichts oder macht einen minderwertiger als man ist. Vielmehr verhindert es Selbstüberschätzung und zeigt den wahren Zustand des inneren Menschen auf. Demut zeigt die Unfähigkeit, das Leben ohne den Schöpfer meistern zu können. Ein demütiger Mensch hat ein gesundes Selbstvertrauen, weil er sich vom Schöpfer aller Dinge getragen fühlt; er setzt sein ganzes Vertrauen auf Ihn. Demut wird nicht nur Überheblichkeit heilen, sondern auch Minderwertigkeitskomplexe und Depressionen, die eine Folge des Stolzes sein können.

„Kommt her zu Mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will Ich euch erquicken! Nehmt auf euch Mein Joch und lernt von Mir, denn Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen!  Denn Mein Joch ist sanft und Meine Last ist leicht.“ (Matthäus 11,28-30)

(…) Wir alle haben in irgendeiner Form den Stolz in uns. Oft sind es Eigenschaften, die uns unsere Eltern und Großeltern vererbt haben und die wir weiter hegen und pflegen, bis sie immer mehr Raum in unserem Leben einnehmen oder neue Formen gebären. Durch unsere Handlungen und durch den von uns oft willkommenen Einfluss der sündhaften Welt züchten wir weitere mehr oder weniger sichtbare Formen des Stolzes. Sehr oft bringt der Stolz – wenn lange genug gehegt und gepflegt – Zustände hervor, in denen er vordergründig gar nicht mehr erkannt wird: Die falsche Demut zählt dazu genauso, wie psychische Erkrankungen, die ihre Ursache im Stolz haben können. (…)

Stolz auf Reichtum, Ansehen, Talent und Äußerlichkeit

(…) Im Grunde gibt es für niemanden einen Grund stolz zu sein. Wenn jemand reich ist und großes Ansehen genießt, von wem hat er den Reichtum? Wenn jemand ein begnadeter Musiker, Schreiber oder Erfinder ist, von wem hat er das Talent? Von wem hat er den stabilen körperlichen und psychischen Gesundheitszustand, um große Dinge leisten zu können? Von seinem Schöpfer! Für alles was wir haben, für alles was wir leisten, können wir nur Ihm die Ehre dafür geben und Ihm unseren Dank aussprechen. (…)

Für Manchen kann es jedoch auch ein Vorrecht und eine große Gnade sein, wenn er keine außergewöhnliche Begabung oder Reichtum oder vollkommene körperliche Gesundheit hat, denn dann ist die Gefahr viel kleiner, dass man sich überhebt und stolz wird. (…)

Ablehnung des Schöpfers

Auch diejenigen, die komplett leugnen, dass es überhaupt einen Gott gibt, der die Welt erschaffen hat und der einem jeden einzelnen Lebewesen Seinen Lebensodem gibt, tragen einen gewissen Stolz in sich. Man ist selbst so weise, dass man „weiß“, dass es keinen Gott gibt. Man ist zu stolz, um zu glauben, was man nicht sieht, obwohl sich ein unendlich weiser und allmächtiger Schöpfer in jeder Blumenknospe, in jeder einzelnen noch so kleinen menschlichen Zelle oder in der unendlichen Weite des Weltalls mit seiner präzisen Ordnung förmlich aufdrängt. Ja, man würde alles dafür geben, wenn man beweisen könnte, dass es Ihn nicht gibt.

„Der Gottlose sagt in seinem Hochmut: ‚Es gibt keinen Gott‘!“ (Psalm 10,4)

Der größte Verstand und intelligenteste Mensch kann die Höhe und Größe des Allmächtigen nicht verstehen, wie sie sich in der Natur offenbart. Zweifler können nicht an einen Schöpfergott glauben, weil sie diese unendliche Allmacht nicht verstehen können. Es sind nicht die Beweise, sondern es ist die Wirkung des Heiligen Geistes Gottes, der den Menschen zu Ihm hinzieht. Dabei muss ich aber von meinem Podest erst einmal heruntersteigen und mich etwas kleiner machen, damit Er mich auch erreichen kann. Leider schätzt sich der Stolze selbst als zu großartig ein, als dass er durch den Glauben leben könnte. Er sieht dafür keine sichtbaren Beweise und versteht auch gar nicht, was “Glaube” tatsächlich bedeutet.

Während die Bibel für solche Menschen ein Märchenbuch ist, das es nicht einmal wert ist, darin zu lesen, wird jedoch vom sog. „Menschen von Welt“ gerne die angesehene Literatur von Philosophen und weltlichen „Denkern“ der Zeitgeschichte gelehrt und gelesen.

Man ist sich auch selbst so wichtig, dass man sich nicht mit solchen Dingen wie „Glaube“ beschäftigen kann, der grundsätzlich eher etwas für Schwache und Ungebildete ist. Der „offensichtlich Gottlose“ ist sich selbst so wichtig und er muss sich um vieles kümmern, denn er hat alles selbst in der Hand. Charles H. Spurgeon wusste, wie schwer es für einen gebildeten Mann von Welt ist, die erlösende Kraft des Erlösers anzunehmen:

„Lieber möchte ich dem ärmsten Straßenkehrer oder Lumpensammler zum Segen werden, als einem Adligen gefallen, den ich am Ende doch nicht zu Gott bekehren kann.“

Ein schöpfer-loser Mensch betrügt sich selbst, denn er merkt gar nicht, dass er sich immer mehr „verstrickt, in dem Werk seiner Hände“ (Psalm 9,17). Und es wird auch tatsächlich das eintreffen, was er glaubt: Nach dem Tod ist alles vorbei, es gibt keine andere Welt, außer der, die er selbst gesehen hat.

„Wenn der gottlose Mensch stirbt, so ist seine Hoffnung verloren“. (Sprüche 11,7)

Jetzt soll sich aber niemand rühmen, weil er „Gottgläubig“ ist. Es gibt viele, die ehren den Allmächtigen nur mit den Lippen, Seine heiligende Kraft Seines Geistes durch Seinen Sohn lehnen sie jedoch bewusst oder unbewusst ab. Sie wollen ebenfalls selbst gerecht werden, wollen die Dinge selbst in die Hand nehmen. Oder man will ständig irgendwelche Beweise bzw. Zeichen oder Wunder, damit man glauben kann (Matthäus 12,38-40). Dies zeigen die anderen Formen des Stolzes, wie wir noch sehen werden. Im Gegensatz dazu wird sich so manch vermeintlich „Gottloser“ am Ende als gottesfürchtiger erweisen als viele der vorgeblich Gläubigen.

Interessanterweise werden gerade große Wissenschaftler der Weltgeschichte demütig, je mehr sie die Natur erforschen. Sie werden überzeugt, dass es einen allmächtigen Schöpfergott gibt, der alles auf Erden und im Himmel lenkt und in Händen hält. So schrieb der englische Mathematiker, Physiker und Astronom Isaak Newton (1643-1726):

„Die wunderbare Einrichtung und Harmonie des Weltalls kann nur nach dem Plan eines allwissenden und allmächtigen Wesens zustande gekommen sein. Das ist und bleibt meine letzte und höchste Erkenntnis.“

Der Physiker und Nobelpreisträger Max Planck (1858-1947) bemerkte:

„Religion und Naturwissenschaft schließen sich nicht aus, wie heutzutage manche glauben und fürchten, sondern sie ergänzen und bedingen einander. Gott steht für den Gläubigen am Anfang für den Physiker am Ende allen Denkens.“

Werner von Siemens (1816-1892; deutscher Physiker und Begründer der Elektrotechnik) erkannte:

„Je tiefer wir in das harmonische Walten der Naturkräfte eindringen, desto mehr fühlen wir uns zu demütiger Bescheidenheit angeregt. Desto höher steigt unsere Bewunderung der unendlichen, ordnenden Weisheit, welche die ganze Schöpfung durchdringt.“

Der Mathematiker und Astronom Johannes Keppler (1571-1630) schreibt ehrfurchtsvoll über den Schöpfer aller Dinge:

„Die Erhabenheit Deiner Schöpfung wollte ich den Menschen verkünden, soweit mein eingeschränkter Verstand Deine Unendlichkeit begreifen konnte. […] Astronomie treiben heißt, die Gedanken Gottes nachlesen.“

Alexis Carrel (1873-1944; französischer Arzt, Naturforscher und Nobelpreisträger bekennt demütig:

„Es ist keine größere Schande zu beten als zu trinken und zu atmen. Der Mensch braucht Gott, wie er das Wasser und den Sauerstoff braucht.“

Der Astronom Johann Heinrich Mädler (1794-1874) schrieb:

„Ein ernster Naturforscher kann kein Gottesleugner sein, denn wer, gleich ihm, so tief in die Werkstatt Gottes geblickt und Gelegenheit hat, die ewige Weisheit zu bewundern, der muss vor dem Walten des höchsten Geistes seine Knie beugen.“

Überheblichkeit und Selbstüberschätzung

(…) Wir alle stehen in der Gefahr uns zu überschätzen. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht glauben, wir selbst sind der Mittelpunkt unserer Umgebung; und nur wir selbst können bestimmte Dinge vollbringen; und nur wir selbst sind so intelligent, die Dinge richtig sehen und einschätzen zu können; und nur wir selbst besitzen die alleinige Wahrheit. Es ist gefährlich, „höher von sich zu denken, als sich zu denken gebührt“. (Römer 12,3).

Warnung Abgrund SteinschlagWenn das der Fall ist und wir merken in unserem Stolz nicht mehr, wie überheblich wir sind, dann können wir nur noch auf die Gnade unseres Himmlischen Vaters hoffen: Dass Er uns herunterholt von unserem „hohen Ross“ und uns mit Leid, Schmerz und Schande wieder auf den Boden der Tatsachen zurückbringt und unseren Stolz zerschmettert. Ja, das ist eine große Gnade.

Wenn wir jedoch dann immer noch unsere Augen vor unseren Charakterfehlern verschließen und immer noch von unseren eigenen tollen Qualitäten überzeugt sind, dann ist die Gefahr sehr groß, dass totale Verblendung die Folge ist. Gottes Geist zieht sich zurück und Satan kann jetzt seinen ganzen Einfluss auf uns ausüben. Es ist das Schrecklichste, was passieren kann.

Die Gnade Gottes kann ihr Werk erst beginnen, wenn wir demütig werden und uns Ihm völlig übergeben. Wenn wir endlich aufhören nach irdischen hohen Dingen zu streben. Wenn wir uns in Seine Hand fallen lassen und nicht mehr danach streben, der Größte zu sein und uns ständig behaupten müssen, wie toll wir sind und was wir alles können, dann kann unser großer Arzt und Erlöser bei uns einziehen. Die Hingabe an unseren Erlöser Jesus lässt dann den Wunsch nach Ehren und Ansehen gar nicht mehr aufkommen. (…)

Unbelehrbarkeit, Rechthaberei, Sturheit; Schuld haben die Anderen

„Woher kommen die Kämpfe und die Streitigkeiten unter euch? Kommen sie nicht von den Lüsten, die in euren Gliedern streiten? Ihr seid begehrlich und habt es nicht, ihr mordet und neidet und könnt es doch nicht erlangen; ihr streitet und kämpft, doch ihr habt es nicht, weil ihr nicht bittet. Ihr bittet und bekommt es nicht, weil ihr in böser Absicht bittet, um es in euren Lüsten zu vergeuden. […] Demütigt euch vor … [Gott], so wird Er euch erhöhen.“ (Jakobus 4,1-3.10)

Ja, woher kommen die Kämpfe und Streitigkeiten unter uns? Es ist unser Egoismus, unser Stolz. Wir wollen immer recht behalten, wir sind stur und unbelehrbar. Wir streiten, aber nicht um die Sache Gottes, sondern um unseren Willen durchzusetzen, damit wir immer rechtbehalten und unser Ego weiter pflegen können.

„Ihr seid es, die sich selbst rechtfertigen vor den Menschen, aber Gott kennt eure Herzen; denn was bei den Menschen hoch angesehen ist, das ist ein Gräuel vor Gott.“ (Lukas 16,15)

Wir streiten, wir kämpfen, wir wissen alles immer besser. Wir geben anderen die Schuld für unser eigenes Versagen und wir müssen uns ständig rechtfertigen, in jeder Situation. Dabei bleibt jedoch die Demut bzw. die Liebe für den Anderen völlig auf der Strecke. Ein demütiger Mensch strebt jedoch nach der Liebe, welche niemals zu solch hässlichen Streitigkeiten, Verleumdungen und manchmal sogar zu Hass führt (…)

(…) Da wir alle nur sündige Menschen sind, kann JEDER von uns auch irren, entweder mit einer kompletten Lehre, in Teilen oder auch nur in einem winzigen Detail. Deshalb ist es so wichtig, dass unsere Lehren und Auslegungen auch immer wieder überprüft werden. Und wenn wir auf offensichtliche Fehlauslegungen hingewiesen werden, können wir das dankbar annehmen.

„So zieht nun an als Gottes Auserwählte, Heilige und Geliebte herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Langmut; ertragt einander und vergebt einander, wenn einer gegen den anderen zu klagen hat; gleichwie … [der Messias] euch vergeben hat, so auch ihr.“ (Kolosser 3,12-13)

Langmut ist Geduld. Geduld ist so wichtig; aber wie schnell verlieren wir sie anderen gegenüber? Wir müssen aufpassen, dass wir dem anderen nicht gleich unser Wohlwollen entziehen, wenn er anderer Ansicht ist oder ihm gar sofort den „Heiligen Geist absprechen“, wie es leider auch geschieht. Was wäre bloß mit uns, wenn unser Himmlischer Vater so schnell die Geduld mit uns verlieren würde?

Gemeinsames BibelstudiumWir müssen auch immer bedenken, dass jeder Mensch auf einem anderen Erkenntnisstand ist. Wir kennen die Wege Gottes nicht. Er weiß und Er entscheidet, wann Er wem, wann und wie viel Erkenntnis schenkt. Jeder von uns hat sicherlich schon mal erfahren, dass er zu einer bestimmten Zeit, unter den damals herrschenden Umständen, eine bestimmte Lehre abgelehnt hatte, die er später plötzlich als richtig erkannte. Oder umgekehrt: Man hegt eine gewisse Ansicht über einen längeren Zeitraum, obwohl bereits Hinweise gegeben werden, dass sie mit den biblischen Angaben nicht übereinstimmt; erst später werden uns plötzlich die Augen aufgetan. Unser Himmlischer Vater ist sehr geduldig mit uns. Auch wir sollten diese Geduld für Andere aufbringen.

Wir können nie wissen, was im Inneren des Anderen vor sich geht, wir können nicht in die Herzen sehen. Wir werden uns wohl einmal wundern, wie sehr wir den anderen falsch eingeschätzt haben. Es steht niemandem zu, den Anderen zu beurteilen oder gar zu verurteilen.

„Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!“ (Matthäus 7,1; Römer 2,16)

Aus Stolz wollen wir unsere eigenen Ideen, Erkenntnisse und unsere eigene Art und Weise, alltägliche Dinge zu erledigen, anderen aufdrücken. Dabei ist oft Streit und Trennung die Folge. Denn die Ansicht der Anderen möchte man gar nicht hören, weil man von der eigenen Handlungsweise so sehr überzeugt ist. Wenn der andere (meist entnervt) aufgibt, kommt es zu unschönen Diskussionen und Streit, im schlimmsten Fall hat es die Trennung zur Folge. Ein solches Verhalten ist nicht weise. Es entbehrt völlig den Geist des Messias und ist luziferisch.

(…) Allerdings, wie wir in diesen Versen sehen können, erfordert Demut und Sanftmut auch geistliche Reinheit in der Lehre. Die Einheit und der Friede dürfen niemals auf Kosten der Wahrheit gehen! Das würde dann Einheit in Sünde bedeuten. Davor und vor den drastischen Folgen für das Gemeindemitglied warnt Paulus und der Hebräerbrief besonders (siehe Kapitel „Der Stolze weiß, der Demütige lernt“).

(…) Ein weiser, demütiger Mensch hat kein Bedürfnis, sich selbst dauernd als richtig beweisen zu müssen und die anderen als falsch. Ein Demütiger kann seine Schuld eingestehen und sich entschuldigen, wenn er etwas Falsches getan oder gesagt hat. Ein stolzer und rechthaberischer Mensch hingegen, kann nicht demütig seinen Irrtum zugeben und die Schuld für seine Sünde und seine Fehler auf sich nehmen, weil er von Stolz geblendet ist und deshalb denkt, er sei im Recht.

Rebellischer Stolz und Unabhängigkeit

(…) Es steht weder dem Mann noch der Frau zu, über den anderen willkürlich zu herrschen. Jeder, ob Mann oder Frau, ist grundsätzlich immer dem Schöpfer gegenüber für sein Tun verantwortlich. Keiner sollte dem anderen seinen Willen aufzwingen. Mit Liebe hätte das nichts zu tun. Keiner muss seine Persönlichkeit in die des anderen verschwinden lassen, im Gegenteil:

„Die Liebe ist langmütig und gütig, die Liebe beneidet nicht, die Liebe prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf; sie ist nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu; sie freut sich nicht an der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles.“ (1. Korinther 13,4-7)

Diese Liebe kann nur mit echter Demut erreicht werden. Sie hat grundsätzlich das Wohlergehen des anderen im Blick und sieht grundsätzlich seine oder ihre guten Eigenschaften. Diese Liebe ist es, die auch in Ewigkeit noch herrschen wird (1. Korinther 13,8), denn der Schöpfer IST Liebe (1. Johannes 4,16). Seine Liebe ist der Antrieb für alles Gute. Es gibt keinen kostbareren Schatz als diese Liebe zu besitzen. Deshalb sollten wir sie alle unbedingt anstreben. Rebellion gegen die eheliche Ordnung, ist Rebellion gegen den Schöpfer. (…)

Kritiksucht und Lästerei

Ein weiteres Symptom des Stolzes sind Kritiksucht und Lästerei. Wir sind uns leider oft überhaupt nicht bewusst, welche schrecklichen Folgen das mit sich bringt. Man be- und verurteilt den anderen damit nicht nur, sondern stellt ihn vor unseren Mitmenschen in ein schlechtes Licht. Es kann soweit gehen, dass der Ruf eines Menschen völlig zerstört wird.

Negatives über die Mitmenschen zu reden bzw. zu tratschen und deren Sünden und Unzulänglichkeiten herauszustellen, hat die Wurzel im Stolz, denn damit will man besser dastehen als der Andere; man möchte von seinen eigenen Schwächen und Sünden ablenken.

„Sie erzählen Lügen, jeder seinem Nächsten; mit schmeichelnder Lippe, mit hinterhältigem Herzen reden sie.“ (Psalm 12,3)

Kritiksucht und Lästerei fangen bereits im Elternhaus an. Eltern sollten zum einen darauf achten, dass sie ihre Kinder nicht ständig unnötig kritisieren, denn das entmutigt sie nur, ohne dass Veränderungen eintreten. Verletzende Worte können für Kinder verheerende Folgen haben und dazu führen, dass sie selbst anfangen, andere zu verletzen. Es ist viel wertvoller und zielführender, sie für das Gute zu ermutigen. Zum anderen sollten sich die Eltern hüten, einander oder Dritte ständig zu kritisieren oder über Andere zu lästern. Die Gefahr ist groß, dass die Kinder diese abgrundschlechte Eigenschaft übernehmen und später auch auf Fehler des Anderen herumreiten, deren Schwächen ständig hervorheben und über sie lästern. Ständige Kritik und Nörgelei am Partner kann eine Beziehung vergiften, wirkt lähmend und ist lieblos.

(…) Gerade das Suchen nach dem Bösen im Anderen bewirkt Böses in einem selbst. Menschen, die so handeln, haben oft selbst ein großes Problem. Sie haben Schwächen und Fehler, die sie zudecken wollen, indem sie die Fehler der anderen aufdecken. Einige sitzen stolz und selbstgerecht auf einem so hohen Ross, dass sie selbst den Balken in ihrem eigenen Auge gar nicht mehr sehen können.

(…) Es gibt natürlich auch eine konstruktive Kritik, die nichts mit Kritiksucht oder Lästerei zu tun hat. Eine solche Kritik ist für jeden wichtig, der sie empfängt. Zudem gehen wir mit dieser Art der Kritik ausschließlich direkt auf die Person zu, der wir unsere Beobachtung oder Verbesserungsvorschläge mitteilen wollen. Eine solche Rückmeldung zum eigenen Verhalten ist segensreich, denn oft erkennt man selber seine Fehler gar nicht und konstruktive Kritik gibt uns die Chance, etwas in unserem Leben zu verändern.

Anstelle über unseren Nächsten schlecht zu reden und ihn negativ zu kritisieren, sollten wir versuchen, ihn zu ermutigen. Ermutigung zeigt nicht Verachtung für den Anderen, wie bei der Kritiksucht, sondern Wertschätzung. Wir sollten immer die guten Eigenschaften im Anderen sehen und hervorheben und ihn ermutigen die Schlechten abzulegen, weil wir ihn lieben.

„Kein schlechtes Wort soll aus eurem Mund kommen, sondern was gut ist zur Erbauung, wo es nötig ist, damit es den Hörern Gnade bringe.“ (Epheser 4,29)

Bitterkeit und Unversöhnlichkeit 

Es wird immer Dinge im Leben geben, die uns tief verletzen. Wenn wir darüber nicht hinwegkommen und demjenigen, der uns verletzt hat, oder auch uns selbst, oder gar unserem Schöpfer, nicht verzeihen können, wird die Wurzel der Bitterkeit in uns wachsen. Und wenn sie lange gehegt und gepflegt wird, kann sie wie ein Tumor wuchern und sogar schlimme Depressionen auslösen.

Groll und Bitterkeit haben verschiedene Ausdrucksformen. Eine Form der Bitterkeit kann sich gegen den Schöpfer selbst richten, weil man z.B. einen geliebten Menschen verloren hat oder weil einen der Ehepartner verlassen hat; oder weil uns gekündigt wurde, usw. Möglicherweise sprechen wir dann in unserem Herzen, „Allmächtiger, warum hast Du das zugelassen? Warum hast Du meine Gebete nicht beantwortet? Du sorgst Dich ja gar nicht um mich, und das macht mich traurig und wütend.“

Um darüber hinwegzukommen, können wir einzig unser Vertrauen in die allmächtige Weisheit unseres Schöpfers setzen. Denn ist unser menschlicher Verstand mit Seinem vergleichbar? Wohl kaum. Die Sünde ist nun mal in der Welt und Satan ist (noch) der „Fürst der Luft“ (Epheser 2,2) bzw. der „Fürst dieser Welt“ (Johannes 14,30). Wir müssen einfach akzeptieren, dass der Allmächtige bestimmte negative Dinge auf dieser Erde zulässt. Er lässt sie geschehen, obwohl Er sie nicht für gut heißt. In Seiner unendlichen Weisheit jedoch, wird Er es schließlich zum Guten führen, denn „wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen“ (Römer 8,28). (…)

Selbstmitleid, Minderwertigkeitsgefühle, schnell beleidigt und gekränkt

Selbstmitleid ist sehr tückisch. Hier schleicht sich der Stolz über die Hintertür ein und besetzt bzw. bestimmt bald das gesamte Leben. Es führt zu einer verzerrten Sicht auf die Realität. Es beraubt der Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen und verhindert, dass Verletzungen heilen können, weil man sich ausschließlich darauf fixiert. Im Stadium des Selbstmitleids hat man keine Energie für den Dienst für unseren Schöpfer und kein Interesse an den Bedürfnissen der Mitmenschen.

Selbstmitleid wirkt höchst zerstörerisch und ist süchtigmachend. Ein solches, damit angefülltes Leben ist sehr, sehr schwer. Es führt zu Bitterkeit, Unversöhnlichkeit, Wut, Depression und Hoffnungslosigkeit. Damit infizierte Personen denken oder sagen oft Sätze, wie „Das Leben ist nicht fair!“ oder „Alles geht schief in meinem Leben“ oder „Ich tue so viel, aber bekomme nichts zurück“ oder „Warum können oder wollen mich die Anderen nicht verstehen?“ oder „Ich habe im Leben nie etwas Schönes gehabt, und habe auch nicht die Möglichkeit etwas zu verändern“ oder „Gott, warum muss mir das passieren, nach all dem, was ich für Dich getan habe?“.

Jeder, der solche Gedanken hegt, sollte sich unbedingt vor Augen führen, dass er kein Opfer der Lebensumstände ist, sondern ein Opfer seines Stolzes. Die Wurzel des Selbstmitleids ist der Stolz in Höchstform. So wie die Selbstzufriedenheit ein Stadium des Stillstands ist, so ist es mit dem Selbstmitleid. Letzteres ist jedoch viel zerstörerischer. Der Autor John Piper zeigt die erstaunliche Ähnlichkeit des Stolzes der Selbstüberhebung bzw. der Angeberei mit dem Stolz des Selbstmitleids auf:

„Angeberei ist die Antwort auf den Stolz des Erfolgs. Selbstmitleid ist die Antwort auf den Stolz des Leidens. Die Angeberei sagt „Ich verdiene Bewunderung, weil ich soviel erreicht habe‘. Das Selbstmitleid sagt ‚Ich verdiene Bewunderung, weil ich soviel erleiden musste‘. Die Angeberei ist die Stimme des Stolzes im Herzen des Starken. Selbstmitleid ist die Stimme des Stolzes im Herzen des Schwachen. Angeberei klingt nach Eigenständigkeit. Selbstmitleid klingt nach Selbstaufopferung. Selbstmitleid sieht deshalb nicht nach Stolz aus, weil es so bedürftig erscheint. Aber diese Bedürftigkeit kommt von einem verwundeten Ego. Es kommt nicht von einem Gefühl der Unwürdigkeit. Es ist eine Antwort auf einen nicht beachteten Stolz.“ (John Piper, The Dangerous Duty of Delight, 2011, S. 302)

Selbstmitleid kann uns schneller zerstören als irgendetwas anderes. Man sabotiert sich damit ständig selbst. Da man die Probleme nicht angehen will, um etwas zu verändern, deckt man sie mit Selbstmitleid zu. Man hat immer Ausreden, weil man ja gerade wieder so leidet und nichts gegen die Umstände tun kann. Und so wird selbst der Misserfolg in allen Dingen des Lebens einzementiert. Und je mehr wir scheitern, umso mehr bedauern wir uns und verfallen in noch tieferes Selbstmitleid. Das führt wiederum dazu, dass wir uns erlauben, grundsätzlich weniger zu geben, als unser Bestes. Mancher treibt es so weit, dass er gar einen Lustgewinn im Leiden findet und sich das Mitleid seiner Mitmenschen erzwingt.

(…) Minderwertigkeitsgefühle sind genauso eine Folge des Stolzes, wie die Überheblichkeit. Es wird gerne mit einer Überbetonung und zur Schaustellung bestimmter Fähigkeiten und Qualitäten kompensiert, die oft gar nicht wirklich vorhanden sind. Das Gefühl der eigenen Minderwertigkeit werde ich haben, wenn ich nicht akzeptieren kann, dass ich nicht so toll, so talentiert, so wohlhabend oder so schön bin, wie ich gerne sein möchte. Ich will aus eigener Kraft das erreichen oder sein, was ich gar nicht vermag. Ich will alles alleine bewältigen. Ich will mich und anderen ständig beweisen, dass ich etwas wert bin, dass ich etwas kann. Dabei verfolge ich grundsätzlich MEINEN Plan und bin dann am Boden zerstört, wenn es nicht klappt. Dann wende ich mich an den Allmächtigen und beklage mich bei Ihm, weil MEIN Plan und das Streben nach Selbstwert misslungen sind.

“Ja, o Mensch, wer bist denn du, dass du mit Gott rechten willst? Spricht auch das Gebilde zu dem, der es geformt hat: Warum hast du mich so gemacht?“ (Römer 9,20)

Haben Depressionen etwas mit Stolz zu tun?

In bestimmten Fällen können Depressionen eine Folge des Stolzes sein. In vielen Fällen ist es das aber sicher nicht, wie wir noch sehen werden. Ängstlichkeit, Panik und ständige Sorgen über alles und jeden, sind jedoch Früchte des Unglaubens. Trauriger Mann sitz auf BankBesonders Neurosen, die es in unserer modernen Gesellschaft wie Sand am Meer gibt, können eine Folge des Stolzes sein, müssen es aber nicht. Sie reichen von phobischen Störungen über Angst- und Zwangserkrankungen sowie Anpassungsstörungen bis hin zu multiplen Persönlichkeitsstörungen. Neurosen können verschiedene Ursachen haben, wie Traumen, Vererbung und ja, auch Stolz. Es kann eine Mischung aus allen sein: Aufgrund einer negativen vererbten Veranlagung wird ein Trauma oder auch ein Erlebnis, das für einen Anderen kein Problem darstellt, nicht richtig verarbeitet. Aufgrund des Stolzes bzw. der ständigen Eigenzentriertheit wird die Neurose jedoch weiter gehegt und gepflegt. Eine neurotische Person lebt im Grunde ein Leben der extremen Selbstzentriertheit. Sie ist zum Großteil nur mit sich selbst beschäftigt. Die Neurose ist auf diese Weise untrennbar mit dem Stolz verbunden, auch wenn die Ursache nicht der Stolz ist.

(…) Falsche Demut

„Man ist manchmal demütig aus Stolz.“ Diese Aussage des französischen Philosophen Michael de Montaigne aus dem 16. Jahrhundert trifft durchaus zu. Ja, wer seine (vorgebliche) Demut zur Schau stellt, ist stolz, nicht demütig. Viele haben eine falsche Vorstellung von Demut.

Demut hat nichts mit einem zur Schau getragenen, frommen Gehabe zu tun. So etwas gibt es tatsächlich auch. Dabei zeigt der „Demütige“ oft eine etwas affektierte Sprache und drückt sich auf eine recht salbungsvolle und tief religiöse Art und Weise aus. Auch wer seine eigene „Demut“ betont, ist wohl eher hochmütig. Der Diakon und Schriftsteller Carls Weitbrecht (1847-1904) schrieb:

„Wer laut von seiner Demut spricht, wird wohl in seines Herzens Falten ein schönes Stück Hochmut verborgen halten.“

(…) Paulus beschreibt diejenigen, die falsche Demut praktizieren und zur Schau stellen, als „ohne Grund aufgeblasen“ (Kolosser 2,18). Dabei werden auch gerne Gebote und Verbote ausgesprochen und für andere als verbindlich festgesetzt, die Gott gar nicht befohlen hat (Kolosser 2,20-23).

Demut hat auch nichts mit Schwachheit oder passiver „Unterwürfigkeit“ zu tun. Demut bedeutet nicht, dass man sich alles gefallen lassen muss. Im Gegenteil, wir müssen den Mund aufmachen, wo es angebracht ist; dies jedoch in einer demütigen Haltung.

(…) Wir dürfen nicht schweigen, wo Widerstand angebracht ist. Es gibt Zeiten, wo wir entschieden, jedoch in demütiger Weise für die Wahrheit eintreten sollten. Der Messias war demütig, aber er schmiss die Wucherer und Händler aus dem Tempel (Matthäus 21,12). Es ist keine Demut, wenn wir erkennen, dass in der Gemeinde der Irrtum eingekehrt und gelehrt wird, wir aber um des Friedens nicht dagegen sprechen. Ein demütiger Mensch strebt grundsätzlich nach Harmonie, aber er wird dabei nie die Wahrheit hintenanstellen. Wahre geschwisterliche Verbundenheit in einer Gemeinschaft bzw. Gemeinde kann niemals bestehen, wenn dafür Kompromisse in grundsätzlichen Glaubensfragen eingegangen werden müssen. Wenn es um zwischenmenschliche Probleme, um organisatorische Fragen, etc., geht, sollte jeder immer bereit sein, Zugeständnisse zu machen, aber nicht im geringsten dürfen die himmlischen Grundsätze aufgegeben werden. (…)

Satan – der Inbegriff des Stolzes

Satan ist der Vater des Stolzes, er verkörpert die Selbsterhöhung in höchster Form. Satan ist das hebräische Wort für Widersacher, Gegner, Ankläger oder Verkläger. Es hat die Bedeutung von „sich widersetzen“ oder „sich gegen jemanden stellen“ oder „ jemanden anklagen“. Luzifer, wie der mächtige Engel im Himmel ursprünglich hieß, widersetzte sich seinem Schöpfer und klagt Ihn und seine Geschöpfe seither beständig an (vgl. Sacharja 3,1-3; Offenbarung 12:10). Er möchte demonstrieren, dass Seine Geschöpfe Ihn lediglich aus Angst dienen und Sein Gesetz der Liebe die Menschen nur unterjocht.

(…) Luzifers Ziel ist es, die Ehre des Allmächtigen Schöpfergottes zu zerstören. Und auf dem Weg dorthin, versucht er, Seine Schöpfung zu zerstören und möglichst viele Menschen mit in den Abgrund zu stürzen (1. Petrus 5,8). Er erreicht es damit, dass er sie zum Sündigen verführt, um den Lohn der Sünde über sie zu bringen – den Tod.

Er benutzt dabei seinen stolzen, verführerischen Geist zusammen mit seinen Helfer-Dämonen, deren Geist ebenso von Hass, Ärger, Neid und Zerstörungswille angefüllt ist (Hesekiel 22,25). Sein Geist, den er im Himmel offenbarte, lebt seit seinem Ausstoß aus dem Himmel auf dieser Erde fort, und so befindet sich die ganze Welt im Bösen (1. Johannes 5,19). Er versucht, bei allen Menschen den Geist des Zweifels und des Ungehorsams zu schüren. Dieser Geist „wirkt jetzt in den Söhnen des Ungehorsams“ (Epheser 2,2). Diese furchtbaren Charaktereigenschaften wohnen in menschlichen Herzen und erzeugen Widerstand und eine Abneigung gegen den Schöpfer und Seinem heiligen Gesetz der Liebe.

Der Stolz ist die größte Sünde, sie ist Satans effektivstes Werkzeug, das die größte Zerstörung anrichtet. Auf Erden im Paradies erschien Luzifer der Eva im Körper eines fliegenden Drachens (vgl. Offenbarung 12,9; Jesaja 30,6), um seinen Stolz schmackhaft zu machen und sie zu verführen. Aufgrund seines Erfolgs wurde das mächtige Drachentier verflucht und wurde zur eine auf dem Boden kriechenden Schlange (1. Mose 3,14). (…)

Quelle u. vollständiger Text: http://www.bibel-offenbarung.org/praktisches-glaubensleben/stolz-die-wurzel-der-suende-das-heilmittel-demut.html

Ein weiterer sehr guter Artikel über die Demut: http://www.gottliebtuns.com/demut.htm

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