Die Legende vom Heiligen Bonifatius und dem Fall der Donar-Eiche

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Heiliger Bonifatius predigt im noch heidnischen Teil Germaniens

Warum wurde die Donar-Eiche gefällt?

(…) Der Heilige Bonifatius, „Apostel der Deutschen“, selbst Sachse, konnte daher auch einen persönlichen Anspruch geltend machen, ein Wort im geistigen Ringen dieser Völker mitzureden. Mit dem Namen Winfried wurde er um 673 als Sohn einer vornehmen sächsischen Familie im Königreich Wessex (Westsachsen)

im heutigen England geboren. Er trat in den Benediktinerorden ein, empfing die Priesterweihe und widmete sich einige Jahrzehnte dem Studium. Als Abt unternahm er 716 seine erste Missionsreise auf das europäische Festland in den damals noch mehrheitlich heidnischen Norden Deutschlands.

Die Missionierung erwies sich als schwierig, da ihr die Politik im Wege stand. Mit dem Christentum wurden die mächtigen Franken gleichgesetzt. Die antifränkische Partei bei Friesen und Sachsen sah in der von den Franken geförderten Christianisierung nicht nur eine religiöse Bestrebung, sondern auch einen politischen Versuch, sie durch die Taufe dem Frankenreich einzugliedern. Der Kampf gegen die Franken wurde daher für einen Teil dieser Völker zu einem Kampf für das Heidentum.

719 reiste Winfried nach Rom, wo ihm Papst Gregor II. persönlich den Auftrag erteilte, den noch ungläubigen Völkern das Geheimnis des Glaubens zu verkünden. Der Papst war es auch, der ihm den neuen Namen Bonifatius verlieh. Zunächst missionierte der Sachse unter den Friesen, dann wirkte er im heutigen Bayern, Thüringen und Hessen.

723 empfing Bonifatius in Rom die Bischofsweihe und wurde vom Papst zum Bischof für ganz Deutschland ernannt. Aus seinem Missionswerk, Christus zu verkünden und den heidnischen Aberglauben abzustellen, überliefert die Vita Sancti Bonifatii folgende Episode.

724 verhinderte der Heilige kurz vor Weihnachten ein heidnisches Menschenopfer. Es sollte in Geismar, heute ein Teil der Stadt Fritzlar, unter der sogenannten Donareiche vollzogen werden, um den germanischen „Gott“ Thor (Donar) milde zu stimmen. Um diesen schrecklichen Brauch auszumerzen und den versammelten Heiden die Bedeutungslosigkeit dieses Götzen zu zeigen, fällte Bonifatius die Eiche vor ihren Augen.

„Das ist eure Donareiche und das ist das Kreuz Christi, das den Hammer des falschen Gottes Thor zertrümmern wird“, sind die in der Vita überlieferten Worte des Heiligen, mit dem er dem heidnischen Menschenopfer Einhalt gebot. Als er mit der Axt Hand an die Eiche legte, kam plötzlich ein starker Wind auf, riß den Baum um und spaltete ihn dabei in mehrere Teile. An der Stelle, wo die mächtige Eiche stand, ließ der Heilige aus deren Holz eine Kapelle errichten, die er dem Apostelfürsten Petrus weihte.

Neben der gefällten Eiche stand ein junger Nadelbaum, der erst jetzt richtig sichtbar wurde. Ob es sich dabei um eine Fichte oder Tanne handelte, geht aus der Quelle nicht eindeutig hervor, weshalb ein Weihnachtsbaum sowohl eine Fichte als auch eine Tanne sein kann. Aufgrund der Verbreitungsgebiete dieser Baumarten handelte es sich in Geismar allerdings mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Fichte. Der Heilige wandte sich erneut an die Heiden:

„Dieser kleine Baum, ein junger Sproß des Waldes, soll in dieser Nacht euer heiliger Baum sein. Er ist aus dem Holz des Friedens gemacht, denn auch eure Häuser sind aus Fichtenholz errichtet. Er ist das Zeichen eines Lebens ohne Ende, denn seine Zweige sind immergrün. Seht wie er direkt zum Himmel zielt. Er soll der Baum des Christuskindes heißen. Versammelt euch um ihn, aber nicht im Wald, sondern in euren Häusern. Dort wird man keine Blutriten darbringen, sondern Gaben der Liebe und Güte.“

Er hielt den Versammelten eine Katechese und erzählte ihnen vom Leben und den Werken des Jesus von Nazareth, von der Geburt bis zur Auferstehung, und verkündete ihnen die Wiederkunft des Herrn. Unerheblich ist dabei, wo genau die erste, vom Heiligen Bonifatius errichtete Peterskirche stand, ob in Geismar selbst oder bereits auf dem heutigen Domberg von Fritzlar (Ort des Friedens). Beide Orte erheben diesen Anspruch.

Der Heilige ließ, so die Überlieferung, den kleinen Fichtenbaum hinter der gefällten Donareiche schmücken und Kerzen daran anbringen, die er zu Ehren Jesu Christi entzündete. So geschmückt sollte die Fichte zu Weihnachten die Geburt des menschgewordenen Gottes sichtbar machen, dem wahren Licht der Welt. Von da an begann sich der Brauch des Weihnachts- oder Christbaumes langsam, aber kontinuierlich auszubreiten.

Die Vita Sancti Bonifatii, verfaßt vom Heiligen Willibald, der den heiligen Winfried-Bonifatius persönlich kannte und einige Zeit begleitet hatte, entstand um 760, also wenige Jahre nach dem 754 erfolgten Märtyrertod des Heiligen. Sie ist in zahlreichen Handschriften überliefert, von denen die älteste noch erhaltene Handschrift aus der Zeit um 810 stammt. Die Ereignisse sind also sehr gut dokumentiert.

Die Suche nach Belegen für den Weihnachtsbaum liest sich wie eine Landkarte des deutschen Volkes: Wo sich das Brauchtum findet, lebten Deutsche.

Der älteste konkrete Beleg für den Brauch, einen Weihnachtsbaum, wie es auch heute üblich ist, aufzurichten und zu schmücken, stammt aus Freiburg im Breisgau und geht auf das Jahr 1419 zurück, wenngleich die Originalquelle verschollen ist. Die Bruderschaft der Bäcker stiftete dem Heiliggeistspital der Stadt einen Nadelbaum, richtete ihn auf und schmückte ihn. Ein Brauch, der offensichtlich in der Stadt bereits feste Tradition war und daher älteren Ursprungs sein mußte. Für das Jahr 1507 wird gleiches aus der Stadt Bern, heute Hauptstadt der Schweiz, überliefert.

In Riga, heute Hauptstadt Lettlands, erinnert eine in acht Sprachen verfaßte Tafel daran, daß 1510 zu Weihnachten in der Stadt ein Baum geschmückt wurde. Die Stadt war 1201 von Bischof Albert von Bremen gegründet worden. Anfang des 16. Jahrhunderts wurde die Stadt, über die der Deutsche Ritterorden die Schutzmacht ausübte, mehrheitlich von Deutschen bewohnt. Durch sie war der Brauch ins Baltikum gelangt.

Die weitere Spurensuche führt ins Elsaß. In Schlettstadt findet sich aus dem Jahr 1521 der erste gesicherte Beleg, daß nicht nur in öffentlichen Einrichtungen und auf öffentlichen Plätzen, sondern auch in den Privathäusern Christbäume aufgestellt wurden.

Alle bisher genannten Quellen stammen aus vorreformatorischer Zeit. Sie Belegen, daß der Brauch des Weihnachtsbaums nicht protestantischen Ursprungs ist, sondern aus ältester Zeit stammt und bereits vor der Reformation ein gemeindeutscher, katholischer Brauch war.

Im Straßburger Münster ist der Weihnachtsbaum erstmals im Jahr 1539 belegt. Die Volkskundlerin Ingeborg Weber-Keller fand in einer Bremer Chronik von 1570 die Schilderung eines mit Äpfeln, Nüssen, Datteln und Papierblumen geschmückten Nadelbaumes.

Auch aus Freiburg im Breisgau berichtet eine Chronik von 1599, daß „an den errichtet dannbaum […] vilfarbigen papier sowie oblaten, äpfel, schmitz und zischgold [=Flittergold] zu henken […] und sich einander gaben zu schicken“, wie Hartmut Stiller erinnert. Ein Brauchtum, das „seit geraumer zeyt üblich weis [= gewesen], also viel älter war.

Eine schöne Beschreibung des Brauchs ist von 1605 ebenfalls aus der Freien Reichsstadt Straßburg überliefert: „Auff Weihnachten richtet man Dannenbäume zu Straßburg in den Stuben auf. Daran henket man Roßen auß vielfarbigen Papier geschnitten, Aepfel, Oblaten, Zischgold und Zucker.“ Aus der Zeit um 1600 liegen schriftliche Belege für den Weihnachtsbaum auch aus Schlesien und anderen deutschen Gegenden vor.

Umgekehrt existieren keine Belege, daß der Weihnachtsbaum dem vorchristlichen, heidnisch-germanischen Brauchtum entstammt. Eine behauptete Ableitung vom Julbogen ist eine neuheidnische, antichristliche Erfindung aus der Zeit um 1900.

Gestiftet vom „Apostel der Deutschen“ begann der Weihnachtsbaum oder Christbaum, wie ihn der Heilige Bonifatius eigentlich nannte, vor bald 1300 Jahren seinen sanften, glücklichen Siegeszug als Symbol des Friedens [und gegen das Menschenopfer] um den Erdball, der an das welthistorische Ereignis erinnert, daß Gott selbst Mensch geworden und vor mehr als 2000 Jahren in die Geschichte eingetreten ist. Ein Brauchtum, das mitten in Deutschland entstanden ist, als auch die damals noch heidnischen Deutschen des Nordens, die Hessen, Friesen und Sachsen, das Christentum annahmen. Aus diesem Gnadenmoment erwuchs ein aussagestarkes Brauchtum, das die Christen gewordenen Deutschen der ganzen Welt geschenkt haben.

Quelle u. vollständiger Artikel: http://www.katholisches.info/2013/12/16/der-weihnachtsbaum-stammt-aus-geismar-heidnisch-oder-christlich-geschichte-und-ursprung-eines-friedenssymbols/

In diesem Beitrag heißt es ergänzend zum Akt der Fällung der „Donareiche“:

Bonifazius kam auch nicht mit einer Armee sondern alleine und höchstens mit einigen Begleitern. Was sich viele nicht vorstellen können – die Argumente des Christentums waren für die Heiden extrem grossartig und befreiend. Das Christentum hat nämlich nicht die Sünde in das Denken der Menschen eingebracht, sondern die Sündenvergebung.

Das Geschehen an der „Donareiche“ beleuchtet …

(…) Der hl. Bonifatius von Crediton, ein Benediktinermönch aus dem angelsächsischen Königreich Wessex, verkündete den Germanischen Stämmen im 8. Jahrhundert das Evangelium. Diese Stämme waren, im Gegensatz zu den germanisch-stämmigen Angelsachsen in England noch im Heidentum befangen. Sie verehrten Odin und Thor, grimmige nordische Gottheiten, die von ihren Anhängern auch menschliche Opfer forderten, besonders Odin, als König aller Götter und Thor als Gott des Donners.

Bonifatius wusste, dass die Bekehrung zum Christentum in England die wilden, gewalttätigen Umgangsformen der angelsächsischen Kriegskultur gebändigt hatte. Er wusste auch, dass so ihre besseren Eigenschaften ans Licht kamen und war überzeugt, dies würde auch für ihre germanischen Cousins gelten, weshalb er entschlossen war, sich auf den Weg nach Germanien zu machen, um die barbarische Praxis der Menschenopfer zu beenden.

Die Donar-Eiche…

Nach der Legende ließ Bonifatius nach seiner Ankunft die Stämme wissen, dass er das nächste Menschenopfer, das man plane, persönlich verhindern wolle. Er versammelte sich mit einer Gruppe seiner Mönche bei einer alten Eiche, die in der nordischen Mythologie als heilig galt. Dies war der Ort des Blutvergießens, an dem schon immer Menschen geopfert wurden.

Das Schlachtopfer, ein junges Mädchen, wurde an den Baum gebunden, doch bevor der tödliche Hieb geführt werden konnte, entwand Bonifatius die Axt aus den Händen des Henkers. Mit einem Axthieb zerschlug der Benediktinermönch die Fesseln des Mädchens und holte dann zu einem gewaltigen Hieb gegen die heilige Eiche aus. Bonifatius schlug eine große Kerbe in den Stamm; die Zuschauer sahen verblüfft und fassungslos zu, unfähig, sich zu rühren, während Bonifatius sein Werk fortsetzte. Es war eine unheilverkündende Stille, in der die Eiche schließlich zu Boden krachte.
Doch zum unbeschreiblichen Erstaunen der unbewaffneten Mönche fielen die wilden Germanen vor Entsetzen auf die Knie. In Erwartung des Zorns der Götter für dieses Sakrileg waren die Menschen sicher, dass Bonifatius alsbald durch einen Blitz von Mjolnir, Thors Hammer, getötet werde.

Unbeeindruckt brach Bonifatius das Schweigen. Mit lauter Stimme befahl er den Knieenden, sich den Stumpf der gefällten Eiche anzuschauen. Zwischen den Wurzeln der Eiche sah man eine Tanne, die schon kniehoch gewachsen war.

Bonifatius erklärte den Menschen, dass Odin, Thor und die anderen Götter mit der Eiche gestürzt wurden, doch dass sein Gott ihnen stattdessen ein Bäumchen geschenkt habe, das seine Blätter nie verliert und selbst im tiefen Winter voller Leben ist. Er machte sie darauf aufmerksam, dass die Zweige der Tanne zum Himmel weisen und dass die immergrünen Zweige sie erinnern sollen, dass die Liebe des dreifaltigen Gottes der Christen immerwährend ist. Am ersten Weihnachtsfest nach diesem Ereignis stellte Bonifatius einen Tannenbaum in der Kirche auf, um auf die ewige Liebe Christi hinzuweisen.

Dank des Einsatzes von Bonifatius bekehrten sich die germanischen Stämme zum Christentum. Bonifatius, der Bischof von Mainz geworden war, gründete später die Benediktinerabtei in Fulda. Er verbrachte die meiste Zeit seines langen Lebens in Deutschland, um den Glauben zu festigen. Am 5. Juni 754 erlitt er als alter Mann in den Niederlanden das Martyrium beim Versuch, den Glauben auf den Friesischen Inseln zu verkünden.

Es war Bonifatius Wunsch, dass er in Deutschland bestattet werde, einem Land, dessen Bewohner er lieben gelernt hatte. So wurde er in der von ihm gegründeten Abtei in Fulda begraben. Man nennt ihn den Apostel der Deutschen. (…)

Quelle u. vollst. Text: http://www.erziehungstrends.net/Der-Weihnachtsbaum-eine-christliche-Tradition

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2 Gedanken zu “Die Legende vom Heiligen Bonifatius und dem Fall der Donar-Eiche

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