Ostern und Weihnachten – christlich oder heidnisch?

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Neo-Heiden versuchen oft, christliche Feiertage in heidnische umzudeuten

Weihnachten und Ostern – Feste heidnischen Ursprungs?

Im Zuge der Ausbreitung antichristlicher Lehren und Götzenkulte – nicht zuletzt des sog. keltischen und germanischen Neuheidentums – werden Ansichten immer populärer, wonach sämtliche christliche Feiertage, die in Deutschland seit langer Zeit begangen werden, ursprünglich heidnisch sind, die frühen Christen diese sozusagen lediglich gekapert haben.

Auf einer neoheidnischen Webseite wird dagegen selbstkritisch eingeräumt, daß sich in dieser Szenerie vieles zurechtgelegt wird – etwas, was man nicht Müde wird, den Christen vorzuwerfen …

Und was ist mit dem “germanischen Julfest”, das oft als Urform der Weihnacht dargestellt wird?

Die zeitliche Nähe zur Sonnenwende erleichterte sicherlich die Einführung des neuen Festes, aber es ist nicht so, dass die Missionare ein existierendes Fest einfach „christlich umdeuteten“ – sie brachten das kirchliche Fest der Geburt Christi als im wesentlichen fertiges Fest aus dem römischen Raum mit, das dann wahrscheinlich mit gewohnten Mittwinter-Bräuchen sozusagen germanisch überformt wurde.

Erst 813 wurde der 25. Dezember verbindlicher Kirchenfeiertag. Ob dies, wie oft behauptet, geschah, um sich an Volksbräuche zur Mitwinternacht anzugleichen, ist reine Spekulation.

Das deutsche Wort „Weihnachten“, aus dem mittelhochdeutschen „ze den wîhen nähten“, „zu den heiligen Nächten“, ist in einem Gedicht des Spruchdichters Spervogel aus dem Jahr 1170 erstmals literarisch belegt, also so lange nach der Missionierung, dass sich damit keine Bezüge zu heidnisch-germanischen Vorstellungen herstellen lassen.

Das Julfest, das skandinavische Mittwinterfest, wurde im Jahre 940 vom dänischen König Håkon dem Guten auf den Tag des Christfestes am 25. 12. verlegt. Vom älteren Fest ginge einige Bräuche, wie der Julschmaus, in das neue Fest ein.

Die Behauptung also, Weihnachten und die mit diesem Fest verbundenen Inhalte und Symbole seien auf germanisches Brauchtum zurückzuführen, ist also falsch. Es ist ein im Kern christliches Fest, an das sich z. B. vom Mittwinterfest oder dem Fest des Sol Invictus übernommenen Bräuche anlagerten, unterstützt durch geschickte Missionare, die das christlichen Fest an andere Kulturen anpassten.

Quelle u. vollständiger Artikel: http://www.nornirsaett.de/das-jul-problem-wie-heidnisch-ist-weihnachten/

In einem anderen Artikel wird auf die Nazis verwiesen, die – ihrer diabolischen Geisteshaltung entsprechend – versuchten, das Christentum in Deutschland auszurotten und deshalb den christlichen Feiertagen „germanisch-heidnische“ Ursprünge anhefteten:

Die christlichen Rituale und Traditionen blieben im Leben der Menschen verankert und die Nationalsozialisten suchten durch Umdeutung, die traditionellen Feste zu integrieren, meist durch Rückgriff auf germanisch-pagane Riten – oder vielmehr durch die Erfindung solcher. Denn das Wissen über die kulturellen Praktiken der Germanen ist heute noch ziemlich fragmentarisch und interpretationsfähig. So kamen die Nationalsozialisten auf die Idee, Ostern als Fest zu Ehren der altgermanischen Fruchtbarkeitsgöttin „Ostara“ zu deuten. Dass die Germanen vermutlich gar keine solche Fruchtbarkeitsgöttin kannten, tat nichts zu Sache.

Für Weihnachten gingen die deutschen Faschisten ähnlich vor. Auch hier sollte der christliche Ritus durch die Erfindung einer neuen Tradition, die sie germanisch inszenierten, verdrängt werden. Dabei gab es zwei widerstreitende Ansätze unter den NS-Ideologen. Der Reichsführer-SS Heinrich Himmler wollte Weihnachten und das Fest der Wintersonnenwende, welches auch auf römische Traditionen verweist, zu einem germanischen Julfest vereinigen. Dabei sollte vor allem den Ahnen und der Vergangenheit gedacht werden. Es gab zwar bei den Germanen ein Julfest, allerdings ist Inhalt und Zeitpunkt der Feier bis heute umstritten. Zudem erforderte der Verweis auf die Wintersonnenwende eine Verlegung der tief verwurzelten Rituale des Schenkens oder gemeinsamen Singens vom 24. auf den 21. Dezember. Wohl auch deshalb konnte sich Himmler mit seinen Ideen nicht durchsetzen. Begriffe wie „Julleuchter“ (für einen etwas klobig aussehenden Kerzenständer vermeintlich keltischen Ursprungs) oder „Jultanne“ (für den Weihnachtsbaum) fanden allerdings Eingang in den Sprachgebrauch. Heute erklären Artikel auf einschlägigen Websites, Weihnachten müsse eigentlich Julfest heißen, habe „nichts mit dem Geburtstag eines ominösen Herrn Christus (Lattengustel) in Betlehem zutun, sondern geh[e] zurück auf den archaischen Sonnenkult der Urvölker.“ (…)

Quelle u. vollständiger Artikel: http://www.endstation-rechts.de/news/kategorie/geschichte-1/artikel/echte-deutsche-weihnacht-nazis-und-christliche-tradition.html

Der Focus hat sich Ostern gewidmet …

Ostern, das wichtigste Fest für Christen, hat heidnische Ursprünge – diese These hält sich hartnäckig. Wissenschaftler widersprechen: Die Theorie gründe sich auf einem gewaltigen Missverständnis und sei größtenteils Nazi-Propaganda, die bis heute wirkt.

Vertreter des Neu-Heidentums glauben an heidnischen Ursprung von Ostern. Die Nazis propagierten diese These, um das Christentum zu entmachten. Wissenschaftlich ist sie jedoch kaum haltbar.

Ostern ist für Christen das Fest der Feste. Doch angeblich ist sein Ursprung gar nicht christlich, sondern soll bis in vorchristliche Zeit zurückreichen. Weihnachten soll ursprünglich das heidnische Lichterfest gewesen sein, Ostern eine Feier zum Frühlingserwachen, die die alten Germanen zum Zeitpunkt der Tag-und-Nacht-Gleiche am 21. März begingen.

Haben die frühen Christen ihre Feste auf heidnische Bräuche aufgesattelt, um so die Akzeptanz des Christentums zu erhöhen? Das klingt plausibel, ist aber wenig greifbar. Zwar sind derlei Theorien vielfach auf Internetseiten und in Büchern von sogenannten Neopaganen (abgeleitet von lateinisch paganus, „Heide“) nachzulesen. Aber wissenschaftlich sind sie kaum haltbar.

Die germanische Kontinuitätsprämisse

Die Theorie hat in der Forschung sogar einen Namen, erklärt Manfred Becker-Huberti, Theologieprofessor und Autor mehrerer Bücher zu christlichen Festen und Bräuchen. „Man nennt sie die germanische Kontinuitätsprämisse. Sie bezeichnet die Vorstellung, dass die christlichen Feste eigentlich alle nur ein christliches Tuch über heidnischen Gegenständen seien. Diese Auffassung ist widerlegt.“

Die Vorstellung, dass das Christentum bei all den Feierlichkeiten und Ritualen das Jahr über gar keine so große Rolle spielt, machten die Nationalsozialisten sich zunutze, sagt Becker-Huberti: „Die Nazis haben die Volkskunde gefördert und mit den von ihr produzierten Ergebnissen das Heidentum propagiert, um die Kirche zu entmachten. Die Nazi-Propaganda war so erfolgreich, dass sie heute noch wirkt. Die Leute haben einfach nicht neu reflektiert. Die Forschungsergebnisse sind eindeutig.“

Drei Argumente und drei Gegenargumente

Meist wird an drei Dingen festgemacht, dass Ostern ein heidnischer Brauch sein soll:

1. An der Herkunft des Begriffs Ostern

2. am Termin in der Nähe der Tag-und-Nacht-Gleiche, zu dem die Germanen ein Fest zum Frühlingserwachen feierten

3. an der Symbolik.

Wissenschaftler haben Gegenargumente für alle drei Thesen:

1. Frühlingsgöttin Ostara erschien erst im 19. Jahrhundert

Häufig werde argumentiert, dass schon der Name des Osterfests auf seinen heidnischen Ursprung hindeutet. Er stamme angeblich von einer germanischen Frühlingsgöttin namens Ostara. Diese aber ist eine Erfindung des 19. Jahrhunderts. „Hier irrten schon die Brüder Grimm“, erklärt Werner Mezger, Professor für Europäische Ethnologie an der Universität Freiburg.

„Jacob Grimm bezog sich bei der Beschreibung dieser angeblichen Göttin Ostara auf den angelsächsischen Kirchenhistoriker Beda, der über eine germanische Göttin namens ‚Eostra‘ berichtete – diese aber schlichtweg erfunden hatte.“ Jacob Grimms Spekulationen fanden bei seinen Zeitgenossen großen Anklang und wurden ziemlich populär.

Auch sonst irrten die Brüder Grimm in Bezug auf heidnische Ursprünge von Bräuchen. Frühe Beschreibungen von Bräuchen aus dem 16. Jahrhundert, auf die sie sich beriefen, stammten nämlich meist von reformierten Theologen.

Und weil vor allem die Katholiken Bräuche pflegten, bezeichneten die Protestanten diese als „heidnisch“ und meinten damit „päpstlich-katholisch“, also nicht der evangelischen Lehre entsprechend, berichtet Ethnologe Mezger. Die Brüder Grimm zogen im 19. Jahrhundert diese Bewertung auf ihrer Suche nach dem deutschen Nationalgeist gerne heran und deuteten den Begriff „heidnisch“ nicht als „katholisch“, sondern fälschlich als „vorchristlich-germanisch“. So kam es zu dem Missverständnis und den falschen Germanen-Deutungen christlicher Bräuche.

Die Ursprünge des Namens „Ostern“

Zwar lässt sich nicht zweifelsfrei belegen, von welchem Begriff sich das Wort „Ostern“ nun ableitet – aber die meisten Wissenschaftlern favorisieren das griechische Wort für Morgenröte, Eos, als Ausgangspunkt: „Daraus wurde im althochdeutschen eostere, woraus sich im Englischen schließlich „eastern“ und im Deutschen „Ostern“ entwickelt hat“, erklärt Theologie-Professor Manfred Becker-Huberti. Die Morgenröte spiele eine so große Rolle, weil am Ostermorgen ein Gottesdienst gefeiert wird, der vor Tagesanbruch beginnt und die Morgenröte erlebt, sagt der Theologe. „Ostern ist also bis in den Begriff hinein ein christliches Fest“.

2. Was hat das Osterfest mit der Tag-und-Nacht-Gleiche zu tun?

Auch der Zeitpunkt des Osterfestes hat mit heidnischen Festen um die Tag-und-Nacht-Gleiche nichts zu tun. (…) Die Christen verlegten das Datum auf den ersten Sonntag nach dem Frühjahrsvollmond, weil das Verbreitungsgebiet der Christenheit so groß war, dass man je nach geografischem Blickwinkel sonst Gefahr lief, Ostern an unterschiedlichen Tagen zu feiern.“ Durch diese Regelung fällt Ostern frühestens auf den 22. März und spätestens auf den 25. April.

3. Das Ei ist Symbol des Lebens, nicht nur im Christentum

Als drittes Argument ziehen Neopaganen die Symbolik heran. Ostereier und Osterfeuer seien heidnischen Ursprungs: Das Ei sei ein altes Fruchtbarkeitssymbol, die Osterfeuer seien Teil des germanischen Sonnenkults. Sie sollten den Winter vertreiben und die Saat vor bösen Geistern zu schützen. Zudem wurde den Flammen erneuernde Kraft zugeschrieben. (…)

Schon bevor sich im Jahr 1054 die Kirche in Ost- und Westkirche teilte, verschenkten die Priester nach der Ostermette rot gefärbte Eier an die Gläubigen, sagt Theologe Becker-Huberti.„Das Osterei ist ein Symbol des Grabes Christi. Es ist ein Symbol für Christus, der aufersteht. Rot gefärbt, steht es für die Farbe des Blutes, und damit für das Grab Christi, in dem das Leben nicht erloschen ist.“ Die Osterfeuer symbolisieren aus kirchlicher Sicht die Freude über die Auferstehung Jesu.

Dass Ostereier und -feuer religiöse Bedeutung besitzen, widerspricht aber nicht der Möglichkeit, dass beides bereits in vorchristlicher Zeit eine Rolle spielte. Letztlich haben alle großen Religionen voneinander und von älteren Kulturen geborgt.

http://www.focus.de/wissen/mensch/religion/christentum/tid-25449/heidnische-braeuche-der-ursprung-von-ostern-_aid_733215.html

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2 Gedanken zu “Ostern und Weihnachten – christlich oder heidnisch?

  1. „The only time the word “Easter” is found in the Bible (Acts 12:4), it is there by mistranslation. The word in the original Greek is “Passover.” Jesus died at the time of the Passover feast, but the Passover is not Easter and Jesus did not die at Easter time. Easter is an ancient spring festival. Long before the time of Christ, the pagan goddess Ishtar, or sometimes known as Astarte or Ashtoreth, was worshiped in different countries. Our modern practice of sunrise worship originates from the pagan festival honoring Ishtar. The story of Easter also helps explain how Sunday became sacred and the origin of virgin worship. “

    http://amazingdiscoveries.org/S-deception_pagan_Catholic_Easter_Ishtar

    • Bitte in Zukunft nur noch in deutscher Sprache kommentieren. Laut Google-Übersetzer heißt es u.a. sinngemäß in dem von Dir eingestellten Text, daß Ostern „ein altes Frühlingsfest“ sei und „lange vor der Zeit Christi“ der weibliche Götze „Ishtar, oder manchmal auch als Astarte oder Ashtoreth bekannt, in verschiedenen Ländern verehrt“ wurde. Auf diese heidnische Argumentation wird in den von mir zitierten Beiträgen eingegangen, so daß ich das an dieser Stelle nicht mehr tun muß.

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